verein
Friday November 24th 2006, 8:02 pm
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> also auch netznetz muss an einer person(verein) aufgehaengt sein und
> repraesentiert werden, geht leider nicht anders! dazu steh ich …

ich nicht. sobald das ein verein ist, bin ich weg. sobald dass ein mission
statement hat, bin ich weg. und das ist keine drohung jemanden zu
verlassen, um irgendwelche prozesse zu verhindern, sondern soll mal
aussagen was ich an netznetz gut finde: der VERSUCH der kollaboration
(jawohl, speibts euch an, wenn ihr das wort nimmer hören könnt), und der
VERSUCH eines horizontalen netzwerks (jawohl, speibts euch an, wenn ihr
vor lauter schlechten erfahrungen nimmer an versuche glauben könnts).

[netznetz.net] Re: treffen.
thomas Don Okt 28 13:35:57 CEST 2004


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Möglicherweise verbringe ich zuviel Zeit in Großkonzernen, aber es gibt
zwei Tatsachen mit denen man sich abfinden muss:

1. Ab einer gewissen Projektgröße braucht es klare
Verantwortungsbereiche und Aufgabenteilungen.
2. Es ist wesentlich leichter Dinge zu zerstören als sie aufzubauen.

Ab einer gewissen Größe kann der Einzelne bei einem Projekt nicht mehr
bei allen Dingen mitmachen (sei es aus zeitlichen Gründen, oder Aufgrund
unterschiedlicher Interessen).

Ebenso ist es wesentlich leichter auf einem Server mittels ‘rm -rf’
alles zu löschen als diesen aufzusetzen oder zu administrieren.

Aus diesen beiden Gründen ist es notwendig das Einzelne gewisse Aufgaben
übernehmen und man sensible Bereiche gegen Vandalismus bzw. Sabotage
schützt.

Die große Frage für eine Gruppe wie NetzNetz ist wie man trotz dieser
Rahmenbedingungen eine für alle offene Struktur aufbaut, an der sich
jeder gleichberechtigt beteiligen kann.

Damit das funktioniert ist ein Grundsatz wichtig: Jeder kann, darf und
soll jeden ersetzen können.

Strukturen können nur funktionieren, wenn einzelne bereit sind für die
verschiedenen Teilbereiche einer Struktur Verantwortung zu übernehmen.

Eine Struktur in der in der jeder alles macht, kann eine zeitlang recht
gut funktionieren, läuft aber ständig Gefahr früher oder später an den
Dingen zu zerbrechen, die nicht gemacht werden. Weil sich niemand für
einzelne Aufgaben zuständig fühlt, oder jeder der probiert in einzelnen
Bereichen Aufgaben zu übernehmen gemobt wird, weil er dadurch eine
‘Machtposition’ einnimmt.

Es ist meiner Meinung nach eine simple Notwendigkeit, dass einzelne
Personen für einzelne Bereiche Verantwortung übernehmen und wir sollten
sie nach Möglichkeit dabei unterstützen und uns nicht in eine endlose
Strukturdiskussion versticken.

Gleichzeitig ist aber notwendig Strukturen zu schaffen die es zu
Netznetz neu hinzukommenden Personen oder Gruppen zu ermöglichen sich
gleichberechtig zu beteiligen.

Wirkliche Gleichberechtigung ist nur möglich, wenn jeder Neue vom ersten
Tag an jeden von uns ersetzen kann und darf.

Für den Netznetz Server bedeutet das:
- Es ist klar wie jemand der den Server mitadministrieren möchte dies
tun kann.
- Im Netznetz Wiki steht die Information, die ein Admin benötigt um den
Server vernünftigt administrieren zu können

Natürlich hat ein Admin eine gewisse Gatekeeper Funktion bzw. eine
‘Machtfunktion’. Der Trick einer wirklich demokratischen Struktur
besteht aber nicht in der Abschaffung dieser Position sondern darin,
dass jede das Recht und die Möglichkeit hat diese einzunehmen.

Wobei ich im generellen kein Freund großer Strukturen bin und dagegen
bin NetzNetz zu einen Monsterverein ala Public Netbase aufzublasen.

Meine Vision für den Netzkulturbereich ist vielmehr die einer
Guerillataktik in der viele kleine Gruppen unabhängig voneinander
arbeiten, sich aber punktuell zusammen tun wenn dies notwendig ist.

Für diese punktuelle Zusammenarbeit fehlt es aber derzeit in Wien an der
dafür notwendigen Koordination der Gruppen, bzw. an Orten wo diese
zusammen kommen um gemeinsame Strategien zu entwickeln.

NetzNetz könnte so ein Ort sein, bzw. ist dabei sich zu einen solchen zu
entwickeln.

