netzwerke
Friday November 24th 2006, 8:59 pm
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beinhaltet der begriff “netzwerk” nicht auch eine “unmacht”…?
netzwerke bestehen aus vielen unterschiedlich handelnden/denkenden
individuen. daraus läst sich doch auch ableiten, dass man ein netzwerk
nicht kontrollieren=machtausüben kann. (da es sich um eine
feingliedrige struktur handelt…)
wird der versuch unternommen an teilen eines netzwerkes macht auszuüben
so wird es teile geben die diesen bemühungen widersprechen werden. wird
diese machtausübung zu gross, wird sich das netzwerk auflösen bzw.
anders strukturieren.

meiner meinung nach sind netzwerke zu lebendig um kontrolliert bzw.
machtmissbraucht werden zu können.

sie reglementieren sich permanent von selbst.

Re: [netznetz.net] KEIN PASSWORTSCHUTZ FÜR OFFENE NETZWERKE
—//–machfeld–//Mit Nov 10 10:07:26 CET 2004


26 Comments so far
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lassen wir uns doch nicht irre machen! netznetz ist (für’s
erste) weit davon entfernt die realen lebensbedingungen der einzelenen
(einkommenssituation, wahrnehmung in einer größeren, weniger mit dem
internet verbundenen öffentlichkeit) in großem maße verbessern zu
können. das wird nach wie vor den anstrengungen der beteiligten
überlassen bleiben.
trotzdem interessierts mich, was hier passiert, da ein netzwerk wie
netznetz mir einblick in positionen und handlungen einzelner erlaubt, zu
denen ich normalerweise nur in subsummierter form zugang habe (z.b.
durch medienberichterstattung).

in diesem sinne kann ich mich nur andreas trawöger anschliessen, wenn er
meint: “Meine Vision für den Netzkulturbereich ist vielmehr die einer
Guerillataktik in der viele kleine Gruppen unabhängig voneinander
arbeiten, sich aber punktuell zusammen tun wenn dies notwendig ist.”

[netznetz.net] KEIN PASSWORTSCHUTZ FÜR OFFENE NETZWERKE
Stefan Nussbaumer stefan at dieelektrischenuss.com
Mit Nov 10 12:20:26 CET 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 9:01 pm

Eines der Hauptprobleme jedes Expertennetzwerkes heißt: Calibration.
Experten geben im generellen wesentlich bessere und qualifizierte
Meinungen ab, neigen aber im Gegensatz von ‚Dilettanten’ sehr stark
dazu ihr eigenes Wissen bzw. Können zu überschätzen.

Wenn es keine Korrektur bzw. Kontrollmechanismen gibt, anhand der ein
Experte sein Wissen überprüfen kann bzw. mehr oder weniger sanft dazu
gezwungen wird, führt diese latente Selbstüberschätzung zu einer
Mischung aus richtigen und falschen Aussagen, die mit der selben
Wertigkeit nebeneinander stehen (eine Aussage von Kant ist eine Aussage
von KANT) und in ihrer Summe extrem schwer zu bewerten sind (siehe
Aristoteles) bzw. im Endeffekt fatale Konsequenzen haben (siehe
Tschernobyl).

[netznetz.net] wartung - reloaded
Andreas Trawoeger qayamat at gmx.at
Die Dez 14 11:26:02 CET 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 9:54 pm

Bitte nicht solch banale wissenschaftskritische Widerlegungen anführen!
Expertenüberschätzung läßt sich *innerhalb* des wissenschaftlichen
Systems leicht austarieren und wird auch immer gemacht. Obwohl der
Experte meist Einspruchs- und Diktator Rechte hat, kann er sich nicht
gegen Gegenbeweise oder nur bessere Gegenmodelle sträuben, oder sein Ruf
und seine Macht geht flöten.

Aristoteles’ Mechanik war ein schwerer Fehler, aber verständlich, weil
die Reibung ein alltägliches Phänomen ist.
Newton’s zweites religiöse Hauptwerk war ein schwerer Fehler, aber
vernachlässigbar, weil die Metaphysik über die erste fernwirkende Kraft
keinen Einfluß auf die Physik hatte.
Goethe’s harmonische Farbenlehre war ein schwerer Fehler, aber nur
bedingt, weil er entgegen Huygens oder Newton keine Erklärung anbietet
und nur bedingten schlechten Einfluß hatte.

