zivilgesellschaft
Friday November 24th 2006, 6:02 pm
Filed under: Uncategorized

the beginning of a neoliberal story which never meant to be one but which never took on its own responsibility

alexandra reill, 06/11/24


75 Comments so far
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Die groesste Schwierigkeit, die es zu bewaeltigen gilt, ist meiner
Meinung nach, die Gradwanderung zwischen dem wann und wie Individuen
als Vertreter einer Gruppe, wann als Verbandsmitglieder oder als
Einzelperson auftreten. Es gilt sich zu einigen. Wer sind die
offizielen Vertreter der Gruppe und: Was haben sie zu vertreten?

- ach ja “Versuchsanordnung” find ich gut, wenngleich faaaast ein bissi
zu bescheiden.

mein vorschlag waere uebrigens:
Schnittstelle Wien. netz kultur messe
http://netznetz.net/wiki/index.php/Titel Disku

binsh, netznetz, 2004/08/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:15 pm

weil der mensch, der ueber dieses projektentwicklungs- und
sichtbarmachungssoftware forscht und berichtet nur dann kann, so mailte
mir der simon.
und huellt sich seitdem in schweigen (lock lock…)
a tool for project development and a software for presentation enforcement methods – what a start ??? wouldn’t this be more than an archive for projects – von wg. zentralfriedhof der lebendigen projekte (vgl. zu toten die idee leo findeisen)

obig: hans knöll, 23/06/04, , untig: alexandra reill, 10/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:17 pm

igkultur.atigkultur.atigkultur.atmalmoe.orgigkultur.atigkultur.atigkultur.atmalmoe.orgRoland Alton-Scheidl: Netzkultur als “Constructive Technology
Assessment”. 10 Jahre Medieninfrastruktur mit PUBLIC VOICE Lab, in:
Kulturrisse 0304, Juli 2004.
http://www.igkultur.at/igkultur/kulturpolitik/1088349969

Martin Wassermair, Gabi Kepplinger, Peter Riegersperger: Hacking the power oder Merkantilisierung der Offenheit? Die Netzkultur findet zu ihrem Diskurs zurück, in: Kulturrisse 0304, Juli 2004. http://www.igkultur.at/igkultur/kulturpolitik/1088352048
Beat Weber: Schnurstracks auf das Terrain der Marktwirtschaft. Netzkulturelle Kleinunternehmen betreiben das ganz normale Geschäft des Kapitalismus, in: Kulturrisse 0304, Juli 2004. http://www.igkultur.at/igkultur/kulturpolitik/1088350773

Beat Weber, Offen, aber arm. Die Netzkultur in der Krise? Open Source und die Grenzen der Offenheit, in MALMOE, Nr.21. http://www.malmoe.org/artikel/top/682
die ersten diskurse um den zusammenhang zwischen netzkultur, die grenzen an offenheit und die bedeutung und das wesen von open source

obig: wolfie christl , 28/06/04, , untig: alexandra reill, 10/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:17 pm

In der Szene treten jetzt Brüche zutage: Einige haben die
Institutionalisierung geschafft, andere stehen vor dem Problem, aus dem
über Jahre improvisierten Hybridstadium zwischen Studium, kleineren
Kulturprojekten, halbherzigen Business-Versuchen und Freizeitspass jetzt
endlich etwas mit ökonomischer Perspektive aufzuziehen. Dass hier
Verteilungskonflikte aufbrechen, ist kein Wunder.”
tatsächlich kein wunder, hier schon der grundkonflikt, um den es in einer gruppendynamik und der positionierung unterschiedlicher gruppierungen und genres heute ganz transparent geht. der kampf um budgets und/oder existenz ist grundthema, und für die kunst nicht zu lösen über institutionalisierung noch über den weg des hahnenkampfes.

obig: matze.schmidt, 29/06/04, , untig: alexandra reill, 10/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:20 pm

mediavirus.orgmediavirus.orgdas programm ( http://www.mediavirus.org/graphl ) kann auch rss
feeds, rdf files ( dublin core metadatas ) und blog/ streams
verarbeiten und in beziehung stellen. wenn mal auf der rechten
unteren ecke von so einem kaesten mit gedruckter maustaste
herumzieht kann man auch online neue verbindungen zwischen objekten
erstellen und den verbindungen (mit der rechten maustaste
eigenschaften zuordnen ) online bearbeitung und abspeicherung der
bearbeitungen meoglich.

damit koennen dann wieder aus den daten / verbindungen statische
webseiten werstellt werden und vice versa……

das test sample hier mal (java erforderlich) :

http://architekt.ims.tuwien.ac.at/graphl/view?
url=http://sonance.net/sonance_structur.rdf

simon haefele, 06/07/20,

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:21 pm

ABOUT NETZNETZ.NET
jedeR legt auf seiner seite eine (mehrere, tausende) eigene
netznetz-seite an, auf
der MINDESTENS draufsteht, WAS netznetz-prozess für jeweilige
gruppe/site bedeutet / bedeuten kann.
design, gestaltung etc bleibt voellig der jeweiligen gruppe ueberlassen.
heterogenitaet rules.
hab ich gemacht. bitte verlinken.

obig: esel, 22/07/04, , untig: alexandra reill, 10/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:22 pm

*„Was ist eigentlich Netzkultur?“
und die anwesenden selbst-präsentationen (und personen) als heterogene
antworten auf diese frage.

heterogen. gutes stichwort. auch die hybride waren gut.
netzkultur – was fuer ein wort für die tatsaechliche heterogenitaet der inhaltlichen felder und aktivitaeten an kulturentwicklung die ueberhaupt gemeint sein koennten – netz als web – so wie definiert im ressort neue medien ma 7 noch 04 oder netz als netz in dem man vernetzt ist – wer hat den begriff ueberhaupt aufgebracht auf dieser liste? der begriff wurde offensichtlich vom ersten posting an verwendet.

obig: martin pichlmair, 27/07/04, , untig: alexandra reill, 10/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:22 pm

bis heute ist die frage der objektiven erfassung wie definition einer “szene” oder einer sogenannten community eine offene frage geblieben, abgesehen davon dass nur eine grossangelegte empirische studie sich dieser frage auch nur annähernd widmen könnte, bleibt offen, ob diese frage zu beantworten ist, ganz abgesehen von laufend stattfindenden veränderungen, hiesse ja man muss sagen ob man schwarze oder weisse haut hat, kroate, rom oder us-amerikaner ist – was für ein ansatz zur definition von kunst, kommt ja ausschliesslich nur aus der option, dass heute (wer weiss wie lange noch) mehr wohlstand und damit mehr freiheit zu kreativem schaffen und zudem breiterer zugang zu produktionsmitteln besteht.
sichtbarkeit spielt sich ja doch zwischen gesichtern ab.

ps: ad dem java-tool. wem’s gefällt. ich leg mich nicht quer auch wenn ich es nicht für sinnvoll erachte, weil bei einem graphischen netz leicht der eindruck der vollständigkeit entsteht, was bei einem lebendigeren system nicht so ist (etwa blog oder wiki).

untig: martin pichlmair, 27/07/04, , obig: alexandra reill, 10/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:22 pm

bezeichnung electrolobby wäre natürlich supergut, weil er auch so was
verschwörerisches hat.

lobbying war wohl einer der ersten wichtigen ansätze von netz.netz.

obig: esel, 29/07/04, , untig: alexandra reill, 10/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:24 pm

und noch was wegen NETBASE… ich bin übrigens AUCH SEHR dafür, dass wir uns klar einigen, wie mit netbase umzugehen ist , weil wir uns als komplementär verstehen, könnten sie ja – wie besprochen – durchaus gerne dabeisein.

da ich aber vor deren “ungeniertheit” oder nennen wir es “marketingprofessionalität” was diverse aussenbehauptungen über ihre rolle im netzkultur-gefüge wirklich genug habe, hab ich echt NULL BOCK, dass WIR uns den arsch aufreissen, dass da was tolles entsteht und irgendwer geht dann wieder behauptend umher (oder hinter verschlossenen türen) wenn es heisst “die netzkultur findet zu ihrem diskurs zurück”.

ein rhetorisches lehrstück diesbezüglich ist übrigens folgender Absatz aus der ig-artikel, wo zunächst ein Generalvertretungsanspruch von sich gewiesen wird, um dann erst recht für die “Freie Szene” zu behaupten, was sich voller “kompromisslosigkeit” nicht geändert hat. bitte gerne darüber diskutieren, aber nix mehr uns vorschreiben. bittedankeandbasta.
lobbying war wohl einer der ersten wichtigen ansätze von netz.netz.

obig: esel, 29/07/04, , untig: alexandra reill, 10/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:25 pm

konsortium.atigkultur.atbsp: als sich das konsortium.Netz.kultur http://www.konsortium.at im Jahr
2001 als bislang kleinste Organisation im Spektrum der kulturellen Dachverbände konstituierte, musste zugleich eingestanden werden, dass ein Generalvertretungsanspruch für die Netzkultur schon alleine deshalb widersinnig ist, weil die Vielschichtigkeit der Community nicht ignorieren werden kann. Gerade dieses Merkmal muss aber offensiv strategisch vermittelt werden, wenn es nicht zu einem pluralen Kennzeichen von Privatangelegenheiten verkommen soll. Daraus resultiert in einer Standortbestimmung nicht zuletzt die Kompromisslosigkeit
gegenüber jedwedem Liebäugeln mit einer Merkantilisierung der Offenheit, die dem Open Source-Charakter der netzkulturellen Praxis innewohnt. Mit Public Access ist kein Geschäft, mit dem Markt letztlich auch kein Staat zu machen. Daran hat sich für die freie Szene, die sich eine konfliktuelle Mitgestaltung von Gesellschaft und Technologie zur Aufgabe macht, nichts geändert.
heute stellt sich als umso bemerkenswerter dar, dass ein kleines netzwerk an durchgängig von der kulturabteilung der stadt wien finanziell honorierten personen heute über eine vereinsgründung und die begründung einer ig netzkultur nachdenkt. so holen sich die eigenen argumente dann doch recht schnell ein, wenn man nur lange genug deren nicht-funktionalitaet erprobt. aber lernen bleibt nicht erspart, so ist’s wohl im leben, besonders wenn’s bezahlt ist.

obig: http://www.igkultur.at/igkultur/kulturpolitik/1088352048, zitiert von esel, 29/07/04, , untig: alexandra reill, 10/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:26 pm

was hat die hochkomplexe debatte der definition von identität mit dem relationsfaktor hybridität in relation zu tun zu tun? eine allgemeine zusammenwürfelung von hochkomplexen fragestellungen, die jahre der forschung benötigen, um seriös erforscht werden zu koennen. würden wir von transdisziplinarität sprechen, so würde ich die übertragung von sozialer intelligenz auf techno-kultur noch viel eher verstehen als jene der gängigen techno-kultur auf soziale kompetenz. polemisch, aber beruhend auf einer anzahl von erfahrungswerten. schliesse mich der theorie an, dass in der kommunikation rd. 90 an mitteilung über verschiedenste faktoren jenseits von sprache und damit auch jenseits technologischer logik stattfinden. insofern kann ich den ausdruck “soziale intelligenz der techno-kultur” nur darauf beziehen, dass techno als subkultur und nicht als hochkultur entstanden ist, und dass vertreterInnen von subkulturen sich mehrheitlich eher aus sozial schwaecheren personen denn gelangweilten buergerInnen zusammensetzen.
Die … Diskussion um eine andere Sicht auf den kulturellen Sektor im Allgemeinen und die Netzkultur im Speziellen unter den Vorzeichen eines hybriden Verständnisses von Identität und Tun zu werfen, läuft weiter. Im Artikel “Hacking the power oder Merkantilisierung der Offenheit?” ordnet Gabi Kepplinger die “Hybridstruktur” … als einen jener Faktoren ein, die die “soziale Intelligenz der Techno-Kultur auch auf Österreich zu übertragen” imstande ist.

untig: thomas thurner, 29/07/04, , obig: alexandra reill, 10/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:26 pm

1 mein vorschlag wäre “digital show off”.
das hat den präsi aspekt, und glztg. dessen “deaktivierung” inkludiert.

2 etwas unlocker. klingt sehr nach wettbewerb. und sehr trocken. eher
electrobazar, digital delirium, konoba electronique (serbokroatische
bar/treffpunkt), temporary sarai (indischer treffpunkt)
ein dialog zwischen zwei list members: der diskurs um diversität versus wettbewerb hier schon, im zweiten monat der bespielung der liste, ersichtlich in einem erststadium eines diskurses, der sich als beinharter wettbewerb herausstellen sollte.