[netznetz.net] KEIN PASSWORTSCHUTZ FÜR OFFENE NETZWERKE
Andreas Trawoeger qayamat at gmx.at
Die Nov 9 21:22:15 CET 2004

Comment by kanonmedia 11.24.06 @ 9:09 pm

ich war dabei der gruendung des sogenannten konsortiums und hab mich
damals schon geaergert und meine bedenken angemeldet: dass durch eine
konstruktion eines konsortiums einzelkuenstler/netzaktivisten oder
leute ohne angemessene interessenvertretung aus diesem konsortium
ausgeschlossen sind/werden. meine befuerchtungen haben sich ueber die
letzten jahren hinweg bestaetigt.

ich bin froh dass es einer initiative wie netznetz gelungen ist, dass
konsortium aus der reserve zu locken.

obwohl ich mit der konstruktion der netznetzstruktur auch nicht 100%ig
gluecklich bin. software-bewertungen und basisdemokratische abstimmungen
werden keine innovativen gedanken zulassen, dass hab ich bei so manchen
versuchen (zb WUK) mitbekommen.
ich waere da eher fuer einen demokratisch anonym gewaehlten praesidenten
von netznetz auf zeit. aber das ist nicht so wichtig, notfalls
funktioniert auch ein softwarepraesident.

wichtig ist dass alte strukturen aufgebrochen werden.
nochmals gratulation.

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Die Jul 12 12:49:02 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 4:48 pm

es gilt, die regeln der erstaunlich boomenden kommunikationsmoeglichkeit zu klären und als community zu verfestigen
genauso – hier wieder ein argument, dass weiss man nicht erst seit mans auch in FERs Sud rauslesen kann – es muss klare
spielregeln für netznetz geben. und diese „social software“ werden am sprint wohl eine mindest so grosse rolle spielen
müssen wie die technische software.

bis das soweit ist, ist jeder scheinbar sein eigener onkel. leider.
spannend wirds, wenn sich die onkeln und tanten zusammentun
und trotzdem keine netzarbeiterpartei gründen.
(politische haltung ist dafür trotzdem – umso mehr – notwendig)
da stehen wir.

eSeL esel at esel.at
Don Aug 4 11:43:56 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 11:27 am

in den vergangenen Wochen haben sich zahlreiche Stimmen – via Liste
oder per Mail an mich – mit Beiträgen zum Thema netznetz 2.0
gemeldet, also einer Formalisierung der durch quasi Gewohnheitsrecht
entstandenen Spielregeln (weit über blosse Abstimmungsmodalitäten
hinaus) zur Weiterentwicklung unserer Initiative in Richtung einer
dezentral organisierten Institution.

Warum dies wichtig ist, ergibt sich vor allem aus der Tatsache, dass
netznetz seit Jahresbeginn 2006 über ein selbstverwaltetes Budget
verfügt, für dessen faire, zweckmässige und transparente Vergabe
netznetz verantwortlich ist und dieses Verantwortungspaket in
Teilverantwortlichkeiten für Subbereiche strukturieren und nach klar
definierten Regeln vergeben muss.

Eine Sichtweise wie diese ist meiner Ansicht nach wenig aufgeklärt;
respektive emanzipiert:

Am 09.02.2006 um 12:34 schrieb wer wer:

> Seit heuer werden Förderungen für Kunst und Kultur im Netz von der
> Gemeinde Wien auf Basis einer Software vergeben. Verwaltet wird
> diese Software von der Vereinigung “NetzNetz”, die dadurch zum
> ausführenden Kontrollorgan der Gemeinde umfunktioniert wird.

Dagegen möchte ich ein Wort des Philosophen Henry David Thoreau
halten; es leitet dessen berühmte Schrift von 1849 mit dem Titel
“Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen des Staat” ein:

“Ich habe mir den Wahlspruch zu eigen gemacht: ‘Die beste Regierung
ist die, welche am wenigsten regiert’; und ich sähe es gerne, wenn
schneller und gründlicher nach ihm gehandelt würde. Wenn er
verwirklich wird, dann läuft es aus die hinaus – und daran glaube ich
auch: ‘Die beste Regierung ist die, welche gar nicht regiert’; und
wenn die Menschen einmal reif dafür sein werden, wird dies die Form
ihrer Regierung sein.”

Das Wesen der Selbstverwaltung – so meine Annahme – entspricht also
einer gelebten, emanzipierten Praxis mündiger BürgerInnen (das
schliesst auch KünstlerInnen und Kulturschaffende mit ein), die
jedoch niemanden darauf vereidigt, sich apriori das ‘existenzielle
Mascherl’ umbinden zu müssen, wenn er oder sie mit dem politischen
Gegenüber über Modalitäten und Details dieser Selbstverwaltung
verhandelt.