[netznetz.net] wartung - reloaded
Reini Urban rurban at x-ray.at
Die Dez 14 14:57:34 CET 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 9:56 pm

Die Gefahr bei rein formaler Kommunikation oder strikter Handlungformen
wie Email oder exakten Arbeitsvorschriften ist, dass jeder nur erzählt
wie toll nicht alles funktioniert und die inoffizelle Information, wo
die Grenzen bzw. Fehler liegen nicht mehr weitergegeben bzw.
verschwiegen wird.

Im Endeffekt ist es eine Frage der Grundhaltung der einzelnen
Teilnehmer. Wenn man für jede falsche Äußerung auf der NetzNetz Liste in
Stücke gerissen wird und kein Platz für Selbstkritik ist, wird jeder in
seinem Experteneck bleiben und sich dort einigeln.

Wirklich spannend wird es, wenn wir anfangen uns gegenseitig in die
Expertenbereiche des jeweils anderen einzumischen :-))

> es gibt in einem dezentralen system, dass vom input der beteiligten
> lebt, keine schnittstellen dafür und diese schaffen zu wollen, würde
> für mich die hierarchisierung bedeuten und somit unser postulat vom
> dezentralen vernetzen ad absurdum führen.

Es gibt einen sehr interessanten Effekt bei kollaborativer Arbeit: Es
ist um so leichter mitzumachen, je unausgegorener eine Idee ist.

Wenn ich hier auf NetzNetz eine 200 seitige Abhandlung über die Vorzüge
Freie Software publiziere, wird kaum jemand motiviert sein die darin in
epischer Breite dargelegten Ideen weiterzuentwickeln bzw. auf andere
Bereiche anzuwenden.

Was aber im generellen sehr gut funktioniert ist einzelne halbfertige
Ideen aufzuwerfen und diese im Kollektiv weiterzuentwickeln.

Die Idee die sich zunehmend stellt, ist in wie weit wir ein kollektives
NetzNetz Wissen aufbauen möchten.

Wenn wir unser Grundwissen im Wiki zusammenschreiben, kämen wir relativ
schnell auf ca. 200 - 500 Seiten an Information aus den
unterschiedlichsten Bereichen.

Dieses kollektive Wissen würde die Kommunikation innerhalb von NetzNetz
wesentlich erleichtern, weil man im Polylog von einer gewissen
Wissensbasis ausgehen kann.

AW: [netznetz.net] wartung - reloaded
Andreas Trawoeger qayamat at gmx.at
Mit Dez 15 20:32:16 CET 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 9:59 pm

im folgenden handelt es sich NICHT um ein thesenpapier, einen
grundsatztext oder gar um ein dogma sondern:
um argumentatives leichtlauföl.

was ist netzkultur und worin unterscheidet sie sich von anderen
kulturstrukturen (beispielsweise einem blasmusikverband):
statisch betrachtet handelt es sich bei der netzkultur um eine rhizom,
also ein wurzelwerkartiges geflecht, dessen hauptmerkmal ist, dass es
sich selbst erhält;
d.h. schneidet man einen strang heraus, wächst dieser von anderen seiten
wieder nach. bei der klassischen baumstruktur gibt es im gegensatz dazu
einen hauptstrang (stamm),
der nicht verletzt werden darf ohne dass das ganze system “baum” abstirbt.
dynamisch betrachtet ist das, was in der netzkultur passiert durchaus
mit einer achterbahn vergleichbar, in der man phasenweise sowohl die
kraft einer mehrfachen erdbeschleunigung,
als auch das zeitweise vergnügen der schwerelosigkeit erfahren kann. -
daraus bezieht neztkultur im künstlerischen bereich einen erheblichen
teil ihres ästhetischen potenzials.
diese ästhetik ist vom konsumenten nur dann erfahrbar, wenn er die
dynamischen prozesse verfolgt oder wenn er selbst teil des dynamischen
prozesses wird,
somit produzent und konsument zusammenfallen (interaktive kunst).

eine förderung der netzkultur kann demzufolge nicht bedeuten einen baum
zu pflanzen (eine institution zu installieren) und diesen
durch geeignete pflege zum wachsen und blühen zu bringen (der staatsoper
dauernd geld zur verfügung zu stellen für die nächste, über- und
überübernächste neuinszenierung des “don giovanni”)
es kann auch nicht bedeuten einen gewachsenen baum (die tradition der
klassischen musik auf beethovens stamm) ab und zu fachmännisch zu
beschneiden, um frischen blüten und blättern luft und raum zu
verschaffen (wien modern, darmstadt, donaueschingen …).