1 obig: esel, 29/07/04, 2 obig: martin pichlmair, 29/07/04, , untig: alexandra reill, 10/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:27 pm

An:
Betreff: backbone error

Kapitalismus=Schizophren,
Eigentum=Diebstahl,
Profit=Spekulation,
Ideologie=Unsexy,
Gesellschaft=Obsolet,
Medien=Magnet,
Existenz=Totalitaer,
Hab uns gerne-Postmoderne.

neues at gmx.at, 31/03/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:28 pm

WE ARE ERROR, YOU ARE HOSTAGE.
KUNST = KOMMERZ KRITIK
KONTROLLE KRIEG KAVIAR
KUCHEN KEXE KLECKERN
KONCERNE KETTEN KAPITAL
KLISCHEE KLOAKE KONTEN
KONZEPT KOTZE KARRIERE
KAMPF KRAMPF KATEGORISCH
KOSMETISCH KONTERGAN
KOLONIAL KOT KANAL KACKE
KAMOUFLAGE KARZINOM KZ
KILLER KONSUM

error = chic modern $exy

neues at gmx.at, 31/03/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:29 pm

arbeitend unter weltgesellschaftlichen voraussetzungen, ueberschreitend muehelos grenzen, in letzter konsequenz auch die, die der abwehr von error dienen, die kontrollen am flughafen, die sicherheits und ueberwachungsorgane in den hosentaschen, der kleidung selbst, und sogar die kriege zur abwehr von error, werden zum teil des errors. sie supplementieren ihn zum permanenten anxtzustand der biomasse. die erroristische aktion beinhaltet das verwischen dieser grenzen, zwischen toedlichem chic und modern-mondaenem gewoehnungsaffekt sozusagen die koheraenz der praeferenzcodes, der dadaismus dessen was gefahr bedeutet bzw. alert macht, zb taschen und briefumschlaege, laufende menschen, autobusse, kinder mit luftbaloons, alles soll durchleuchtet werden, denn

alles ist error
the beginning of a neoliEberal story which maybe never meant to be one – interessanter Ansatz – schönes Gedicht – und wird im text immer genauer …

obig: neues at gmx.at, 31/03/06, untig: alexandra reill, 11/07/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:29 pm

militante prototypen mischen sich unter die bobos, und die error geschulten sicherheitsorgane sind ueberfordert, go away – or we kill ya mind before you pull the trigger… pfeile, die auf fragwuerdige objekte, bekleidungen, nervositaeten oder andere auffaelligkeiten hinweisen, werden mit dem dazugehoerigen schlagwort versehen, dem bild der uebertragung beigefuegt, jede bewegung ist verdaechtig, jeder verdacht ist error, wird registriert und aufgezeichnet, virtuell, und in unserem fall real, bis die bildflaeche mit blutroten schusslinien der autoritaet durchsetzt ist. und die undurchsichtigkeit den glaesernen menschen eine freizone bietet.

anz den error
http://underror.org
http://pluserror.org

neues at gmx.at, netznetz, 31/03/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:30 pm

theyrule.nettheyrule.nettheyrule.nettheyrule.nethttp://www.theyrule.net/

===8 ==============Original message text===============

we? they! http://www.theyrule.net/

das ganze gibts auch schon in experimentellen teilen im – tada, es
musste ja so kommen – semantic web. hurra!
http://rdfweb.org/foafcorp/intro.html

scary, that.

/gro.jiin//:ptth °jiin
prinzipiell :
wir verfolgen weiterhin persönliche friend-of-a-friend-Einladungspolitik
prinzpiell zwar für alle offen, prinzpiell wird aber soll vereinnahmung
verhindert werden.
bzw. glaube ich, dass zB auch-marktthema bei event ohnehin gewisse
gruppen nicht teilnehmen wollen.

obig: bock, 02/08/04, untig: eSel, 04/08/06

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:31 pm

frage mich warum soviele dinge im netz(kunst)bereich zur zeit das wort MESSE
beinhalten?
will man den anschein erwecken kommerziell wertvoll zu sein ? oder gehts da mehr
um den inhaltlichen aspekt, sprich austausch von wissen…

Ich würde gerne als Kontrastprogramm zu der Auseinandersetzung mit der
Creative Commons Lizenze einen Vortrag über das Microsoft Enduser Licence
Agreement (EULA) machen. Die Microsoft EULA ist ein klassisches Beispiel wie die Rechte der Benutzer beschnitten werden und die vorhandenen Rechte so kompliziert formuliert sind, das kein Benutzer auf die Idee kommt sie wahrzunehmen (hat schon
jemand sein Windows XP zurückgebracht, weil Microsoft nicht wie versprochen
die auftretenden Fehler innerhalb von 30 Tagen behoben hat?). Interressierte können gerne einmal unter: c:\windows\system32\eula.txt
probelesen.
netznetz.net ist ein interessensgemeinschaftlicher Zusammenschluss
verschiedenster freischaffender Kunst- und Kulturproduzenten.

obig: mastro, Andreas Trawöger, 05/08/04, untig: Simon Häfele, 06/08/04

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:31 pm

Sie bilden ein Konsortium, dessen Ziel es ist, einen oesterreichischen
Dachverband fuer freischaffende Inividuen und Gruppen zu grueden, der
in einem genauer zu deffinierenden Bereich oeffentliche kandK Produktion
stuetzt.

Ein Hauptfokus legt netznetz darauf, die Aufgrund/Mithilfe
elektronischer Technologien entstandenen Werke von Mitgliedern und
Gaesten aus In- und Ausland oeffentlich zugaenglich zu machen.

So wie die Struktur angedacht ist, verwedent sie NICHT die weithin
bekannt “Umbrella-Technik” um die einzelen Produktionen zu stuetzen!
Es geht NICHT Primaer darum, den Verband in der Oeffentlichkeit zu
repraesentieren, sondern darum, dass der Verband die Produzierenden
dabei unterstuetzt, die Konzepte umzusetzen und zu veroeffentlichen.
Zentrale Funktionen uebernehmen hierbei die vom Verband zur Verfuegung
gestellen, durch die Mitglieder nutzbaren Einrichtungen:
Neben dem Konsortium, soll vor allem eine Pressestelle und eine
Fundracing Abteilung eingerichtet werden. Kontaktinformationen von
Foerderern und Interessierten sollen Zentral verwaltet und durch alle
Mitgliedern nutzbar gemacht werden.

Simon Häfele, 06/08/04

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:32 pm

wir arbeiten alle kostenlos an der organisation des events mit. selbst
wenn’s nur darum geht teilnehmerInnen zu aquirieren geht mit dem
email-schreiben eine menge zeit drauf.

auch auf die gefahr hin, dass ich mir jetzt watschen einfange, sage ich
hier klipp und klar: ich bin dafür von den besucherInnen einen
unkostenbeitrag zu verlangen (in einer höhe, die niemandem wehtut).

klar ist kunstlabor bei so wichtigen sachen mit dabei – und freut sich auf
ein zusammenarbeiten
Geplante Aktivitäten für Netz Netz: abbildung sozialer netzwerke der
netzgesellschaft wien…wmw auf allen waenden mit papier getuckert (=wer
mit wem, wysiwyg, diy) jede/r soll/kann/muss mitmachen, und am
schluss wird das ganze abfotografiert und archiviert und im netz stehen…

obig: Stefan Nussbaumer, netznetz-list, 21/09/04, Franz Xaver, netznetz-list, 21/09/04; unitg: neues at gmx.at, 22/09/04

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:32 pm

jetzt mal was grundsätzliches: ich find’s nicht leiwand wenn mails die
an die liste gehen, nur privat beantwortet werden. das was ich da in dem
mail geschrieben habe geht alle auf der liste was bzw. will ich das alle
diese information erhalten. ich krieg natürlich selber spam-mail, aber
nicht wegen der subskription auf dieser liste. ich weiss schon, wir
kennen uns nicht alle persönlich und da könnten (theoretisch) auch
schwarze schafe dabei sein, die “böses” im schilde führen. aber das sind
höchstwahrscheinlich nicht die “bösen”, die mittels robots
email-adressen aus websiten herausfiltern bzw. absender-adressen
fälschen bzw. (ganz bööööööööööööse) viren versenden. wenn jemand
seine/ihre subskription (man kann nur dann über die liste posten, wenn
man subskribiert ist) missbraucht, um uns zuzumüllen, erwischen wir
ihn/sie auch!

das mit dem verschlüsseln ist prinzipiell schon ok. ich hab’s bis jetzt
nicht gemacht, da ich eigentlich nichts zuverheimlichen habe (?) – muss
mir das mal ansehen, wie’s funktioniert, denke aber grundsätzlich, dass
man nicht paranoid werden muss.

Stefan Nussbaumer, netznetz-list, 23/09/04

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:33 pm

http://derstandard.at/?url=/?id=1803866

mehr senf zu STANDART aktion

fragt euch mal selbst::::
würdest Du 218.000 euro annehmen
wenn deine kühne Einreichung durchgeht und du einen patzn geld
kriegst……???
Ich finde es super das es überhaupt Konzepte gibt die Geld kriegen.
Und das mit der Umverteilung *(siehe weiter unten) funktioniert “innen” und
“aussen”
warum immer neid ??
hallo lena,

über deinen vorschlag einer einladung an heiner benking haben wir ja
schon am dienstag gesprochen, zu welchem thema würde er sprechen?

herzlich,
stefan

obig: Der Standard, 25/09/04, elgeko, netznetz-list, 27/09/04; untig: Stefan Lutschinger, netznetz-list, 24/09/04

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:33 pm

artcore.frklar schneiden in diesem system, konzeptionisten und direkt verwandte besser
ab und sahnen im Vorfeld das meisste Geld ab und andere sind Künstler,
verkaufen sich aber nicht oder schlecht oder machen Ärger und sind nicht
vermittelbar weil sie zwar vielleicht auf ihren Fachgebiet grandios sind
aber niemand davon weiss oder die Konzepte and Aufzeichnungen meist eine a4
seite nicht überschreiten, geschweige von einem kühnen fetten FörderBetrag
im Konzept, das dann womöglich überraschenderweise angenommen wird. Nichts
in der Welt basiert wirklich nach dem Gleichheitsprinzip noch gibt es
gerechte Umverteilung der Mittel. Andere blasen eine schwache Idee nett auf
mit mappe, Dreijahresplan, GewinnVerlustrechnung und natürlich was es nicht
alles kulturpolitisch bringt, eigendynamik, synergien, laberlaber
Das ist alles nur ein Fraktales Chaos wo der wahre Künstler oft im grellen
Rauschen der Unschärfe verschluckt wird und höchstens, wenn wirklich was
drauf hat, international oder nach seinem Tod Anerkennung findet.Wien ist
so – der geko weiss das ! (LiedSing)
http://www.artcore.fr/artcore05/presse_html/index.html
participants — …

elgeko, netznetz-list, 27/09/04

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:33 pm

Aber im Altruistischen Sinn: Neid bringt euch nur die natürlichen
Auswirkungen einer “leid”verursachenden Handlung und dazu gehört Neid,
Unzufriedenheit, Geiz, Gier, Gleichgültigkeit und viele mehr und indirekt
wird man dann auch nix mehr vom Netbase-kuchen kriegen (nach dem anpissen)
und somit die Wirkung wie immer — noch weniger chancen auf das weswegen
man dieses Leid/Neid verursachte. Bin oft selbst verwundert wie gut und
ganzheitlich dieser altruistische ansatz mit ursache/wirkung sich in
Problematiken integrieren lässt !!!!

ursache/wirkung- Jetzt sind jedenfalls die Chancen dahin – public netbase
und deren verbündete ins netznetz boot zu bekommen oder etwaigen support
oder sonstig freundlich gesinntes.
Ich finde Neid in der Form verbrennt nur sinnlos die Erde aus der wir sind.
zur aufmunterung : “creativity is a reason 2 life” (geko 1986)
auch ohne 210.000 euro.
Ideen kosten nix und sich die Werkzeuge und Techniken aneignen mussten
Künstler immer, in allen Zeiten.

elgeko, netznetz-list, 27/09/04

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:34 pm

Erstmals in der Gechichte der Menschheit kann jeder sich kreativ äussern -
erstmals kann eine einzelperson 20 Minuten in 3D mit reflektion und
raytracing auf seinem HeimPC rendern oder ein komplexes system aus
opensource-komponenten programmieren – daher dieses NETZNETZ ! richtig??
braucht im idealfall keine 210000 euro
sondern Engagement ein gutes Programm/Kreativität Verbündete Gutgesinnte
und schon gibts dafür auch einen Teil vom Kuchen.

visualart, interactiveart, netart, webart, audiolabor, live-banana -
alles ist möglich !
statt (er)trink eiskalt
“digitalkillsthevideostar”
Freiheit für die Banane und der Kunst des Schaffens
ich verstehe natürlich, dass musikerInnen interessiert sind ihre
musik zu spielen, und zwar so, wie sie von den musikerInnen gedacht bzw.
geschrieben wurde. ich bin aber dafür bei netznetz dem kollektiven
arbeiten/experimentieren den vorrang zu geben.

obig: elgeko, netznetz-list, 27/09/04; untig: Stefan Nussbaumer, netznetz-list, 27/09/04

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:34 pm

koennten wir uns nicht darum bemuehen
einen andern begriff fuer das wort “netzkultur” zu etablieren. erstens
ist der begriff netzkultur schon sehr belastet und wenn man
beispielsweise den hans von uebermorgen fragen wuerde, dann so vermute
ich, wuerde er uns erklaehren koennen das “netzkunst” bereits in den
achzigern war und eigentlich heute schon “out of date” ist. vermutlich
wuerde er sogar sagen (und hans wiedersprich mir bitte falls ich dir
falsche dinge andichte) das netkunst tot ist. ich moechte so eine
behauptung auf den begriff “netzkultur” anwenden. ich finde netzkultur
schraenkt zu sehr ein, laesst quasi niemanden zu der nicht was mit
internet zu tun hat, oder sehe ich den begriff da falsch?

gut langer rede kurzer sind, das das wort “netz” (in kombination mit
“werk” als auch in dem titel des zusammenschlusses “netznetz” eh schon
oft genug vorkommt, koennten wir das nicht wenigstes das wort
“netzkultur” ersetzen durch sowas wie beispielsweise “digitale kultur”
“coded culture” oder vielleicht, wie ich mir von stephan kuerzlich
erklaehren lassen hab duerfen, durch so einen begriff wie “transversale
kultur” oder wie diese begriffe da heissen moegen

[netznetz.net] presstext FINAL: BEGRIFFSDEFFINITION “netzkultur”
|bin/sh Mon Sep 27 16:58:51 CEST 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:46 pm

DAS UNBEHAGEN IN DER NETZKULTUR: vor einigen Tagen habe ich – ausgelöst
durch ein massives retro-fieber – wieder mal den Tilman Baumgärtel
(”net.art”) in die Hand genommen. Der gibt dem Begriff des Netz-Werks
eine spannende Nuance: Werk im Sinne eines OUEvres. Also das Netz-Werk,
a bissl barock für meinen Geschmack, aber der Barock kommt ja wieder
zurück, im ganz grossen Stil (s. Neil Stephenson). Die Wahrheit ins
Netz-Werk setzen, das müsste man dem Heidegger in den Mund legen.