Auch publizistische Elaborate mit markigen Überschriften wie
‘Kollaborateure spielen Schifferlversenken’ oder ‘Desperados im
Dienste der Macht’ übersehen – wissentlich oder unwissentlich –
offenbar diese fundamentale Dimension unseres Diskurses; so scheint
mir gerade die Beobachtung/Beschreibung der Beobachtung/Beschreibung
(FER, am 10.02.2006 um 01:1) eine falsche oder rhetorisch verzerrte
Anwendung von Epistemologie zu sein.

Es ist keinesfalls eine Beobachtung/Beschreibung 2. Ordnung, vielmehr
- schmerzhaft banaler – das Schreiben über einen Sachverhalt auf der
Grundlage von Informationen aus 2. Hand (!), bekanntlich ein
absolutes ‘don’t’ für jede/n publizistisch Tätige/n. Erich Kästner
hat dieser Grundregel journalistischer Ethik in seinem Vorwort zu
‘Emil und die Detektive’ ein literarisches Denkmal gesetzt:
bekanntlich entstand der Roman, dessen Handlung in Berlin spielt, aus
dem Wunsch, einen pompösen Südseeroman zu schreiben; was letztlich
daran scheiterte, dass der Autor nie die Südsee bereist hatte.

Zunächst regten sich erste Vorstösse, die die Qualität
institutioneller Verdichtung herausstreichen, etwa jener von Thomas
Thurner.

Am 19.01.2006 um 14:27 schrieb Thomas Thurner:

> reden kann man auch über die (meiner Meinung nach) nicht länger
> haltbare
> Proklamation von netznetz: Kollaboration statt Institution. Das ist
> schlichtweg non-sense. Im allerersten Taumel des “gegenseitigen
> Bemerkens”
> (Künstelrhaus 2004) hat’s wohl so ausgesehen, als würden die dort
> Versammelten soetwas wie eine kollaborative Basis für das Wachsen
> einer
> weiteren Generation der Netzkultur sein. Ist es aber nie geworden.
> Viele
> neue Kommunikationstränge haben sich ergeben, die auch in Zukunft viel
> bewirken können, doch die Qualität einer institutionellen Verdichtung
> scheint mir – wenn ich so in der Runde blicke – nicht erreichbar.

Dagegen wenden sich prompt Stimmen, die netznetz als ‘reine
Mailingliste’ sehen wollen, so beispielweise Martin Slunsky u. a. –
ein unvereinbarer Widerspruch? Dächten wir das Argument von Thomas
konsequent durch, und ich tue dies hier und jetzt bewusst überaus
phantasielos (eventuell sogar gegen Thomas’ Intention), käme die
Gründung eines Vereins der Sache wahrscheinlich am nächsten.

Der Koordinator (Developper, (c) eSeL), also derzeit ich, entspräche
dem Obmann oder Vorsitzenden, der stellvertretende Koordinator, also
Christoph Theiler, entspräche dem Obmann-Stellvertreter oder
Stellvertreter des Vorsitzenden, das Personenkomitee (Hans Bernhard,
Ella Esque, Andreas Findeisen, Johannes Grenzfurthner, Liz Haas,
Simon Häfele, Jan Lauth, Stefan Lutschinger, Doris Kaiserreiner,
Martin Slunsky, Mathias Tarasiewicz, Christoph Theiler, Thomas
Thurner) entspräche dem (erweiterten) Vereinsvorstand, die Members/
Whoisnetznetz (http://netznetz.net/wiki/index.php/WhoisNetznetz)
entsprächen den Vereinsmitgliedern.

Beim net.art community congress in Graz vergangenen Dezember wurde
dieser pragmatische Zugang netznetz auch nahegelegt, ich lasse das
mal so stehen.

Eine mögliche Variante hierzu wäre – Hans Bernhard, Andreas Findeisen
und ich haben nach intensiven, mehrmonatigen Diskussionen da gewisse
Präferenzen – die Sache auf den Kopf zu stellen und zu fragen, welche
genauen Funktionen eine neue Organisationsform für netznetz erfüllen
soll. Hans fordert eine Aussenpolitik für netznetz (http://
listen.esel.at/pipermail/liste/2005-November/002148.html), Andreas
Findeisen wünscht sich eine permanente Dokumentationsstelle und
Pressearbeit für netznetz.