wechselstrom - christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Sam Apr 2 15:13:13 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.04.06 @ 12:13 pm

wenn das also so wunderbar funktioniert, wozu brauchen wir geld?

eine der größten kulturleistungen der menschheit - so lernen wir es in
der schule - ist die erfindung des rades.
das ist natürlich quatsch!
im urwald brauchen wir sprungbeine, damit wir im dickicht nicht
steckenbleiben,
auf sand brauchen wir großflächuge patschen, damit wir nicht einsinken,
auf schnee und eis brauchen wir kufen, damit wir nicht ziellos hin- und
herschlingern
und im wasser brauchen wir ruderblätter oder flossen, um nicht
steuerungslos auf der nächsten klippe zu zerschellen.
eine der größten kulturleistungen der menschheit ist deshalb: DER BAU
DER STRASSE; erst dann ist das rad benutzbar.
Strassenbau ist aber nur sinnvoll, wenn es mehrere communities gibt, die
zum wohle aller gerne und schnellstmöglich waren, dienstleistungen,
ideen etc austauschen möchten.

was bedeutet das übertragen auf unsere heutige zeit und auf die netzkultur:
communities gibt es .
das räderwerk und die dazugehörigen schaltkreise (computer, software,
systemarchitekturen) gibt es auch schon.
was fehlt ist der strassenbau, und der kostet geld.
zur zeit gibt es nur trampelpfade (telefonleitungen), die immer wieder
mal verschlammen und für deren benutzung zölle (telefongebühren)
eingehoben werden.

die diskussion muss sich darauf konzentrieren, wie diese strassen
ausschauen.
brauchen wir eine autobahn (schon gebührenpflichtig oder noch frei
benutzbar?),
legen wir einen kunstboulevard/ eine kulturavenue an (da finden dann
auch schmucke baumreihen ihren platz, benutzung sollte kostenfrei sein)
später wäre ein schinennetz für größere vorhaben denkbar (nur mit
gültigem fahrschein möglich)
und in ferner zukunft ein paar flugverbindungen oder gar eine orbitale
raumstation (vielleicht schon zu visionär?)

wechselstrom - christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Sam Apr 2 15:13:13 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.04.06 @ 12:14 pm

und wenn sie auf sprungbeine wie wild abfahren?

Holy Marion Marion.Holy at spoe.at
Mon Apr 4 14:44:12 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.04.06 @ 12:15 pm

>statisch und dynamisch gleichzeitig: ich gehe in die update-ausstellung
>und zupfe an den gummiseilen des eop-würfels - in diesem moment fällt
>produzent und konsument zusammen.

>>>> dies ist leider rein logisch nicht vertretbar. durch das zupfen an
den gummiseilen fallen produzent und konsument in keinster weise zusammen.
im idealen falle faellt/fallen hoechstens eine oder mehrere (in so gut wie
allen faellen nie alle) vom/von der/den produzent/In/n/en beabsichtigte
wahrnehmungsoption/en mit der des/der rezipientIn zusammen.

ein wohl nicht unwesentlicher unterschied, der beruecksichtigung bedarf,
wenn man den charakter von interaktivitaet definieren moechte.

kanonmedia office at kanonmedia.com
Die Apr 5 10:12:58 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.04.06 @ 12:17 pm

amazon.dedie modelle und simulationen von denen ich spreche
basieren allerdings auf spieltheoretischen primitiven
und computersimulation, wie robert axelrod es in
seinem perspektivenverschiebenden buch,
the evolution of cooperation, aus 1985 beschreibt:

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/0465021212/

ich gebe dir jedoch recht das es an der zeit ist
gemeinsam neue plaetze und freiraeume zu erschliessen.

Wir muessen uns im Kontext von Netzkultur und
Netzleben in wien auch ueberlegen wie wir
nicht nur den kreativen koepfen unter uns finanziell
helfen ihre arbeit und arbeitsraeume zu finanzieren,
sondern auch wie wir gemeinsame wohnzimmer schaffen,
wo im Sinne einer permanenten Open Space Konferenz
die Moeglichkeit besteht sich zu vermischen,
auszutauschen, und vorallem auch der Jugend
unverbindlichen Anschluss zu bieten.

Wie du weisst, habe Ich dazu vor einiger Zeit ein
paar Ideen dazu zusammengeschrieben, und es wuerde
mich interessieren zu hoeren was fuer Gedanken andere
Leute zu dieser sehr dringlichen Location-Frage
einbringen können.