Bei Begriffsschöpfungen wie Coded Culture, DigiCulture, Cyber Culture
oder auch meinem eigenen “weicheren” Vorschlag der “Routed Culture” bin
ich darum ein wenig skeptisch, weil sich sowas wie Kultur nicht
bschliessen lässt, das ist dieser berühmte Prozess, von dem alle reden.
Drum Routed Culture, aber bevor ich mich da festlegen wollte, würde ich
doch noch gerne FE’s Paper zur “Hybridkultur: Phantasmagorie für
Betatester?” hören. Einfach zu meiner philosophischen Beruhigung :)

[netznetz.net] presstext FINAL: BEGRIFFSDEFFINITION “netzkultur”
Stefan Lutschinger Mon Sep 27 18:57:23 CEST 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:48 pm

wenn wir aber von hybriden praxen sprechen, sprechen wir auch von
hybridität zwischen “kommerziell” und “engagement”, zwischen
“unternehmerisch” und “ehrenamtlich”, zwischen “entlohnung” und
“reputation”und so weiter. zwangsläufig mitgedacht also.

mit dem reflex gegenüber unternehmerischen einheiten kommt man der sache
halt nicht näher. nämlich der eigenen hybriden sache.

[netznetz.net] Symposion
Thomas Thurner Die Sep 28 16:29:06 CEST 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:51 pm

netnetz.at.eitmp3.atnetbridge.atnetnetz.at.eitmp3.atnetbridge.atEn-gen das Internetmagazin von netbridge bringt in seiner Ausgabe am Do,
07. Oktober 2004 einen Bericht über die Vernetzungsinitiative
http://www.netnetz.at.
*Was ist netznetz?*
netznetz.net ist ein Prozess zur Sichtbarmachung der Netzkultivierenden
im elektronischen Raum Wien, Österreich und wwwweit darüber hinaus.
netznetz.net versucht die Protagonisten/innen, Aktivitäten und aktuellen
Strukturen des vernetzten/kollaborativen Arbeitens als Schnittstelle
abzubilden und als Katalysator zu unterstuetzen: in Form dieses Wikis,
Mailingsliste(n), durch Events, Treffen im Realraum und alle weitere
Verdichtungen des laufenden netznetz-Prozesses.

Im Rahmen der Sendung plauderen wir über die Ziele von netznetz, den
Beitrag von netbridge und die Wichtigkeit von Vernetzung im Zeitalter
des “Internetz”.

Wer: en-gen, das internetmagazin von netbridge
Wo: Radio Orange 94.0 Mhz UKW bzw 92.7 bei Telekabel oder online:
http://www.mp3.at/playlists/orange.m3u
Wann: Donnerstag 07. Oktober 2004 von 16:00-16:30
www: http://www.netbridge.at/radio.html
Fragen oder Anregungen an en-gen ? Wir sind nun auch unter
en-gen at orange.or.at erreichbar!

[netznetz.net] Info
Franz Kratzer Mit Okt 6 20:04:29 CEST 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:55 pm

viele köpfe denken besser als einer …

[netznetz.net] TISCHE!!!! woher????
Stefan Nussbaumer Fre Okt 8 13:44:03 CEST 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:57 pm

Liebe t0-Userin, lieber t0-User,

obwohl seit dem Jahr 2000 die finanzielle Situation von Public Netbase
immer schlechter geworden ist, haben wir in dieser Zeit stets versucht,
die Beeinträchtigungen der Online-Services so gering wie möglich zu halten.

Die angespannte Finanzlage macht es bereits seit der Hälfte des Jahres
unmöglich, Workshops und Veranstaltungen durchzuführen. Aufgrund der
aktuellen Entwicklung sind wir bis auf weiteres leider nicht mehr in der
Lage, den Bereich Technik und Support aufrecht zu erhalten. Davon
betroffen ist auch das Internet Service Providing.

Bedauerlicher Weise sind wir ab 1. November 2004 gezwungen, alle
Angebote in Bezug auf Mail- und Webhosting einzustellen. Ausführliche
Informationen gibt es dazu unter http://support.t0.or.at/

Es ist Aufgabe der Politik, Rahmenbedingungen für eine kritische und
partizipative Medienkultur zu garantieren. Die kulturfeindliche Haltung
der schwarz-blauen Bundesregierung hat Public Netbase in diesem Jahr
endgültig an den Rand der Existenz gedrängt. Das Weiterbestehen der
Netzkultur-Plattform hängt davon ab, ob sich gemeinsam mit der Stadt
Wien in unmittelbarer Zukunft eine Lösung finden lässt.

Bis zuletzt haben wir gehofft, diesen schwerwiegenden Schritt nicht
setzen zu müssen. Auch wenn der t0-Support eigentlich nicht mehr
fortgesetzt werden kann, haben sich Melina, Ivan und Stefan bereit
erklärt, in den nächsten Tagen für technische Rückfragen zur Verfügung
zu stehen (Montag, Mittwoch, Freitag 10.00 – 15.00 Uhr;
mailto:support at t0.or.at).

Wir bitte alle, die auch nach dem 1. November von uns Informationen
erhalten wollen, sich mit ihren neuen Mail-Adressen auf der Info-Liste
einzutragen.

http://lists.t0.or.at/wwsympa.fcgi/subrequest/info-list

Wir ersuchen um euer Verständnis und würden uns freuen, wenn
ihr Public Netbase im Einsatz für eine unabhängige Medienpraxis an der
Schnittstelle von Kunst und Gesellschaft auch weiterhin unterstützt.

Mit den besten Grüßen,

das Public Netbase-Team

From: Martin Wassermair
Subject: [Analle-list] Finanzlage erzwingt Ende des Internet Service Providing
Fri, 8 Oct 2004 13:58:58 +0200

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 6:59 pm

das ist die billigste form von populistischer politik -
dort abdrehen wo die kleinen leute schreien werden
weils weh tut – nur tuts wirklich weh weil sicherlich
eigenige ihr zeugs dort haben und das extrem muehsam
und aufwaendig wird… das ist jetzt echt primitiv, unterste
schublade! mir wirds mit die 218.000euro-netbase/t0 zu
abgefuckt, i schau mir diesen local streetfight nimma an
und fahr nach st. moritz auf kosten meiner eltern jet-setten,
malen und die ausstellungen in graz und malmoe vor-
bereiten,

sers.

hans bernhard
ubermorgen – etoy

–> http://sellthevote.com
Free people vote for global democrazy.

[netznetz.net] auweh netbase auweh.
hans bernhard Sam Okt 9 11:35:18 CEST 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 7:00 pm

humberto maturana
in seinen worten: “truth and falsity exist only in a referential
domain defined by an observer.” .. was auch gleich “eine bessere
antwort” dir zurueckwirft als “deine bessere antwort”.

[netznetz.net] preview?
sebastian sauer Mon Okt 11 11:46:18 CEST 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 7:02 pm

Mon 11 Oct 2004 14:29, Stefan Lutschinger wrote:
> wir sind uns doch darüber einig, dass es unterschiedliche theorien zur
> wahrheit gibt
wahr.haftig, gibt es sie. wahr.scheinlich weil alles&nichts eine theorie
sein kann. + wahr.heitsfindend wird dann veri-falsi-fiziert die [un]truth.

[netznetz.net] preview?
sebastian sauer Die Okt 12 10:20:25 CEST 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 7:03 pm

um bei der kritik seitens von Carnap zu bleiben: metaphysik ist ausdruck
eines lebensgefuehls, was aber die kunst besser leisten kann. “Metaphysiker
sind Musiker ohne musikalische Fähigkeit” (Carnap)

[netznetz.net] heideggers nichts, das schon mal selbst nichtet
FER Die Okt 12 22:07:19 CEST 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 7:04 pm

das war: reality bites.

dacht die meute,
nur heute
gibt’s die fette beute:
ne’n teppich.
depp ich,

der so beschraenkt ist & netz².net fuerchterlich laecherlich findet.

[netznetz.net] heideggers nichts, das schon mal selbst nichtet
sebastian sauer Mit Okt 13 12:23:52 CEST 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 7:05 pm

gab teppich-plaetze bis zuletzt
ich wuesste nicht, wo sich wer fetzt

und wenn ich nicht am teppich bin
setz ich mich halt woanders hin.

und wenn ich nicht aufs Sitzen steh
kann s sein, dass ich zum labor geh

oder ich bleib gleich zu hause,
statt kennenlernen: sendepause.

vor beschraenkung nimm dich bloss in acht
bei netznetz gilt: wer macht, der macht.

>;e)

[netznetz.net] heideggers nichts, das schon mal selbst dichtet
eSeL Mit Okt 13 13:06:35 CEST 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 7:11 pm

netznetz.net wird NIE (!!!) ueber die entsprechende diskurshoheit
verfuegen, um laengst eingefuehrte begriffe ´aus den angeln zu heben´. egal
ob mensch die bezeichnung ´netznetz.net´ als urdeppat oder urleiwand
findet, ´netznetz.net´ ist in soziologischer definition NETZKULTUR, ist
SEKTOR3/KUKLTUR und ist eine form von ZIVILGESELLSCHAFT (egal wie
historisch unterschiedlich – ehemaliger ostblock – und ideologisch
unterschiedlich dieser begriff verstanden wurde und wird.)

kurzum: netznetz.net wird diese begrifflichkeiten weder abschaffen noch
ersetzen koennen.

[netznetz.net] sektor3/kultur
FER Son Okt 31 21:41:45 CET 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 8:05 pm

gkultur.at).als quasi reaktion auf schwarz/blau hat sich 1999/2000 ein netzwerk
> formiert, dessen protagonist/innen aus dem ´polit-kunst-feld´ stammen. vom
> 31. maerz bis zum 2. april 2000 fand im wuk eine konferenz unter dem titel
> “sektor3/kultur. Widerstand, Kulturarbeit, Zivilgesellschaft” statt, die
> von IG kultur oesterreich organisiert wurde. unter dem selben titel
> erschien eine publikation, herausgegeben von Gerald Raunig (nachzufragen
> bei //wwwigkultur.at).

On Sun, 31 Oct 2004, FER, netznetz

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 8:18 pm

das netznetz nicht ueber die diskushoheit verfuegt da bin ich stolz drauf.
da fuehl ich mich wohl. denn wenn es in diese richtung geht bin ich
sicher nicht mehr dabei. denn ich will meine sachen und ideen real umsetzen,
und nicht meine ideen an foerderprogrammen anpassen, oder solange
rumkonstruieren bis die idee wo reinpasst.

ist aber auch wurscht eigentlich. ich mag diese art von konstrukten
einfach persoenlich nicht. weil sie jede kreativitaet laehmen.
und netznetz nach meiner auffassung nach bis jetzt nicht dem
SEKTOR3/KULTUR unterzuordnen ist! – ueber den begriff der
ZIVILGESELLSCHAFT laesst sich reden, obwohl es schon fast dem
militaerischen ausnahmezustand nahe kommt denn so manche kunstrukte
erzeugten.

[netznetz.net] sektor3/kultur
Franz XAVER Mit Nov 3 15:25:06 CET 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 8:19 pm

mit dem 3. sektor – auch: der tertiaere sektor – ist jenes ensemble
warenfoermiger dienstleistung zu verstehen, der sich in den letzten drei
jahrzehnten rasant
entwickelt hat. ein 3. sektor also neben dem 1. sektor (land- und
forstwirtschaft, bergbau) und dem 2. sektor (gewerbe, industrie).

die sogenannte Creative Industries, eine neoliberale konstruktion, muss
auch dem 3. sektor zugezaehlt werden.

als eine antwort darauf ist ´sektor3/kultur´ als kampfbegriff zu verstehen,
der im zivilgesellschaftlichen sektor der gesamtgesellschaft verortet ist.

der begriff 3. sektor stammt aus der wirtschaftswissenschaft
und hat in der ´horizontalen gliederung der wirtschaft´ seinen festen
platz.