Der Vorschlag lautet, aus dem Budget der Annual Convention ca. 10.000
- 15.000 Euro für eine Jahresbetreuung des Festivals aufzuwenden, was
eine kontinuierliche Beschäftigung von 1-2 Leuten ermöglichen würde.
Da das Budget der Annual Convention durch Sponsoring wieder
aufgefüllt werden könnte, erscheint mir dieser Vorschlag durchaus
diskussionswürdig.

Sicher ist, dass das derzeitige Rotationsprinzip zwar vorderhand
einen effizienter Antikorruptionsmechanismus darstellt; dies
geschieht aber auf Kosten von Effizienz und Strukturstabilität. Die
beschriebene Option würde dafür sorgen, dass den Koordinatoren/dem
Personenkomitee eine stabile Struktur zur Durchführung der gewaltigen
Aufgabe der Festivalproduktion (inkl. der Organisation der
OpenSpaceConference zur Vergabe der Backbone Projects im Rahmen der
Convention) zur Verfügung steht, die jedoch – auftragsgebunden, den
‘Mitgliedern’/Whoisnetznetz verpflichtet – relativ autonom agieren
könnte.

Fazit, es lautet die Frage: könnte diese permanente Presse- und
Aussenpolitik-Einrichtung (wie oben skizziert) _ein_ konstitutives
Element – dezentral aufgemacht an der Convention – einer neu zu
situierenden Struktur für netznetz sein? Oder bräuchte es doch die
Gründung eines Vereins, oder die Entwicklung von etwas neuem,
vereinsähnlichem? Oder welche Alternativen fallen euch hierzu ein?

Um an Thoreaus’s Wort zu erinnern: Selbstverwaltung bedeutet vor
allem die Übernahme von Verantwortung. Verantwortung zu übernehmen
bedeutet aber gleichzeitig Macht zu erhalten und besitzen, und diese
Macht gründet sich _immer_ auf a) finanzielle und b) personelle
Ressourcen. Das Personenkomitee hat mit der Durchführung der
‘Parliaments of Art’ und der erfolgreichen Verhandlungen zu
gesicherten Autonomie von netznetz im Jänner Punkt a)
sichergestellt, und muss nun b) personelle Strukturen aufbauen, die
eine zweckgemässe Arbeitsteilung ermöglicht, um Punkt a) planmässig
umsetzen zu können; was mit anderen Worten bedeutet, sicherzustellen,
dass das Budget der Kulturabteilung so eingesetzt wird, dass es mit
minimalen administrativen Kosten dort ankommt, wo es hingehört:
nämlich bei den Netzkulturschaffenden, also bei euch!

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Son Feb 12 19:13:57 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 5:54 pm

also die einize art von verein/jury, die ich akkzeptieren koennte,
waere jemand komplett neutraler, der/die mit der bisherigen
entwicklung nichts zu tun hatte. Diese “machtposition”/
vereinsvorsitz/jury soll evtl. fuer den job bezahlt werden aber darf
selber einige jahre nachher nicht beantragen.

ansonsten ist das nicht glaubwuerdig.

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Son Feb 12 23:31:16 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 5:55 pm

Du hast mich völlig missverstanden: ich spreche nicht von einer
‘Machtposition’ eines/einer Einzelnen, sondern von der Macht/
Verantwortung der gesamten Gruppe (alle Stimmberechtigten). Jede/r
hier, der die Diskussionen des letzten jahres verfolgt, weiss doch
längst, dass die Vergabe von Grants durch den Entscheid der Community
durch Voting geregelt wird. Deswegen dürfen ja auch Menschen
einreichen, die in die Entwicklung involviert sind. Solange das
Modell der autonomen Selbstverwaltung gilt, ist dies bindend. Eine
‘neutrale Person(engruppe)’ von ‘aussen’ zu beauftragen, käme einer
totalen Zerstörung dieses Modells gleich und ist für unsere
Aufgabenstellung hier kein realistisches Szenario.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Mon Feb 13 14:10:30 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 5:56 pm

ich vermute es wird auf eine kuratoren-jury-geschichte hinauslaufen …
für 2006 gibts da nicht mehr viel zeit für neuentwicklungen, auch
deshalb, weil kaum neuansätze in erscheinung treten.
wir werden also irgendwas (vereinsstatuten, parlaments-geschäftsordnung,
verfassung ) heranziehen müssen und für unsere bedürfnisse
zurechtbiegen/zimmern.
das ist nicht sehr hip. eigentlich schade
auf der anderen seite: warum auch immer das rad neu erfinden … ist
auch was dran.

wechselstrom christoph at wechsel-strom.net
Die Feb 14 01:11:41 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 5:57 pm

> ich vermute es wird auf eine kuratoren-jury-geschichte
> hinauslaufen … für 2006 gibts

Ich glaube das ist nicht so schlecht. Ich seh das so, dass die
community fuer solche zwecke, einer unabhaengigen (!!!) jurorengruppe
die macht der entscheidung gibt (aber nicht mehr!). Das macht die
community wohlweislich, weil ihr selber (mittlerweile hoffentlich)
bekannt ist, dass sie sich sonst selber zerfleischt.
Die Jurorengruppe darf im gegensatz aber nicht von den foerdertopefen
etwas haben.
Und am besten (nur um das klar zu machen): einige jahre nachher auch
nicht.