Paul Boehm paul at boehm.org
Fre Apr 15 14:20:38 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.05.06 @ 5:46 pm

axelrod ist längst überholt. sonst hätte keiner mehr interesse
altruistisch zu arbeiten.
novak hat für evolutionäre + kommunizierende systeme nachgewiesen, daß
“tit for tit” in solchen systemen nicht mehr die beste strategie ist.

Reini Urban rurban at x-ray.at
Son Apr 17 19:58:57 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.05.06 @ 5:46 pm

arxiv.orgder hobbykunstklub netznetz.net kennt prinziell nur spiel- bzw.
automatentheorie, bzw. kybernetik / konstruktrivismus von den
diletantischen VO’s des herrn vis-med obergurus an der vis-med
und grossvesir zu ZKM karlsruhe.

auch in allen anderen belangen endet das weltbild mehr od. minder bei den
stadt grenzen von und zu real-virtual-raum wien. was physik betrifft
gibt’s mr. beamen, zumindest seit er sich von innsbruck nach wien auf
hoechst klassischen wege teleportiert hat. bei allem was darueber
hinaus.gehen.koennte gibt’s herrn lutschinger.

ps: weil schon beim thema; bezuegl. grants-vergabe hat svozil fuer die
ein paar nette philospical blurbs:
http://tph.tuwien.ac.at/~svozil/publ/blurbs.html
http://www.arxiv.org/abs/physics/0207115
http://tph.tuwien.ac.at/~svozil/publ/2004-fey.pdf

sebastian sauer scb at meta.lo-res.org

Comment by kanonmedia 12.05.06 @ 5:48 pm

um die gegenwaertigen als auch vergangenen vernetzungs-strategien (die
unter dem stichwort ´weltgesellschaft´ am beginn der moderne stehen) zu
verstehen, empfehlen die aktuellen diskussionen in einer ´neuen soziologie´
sowohl auf einen strukturellen als auch einen phaenomenologischen
gesellschaftsbegriff abzustellen.

dafuer gibt es in der gegenwaertigen theorielandschaft zwei einigermassen
ausgearbeitete modelle: die neoinstitutionalistische und die
systemtheoretische.

unter dem neoinstitutionalistischen aspekt sind analysen von
vernetzungsprozessen mit einer leitunterscheidung von austauschtheorie und
kulturtheorie anzusetzen (Meyer/Boli/Thomas 1987). die angefuehrten autoren
kritisieren die uebliche reduktion des sozialen auf austauschprozesse unter
akteuren/innen, die auch der ´rational choice perspektive´ zugrunde liegen.
denn die austauschperspektive beruht lediglich auf der annahme
praekonstituierter akteure, dere genese de facto nicht ableitbar ist.

an deren stelle setzen sie einen sozialkonstruktivismus, der kulturelle
prozesse ins treffen fuehrt, in denen sich die konstruktion von
akteuren/innen allererst vollzieht. es sind also vorrangig diese
kulturellen prozesse als voraussetzung jedes denkbaren tauschs, die unter
den akteuren fungieren. denn der tausch muss sich auf die
konstruktionsleistungen verlassen koennen - sie garantieren quasi fuer die
moeglichkeit des gelingens zwischen den in den tausch eintretenden sozialen
einheiten.

der neoinstitutionalistische aspekt weist aber insofern eine schwaeche auf,
weil die kulturellen konstruktionsprozesse, von denen die autoren ausgehen,
in ihrer operativen form unbestimmt bleiben.

wir fallen deswegen nicht in subjektzentrische handlungstheorien, mit ihren
teils simplen linearen kausalitaten zurueck, sondern fragen lieber danach,
was denn als die basale oder elementare einheit eines prozesses kultureller
konstruktion fungieren koennte.

die antwort ist, die ´working units´ aller sozialer zusammenhaenge:
kommunikation, womit wir zum obigen aspekt auch den systemtheoretischen
heranziehen. kommunikation beantwortet auch die frage nach der
strukturellen einheit von sozialen zusammenhaengen. unter dem aspekt wird
deutlich, dass es nicht unbedingt um die direkte kommunikative
erreichbarkeit geht, sonder um die sog. ´small-world´-annahme, dass die
indirekte erreichbarkeit ueber hinreichend viele - zirkulaere -
zwischenschritte das moeglichjkeits-spektrum erweitern und so ´loesungen´
herbeifuehren. die sinnhaftigkeit
von kommunikation besteht naemlich basal darin, dass jede kommunikation
immer verweisung auf derzeit nicht realisierte moeglichkeiten
transportiert, dass immer unterscheidungen in zeitlicher, sachlicher und
sozialer hinsicht benutzt werden, die aktualisierten von potentialisiertem
sinn unterscheiden.