[netznetz.net] sektor3/kultur
FER Don Nov 4 01:03:30 CET 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 8:21 pm

wie letzthin schon angemerkt: es gibt keinen sozialen zusammenhang ohne
macht-aspekt. aber es gibt schon diverse varianten, wie eine gemeinschaft
damit umgeht.

Re: [netznetz.net] KEIN PASSWORTSCHUTZ FÜR OFFENE NETZWERKE
FER f.e.r at sil.at
Mit Nov 10 00:56:48 CET 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 8:57 pm

gerade
weil es niemenden gibt, der ´die wahrheit´ verkuenden kann, jede ´rede´
ihre ´gegenrede´ hat, bleibt ein gesellschaftlicher zusammenhang
dynamisch-komplex und am laufen.

mit relativierung von allem und jedem hat das nix zu tun. menschen koennen
sich schon darueber einigen, weshalb sie bestimmten sichtweisen eher
zusprechen wollen, bzw. welche sie schlichtweg ablehnen.

[netznetz.net] wartung – reloaded
FER f.e.r at sil.at
Die Dez 14 14:18:26 CET 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 9:39 pm

kanonmedia said:
>>> “vernetzungskunst”
> sieg dem neolieberalismus! wie huebsch, die notwendigkeit, in zeiten
> steigender rezession und sozialem druck enger zusammenruecken zu muessen,
> nun bereits als kunst zu bezeichnen, anstelle eine innovative
> foerderausrichtung auf technologisch adaequate budgethoehen zu vertreten.
> [...]
> opportun sei die welt, ja das wollen wir!

Es kommt halt immer auf den Blickwinkel an. Würde alles beim Alten
bleiben, und die Förderungen bloß so weitervergeben werden, wie sie gerade
eben halt vergeben werden, würd’ nie genug Geld da sein. Wenn nix anders
werden soll, dann ist’s am besten – Strukturen und Förderlandschaft gleich
lassen, ein bissl versuchen, dass den Alten die Inflation abgegolten wird,
und das die Neuen (Stichwort: Erweiterung des Kunstbegriffs) auch noch zu
ein bissl Geld dazubekommen.
Bloß hat sich ja bereits was verändert: Dem neoliberalen Druck (der im
Übrigen weit über den Kunststektor hinaus für alle spürbar ist) folgen
eben neue Formen der Kollaboration (veränderte Solidaritätsapparate,
alternative Eigenentwürfe des Wirtschaftens, soziale Netze auf Armlänge,
…). Ich sehe einen komplett anderen Umgang mit dem zweifellos
vorhandenen neoliberalen Druck. Ein Alternativentwurf – genauso politisch
und genauso relevant, wie die klassischen Mittel der politischen
GegnerInnenschaft. Aus dieser Sicht heraus ist die Veränderung eines
Fördersystems (so wie es hier gerade getan wird), sehr konkrete Arbeit
gegen den neoliberalen Strom. Halt von einer anderen Warte aus. Gerade
deshalb ist’s ja nicht opportun – im Gegenteil – es ist ziemlich schwer
die überkommen Muster (der Forderung, Aggitation, des Drucks, der
GegenerInnenschaft) einmal nicht zu wiederholen, sondern mal neu
anzusetzen.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Die Apr 19 13:03:07 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.05.06 @ 5:43 pm

In Deinem Mail kam sehr oft das Wort “Prozesse” vor, das in der
Soziologie scheinbar völlig anders verwendet wird, als in der Technik.

Christoph Gruber grisu at guru.at
Mit Apr 27 08:35:21 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 10:37 am

im soziologischen zusammenhang, d.h. in komplex-dynamischen systemen
sind prozesse in der regel als ´selbstorganisierende/selbsterzeugende´ zu
verstehen. stichwort: autopoiesis. im bereich technischer systeme –
stichwort: allopoiesis – gibt es zwar auch sehr komplexe zusammenhaenge,
lassen sich aber im hinblick auf komplexitaet keinesfalls mit sozialen
systemen vergleichen. triviale>

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 10:37 am

wenn das foerdersystem so bleibt wie jetzt, dann gibts nicht mal blut.

wir arbeiten hier wahrscheinlich ueber die naechsten 2 jahre an diesem
system. es wird staendig ausgebaut, verbessert, angepasst, veraendert
werden. das ist selbstverstaendlich. der komplexitaet derlei sozialer
prozesse bin ich mir bewusst. und des massiven pessimismus auch… was
ja auch geschichtlich kein wunder ist.
ich finde es jedenfalls sinnvoller zu versuchen ein funktionierendes
system mitzuentwickeln, als vor lauter szene- und antiszene-angst gleich
die finger davon zu lassen.

und was den rest betrifft: transzendenzgeile linke, nein danke.

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Don Apr 28 08:59:19 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 10:38 am

* jugendlichen konsumverwoehnten neolieberalen egalitaeten
* jungambitionierten (…) eroberung von maerkten eine karriererolle
* Trivitalitaet (…) hoher soziale Inkompetenz

Das deckt für mich dann auch die folgenden durchaus diskutierenswerten
Argumente über Förderhöhe und Verteilung völlig zu.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Don Apr 28 13:37:24 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 10:45 am

Und es stimmt, der (hier immer wieder
- auch von mir – proklamierte) Aufbruch in neue soziokulturelle Versuche
wird dann zur leeren Hülle, wenn die Motive nicht klar liegen. Zu dieser
Erklärarbeit, gehört wohl auch die “Widerrede gegen Hegemonien div. art”.

Und an unvermuteter Stelle taucht sie auch auf – diese Widerrede. Bloß sind
“Hegemonien div art” in unserem Fall nicht am gewohnten Platz postiert ist
(bin jetzt echt froh darüber das FER diese “div. art” eingeführt hat). Sie
stehen nicht im Rathaus, sie stehen nicht in der Verwaltung – sie stehen
im eigenen Feld. Und die Unterscheidungslinien (im Guerillatalk: Fronten
des Sprechaktes) laufen quer durch’s eigene Feld. Und da ist es dann nicht
so ganz einfach klar die Widerrede anzubringen. Und wenn man es dann auch
nicht einfach auf ein Match zwischen Netznetz und Netbase
herunterbanalisieren möchte, wird’s noch ein bissl schwerer den “Kampf um
Öffentlichkeiten = Diskurshoheit” zu führen, geschweige denn zu gewinnen.

Ja, ich sehe es auch, dass diese Widerrede gegen die Hegemonien im eigenen
Feld getan werden muß – mir greift es aber zu kurz dass über das Vehikel
Fördersystem abzuwickeln. Deshalb eine Fragenliste: Was wären geeignete
Foren dieser Widerrede? Ist der “Krieg als Sprechakt” immer eine Abriß-
birne, oder gibts da auch die Umbauvariante?

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Fre Apr 29 10:33:25 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 10:50 am

´die kultur´ ist eine leerer signifikant, der von verschiedenen
interessensgruppen in der gesellschaft permanent umkaempft ist, mit dem
anspruch, diesen signifikanten zu fuellen – sprich: kulturkampf.

FER f.e.r at sil.at
Sam Jun 4 00:08:07 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 3:31 pm

als kunstprojekte (!!!) – als sog. ´institutionskritische kunst´ usw. – ist
das alles eine super sache. weil aber ´die kunst´ nur ueber das
verstaendnis, dass es sich dabei um ein soziales funktionssystem handelt,
fassbar wird, gehen diese URalten techno-libertaeren phantasmen vollends an
der sozialen wirklichkeit vorbei.

Can´t go anywhere,
Don´t know where we should go,
without knowing where we´re from.

THE BIG O (manga-comix)

FER f.e.r at sil.at
Die Jun 14 21:36:08 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 3:46 pm

erlaubt mir eine knappe anregung: die ´gesellschaftliche effizienz´ stellt
im betreffenden sozialen zusammenhang einen hoeheren wert dar als die eher
nur `symbolische effizienz´, wie sie beim kunst-machen entsteht. claro hat
das eine auch immer mit dem anderen zu tun – und vice versa. so kann
zweiteres dem ersten auch ganz nahe kommen. das kann dann im kunst-kontext
(= kunstkultur) eher oarsch sein, aber in einem netz-kultur-zusammenhang (=
soziokultur) einfach voll super.

mit kastl-denken hat das absolut nix zu tun. im kunst-kontext
(=kunstkultur) gelten schlichtweg andere spielregeln und mechanismen.

FER f.e.r at sil.at
Mon Jun 20 11:38:58 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 3:48 pm

ist dir beim lesen deiner zeilen schon einmal aufgefallen, was du da
eigentlich schreibst? du erklaerst mir/uns, dass du dir netzkultur-arbeit
als erstellung eines computerprogramms vorstellst, das die subventionskohle
- objektiv – verteilen soll. ist ja voll krank!

alle werkzeuge, die netzkulturen brauchen, gibt es schon und es wird daran
weiter gearbeitet. aber diesen ´wiener schas´ braucht echt niemand.

das alles ist freilich vollends kompatibel mit einer aktuellen politik
(siehe dazu – Helmut Wilke: Selbststilisierung und Selbstkonsternierung der
Politik in der Wissensgesellschaft. Zur Metabolik des Nichtwissens in der
Politik; Benteli, 2004)

>aber ich frage mich wie es vielleicht anderen geht, die hier vielleicht
>kommunizieren würden,
>und vielleicht keine lust haben sich von FERs wohl eher an die mitlesenden
>politikerInnen gerichteten rhetorischen scharmützeln
>niederballern zu lassen.

na gut, dass du es ansprichst. welches kranke hirn ist da ueberhaupt auf
die idee gekommen, rathauspolitiker/innen in die list zu nehmen. das ist ja
wohl einzigartig in der geschichte von netzkulturen – das kann nur in wien
passieren.

in einem 2000 von mir verfassten artikel hab ich geschrieben: “Die
Zivilgesellschaft sucht nicht den Konsens mit der Staatsmacht, etwa indem
diese im Falle sozialer Aufgaben aus der Pflicht entlassen wird, sondern
ist mit dieser nur verbunden durch die gründende Funktion des Konflikts”
(in: sektor3/kultur – Widerstand, Kulturarbeit, Zivilgesellschaft; IG
Kultur Österreich).

… nur verbunden durch die gründende Funktion des Konflikts !!!

mit dieser sichtweise stehe ich nicht nur nicht alleine da, sondern muss
dazu auch noch hervorheben, dass das auch fuer die rathauspolitik – JA!
auch fuer rot und gruen gilt.

du und dir gleichgesigesinnte bist/seid gut beraten, erstmal ueber
dein/euer selbstverstaendnis nachzudenken – ueber dein/euer ´bild in der
oeffentlichkeit´ -

eine netzkultur, deren subversivitaet einzig darin besteht, ein pudding zu
sein, der nicht an die wand zu nageln ist, ist volle scheisse !!!

ich kann sehr wohl differenzieren – das ist nicht mein generelles urteil.
aber gerade du Lorenz bist als gallionsfigur von netznet ein
reputationsanschlag.

was am ende bleiben wird – du hast als matchmaker zwischen dieser szene und
den rathausmenschen gut funktioniert, ein paar leute kommen an kohle – das
wars dann schon.

schlichtweg zu wenig fuer netzkultur. aber vielleicht vergammelst du auch
mal auf der letzten bank einer parlamentspartei.

und mit nachstehendem satz
>……………………
>weil ich mich weder Deinen spötteleien zB über homosexualität aussetzen
>noch ihnen ein Forum / Anlass bieten will.

bist du voll eingefahren. ich habe lediglich von “homoerotischen
geplaenkel” geschrieben – ohne bewertung. wie deinem satz zu entnehmen ist,
bist du der diskriminierer. ich pack´s nicht.

FER f.e.r at sil.at
Mit Jun 22 12:52:05 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 3:55 pm

Red Heat – Green Slime

In der Sonne der Stadt verkommen die ehemals Freien Medien Wiens zu kriechenden Grinsern. Ein Amalgam aus Intrigen, Interventionen und Interessenskonflikten vernichtet ihre Glaubwürdigkeit.

Seit dem Antritt der schwarzblauen Regierung Anfang dieses Jahrzehnts hat sich der Bund weitgehend aus der Förderung von Medien verabschiedet. Wurden die freien Radios vorher zwar nicht berauschend aber gesichert mit Mitteln bedacht, wird seither wenig vornehm auf Zuständigkeit der Länder und Städte verwiesen. Der seit eh und je angekündigte Umbau der antiquierten, von ihren Intentionen unverständlichen Presseförderung auf eine moderne allgemeine Medienförderung steht still. Jeder laute Gedanke über breitere Verteilung des Rundfunkgebührenkuchens bekommt Beton vom ORF. Wie immer. Neuerdings mit dem listigen Hinweis, dass bereits jetzt die Länder einen hohen Anteil der Gebühren stillschweigend in ihre Budgets fließen lassen. Und darüber nach Gutdünken verfügen können. Das ist wahr. Wie sieht also die Medienpolitik der Stadt Wien aus? Wie geht die Lokalpolitik mit der vom Bund zugeschobenen Verantwortung um?