Weiters ist die Jurorengruppe fuer “juristische” Entscheidungen
(streitfaelle) zustaendig.

Der “Vereins”vorstand (oh gott, wollen wir wirklich sowas?) regelt
NUR das operative
nach wuenschen der community. Er darf selber nichts aus der kassa zu
eigenzwecken nehmen.

Und regelmaessige Community Plena muessen so begriffe wie was heisst
“Infrastruktur” etc. mit griffigen Definitionen ausfuellen und die
restlichen “Gesetze” (=Regeln) fuer das ganze prozedere machen. Die
mitglieder des plenums werden aufgrund des willens des steuerzahlers
gewaehlt. :)

Ok jetzt sind wir an einem punkt, bei dem wir beginnen koennen ueber
gewaltentrennung und vor allem checks nachzudenken. Ich hoer aber im
moment mal mit dem gedanken hier auf. Ich glaub die idee kam rueber.

Ja, das ganze ist ziemlich unsexy. Heisst “Demokratie” und ist gross
und muehsam. Aber es funktioniert und ist erprobt. Und es gibt
weniger anlass zu streitereien.
Aber wenn schon “Parliament of art”, dann doch so oder?

Ach ja, das ganze konzept ging gut, bis 3 jahre spaeter Team
Teichenberg zur riesen mega-corp. mutierte und ihre consulting firma
wegen aktenfaelschung aufgeloest wurde.
TT kam natuerlich mit Millionen davon und feiert ein froehliches
leben in der suedsee. Die Zeitung Esel.at konnte mit
exklusivberichten aufwarten und wir alle hatten was zum lesen und reden.

—–
Fazit: ja, jurorengruppe ist ok. Solange die unabhaengig sind UND
solange die community klare begriffe und vorgaben finden kann, nach
denen die zu entscheiden haben. Und daran muss gearbeitet werden.

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Mit Feb 15 13:22:17 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 5:59 pm

Du kannst es auch gerne am Argument ‘Steuergelder’ aufmachen.
Verstehe ich dich also richtig, dass du partizipative Verfahren zur
Vergabe von Steuergeld, respektive partizipatorische Budgets,
grundsätzlich ablehnst? Diese sind nämlich dezidiert (Stichwort:
Porto Alegre) als _Antikorruptionsverfahren_ entwickelt worden und
werden seit Jahren weltweit evaluiert.

Verstehe ich dich da richtig, du hältst PolitikerInnen oder Jurys für
glaubwürdiger als deine unmittelbaren KollegInnen aus der Szene?
Naja, ich will dir deine Illusionen nicht nehmen.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Die Feb 14 02:03:59 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 6:00 pm

Um mal die diskussion zu einem punkt zu bringen:

_Ich_ wollte nur sagen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Checks_and_Balances
bzw.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltenteilung

Ich seh im moment nicht wirklich den mechanismus fuer “checks”.
Und ich glaube er ist wichtig. Ganz besonders, falls sich hier die
mehrheit fuer eine institutionalisierung entscheiden, wie von Stefan
L. vorgeschlagen.

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Die Feb 14 16:18:06 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 6:02 pm

Super, genau darauf möchte ich hinaus.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Die Feb 14 19:19:25 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 6:03 pm

Am 13.02.2006 um 00:03 schrieb Or-Om:

> “Bestimmte Elemente eines Vereinsstatutes können auch in low level
> Organisationen einer Community vorkommen, die noch weit von einem
> Verein entfernt sind. Dazu ist es vor allem nötig, die Präambel und
> viele andere Elemente des Vereinsrechtes in eine “neuen”
> Terminologie zu transferieren. Also: keinswegs einen Verein
> anstreben, das habe ich auch im Option democrator durchgestrichen
> aufgeführt! sondern low level fixation eines Community-Statute, in
> dem bestimmte Elemente des Vereinsrechts
> Eingang finden.
>
> Schon in der Präambel müßte aber der Unterschied zu einem Verein
> betont werden. usw. In die Richtung sollte man vielleicht denken
> und planen.”