und jetzt sind wir bei der wunsch/waschmaschine von Thomas T. angelangt:

an sinnverweisungen schliesst ein ´und-so-weiter´ zusaetzlicher
moeglichkeiten an, die weitere moeglichkeitshorizonte andeuten.

egal also ob das netznetz.net oder “Huis Clos” in der IG BILDENDE KUNST
heisst - in diesen zusammenhaengen von moeglichkeitshorizonten von
moeglichkeitshorizonten (hab mich nicht vertippt) liegt gewissermassen die
aktuelle praesenz auf chance und loesung von was immer.

wie die loesung dann aussschaut, bestimmst nicht du, nicht du und auch
nicht du. und im falle der kohle fuer netznetz.net auch kein einzelner
rathaus-spoe-mensch. es sind einzig die unwaegbaren kommunikationsprozesse,
die ´eine loesung´ formieren.

echt bloed nur, dass mensch so viel an lebenszeit opfern muss, damit
irgendwas dabei herausschaut, was sich doch de facto seiner direkten
einflussnahme entzieht.

diese ganze “Huis Clos”-tragikomik in der IG BILDENDE KUNST entpuppt sich
unter diesem ´akademischen´, theoretischen blick als ein simpler versuch,
den vielen prekarisierten existenzen wenigstens irgendeinen
moeglichkeitshorizont zu geben; nicht zuletzt der IG BILDENDE KUNST selbst.
voellig unangemessen dazu der ´goscherte pressetext´.

noch eine abschliessende kostprobe daraus:

“….Durch die *Pluralität der angebotenen Präsentationen* wird der
Absolutheit suggerierende KuratorInstandpunkt aufgehoben. Der Nachweis
seiner Relativität schärft letztendlich das Bewusstsein für den Umgang mit
Kunst. Im Zentrum der zusammenfassenden Präsentation in den Galerieräumen
stehen daher die Kunstwerke. In wieweit die einzelnen sprachlichen
Beschreibungen und räumlichen Umgangsweisen sie erfassen, bleibt für die
BetrachterInnen zu überprüfen.”

FER f.e.r at sil.at
Die Apr 26 18:20:32 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 10:36 am

was ich daran verstehen will, ist dass sich aus netznetzmoeglichkeiten
(in jeder hinsicht!!!) fuer meine arbeit erschliessen (und ja, die
schliesst verschiedenen partner und geldquellen ein ) und ich daher
schaue, dass ich da mitentwickle, weil sich dann weiter mitentwickelt
und dann entwickelt sich was weiter usw. und dann kann ich mich
vielleicht wieder drin verwickeln.

betonung liegt auf MITentwickeln.

eSeL esel at esel.at
Don Apr 28 13:33:32 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 11:07 am

Ach ja, wenn die hier angepriesenen Konzepte von Zentren und
Dachorganisation funktionieren würden, dann wäre es ja eh schön. Die ganze
Stadt ist voll von Zentren und Kulturhäusern. Dazu gibt es noch eine recht
stattliche Zahl an Interessensvertretungen und Dachorganisation. Und in
aller Liebe: Da funktioniert wirklich eine Menge nicht. Und bitte gleich
präventiv: Das liegt nicht nur an der finanziellen Ausstattung. Gerne gebe
ich alle meine Punkte eines zukünftiges Vergabesystems an Projekte, die da
mal was weiterentwickeln würden. Zur Zeit sehe ich da Kruste aller Orten,
und wenig von den dynamischen Entwürfen, die Enki da beschreibt. Also, da
lass ich mich gerne belehren.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Sam Apr 23 13:49:32 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 11:25 am

kanonmedia schrieb:

> >>>> und da denke ich eben doch immer, dass solche infrastruktur beim
> offenen kanal angesiedelt sein koennte, da produktionen neue medien
> viel mit video, und in zukunft unmittelbar auch im interaktivem
> fernsehen zu tun haben werden, was wiederum stark mit der
> weiterentwicklung von technologien und programmierung zusammenhaengt;
> und hier der experimentelle input unglaublichen wert auch fuer die
> weiterentwicklung von fernsehen hat.