Wer in Wien nach Steuerungs- und Subventionsinstrumenten für Medien fahndet, landet beim “Presseinformationsdienst” kurz PID, unterstellt Vizebürgermeisterin Laska. Warum? “Hohe Kompetenz”, lobt Jürgen Wutzlhofer, SPÖ und im Auftrag von Laska für Freie Medien zuständig, den PID. Und schlussfolgert, dass aus diesem Grund überhaupt die Abteilung Laska “durch Interesse und Engagement” die ideale Anlaufstelle für medienpolitische Agenden der Stadt wäre. Worin besteht nun diese Kompetenz?

“Förderungsstrategie für Medien ist nicht vorhanden”, moniert Marie Ringler, grüne Kultursprecherin. Der PID mache “eigentlich nur Inserate und Schaltungen”, dieses “Gießkannenprinzip” als Medienpolitik zu verkaufen “könne sie nicht verstehen”. Außerdem gäbe es immer wieder “Fälle der Einflussnahme auf Blattlinien”.

Besser wäre es, “qualitätsvolle Inhalte zu unterstützen” und diesen Mechanismus “objektiviert abzuwickeln”. In diesem Zusammenhang beantragten die Grünen kürzlich im Gemeinderat die Einrichtung eines “Medienvielfaltsfonds”, der diese Anforderungen erfüllen solle. Mit der Weiterbearbeitung wurde Kulturstadtrat Mailath-Pokorny beauftragt. “Chance hat das keine”, resigniert Ringler. Nicht viel hält auch Wutzlhofer von dieser Initiative. Er hätte lieber den “Umbau der Presseförderung auf Bundesebene” und stehe deshalb im “regen Kontakt mit dem SPÖ-Klub im Parlament”. Fragen muss man sich, warum Regierungen unter SPÖ-Beteiligung nicht analog zum Beschluss des Kabelrundfunk- und Privatradiogesetzes in den 90ern kluge Förderregeln mitbeschlossen haben?

Kontrollierte Unabhängigkeit

Zurück nach Wien ins „Kompetenzzentrum Medien” vulgo Abteilung Laska. Als “autoritär” bezeichnen manche die Strukturen und den Regierungssstil. Kontrolliert also die SPÖ von ihr abhängige Organisationen? Überprüfen lässt sich dies anhand zweier Beispiele: dem Verein ICE (Internet Center for Education), Träger für Initiativen wie netbridge oder Lehrerweb, und dem Verein WienXtra, verantwortlich für medienpädagogische Agendas wie Medienzentrum. Beide sind formal unabhängige Strukturen, die lediglich “im Auftrag der Stadt Wien” handeln. Sollte man meinen. Schliesslich unterliegt ihre konkrete Tätigkeit auch keinerlei Einblick des Gemeinderats, also auch der Opposition, wie dies bei der Verwaltung der Fall ist. Und ihre MitarbeiterInnen sind frei kündbar. Unterliegen also nicht dem Beamtendienstrecht, das einerseits Weisungsgebundenheit vorsieht.

Andererseits auch Schutz vor Willkür durch Rechte wie zum Beispiel “Kündbarkeit nur bei nachweisbaren Vergehen” oder Dokumentation kritischer Anmerkungen einer BeamtIn durch “Aktenvermerke” garantiert.
Beide Vereine haben der Vizebürgermeisterin ein Vorschlagsrecht für Leitungsorgane eingeräumt. Sprich, Grete Laska setzt die Vorstände ein. Mit wem genau? Mit Abgeordneten des Gemeinderats der eigenen Partei, also Sozialdemokraten. „PolitikerInnen haben das Recht auf ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen”, mauert Jürgen Wutzlhofer, der bei ICE und WienXtra Vorstand ist. “Problematisch” benennt Marie Ringler diese Praxis. Man könne “die Tätigkeit bei einem eindeutig stadtnahen Verein wie WienXtra nicht mit irgendeiner Vereinstätigkeit gleichsetzen”. Insider finden wesentlich ungeschminktere Worte. „Die Vorteile für die SPÖ liegen auf der Hand”, meint eine ungenannt bleibend wollende Mitarbeiterin einer WienXtra unterstellten Organisation. Der Verein habe “Lobbyisten und Entscheider in einer Person im Gemeinderat”, die die “Finanzierung unserer Arbeit garantieren”, im Gegenzug habe “Laska vollen Durchgriff auf alle wesentlichen Entscheidungen”. Eigentlich fühle sie sich wie eine “Beamtin zweiter Klasse”, “weisungsgebunden” aber “ohne Rechte, die über das Arbeitsrecht hinausgehen”. Wer hier nicht mitspielt, riskiert seinen Kragen: Jobverlust für Personen, Subventionsentzug für Organisationen sind die einfachen Mittel. Behauptete Abrechnungsfehler, also angebliche Inkompetenz – mit nachfolgender Rechnungsprüfung – die raffinierteren. Wer in diesem System überleben will, darf vor allem eines nicht: auffallen. Die Folge seien “Arschkriecherei” und “vorauseilender Gehorsam”, heißt es noch. Alles böswillige Unterstellung?

Verhallendes Echo der Selbstorganisation

Zur Erläuterung zwei Vorfälle der jüngeren Vergangenheit: die haarsträubenden Vorgänge rund um das “Mediencamp” im Jahr 2003. Und der “Fall Echo” 2004, der immerhin sogar zu Diskussionen im Gemeinderat führte.

Echo, “fast forward”: ein unabhängig gegründeter Verein erfindet für und mit Jugendlichen der zweiten Generation eine Zeitung. Gibt diese über Jahre heraus. Wird dafür mehrfach prämiert. Und von der MA13 gefördert. Dann im Herbst 2004 von der MA13 vor die Wahl gestellt: Angliederung an den ICE als Träger oder Subventionseinstellung. Echo weigert sich. Gerüchte wurden gestreut, dass die “Qualität von Echo nachgelassen hätte”. Wo KritikerInnen aus der Migrantenszene zustimmen. Man wolle “Echo reformieren”, schreibt Joco Holos, Leiter des Landesjugendreferats der MA13. Wo dieselben KritikerInnen sich erschrocken wundern, weil eine Reform durchs Magistrat war mit ihrer Kritik nicht gemeint gewesen. Echo weigert sich weiter, und verliert die Subvention. Echo lebt heute von Spenden. Hat ein Subventionsgeber überhaupt das Recht, an einen unabhängigen Verein solche Forderungen zu stellen? In der Abteilung Laska anscheinend schon.

Mediencamp: seit 2001 formiert sich eine Achse aus nicht-kommerziellen Medieninitiativen unter dem Label „CMCV – Community Cluster Vienna”. Teils innerhalb der medienpädagogischen Aktivitäten der Abteilung Laska. Teils eher unabhängig von der Stadt und in verschiedensten Bereich von Medien, Medienkultur und Medienbildung tätig. Ziele unter anderen: Erhaltung des ins Trudeln geratenen freien Radios “Orange 94.0″. Umsetzung und breite Trägerschaft für das angekündigte “Community-TV Wien”, das die Initiative als nicht-kommerzielles Stadtfernsehen unter Beteiligung selbstorganisierter ProgrammmacherInnen-Communities zu etablieren hoffte, das aber nach viel versprechenden Erstgesprächen im Rathaus bald nur noch auf Hinhaltetaktik traf. Es ging den CMCV-Beteiligten um Networking, Clustering, Lobbying. Keineswegs ein unproblematischer Prozess, von unterschiedlichen Partikularinteressen geprägt, die nur mit Mühe laufend ausgeglichen werden konnten. Und vom Hörensagen her mit Argusaugen vom Büro der Stadträtin Laska beobachtet. Warum?

“Politisches Handeln unter Beteiligung der Vizebürgermeisterin unterstellter Projekte und Personen wird nicht gern gesehen”, vermutet einer der damals Beteiligten, der ungenannt bleiben will. Die dafür notwendigen laufenden Kontakte mit dem politischen Gegner, also die im Rahmen der rot-grünen Kooperationsprojekte mitzuständigen Grünen, wohl noch weniger. Ein Anlass musste gefunden werden. Als die ProponentInnen des CMCV im April 2003 den Träger für das Community-TV gründeten, übrigens in Abstimmung mit PID, SPÖ-Klub im Rathaus und den Grünen, schien dieser Anlass gekommen. Laska riss die alleinige Zuständigkeit an sich. Einschneidende Veränderungen folgten. Hastig wurde ein Medienkoordinator Franz Burda eingesetzt, die bei stadtnahen Organisationen tätigen Personen mussten aus dem TV-Träger austreten, die gleichzeitig abgeschlossenen Verhandlungen mit Orange wurden gestoppt. Gerüchte wurden gestreut, von “Nichtabsprache” beim Community-TV und “Projekt-Abrechnungsfehlern” bei Orange, also Inkompetenz, war die Rede.

Als die Mutigeren der Betroffenen aus Protest gegen diese Vorgänge über den Sommer 2003 hin das Mediencamp am Karlsplatz durchführten, eine symbolische Besetzung des öffentlichen Raums, wurden Public Netbase alle Projektkooperationen mit der MA13 gestrichen. Das mit dem Mediencamp sympathisierende Projekt netbridge wurde dem ICE angegliedert, nachdem dessen Leiter mit Hinauswurf wegen “Abrechnungsfehlern” bedroht wurde. Weblinks auf das Mediencamp mussten entfernt werden. Changemanagement nennt sich dies neudeutsch. Der Medienkoordinator wurde inzwischen wieder abberufen. Wegen “Inkompetenz”, wie es hinter vorgehaltener Hand aus dem Rathaus heißt.

Nach dem Aufräumen

Heute. “Gab es politische Einflussnahmen auf Dich als Leiterin des Medienzentrums?”, frage ich Barbara Eppensteiner, jetzt Programmchefin des Community-TV. “Ja, die habe es gegeben”, gibt sie zu. Immerhin wurde zum Beispiel dem Medienzentrum der Austritt aus dem CMCV “empfohlen” oder die Teilnahme an Podiumsdiskussionen in der Public Netbase verboten. “Aus Gründen der Nichtaktualität”, begründet kryptisch Jürgen Wutzlhofer. Wie steht es nun mit dem Community-TV? „Der SPÖ-Regierung sei es zu verdanken”, dass dieses Projekt mit “mehreren Millionen Euro gefördert” ist, jubelt wieder Wutzlhofer.

Eigentlich seien “das doch rot-grüne Projekte”, mosert Marie Ringler. Und verweist auf Christoph Chorherr, der zuständig sei. Gerüchteweise gibt es innerhalb des grünen Klubs Kritik an ihm wegen SPÖ-Vereinnahmung der von ihm betreuten Projekte. 2004 wurde Chorherr als Klubchef abgewählt. Chorherr ist für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Was ist geschehen? Nachdem breite Trägerschaft aus der Szene von Laska abgestellt worden war, besetzte die Stadt im Dezember 2003 selbst einen neuen Vorstand für das Projekt. Unter heftigem Tauziehen zwischen dem SPÖ-Klub, Laska und den Grünen, wie sich eine Mitarbeiterin der SPÖ erinnert. Im Mai 2004 proklamierte Thomas Bauer, Publizistikprofessor und Vorsitzender des Trägervereins, “Unabhängigkeit” und “sorgfältige Ausschreibung der Leitung” des Projekts. Gespräche wurden außer mit der Stadt mit niemandem geführt. Auch nicht mit dem achtköpfigen Team der Machbarkeits-Studie, auf die sich der Trägerverein bis heute gerne beruft. Zu unrecht, wie es scheint. Intention der Studie: Transparenz. Kommunikation. Keine Parteipolitik in einem freien Medienbetrieb. Möglichst breite Verankerung in der Szene, um dies zu garantieren. Warum ließ man sich das umfangreiche Paper nie erklären?

“Thomas Bauer hat mich wegen jeder kleinsten Kleinigkeit kontaktiert”, erzählt dafür Wutzlhofer. “Politisch sensibel” habe er gehandelt, sagt Bauer dazu. Was als erster Prüfstein in der Einschätzung des Trägervereins anzusehen war, die Ausschreibung (mit der nachfolgenden Bestellung des bereits bei Radio Orange als Stadt-Vertrauensperson agierenden Christian Jungwirth als Geschäftsführer, Barbara Eppensteiner als Programmintendanz), geriet im Herbst 2004 zu einer Farce. Juliane Alton, IG-Kultur Vorarlberg und vorher langjährig in Wien tätig, beschreibt dies in der Zeitschrift “Kulturrisse” so: Jungwirth sei “unmittelbar vor der Ausschreibung aus dem Vorstand zurückgetreten, um nicht gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen sich selbst bestellen zu müssen”, Eppensteiner “habe sich gar nicht beworben”, Jürgen Wutzlhofer, der mit Veto-Recht an der Bestellung der Geschäftsführung teilgenommen hat, “habe seine Vorstellungen massiv artikuliert”. Seine Mitarbeiterin wurde bestellt. Teilnehmer der Ausschreibung protestierten. Pikantes Detail: Eppensteiner hat ein Rückkehrrecht nach WienXtra. Genaue Position offen. Ob dies nicht ein Interessenskonflikt bei einem vorgeblich freien Medienbetreiber sei? Ihr vorhergehender Chef Wutzlhofer, als politischer Vertreter in ihrem gegenwärtigen Projekt tätig, wieder ihr zukünftiger Chef? Sie dachte, sie habe “mehr Handlungsspielraum”, so Eppensteiner. “Wir haben ein supa Verhältnis zur Abteilung Laska”, sagt Christian Jungwirth. Das sei ihm geglaubt.