Stimme dir zu: eine Präambel würde helfen, einige Grundgedanken zu
klären.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Mon Feb 13 14:49:37 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 6:05 pm

2. Gründen der Betreiber Gesell- oder Genossenschaft um flache
Hierarchie abzubilden / zuzulassen.
(Gesell- oder Genossenschaftsanteile und Mitspracherecht /
Stimmverteilung innerhalb der Struktur sowie die Grundregeln der
Kommunikations- / Informationsflüsse sollen festgelegt werden. ) Die
Struktur eines Vereins ist meiner Meinung nach nicht adäquat, da von
Grund aus viel zu Hierarchisch gedacht und bekannt.
ACHTUNG! Flache Hierarchien sind oft nicht so flexibel wie man es sich
auf den ersten Blick erwarten würde. Ein Vereinskonstrukt mit kleinem
Vorstand und so ist bei weitem effektiver und schneller beim agieren,
beschränkt aber dadurch die Mitbestimmungsmöglichkeit für Mitglieder
die nicht im Vorstand sind immens.

Diejenigen Personen die den Betrieb der Gesell- oder Genossenschaft
aufrecht erhalten SOLLEN bezahlt werden, können aber nicht an der
weiteren Fördervergabe teilnehmen:

* Vor allem wird es notwendig sein, zur Abdeckung des Bürokratiekrams
in einer Finanz-Abrechnungsabteilung 2 Personen [wegen Urlauben,
Reisen,.....] zu beschäftigen. Wenn wir schon die Koordination von
Geldern übernehmen, ist das sichtlich unerlässlich. Hier plädiere ich
sogar für eine KOMPLETT TRANSPARENTE BUCHHALTUNG. ( Heisst: Jeder Cent
ist öffentliche einsehbar. [So Eine Idee.])
* Ein weiteres 2 Personen Gespann müsste sich jedenfalls um die
Terminkoordinationen und die Abwicklung der internen
Kommunikationsflüsse [Ankündigungen und Protokolle der Sitzungen,
Ausschreibungen, Gesellschafterinformationen, ect.] bemühen. Dieses
Gespann sollte umbedingt regelmäßig ( z.B. im 2 Jahres Rhythmus ) neu
bestimmt [gewählt] werden. Mehrmals hintereinander sollte keine/r in
dieser Position bleiben. Das System soll ja nicht erstarren, sondern
Wechsel und “frische Blut” zulassen und fördern!
* Ein Beraterteam von [internationalen] Experten sollte die
langfristige künstlerische Ausrichtung durch Vergabe von Mittel an die
[Backbone-] Infrastrukturprojekte lenken können.
* Des weiteren schlage ich ein [wechselndes eher kleines 4-6]
Personenkomitee vor, das die strategische Ausrichtung der Gesell- oder
Genossenschaft gegenüber der Politik & anderen Fördergebern plant und
durchführt, da es hier oft notwendig ist schnell zu reagieren.
* Für die Abwicklung und Beobachtung der Fairness innerhalb des
jeweiligen Modus der Fördervergabe für die [Network-Grants] ( 2006 ist
das Vergabemodell dafür “Community-The Game Hybrid Direct Voting” )
sind weiter (3-4) Personen notwendig, die KEINE Network-Grant
Förderungen beziehen.

* Eventuell würde es in späterer Folge sinnvoll eine gemeinschaftliche
Drittmittel-Aquistitation (Fundracing-) und eine Presseabteilung
einzurichten.

Weiters sehe ich dringenden Bedarf an:
* Internationalen Koordinations- & Informationsbeauftragten [Agents].
Sie könnten sich aktiv um internat. Ausstellungen / Publikationen
kümmern.
* Unabhängige Koodinationsbeauftragte zur Organisation der
[AnualConnvention] die meiner Meinung nach UMBEDINGT im AUSLAND
stattzufinden hat.
* Eine INTERNATIONALISIERUNG der durch das “Wiener Foerdermodell Neu
2.0″ geförderten Personen / Labels & Projekte ist DRINGEND notwendig.
Dafür würde ich sogar so weit gehen, zu sagen das wir umbedingt ein
Übersetzer-Team benötigen.
*ALLE Entscheidungen, Vorgehensweisen, Ausrichtungen,
Beschwerdeabwicklung, ect. sollten in einer im 2 Monate Rhythmus
stattfindenden Vollversammlung ( aller Genossen- oder
Gesellschaftsteilnehmer ) ausgehandelt werden.

Damit sollte ein dauerhafter Basis-Betrieb des “Wiener Foerdermodell
Neu 2.0″ gewährleistet sein.

bIn/Sh binsh at sonance.net
Die Feb 14 13:19:49 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 6:09 pm

Der Punkt ist, dass 2 Dinge auseinander gehalten werden müssen: Die
offene Community netznetz und das Fördersystem MANA.