right. da liegt wohl ein knackpunkt: tatsächlich kann der fall
eintreten, dass das, was jetzt als neues fördermodell zu diskussion
steht, nicht alle bedürfnisse befriedigen kann. nach meinem verständnis
bedeutet netzkultur (einmal ganz salopp formuliert) das kultivieren
kollaborativer praktiken (eigentlich gar nicht nur auf internet bzw.
technologien beschränkt, aber das zu diskutieren geht hier im moment zu
weit …).
was obiges zitat beschreibt ist meiner ansicht nach eine vermischung,
die’s mir schwer macht sinnvoll zu strukturieren: z.b. fernsehen -
technologisch aufwendig, daher teuer. programmierung - viele tausend
zeilen code zu schreiben braucht zeit, die - natürlich - prinzipiell
geld kostet.
aber: ein bereich in dem in beispielhafterweise modelle kollaborativer
praktiken entwickelt wurden, ist der bereich software (schlagwort:
OpenSource). die grundsätzliche überlegung ist einfach: dinge, an denen
viele ein interesse besitzen, werden eher von vielen gemeinsam
weiterentwickelt. vorraussetzung: quelloffenheit und die berechtigung
diese quellen den eigenen bedürfnissen entsprechend anpassen und nutzen
zu dürfen.
wenn man auf der suche nach der lösung bestimmter probleme auf
OpenSource-lösungen zurückgreift, heisst das noch nicht, dass das gratis
ist, aber man kann davon ausgehen, dass die hinter dem ursprungsprojekt
steckende entwickler-community viel vorarbeitet geleistet hat. im grunde
genommen bedeutet OpenSource einen umfassenden optimierungsprozesse, was
wiederum bedeutet, dass die produkte - auch für die allgemeinheit -
immer besser einsetzbar werden. optimierung des kosten-nutzen
verhältnisses. soviel dazu.

grundsätzlich würde ich die bemühungen zur neuordnung des fördersystems
als gescheitert ansehen, wenn’s darauf hinauskäme, dass jene vielzahl an
kleinen, aber mit witz und orginalität agierenden gruppen, nicht bedacht
würden. wahrscheinlich (…) liegt die lösung tatsächlich darin über
kurz oder lang in der entflechtung des konglomerats ‘medienkunst’/'neue
medien’/'netzkultur’. ich glaube, damit ist tatsächlich nicht immer das
selbe gemeint. ich hab’ nur leider auch keine ahnung, was z.b. das
projekt ‘offener kanal’ anbelangt. bin nicht wirklich medienkünstler im
klassischen sinne ….

Stefan Nussbaumer stefan at dieelektrischenuss.com
Sam Apr 23 14:18:08 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 11:27 am

>dazu ist es notwendig sich gedanken zu machen, ob
>das finanzieren von organisationen die sich
>gleichzeitig um location, infrastruktur, hosting, und
>veranstaltungen kümmern, wirklich der beste weg ist.

wenn etwa eine label-plattform mehr als drei personen umfasst, kassieren in
der regel immer nur einige, waehrend ´der grosse rest´ sich weiter
selbstausbeutet.

>für mich war netzkultur mitte der 90er sogar in
>österreich viel attraktiver, denn wie internet teuer
>war, traf man sich automatisch dort wo man günstig
>ins netz kam: an unis und bei anderen infrastruktur-
>providern.
>
>am beispiel berlin/c-base will ich vermitteln, das
>netzkulturförderung nicht unbedingt heissen muss,
>das man jedem künstler geld in die hand drückt,
>sondern, dass es viel effektiver ist, wenn man
>plätze schafft wo alles an infrastruktur vorhanden
>und leicht zugänglich ist.
>
>denn wenns nicht um geld geht, aber man trotzdem
>einfach tun kann, kommen auch die liebevolleren
>projekte raus.

es muss nicht immer gleich etwas “liebevolles” dabei herauskommen - aber
bei netz-kultur (das sind die zeitgenoessischen formen der ehemals so
benannten sozio-kultur - und NICHT die kunst-kultur) geht es vorrangig um
das kriterium der gesellschaftlichen relevanz im sinne einer
gesellschaftskritik - nicht zuletzt um die schaffung von oeffentlichkeiten,
wo (radikal)-demokratische, zivilgesellschaftliche ansprueche eingeklagt
werden - nicht zwingend aber zumeist hand in hand mit symbolischen
darstellungsformen, wie sie im ´labor der kunst´ entstanden sind.

wer solche ansprueche nicht vertritt, hat in einer runde von
netz-aktivisten ueberhaupt nichts zu suchen - und soll sich an die
“kreativ-foerderung wien - departure” wenden; herr Norbert Kettner ist -
laut werbeanzeigen - ein milde dreinschauender herr.