Und Radio Orange? “Orange zieht mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Standort des Community-TV”, heißt es informell aus dem Vorstand des Herausgebervereins (HGV). Der liegt im 14. Gemeindebezirk, ein Industriekomplex in einem Wohngebiet. Also am Stadtrand. Und Wahlbezirk von, dreimal dürfen Sie raten, Jürgen Wutzlhofer. Zufall? Es gilt die Unschuldsvermutung. “Wir sehen das als dezentrale Stadtentwicklung”, erklärt Christian Jungwirth, auch im Vorstand des HGVs von Radio Orange. Selbst die offiziell dezentralen Stadtentwicklungsgebiete von Wien sind woanders. Medien an der Peripherie?

Kritik gibt es an den Multifunktionen von Jungwirth. Man habe “Jungwirth nahegelegt, wegen Interessenskonflikten seine Tätigkeit bei Orange zurückzulegen”, formuliert ein ungenannt bleiben wollendes Mitglied des HGV. “Ich will noch viel umsetzen”, so Jungwirth. Was wohl? Um die gestoppten Verhandlungen mit der Stadt wieder in Gang zu bekommen, wurde die im Sommer 2003 von Laska verordnete Wirtschaftsprüfung akzeptiert, im Herbst der HGV umgebaut. Mit Michael Kofler wurde ein ehemaliger Laska-Mann an Bord geholt. Als ehemaliger stellvertretender Leiter des Laju-Landesjungendreferats ist er laut eigener Aussage für das “Synergie-Konzept” verantwortlich, welches 2003 netbridge und 2004 Echo den Kopf kostete. Und verließ die Abteilung, weil er gerne selber Medienkoordinator anstelle Franz Burdas geworden wäre. Und ist heute als freier Consulter weiter für die Stadt tätig. “Im Vorstand des HGV geben Christian Jungwirth und Michael Kofler den Ton an”, meint ein Mitglied des HGV. Die Verhandlungen von Radio Orange mit der Abteilung Laska konnten heuer erfolgreich abgeschlossen werden.

Medienfreiheit?

Zwischenfrage: Wissen Sie, was eine NGO ist? Zum Beispiel wenn das Innenministerium nicht den Vorstand von Amnesty einsetzt. Und Beamte nicht in dessen Leitung. So einfach ist das. Wenn es anders wäre, würden Sie dem nächsten Folterbericht von Amnesty Glauben schenken? Non-governmental eben. Sollten gerade freie Medien nicht “irgendwie” sondern “genau” so sein? Zweifellos. Beim Community-TV ist das anders. Und “rechtens”, verkündete Thomas Bauer im November 2004 anlässlich der Pressekonferenz über das Ausschreibungsergebnis. Vom “Kriechen und Grinsen” in “dreckigen Kulissen” schrieb Falter-Chef Armin Thurnher, der ebenso wie Bauer im Vorstand des neuen Senders sitzt, zeitgleich in einem Artikel über unsere Medienbananenrepublik. Hat er damit sich selbst gemeint?

Zornig sind viele auf die Stadt-Grünen. “Unseriös”, “reingelegt” bis “belogen” sind Worte, die fallen. Die rot-grünen Projekte Kapitel „Kultur & Medien” seien ein “Fiasko”. „Unhaltbare Versprechungen” ohne “haltbare Akkordierungen” seinen das gewesen. Wieso? Konkrete Medienprojekte wie “Orange” oder Community-TV – das übrigens schon vorher eine langjährige Forderung der Szene war – eignen sich denkbar schlecht für den Hickhack zwischen den Rathausparteien, die wechselweise bei Kooperationen politische Erfolge einstreichen wollen. Nur: Im Ergebnis kann es der Bevölkerung wurscht sein, ob “rote” Fahrräder durch die Stadt flitzen oder “grüne” Holzschnitzelkraftwerke die Emissionen verringern. Hauptsache, sie tun es. Allein schon der Geruch, mit politisch eingefärbten elektronischen Medien in der Stadt senden zu wollen, hat diesen Projekten enorm geschadet, ist niemandem wurscht und eine Themenverfehlung der politischen Kaste dieser Stadt.

Besser wäre es gewesen, die Stadtpolitik hätte sich alleinig auf sinnvolle, funktionierende Rahmenbedingungen der Finanzierung konzentriert. Und den Szenen dieser Stadt überlassen, was sie daraus macht. Die längst bewiesen haben, das sie das können, wenn die Chance besteht. So etwas nennt sich Medienpolitik, ist aber leider nicht vorhanden. Stattdessen erleben wir eine Renaissance der ORF- Proporzpolitik der 60er in veränderten Dimensionen: Während die ÖVP den ORF einschwärzt, versucht die solcherart unter Zugzwang gebrachte SP in ihrem Hoheitsgebiet zumindest ein kleines Stadt-TV zu kontrollieren.

Wiedererweckt wurden diese Ungeister nicht zuletzt von den Grünen, die als erste versuchten, Medien selbst und nicht Ordnungspolitik derselben – also Medienpolitik – auf ihre Fahnen zu kleben, freie Szene für grüne Oppositionspolitik zu instrumentalisieren. Um dann in tiefer Deckung zuzusehen, wie im “Backlash” der Kontrollwahn der Stadtregierung Interventionshumbug durchsetzt. Und erst dann Ordnungspolitik nachreichen, wenn es dafür längst zu spät ist. Braucht es ein “Freie Medien-Stadtvolksbegehren” analog zum bundesweiten ORF-Volksbegehren Anfang der 70er?

Im Herbst soll das Community-TV in Wien starten. “Wir haben in Wien eine Referenz für ganz Österreich geschaffen”, freut sich Jürgen Wutzlhofer. „Mit Wien wollen wir eigentlich nichts zu tun haben”, sieht dies Georg Ritter, Mitgründer der Stadtwerkstatt Linz und Mitinitiator von Radio Fro, wenig enthusiastisch. Die Wiener Entwicklung “beweise nur, was passiert, wenn man die Politik hereinlasse”. Die habe man “in Linz draußen gehalten”. Rezept: “Freie, breite Trägerschaften”. Und “Glaubwürdigkeit”.

Alf Altendorf war Mitautor einer Machbarkeitsstudie zum Community-TV, nachher in CMCV und Mediencamp aktiv. An der Ausschreibung der Leitungsfunktionen des TVs hat er im Rahmen einer Teambewerbung teilgenommen.

Links:
Echo
Community-TV Am 16.6. ist dort übrigens ein Open House angesetzt.
Orange
Kulturrisse

Malmoe; online seit 14.06.2005 12:04:40 (Printausgabe 27)
autorIn und feedback : alf altendorf

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 4:33 pm

> kein geld fuer netznetler/innen, sondern GELD FUER EINE
> SPOE-WAHLVERANSTALTUNG. und nur die ueblich verdaechtigen werde dabei
> abcashen und hoffen, dass sich die schweigende mehrheit als
> deko/publikum einfinden wird, um sich eSeLs-ohren aufsetzen zu lassen.

(bitte lesen, mit dem kopf nicken und dann entrüstet “stimmt” sagen –
sich dabei an der hand halten und bekräftigend drücken – wer will, darf
mit den tränen kämpfen – dann schlucken und ohnmächtig fühlen – im
oktober bzö wählen (proteststimme) – und vielleicht kurz über aktuelle
strategien der reputationsvergabe auf dieser liste nachdenken.)

heute schon gemehrheitet worden?
oder schon verdächtig üblich?

Wer “Kunst” sagt muss auch “uns” sagen!

esel
(grau, nicht schwarzweiss)

ps. ist bassena eigentlich auch ein fremdwort?

eSeL esel at esel.at
Die Jul 5 00:16:08 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 4:35 pm

liebe schleimer,

es ist schlichtweg nicht mehr zu ertragen wie ihr eine dermassen
durchnässte schleimspur in wien hinterlässt, die uns (netznetz-
mittragende) im internationalen vergleich
einfach als lächerliche polit-äffchen darstellt.

deshalb unser vorschlag für die nächste ausstellung (in hinblick auf
ARS 2005)

schleimt und lebt in wien!
wer i sagt muss auch a sagen…

best,

mastro & bine

PS: bitte sich nur mit fremdwörtner über unser mailing aufregen. DANKE !

—//–machfeld–//— contact at machfeld.net
Mon Jul 4 15:12:34 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 4:36 pm

medialounge.netaec.ataec.atJeweils der 1. Absatz der folgenden Texte ->

*Mark Dery, The Selfishness Gene. Neoliberalism. It not just a good
idea, it’s the law*
http://www.medialounge.net/lounge/workspace/nettime/DOCS/zkp5/pdf/markets.pdf

*Richard Barbrook, A Memesis Critique*
http://www.aec.at/meme/symp/panel/msg00003.html

*Herbert Hrachovec, Re: A Memesis Critique*
http://www.aec.at/meme/symp/panel/msg00004.html

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Mon Aug 8 09:27:42 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:20 pm

in unseren demokratien westlichen zuschnitts schliesst üblicherweise die
emanzipierte ZIVILGESELLSCHAFT (mit ihren organisationen) den gap zwischen
bürgern und gewählten politischen repräsentantinnen.

als aktuelles beispiel vgl. die causa EKH (ernst kirchweger haus):

während es diesem anarchistischen haufen nach notwenigen lernprozessen
gelingt, sich der werkzeuge – ja: waffen (!) – der zivilgesellschaft zu
bedienen (etwa der der medien, aber auch der öffentlichen debatte und des
politischen aktivismus), um ihre forderungen nach dem erhalt ihres zentrums
politisch durchzusetzen, ist netznetz in seiner gegenwärtigen verfassung
nicht einmal dazu imstande, sich dort zu einem treffen zu verabreden.
geschweige denn, eine gemeinsame unterstützungserklärung zu formulieren.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Mon Aug 29 16:17:44 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 1:03 pm

die MA7 gehört NICHT zur Community.

Ist aber einerseits (zumindest in einige hier kommunizierte Varianten
des Systems) so eingebunden, als ob sie dazugehörte.

Andererseits rangiert in mancher Hinsicht des Systems die Community als
Appendix der MA7.

Von diesem „Spiel“ rede ich…

Und davon, dass diese Zusammenhänge – offenbar, weil spieltheoretisch
nicht klärbar – in der Diskussion weitgehend negiert werden.

Helga Köcher helga.koecher at chello.at
Son Aug 28 20:58:12 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 1:04 pm

>
wer billige wahlwerbung fuer die hegemonie macht/schreibt, kann noch so
viel energie in die organisation von ´einem symposium´ stecken – aber
wer
wird das noch ´ernst nehmen´ koennen?
>

Klar, dieses Symposium ist ein potentielles Risiko, ich habe meine
KollegInnen auch darauf hingewiesen. Keine g’mahte Wiesn, wenn wir die
Sache nüchtern betrachten.

Leider gibt es dazu keine echte Alternative, wenn wir nicht wollen,
dass die Entscheidungen “im stillen Kämmerlein” von diversen ‘Experten’
über unsere Köpfe hinweg getroffen werden.

Darum werden Leo und ich dieses Symposium und den Depot-Termin
vorbereiten.

Ich folge meinem Vorbild André Glucksmann; jenem Vertreter der Neuen
Philosophen aus Frankreich, der sich nicht davor scheut, hinter
feindliche Linien vorzudringen.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Mit Nov 2 12:35:02 CET 2005 in Antwort an F.E. Rakuschan

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 1:45 pm

jeder soziale zusammenhang
verfügt über einen binären code, der die kopplung interner und externer
referenzen reguliert, und lässt sich so auch unter dem aspekt von ´property
rights´ diskutieren. jede transaktion erfordert Beteiligte, die etwas haben
(Geld oder Waren) und etwas anderes nicht (Waren oder Geld). kein system
könnte funktionieren, wenn es das Haben sich selbst und das Nichthaben
seiner umwelt zuordnen würde.

und genau unter diesem aspekt muss die situation zwischen netznet und der
stadt wien gesehen werden.