MANA muss definitiv professionell produziert werden, da die Kohle endlich
fliessen muss. Wir können noch Jahre diskutieren, das bringt’s nicht.

Für MANA braucht’s einfach ein aktionsfähiges Team, das professionell
arbeiten kann. Bei Sprintosium haben mich persönlich viele Leute zutiefst
enttäuscht, weil wir dort (ultimativ letzte Gelegenheit für 2006!!!)
endlich gemeinsam die dafür notwenigen formalen Strukturen erarbeiten
wollten: klare Entscheidungen über Teilnahmebedingungen, Umreissen des
konkreten Fördergegenstands, und ein MANA-Realisationsteam mit
entsprechendem Mandat der Community ausstatten.

Was ist passiert: wie immer – viele Diskussionen, keine Entscheidung
(obwohl zwingend vorgegeben).

Es gab also aus der Sicht der Verantwortlichen bei der Stadt Wien genau
zwei Möglichkeiten Mitte Dezember (am letzten Tag des Sprintosiums = am
Vorabend der betreffenden Gemeinderatssitzung): entweder ich übernähme
das Projekt in Alleinverantwortung – die Bedingung der Stadt – oder das
Projekt wäre als gescheitert erklärt worden. Tut mir leid, euch das mal
offen in aller Härte sagen zu müssen, aber das ist nunmal Sache. Hätte
ich mich nicht auf diesen Vorschlag eingelassen, könntet ihr euch über
weiss der Teufel was streiten, aber nicht mehr über Fördergeld.

Darum suche ich mir nun selbst diejenigen Leute aus, mit denen ich – für
die Community! – das Ding auf den Boden bringe. Punktum.

Das bedeutet auch, dass aus dem (derzeit) informellen Personenkomitee in
Kürze eine formale Organisationsform entstehen wird, das mit einem Mandat
ausgestattet werden wird. Fazit: Vereinsgründung für MANA, offene Wahl
von VertreterInnen mit Mandat der Community auf 1. Jahr, und keine
Alternative oder Diskussionen dazu.

netznetz kann und soll gerne eine nonhierachische Was-auch-immer Struktur
bleiben (der berühmte Pudding, der sich nicht an die Wand nageln lässt),
aber MANA muss laufend entscheidungsfähig sein, warum ist ja logisch.
Darum müssen schleunigst Nägel mit Köpfen gemacht werden, denn das Geld
muss dort ankommen, wo es hin muss: zu euch.

Stefan Lutschinger a9306158 at unet.univie.ac.at
Mit Mar 8 02:45:01 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 7:59 pm

Warum gründet man nicht einen
Verein (Vereinszweck Vergabe der Fördermittel laut Beschluß der Gemeinde)? Ich
weiß, das klingt spießig (manche würden sagen: vereine sind instrumente des 19.
Jhdts, sowas brauch’ ma nicht), kann auch nicht alle Probleme lösen aber
definitv etwas Struktur und Verbindlichkeit in die Angelegenheit reinbringen.
Gscheide Statuten schreiben, das ganze mit der Gemeinde akkordiert – Leo’s
Vorschlag über die Member Struktur kann sicher 1:1 eingearbeitet werden – eine
Gründungsversammlung machen und los geht’s. Mitgliedsbeitrag ein Euro pro Jahr.
Damit könntet ihr euch alle einen großen Gefallen tun, denn mit dem
gegenwärtigen Hickhack stehlt ihr euch gegenseitig Zeit/Geld und Nerven. “War
of attrition” nennen Ökonomen sowas – sozial gesehen hoch ineffizient.

So weit ich mich erinnere hat Stefan bei diesem Treffen im monochrom raum auch
gesagt, dass er einen Verein haben wollte.

Wolfgang Hoechtl Wolfgang.Hoechtl at uibk.ac.at
Son Mai 28 11:51:45 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:18 pm

Ab einer gewissen Größe braucht eine Community klare
Verantwortlichkeiten und Entscheidungsstrukturen – zumal wenn es um die
Verwaltung und Verteilung von Geld geht.

Und aus jahrelanger Erfahrung mit Basisdemokratie in Action kann ich
auch Wolfgangs diesbezügliche Beurteilung nur bestätigen.

Helga Köcher 29/05/06

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:22 pm

“Checks” und “balances” und “good governance”. Und dann noch Vereine,
Statuten und Vorstände. Recht intensiv geht hier der Ruf nach greifbaren
Strukturen durch die Liste. Ob dabei der Verein als taugliches Mittel für
die Allianzen der Netzkulturen im 21. Jahrhundert wirklich zur Diskussion
steht bestreite ich.