>würde es an mir liegen, würde ich das fördermodell
>viel eher dahingehend ändern, dass locations
>geschaffen
>werden, welche nie selbst veranstalter sind, also
>labelunabhängig, und deren infrastruktur sich künstler
>teilen können, für veranstaltungen, präsentationen,
>konferenzen, go spielen, …

letzteres nur im hinterzimmer. das waere dann im klartext so etwas wie das
WUK. da plaedier ich fuer mehr flexibilitaet: netzkultur quasi in allen
ritzen der stadt.

FER f.e.r at sil.at
Son Apr 24 22:39:04 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 11:31 am

“ein netzwerk ist eine flache form oekonomischer aktivitaet, in deren
zentrum spezifische geschaeftsprojekte stehen, die durch sich immer neu
zusammensetzende netzwerke aus komponenten verschiedenen ursprungs
entwickelt werden: DAS NETZWERK IST DAS UNTERNEHMEN” (Manuel Castells).

FER f.e.r at sil.at
Sam Aug 27 00:55:01 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:42 pm

nicht der “gemeinsinn” haelt soziale zusammenhaenge zusammen, sondern das
´fließgleichgewicht´ etwa von ko-existenz und -konkurrenz und der sich
daraus entwickelnde konsens fuer SPIELregeln

ein tatsaechliches netznet-experiment, dass den namen ´vision´ verdient,
muss, ueber subjektzentrisches denken hinaus, evolutionstheoretische
aspekte ins SPIEL bringen: systeme sind blind fuer ziele, auch fuer
uebergeordnete ziele - multifaktorielle kreative zirkelschluesse, etwa
ziel-folgen-differenzen,garantieren den lauf.

FER f.e.r at sil.at
Don Sep 1 02:56:44 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 1:26 pm

Revolution macht glücklich.
Jetzt organisieren!

Dies ist eine Einladung, gemeinsam über politische Organisierung jenseits
von Parteistrukturen zu diskutieren und diese auch in Angriff zu nehmen:

am Samstag, 14.1.2006
um 14 Uhr
im Amerlinghaus, Stiftg. 8, 1070 Wien

Netzwerke und autonome Knotenpunkte sind Bestandteil der gegenwärtigen
kapitalistischen Gesellschaft. Es ist an der Zeit gemeinsam darüber
nachzudenken, wie wir diese relative Autonomie im Sinne emanzipatorischer
Veränderungsprozesse ausnützen können. Orientieren wollen wir uns an den
emanzipatorischen Momenten der gegenwärtigen gesellschaftlichen
Entwicklung,
die weder repräsentierbar noch delegierbar sind. Wir wenden uns damit auch
gegen identitäre Zuschreibungen sowie gegen alles, was Menschen ausbeutet,
unterdrückt und erniedrigt. Lustbetontes Handeln und die Frage nach den
Emanzipationspotenzialen darin sollen dabei als Maßstab jeglicher
verbindlicher Organisierung dienen.

Wie? Vielleicht in Form eines solidarischen Netzwerks mit plenarer
Koordination, autonomen Arbeitsgruppen und gemeinsamen politischen
Aktivitäten. Aber ohne „Glaubensbekenntnis“: Denn das Propagieren
bestimmter
Wundermittel - von „demokratischem Zentralismus“ bis zu „eherner“
Programmatik – führt nicht zufällig zu internen Grabenkämpfen und
autoritären Mustern. Im Gegensatz dazu sollte eine Organisierung von den
alltäglichen Erfahrungen und der relativen Zeit- und Handlungsautonomie
aller an ihr Beteiligten ausgehen. Zum Austausch der jeweiligen Erfahrungen
und Vorstellungen sehen wir einem behutsamen Umgang miteinander,
Selbstkritik, Humor und Solidarität als probate Mittel.

Im Anschluss an eine einleitende allgemeine Diskussion wird es im Rahmen
von
Workshops die Möglichkeit geben, Vorstellungen von Form und Inhalt
politischer Organisierung anhand konkreter Aspekte (wie z.B. „militante
Untersuchung“ oder „konkrete Protestformen“) zu bearbeiten. Der Debatte um
inhaltliche Eckpunkte politischer Organisierung soll ebenfalls Raum und
Zeit
eingeräumt werden. Jede neue Idee sehen wir jedenfalls als Bereicherung!