FER f.e.r at sil.at
Don Nov 3 13:31:13 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 1:48 pm

mir scheint der grad der politischen ideologischen konfusion ist recht
hoch. bevor ihr euch noch mehr in schwierigkeiten bringt empfehle
ich die lektuere des texts ‘the tyranny of structurelessness’ von jo
freeman
http://flag.blackened.net/revolt/hist_texts/structurelessness.html

Und wers noch nicht kennt, denen ist auch mit ‘Die kalifornische
Ideologie’ von Richard Barbrook und Andy Cameron recht gut
geholfen. Nur so zum Thema Netzideologie und Neoliberalismus

Armin Medosch armin at easynet.co.uk
Fre Nov 11 13:19:21 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 1:50 pm

als loesungsansatz bin ich von FX’s jury-modell nicht ueberzeugt,
sondern schlage das PLENUM, die generalversammlung vor. bei dem
treffen im depot war eigentlich alles schon vorgegeben. man ist also
dankbar, dass eine gruppe sich scheinbar schon so viel gedanken
gemacht hat, nur sind daraus vorgaben entstanden und die agenda
ist bereits gesetzt. nun ist es aber so, dass das setzen der agenda
den ausgang stark beeinflusst. eigentlich muesste zuerst ueber die
agenda abgestimmt werden. und dazu muessen alle
voraussetzungslos zusammenkommen. na vielleicht kann
man auch eine software programmieren, die eine abstimmung erlaubt
oder die diskussion im PLENUM strukturiert (und das mein ich
ernst). wer aber sind ALLE. Mir scheint da gibts auch defizite. mir ist
z.B. niemand tuerkischen oder anderen second generation ursprungs
aufgefallen und es gab auch eine starke maennerdominanz,
zumindest am podium. diversitaet, vielfalt, aussenseiter,
minderheiten, menschen mit behinderungen, das muesstet ihr
euch doch eigentlich alles auf die fahnen schreiben, wenn ihr an eine
netzkultur glaubt und nicht nur an eine elitaere kunst. die muss man
aber erst einmal reinholen und finden und dazu braucht es eine aktive
anstrengung. denn was sonst passiert ist dass es eigentlich
freundschaftsnetze von leuten sind, die alle irgendwie was mit
digitalen medien und kunst zu tun haben, zwischen 25 und 35 jahre
alt sind und aus ueberwiegend buergerlichem milieu kommen.

Armin Medosch armin at easynet.co.uk
Sam Nov 26 11:34:55 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 2:45 pm

die Diskussion um die Entscheidungsstrukturen “Plenum vs. Jury” aufzugreifen
ist wahrscheinlich ein ergiebigerer Ansatz als über logische und
terminologische Missverständnisse weiterzudebattieren. Derzeit wird netznetz
durch Plena gesteuert, was (wie üblich) dazu führt, dass abwechselnd
Personen notwenige Tasks übernehmen, und dafür geprügelt werden.

Auch der Vorwurf des “Abschöpfens von symbolischem Kapital” gehört dazu,
quasi als eine Art gruppendynamische Entlastungsfunktion. Das Wesen dieser
Vorwürfe ist, dass sie durch ihren beliebigen Charakter tatsächlich jedem
oder jeder entgegengeschleudert werden können, wie bspw. gerade auch dir -
Armin! – in der Schlussrunde der DMZ London 2003.

Der kleinste gemeinsame Nenner dieser netznetz-Liste ist derzeit, dass Leo
und ich das Symposium im Semperdepot 11.-13. 12. organisieren werden, dessen
Zweck es ist, genau diese Fragen zu behandeln, um dann alle gemeinsam eine
verbindliche Entscheidung für 2006 herbeizuführen.

Die Forderungen nach Neupositionierung der Netzkultur unterstütze ich, am
sinnvollsten wäre es, dies auch im Rahmen des Symposiums zu klären.

Wir haben in den vergangenen Tagen und Wochen mit vielen Personen aus vielen
Feldern – BefürworterInnen und KritikerInnen – gesprochen, um überhaupt die
Entscheidung treffen zu können, ob wir uns darauf einlassen wollen. Da der
einhellige Tenor lautete, dass es in jedem Fall beser ist, ein Symposium zu
machen als es nicht zu machen, haben wir uns bereit erklärt, uns diese
Arbeit anzutun.

Sollte es hier plötzlich doch Gegenstimmen geben, nur zu!

Ich persönlich habe Anfang Dezember eine Menge um die Ohren – RESFest 2005,
NCC05 – und habe mich, wie hier auf der Liste nachgelesen werden kann, alles
andere als um diesen Job gerissen. Dass bei diesem Projekt kein symbolisches
Kapital zu lukrieren ist, wissen wir längst (seit 2004) – egal, welche
Ergebnisse dieses Symposium liefert.

***

Und weil wir grad beim Persönlichen sind: als ich vergangenen Sommer in
einem Internet-Cafe in Madrid gesessen bin und ein Mail von Simon Häfele
über eine neue Formation namens netznetz gelesen habe, bin ich zu einem
Treffen gekommen um mir diese Initiative anzusehen. Die ersten Treffen waren
eher schlecht besucht, und die ganze Ansinnen schien mir wenig
erfolgversprechend.

Der Hype ist dann erst entstanden, als Personen begonnen haben, unter dem
Gebot der Zeitnot – eine gemeinsame “Manifestation im Künstlerhaus” war zu
organisieren – Funktionen für gewisse Tasks (IT-Technik, Installments,
Symposium, Sound, etc. …) zu übernehmen. Wie üblich.

Während des vergangenen Jahres habe ich dann im Umkreis dieser Initiative
für verschiedene Personen, Labels und Gruppierungen contributed, meist ohne
einen müden Euro Gage.

Scheissegal!

Schreiben mir Simon oder Magnus, kriegen sie selbstverständlich einen Text
für ihre Kataloge, ruft mich Grenz an, mache ich auch eine Filmbesprechung.
Dafür hilft mir Grenz mit einer Arbeit bei einer Ausstellung, Hans hält eine
Actionlecture in der Ovalhalle usf. DAS ist mir wichtig, DAS regt meine
Arbeit an, DAS bereichert meine Lebenswelt und interessiert mich über meine
sonstige Tätigkeit hinaus, ohne dass ich mir dabei den Kopf zerbrechen muss,
ob ich den Kunstanspruch erheben darf oder einer steirischen
“Kulturverträglichkeitsprüfung” standhalte.

Und das gilt auch noch für die Zeit nach dem Symposium – oder nach netznetz.

***

Also, wer immer jetzt plötzlich der Meinung ist, dass ich (oder Leo) das
Symposium sein lassen sollen, weil wir damit eh nur dem Hegemon den Schwanz
polieren, oder uns als Hohepriester ausgeben wollen, obwohl wir 1000 bessere
(und besser bezahlte) Sachen zu tun haben, oder wer grundsätzlich eine
Pol-Pot-Stimmung ausrufen möchte, wo jeder verdächtig ist, der lesen und
schreiben kann, oder wer engagierten Menschen lieber leicht verständliche
Etiketten (”Neoliberale”, “Bürgerkinder”, “Kunstbegriff des 19.
Jahrhunderts” …) aufkleben möchte als Notwendiges und Sinnvolles
beizutragen, der sollte sich jetzt hinsetzen und – hier via Liste! -
erklären, welche konstruktive Alternative er/sie vorschlägt, und vor allem
wie und wo er/sie gedenkt, dafür eine qualifizierte Mehrheit zu bekommen.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Sam Nov 26 18:02:00 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 2:48 pm

anstatt eine theoretisch anspruchsvolle thematisierung anzustreben, und
mithin sich der kritischen reflexion zu stellen, wird jetzt – im auftrag
´des hegemon´ (egal ob direkt oder im vorauseilenden gehorsam) – eine
verdraengungsmaschine unter dem titel ´parlament der kunst´ angeworfen.
bedauerlicherweise auch mit der unterstuetzung von personen, die sich
intellektualitaet zur corporate identity gemacht haben.

um jetzt deine metapher zu gebrauchen – hi Stefan!: wer sich selbst
kastriert, muss sich um ein polieren des eigenen schwanzes nicht mehr
kuemmern – der poliert bspw. den schwanz des Mailath-Pokorny.

der “auftraggeber” – so der o-ton der funktionaere von netznet bei der
depotveranstaltung – diskreditiert ´formen der neuen demokratischen kunst´,
indem er (die stadt wien) sich von den diskreditierten selbst ein
kontroll-tool bauen laesst.

diese demuetigung der ´neuen demokratischen kunst´ seitens der hegemonie in
dieser stadt zeigt deutlich, wie weit sich die SPOE von ihren einstigen
(weit zurueckliegenden) anspruechen entfernt hat. die ´kontaktpersonen´
seitens der SPOE, die das netznet-disaster zusammen mit den cool-hunters in
den eigenen netznet-reihen zu verantworten haben, koennen sich meiner
totalen verachtung sicher sein – und das sage ich als linker!

du siehst – Stefan! – in meinem engagement fuer die sache einer ´neuen
demokratischen kunst´ bleibt mir nur die augenfaellige (!) abgrenzung zu
netzneTT in der gegenwaertigen situation (!!!).

ich wuerde es sehr bedauern, dass sich so weithin gute kraefte in dieser
stadt einfach ohne ´deutlicher widerrede´ von der hegemonie und den
´vermachteten akteuren´ (!) in den eigenen reihen verarschen lassen.

FER f.e.r at sil.at
Don Dez 1 22:10:15 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:17 pm

Dieter Mersch rekurriert da auf Foucault, der mal den uebergang vom
´universellen´ zum ´spezifischen´ intellektuellen zum thema gemacht hat
(vgl. Foucault: Der Staub und die Wolke). der ´spezifische´ intellektuelle
konzentriert seine ansprueche auf bestimmte orte und zeiten, “die seine
aktionen determinieren, auf die verknuepfung oeffentlicher tableaus, die
streuung und pluralitaet ihrer heterotopien und debatten, auf die schaffung
von freiraeume (!!!) inmitten politischer saktionierungen (!!!).” und
Mersch schreibt dazu im zusammenhang mit anspruechen der kunst eine seite
weiter: ” … d.h., die weise ihres antwortens verbleibt im
nichtantizipierbaren und unberechenbaren. kunst ver-setzt und ent-stellt
die programme, indem sie den chiasmus von sagen und zeigen mobilisiert …”
(Dieter Mersch: Die Kunst des Performativen und die Performativitaet der
Kuenste).

kurzum, wenn du zusammen mit Grenzfurter einen artikel verfasst, der
vorrangig darauf abzielt, dem herrn Mailath-Pokorny in den arsch zu
kriechen, du – im unterschied zu diversen anderen personen in dieser list,
die eben ueber selbstachtung verfuegen – du also nie nur einmal eine
kritische anmerkung angesichts der ´wahnsinns-umstaende´ hier gepostet hast
- ja du vielmehr hier mit der hegemonie einen schulterschluss
demonstrierst, indem du nur saubloede horuck-euphorie und pr-gelabber
abgelassen hast, dann darfst du dich nicht darueber wundern, dass auch dich
letztendlich ´die beobachtung der beobachtungen´ eingeholt hat.

wenn du wenigstens mal ironie oder zynismus durchblitzen haettest lassen,
nach dem motto: take the money and run, wie das offensichtlich menschen mit
etwas mehr esprit wie du machen, dann waere das eine oder andere fuer mich
noch annnehmbar.

FER f.e.r at sil.at
Die Dez 13 00:09:26 CET 2005 in Antwort an Leo Findeisen

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:00 am

Ferner: Dass, wie du richtig schreibst, die Anwendung neuer
Kommunikationstechnologien die Demokratie nicht notwenig unterstützt,
sehe ich natürlich ebenso. Die wichtigen Parameter demokratischer
Entscheidung sind u. a. 1) der vorangegangene Austausch des Arguments und
2) verständigungsorientierte Kommunikation. Das sind zwei sehr wichtige
Punkte.

Abzustimmen, ob per Software oder Realpräsenz, ist alleine genommen
jedenfalls noch kein demokratisches Konzept. In der Sowjetunion und auch
im Dritten Reich wurde permanent abgestimmt, ebenso wie bei modernen
Lager-TV-Formaten wie Big Brother, Taxi Orange etc. – das ist aber eine
Perversion der demokratischen Idee.

Btw, ich fände ein neues Format in dieser Art spannend und wichtig, das
POLITIKERiNNEN (anstatt ContainerbewohnerInnen, TaxilenkerInnen,
Superstars oder Topmodels) castet – nehmen wir Wetten an, wer das wann zum
ersten Mal versucht? Oder machen wir das selbst?

Unberücksichtigt blieb in den bisherigen Diskussionen, die um ein nicht
unproblematisches Verständnis von Basisdemokratie gekreist sind,
ebenfalls der praktische Nutzen von Repräsentation: nicht zu verwechseln
mit Diskursen über die ‘Krise der Repräsention’ in Politik und Kunst,
sondern unter dem Aspekt der ‘Zähmung des Volkswillens’; vgl. etwa dazu
die ‘Ausländer raus!’ Container Aktion von Christoph Schlingensief auf
der Kärntner Strasse.

Stefan Lutschinger a9306158 at unet.univie.ac.at
Die Feb 7 14:13:10 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 5:24 pm

ein weiterer Punkt, der quasi die ‘amtliche’ >Situierung< unseres
Community Games in den aktuellen Kunstdiskursen betrifft, wäre, eine
qualitätvolle Debatte über das Community Game als sog. ‘Serious Game’ zu
führen.
 

Stefan Lutschinger
Die Feb 7 14:41:42 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 5:25 pm

SERIOUS GAMES
sind Computerspiele, die unterhalten und dabei
gesellschaftskritische Botschaften vermitteln
(u.a. “Sept. 12th” und das von der UNO entwickelte
Game Food Force).

Stefan Lutschinger a9306158 at unet.univie.ac.at
Die Feb 7 14:41:42 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 5:26 pm

alternet.orgCan Blogs Revolutionize Progressive Politics?

By Lakshmi Chaudhry

Bloggers tout the rise of the netroots as changing how politics works,
but will the internet just become a new method of conducting politics as

usual?

We have no interest in being anti-establishment,” says Matt Stoller, a
blogger at the popular Web site MyDD.com. “We’re going to be the
establishment.”