Dies ist also ein Angebot an alle InteressentInnen, gemeinsame Strukturen
und politische Aktivitäten zu entwickeln - und vergessen wir nicht das
Motto
der klugen Pinguine: Niemals alleine Losschwimmen!

Wien, im Dezember 2005

neues at gmx.at neues at gmx.at
Don Jan 12 12:53:38 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:42 pm

Sollte man nicht langsam daran denken wegen dem ansteigendem Spam und
Eigenwerbung die Liste zu moderieren?

Reini Urban rurban at x-ray.at
Don Jan 12 17:56:31 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:42 pm

koennen wir nicht die rakuschan’sche selbstvermarktung auch als
eigenwerbung definieren?

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Don Jan 12 18:49:11 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:43 pm

genau! wenn uns einer aus reiner selbstvermarktung staendig nervt dann
werfen mir ihn ausse. aber unseren projekte werden mir schon weiterhin
ankuendigen duerfen sollen.

Norbert Math n at alien.mur.at
Don Jan 12 20:03:02 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:43 pm

euromayday.at)Also wirklich, die REVOLUTION gehört aber auf alle Listen ;-)

Bei besagter Veranstaltung soll Leute der IG
Kultur und aus dem EuroMayDay-Umfeld (dwo auch
nich wenige KünstlerInnen aktiv sind)
(http://www.euromayday.at) stark an der
Vorbereitung beteiligt sein.

Also ab und zu halte ich es schon auch für “reine
Künstler” zumutbar, mit etwas Politischem
konfrontiert zu werden …

Also bei der “Mana”-Diskussion gings also auch um
nix grundsätzlich Politisches? Geht es da nicht
auch um die Suche nach neuen Wegen
emanzipatorischer Politik in der
“Netzkulturszene”? Das empfände ich schon als
eine etwas seltsame Sichtweise.

Das Leben wäre schon etwas fad wenn alles nur
dort wäre/hinkäme wo es “hin gehört”.

Kunst ohne Anregungen von “anderswo”, die muss aber spannend sein ;-)

Martin Mair martin.mair at mediaaustria.at
Don Jan 12 21:30:51 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:45 pm

“etwas politisches” warum nciht auch “gesellschaftskritisch”? Nein bitte
nicht. Das ist entsetzlich unerträglich nostalgisch und anachronistisch.
Und bitte erst recht keine “linke” Politik oder reaktionäre…

yasmin eva lara stjepanovic yasmin at stjepanovic.de
Fre Jan 13 00:12:23 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:46 pm

netznetz.net ist die liste der netznetz community und da koennen leute, die
sich dieser community zugehoerig fuehlen die anderen leute auch ueber ihre
projekte informieren.
das war seit beginn der liste so…

das ende der nahrungskette jg at monochrom.at
Fre Jan 13 11:26:10 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:46 pm

Eine kleine Zurechtrückung gestatte ich mir
vorzunehmen: Meiner Warhnehmung schient doch
allgemeiner Konsens zu herrschen, dass die
nächsten Schritte auch nur erste Schritte sind
und insbesondere die zur Verfügung gestellten
Ressourcen bei weitem nicht ausreichen werden.

Darum wurde ja auch mit grosser Mehrheit ein
breiterer Netzkulturbegriff und somit möglichst
breiter Zugang zu Mana beschlossen in der
Hoffnung, dass möglichst viele mitmachen werden
und so gemeinsam der politische Druck von unten
sozusagen erhöht wird und gemeinsam mehr erkämpft
wird.

Es liegt auch an der Community selbst. Als eher
aussenstehender vermag ich noch nicht wirklich
den grossen Zusammenhalt sehen. Ich erwarte mir
schon auch etwas mehr Diskussion, wie die
Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung
verbessert werden kann, wie gemeinsame Ressourcen
aufgebaut und verbreitet werden können.

Ein Projekt in Sachen “backbones” ist der
Serverraum beim NIG, bei dem ich auch ganz gerne
mitmachen würde (auf jeden Fall hätte ich einen
Server frei zur Verfügung (Pentium III 933 MHz
mit gespiegelter Festplatte und DAT-Laufwerk) den
ich gerne wo nutzbringend einbringen würde. Es
fällt mir schon auf, dass zumindest
halböffentlich nichts untereinander geteilt wird
(wohl unter der hand nur, wie so üblich in
Österreich).

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:48 pm



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