That kind of flamboyant confidence has become the hallmark of blog
evangelists who believe that blogs promise nothing less than a populist
revolution in American politics. In 2006, at least some of that rhetoric

is becoming reality. Blogs may not have replaced the Democratic Party
establishment, but they are certainly becoming an integral part of it.
In the wake of John Kerry’s defeat in the 2004 presidential elections,
many within the Democratic leadership have embraced blog advocates’ plan

for political success, which can be summed up in one word: netroots.

This all-encompassing term loosely describes an online grassroots
constituency that can be targeted through Internet technologies,
including e-mail, message boards, RSS feeds and, of course, blogs, which

serve as organizing hubs. In turn, these blogs employ a range of
features — discussion boards, Internet donations, live e-chat, social
networking tools like MeetUp, online voting — that allow ordinary
citizens to participate in politics, be it supporting a candidate or
organizing around a policy issue. Compared to traditional media, blogs
are faster, cheaper, and most importantly, interactive, enabling a level

of voter involvement impossible with television or newspapers.

more…
http://www.alternet.org/story/31955/

kanonmedia office at kanonmedia.com
Mit Feb 8 12:46:23 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 5:27 pm

Die bisherigen Ergebnisse haben für mich als Kulturschaffende, die dafür eintritt, ohnehin marginal budgetierte Fördersysteme für experimentelles Kulturschaffen nicht auch noch freiwillig abzubauen, über einen ziemlich langen Zeitraum keine Güte bewiesen.

Weitere Diskussionen mit BetreiberInnen tu ich mir sicher nicht mehr an, es gab lange Monate der verlorenen Liebesmüh’, ich denke, in der Zwischenzeit liegen die Positionen klar auf der Hand.

Insofern bin ich sicherlich – wie Graf+Zyx und einige andere, die auf dieser Liste schweigen, diese Liste verlassen haben oder das Risiko genommen haben, Förderungen zu verlieren und nach wie vor das Risiko nehmen, sich auf dieser Liste wie bei FördergeberInnen unbeliebt zu machen – an demselben Punkt, wo es nur mehr über Aussenvernetzung Sinn macht, eine kulturpolitische Entwicklung zu diskutieren, nicht mehr innerhalb des Kreises an BetreiberInnen; und nicht mehr auf dieser Liste.

Verbleibt man innerhalb der Liste oder dieser neuen Regelungen von Mana und für membership, die eine Zustimmung zu den aktuellen Mechanismen erfordern, so ist klar – wie ja schon lange – dass ein Förderressort mit 500.00,– de facto bereits geschlossen wurde und zur Gänze in einem Auftrag wie Mana aufgeht, und es gibt es sowohl als Antragstellerin wie als kritische Denkerin nur zwei Optionen:

Man gibt sich mit zuwenig zivilgesellschaftlichen Widerstand zufrieden, und dann bekommt man’s als ewig duldende/r ÖsterreicherIn Schwejkscher Natur so wie bei den letzten beiden Wahlen eben so „wie man’s verdient hat“ oder man verbleibt im Rahmen von nett.nett in der marginalisierten, minderheitenpolitischen Situation, durch weiteren Diskurs künstlich produzierte Gauge im Sinne wie von mir obig benannt und damit inzwischen – und von manchen schon seit langem abgesehenen – Entwicklungen insofern immer wieder nährenden Treibstoff zu liefern als man versucht kooperativ zu arbeiten, um laufend festzustellen, dass dies durchgängig nur in eine Richtung führt, der man/frau nicht zustimmt; und so zum Mittransporteur gemacht wird – um in jedem Falle diskriminiert zu werden (auf Gender Mainstreaming und die dbzgl. Katastrophen in den Fussballmannschaften von nett.nett erlaube ich mir, an dieser Stelle nicht einmal mehr Bezug zu nehmen – von wg. 40% Frauenanteil – da hätt’ ich ja auch mal gerne die Rechengrundlage gewusst …).

Selbst ein Widerstand aussen wird allerdings leider nur wenig Chance haben, sich durchzusetzen – wie sonst soll man sich ansonsten erklären, dass ein Widerstand, der längst auf der Liste hätte stattfinden können, nicht stattgefunden hat. Selbstverständlich ist es alleredings auch meiner Meinung nach unumgänglich, verstärkt Bewusstseinsarbeit angesichts aktueller, gesellschaftspolitischer Entwicklungen bestmöglich zu leisten. Dies kann sicher nur in einer breiten Meinungsbildung und in offenen Allianzen stattfinden. Einzelpersonen werden sich daran aufreiben – ein Widerstand weiss, dass er in der Opposition ist und nicht an der Macht. Und damit bleibt es letztlich der Ebene Allianzen auf Organisationsebene vorbehalten, die Kontinuität solcher Bewusstseinsarbeit sicherstellen zu können.

Will man innerhalb von nett.nett und gegenüber Mana tatsächlich etwas bewirken, so kann dies nur mehr stattfinden, indem man nett.nett die Aufmerksamkeit und damit die Bühne entzieht. Lässt man Betreiber Betreiber sein, so wird die Sache einfach um das klarer, die sie braucht, um sich mehr und mehr veranlasst zu sehen, sich als jene darzustellen, die sie ist. Ansonsten wird immer von einem Einverständnis der Community oder auch Communities gesprochen werden.

Abgesehen von unabhängigen Aussenaktivitäten, gäbe es – um diese Situation revidieren zu können, nur eine andere Möglichkeit, die bis dato allerdings auch schon mehrfach versucht wurde, aber regelmässig nicht auf Resonanz gestossen ist: eine Beratung der MA 7 auf unbeauftragter, unabhängiger Basis, bei gleichzeitig echter Erhöhung von Fördermitteln für Ressorts wie Medienkunst/Neue Medien und Netzkultur. Ohne klares politisches Bekenntnis wird die jetzige Situation eine instrumentalisierte bleiben.

kanonmedia office at kanonmedia.com
Fre Jun 16 16:50:48 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.30.06 @ 3:51 pm

ein sozialer zusammenhang, der das etikett netzkultur beansprucht,
orientiert sich EINZIG an zivilgesellschaftlichen diskursen (also an
tatsaechlich emanzipatorische ansprueche) und ist mit dem funktionssystem
politik verbunden NUR durch die gruendende funktion des konflikts.

alles klar? NUR durch konflikte mit hegemonialen positionen in politik und
wirtschaft – JA: inhaltlicher art – kann sich so ein zusammenhang
ueberhaupt erst BEGRUENDEN – und als autopoietischer zusammenhang
funktionieren.

ohne dem – werte netznetlerInnen – macht diese ganze unternehmung keinen
sinn (funktion und sinn lassen sich nicht trennen) – bleibt das ganze ein
schas (schlicht und einfach ausgedrueckt), ueber die verwandte
unternehmungen anderswo nur lachen koennen.

obige positionierung schliesst mithin aus, dass sich so ein sozialer
zusammenhang als versuchskaninchen der stadtregierung andient.

FER f.e.r at sil.at
Mon Okt 30 23:57:43 CET 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 5:58 pm

Die Systemtheorie auf
die sich FER das stützt hat ja mit Emanzipation
wenig zu tun und wird zu recht von Linken
tendenziell eher abgelehnt (ich glaub, ich hab
sogar ein Buch zur Kritik der Systemtehorie
irgendwo in meiner Bibliothek). Das stammt doch
noch aus den 60er un 70er Jahren als ersucht
wurde die Gesellschaftswissenschaften via
Schlagworten a la Kybernetik und so komplett zu
Mathematisieren/Technokratisieren, als Computer
noch als “elektronische Gehirne” bezeichnet
wurden und als begonnen wurde die “Artificial
Intelligence” zu propagieren. Auf die “binäre
Herrschaft” (Christl Kumbruck) egal in welcher
Form pfeiff ich.

Jeder binäre Code scheint ja letztlich auch nur
eine Form von Herrschaft zu sein. Explizit die
“Konfrontation” zu suchen heisst ja wohl auch
sich auf die Spielregeln des herrschenden Systems
einzulassen bzw. sich durch die Negation des
Systems sich doch wieder durch das System zu
definieren.

Besser wir versuchen unser Ding im Rahmen des
möglichen zu drehen ohne uns der kindischen
Illusion hinzugeben, es sei so ohne weiteres
möglich, komplett aus der vorherrschenden
Gesellschaft auszubrechen. Zwanghaft die
“Konfrontation” zu suchen ist Zeit- und
Energieverschwendung und stabilisiert doch nur
wieder “das System”. Freilich sollten wir
versuchen, möglichst viel aus dem alten System
rauszureissen und etwas neue damit machen. Woran
es netznetz mangelt ist mehr das gemeinsame Tun.
Wenn wir einen Aussenfeind für die Bildung einer
“Identität” brauchen, dann ist das Projekt schon
verloren, dann sind wir wieder voll in der alten
Scheisse drin …

Zu behaupten die Entwicklung binärer Codes sei
emanzipatorisch kommt mir vor wie wenn behauptet
wird, mit Geld liesse sich eine Gesellschaft ohne
Ausbeutung aufbauen.

Mit Systemtheorie lässt sich wohl vieles
thematisieren aber eine Lösung kann die letztlich
doch nicht für politische Probleme bieten (und so
solls auch bleiben).

FERs pubertärer Individualanarchismus ist schon
vor 100 Jahren anachronistisch gewesen.

Und was er in die Mailingliste postet scheint ja
mit seiner Position selbst vermutlich eh nicht so
viel zu tun. Bei persönlichen Begegnungen ist er
ja eigentlich auch ganz leiwand und nicht so
sektiererisch. Mailinglisten habe seltsame, oft
negative Eigendynamiken, scheinen mehr als
seelische Mistkübel zu dienen. Und wer dann noch
den Troll füttert ist selber schuld (”dont feed
the troll”)

FERs Anliegen in Ehren, mit diesen Methoden kommen wir auch nicht weiter …

Ich halte es für sinnvoller, die wunden Punkte
einfach ohne Wertungen und vorschnellen
Lösungsanleitungen mit viel Geduld und Einfühlung
blosszulegen. Metaphorisch gesprochen: Ich bin
lieber für einen vorsichtigen aber auch
entsschlossenen Chirurgen, der mit dem Skalpell
das Schrott aus den Wunden entfernt als für den
reschen Jäger der mit der Pumpgun wild
umherballert.

Wie heisst es so schön bei “I am Siam”: “There is no short way to salvation”.

Martin Mair martin.mair at mediaaustria.at
Don Nov 2 21:15:48 CET 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 6:41 pm

es ist laengst ein faktum, dass die anstoesse aus der kybernetik und ihre
weiterfuehrenden diskurse zur wissensrevolution im letzten drittel des 20.
jahrhunderts gefuehrt haben. dass sich die us-regierung fuer steuertheorien
interessiert hat, verwundert nicht, und auch nicht, dass so manches auch in
der militaerindustrie bzw. in zivilen abfallprodukten(bspw. games) zur
anwendung gekommen ist.

wichtig ist aber dazu anzumerken – und so vorbild fuer andere
intellektuelle avantgarden – wie es die cybernetic-community geschafft hat,
im stetigen vorantreiben ihrer diskurse, den CIA und regierung zu
verkraulen, indem sie zur kybernetik zweiter ordnung abhob. als sie den
regierungsleuten bspw. erzaehlten, dass komplex-dynamische zusammenhaenge
zwangslaeufig nur ueber instabilitaet einen stabilen lauf erhalten koennen;
dass chaos aufgrund von komplexitaetsschueben schlichtweg erforderlich ist,
damit sich ein system auf einer komplex hoeheren ebene wieder formieren
kann; dass szenarien wohl moeglich, aber exakte vorhersagen unmoeglich
sind; und dass es in sozialen interaktionen – nicht zuletzt – zumeist um
paradoxien geht, die nur mit operativen fiktionen ´geloest´ werden koennen
u.a.m. – da hat sich CIA und regierung verschreckt zurueckgezogen und
lieber in die kuenstliche intelligenz-forschung investiert.

wer heute den gewinn makrostruktureller analysen (also nicht-ideologische
analysemodelle) in abrede stellt – stichwort:systemtheorie -, der ist
schlichtweg ein armer hund.

es erueberigt sich bei all meinen hier nur kursorischen hinweisen noch
anzumerken, dass sich dieser diskursstrang in sehr vielen disziplinen
produktiv fortgesetzt hat und sich
weiter fortsetzt und das alles auch heute aktuell weiter am kochen ist –
stichwort: konstruktivistische bzw. postkonstruktivistische diskurse,
nicht-dualistische philosophie (also eine philospohie, die ueber die
alteuropaeische ph. hinausgeht) usw.


egal ob skalpell oder pumpgun – die chance liegt einzig bei einem aktanten,
der als einheit der differenz von kognitiver autonomie und sozialer
orientierung funktioniert.

werte netznetler/innen – ahnt ihr jetzt schon, warum es keine
neu-neue-linke gibt? weil junge links bewegte menschen wie Martin das oede
gelabber von altlinken glauben.

als linker kann ich nur empfehlen, diese tradierte links-rechts-kultur mit
links zu ueberholen und sich ja nicht mit diesen tranigen politikern auf
eine zusammenarbeit einzulassen.

FER f.e.r at sil.at
Sam Nov 4 01:16:36 CET 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 6:50 pm



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