Was bedeuteten den die Entwicklungen, die hier vorsichgehen? Das ist doch
nicht ein x-beliebiger Geldtopf der hier vergeben wird. Dieser
Fördersystem steht für ein Ringen um Innovation und Unabhängigkeit – für
eine Entkoppelung von Interessensvertretungspolitik und Förderpolitik -
für eine Emanzipierung vom Lobbyingzirkus – für einen echten Neuansatz zum
Thema “Wie entsteht ein Förderansatz und wie werden Mittel vergeben”.

Und mit dem Einsatz von Bandbussen, Peanuts, Wahlurnen, Flamewars und ewig
vielen Diskussionen passiert hier gerade Innovation. In zwei/drei Jahren
wird dann im Rückspiegel zu sehen sein, wie weitreichend dieses
Unterfangen Zukunft war und dann wahrscheinlich noch immer ist.

Jury und Verein mögen gute Mittel für das Hergebrachte, für das Sichere,
für das allen Begreifliche sein – Innovation schaffen sie nicht.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Mon Mai 29 20:29:34 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:25 pm

Harald Katzmair, leiter des FAS.research-institutes, philosoph und
netzwerkanalysist, sagte in einem interview n.a.:

“Ich habe in den letzten Jahren rund um dieses Netzwerkthema das Institut
aufgebaut. Es steckt eine produktive, kreative Wut hinter dem, was wir
machen. (…) Ich glaube, dass es stark um eine Kultur geht, innerhalb der
Menschen Entwickklungsmöglichkeiten haben, und nicht so sehr um eine Kultur
der Regulation und Kontrolle.
Die Wissenschaft, die derzeit die meisten Kontakte und Anschlüsse hat (zu
andere disziplinen), ist die Biologie. Insbesondere die Mikrobiologie und
die Bioinformatik bis hin zur Linguistik.
Insofern sind die Wissenschaften im Vorteil, die möglichst viele Anschlüsse
produzieren können.”

(und das ist hier die kunst – eine via kommunikation und technologien
beliebig steigerbare disziplin -> medienkunst/netzkulturen – was im falle
des letzteren besser, wie schon eingefuehrt, als ´multiple centers of
expertise´ (Jasanoff, Sheila, 1990) bezeichnet werden sollte.)

Katzmair weiter:
“Die Brücke zwischen Kulturwissenschaften und Naturwissenschaften wird
durch die Formalwissenschaften gebildet.”

(he techies, programmierer wacht auf!- es geht um die bruecke (um diese
abgenudelte metapher zu verwenden). und ihr alle – die netznetler – werdet
euch doch sicher darauf einigen koennen, dass bei dieser AC etwas fuer alle
innovationsbewegten (!) netznetler/innen dabei ist.)

Katzmair weiter:
“Das Geheimnis von überlebensfähigen und innovativen Strukturen ist ihre
Skalierbarkeit. Wenn ich Spezialisten brauche, die an einem Problem
arbeiten, brauche ich keine Diversität. Aber wenn ich Brainstorm will, um
auf neue Ideen zu kommen, muss ich möglichst unterschiedliche Leute
zusammenbringen. Jede Phase benötigt unterschiedliche Strukturen. Es geht
um den Akt der Poiesis.”

obiges laesst sich auch mit der unterscheidung in Cooperation-Trust
Netzwerke (akteure mit weitgehendem konsens: gut fuer spezielle
problemloesungen) und Access-Diffusion Netzwerke darstellen. in letzterem
treffen auch nicht-verbundene teile des netzwerks zusammen, dadurch kommt
es leichter zu strukturellen spannungen und teils ´heavy´
auseinendersetzungen (was kultur-onkel & -tanten aller jahrgaenge (!) als
“ruede” und “unreif” bewerten; fuck off!). aber genau das – heterogenitaet
und diversitaet – sind die idealen faktoren, damit emergenzen in einem
sozialen zusammnenhang zu innovationen werden koennen – damit neues
entdeckt und entwickelt werden kann.

mit “kunst fuer alle”, wie das sozialdemokratische kulturmodell der
70er-jahre lautete, hat das sicher nichts zu tun. genau besehen, ist
jedweder polit-ideologische balast fuer innovationen ein hindernis. kein
widerspruch dazu waere ein damit verbundener anspruch, einen ´dritten weg´
zwischen us-amerikanischen neoliberalismus und deutsch-franzoesischem
sozialen konservativismus ´in den blick zu ruecken´.

kurzum, was netznet braucht – und woran es der politik mangelt (!) – ist
die entwicklung einer systemischen intelligenz ihrer operationsweise. ABER
FUER SO ETWAS BRAUCHT ES ZEIT – und keinen druck und stress seitens der
politik (die die subvention als eine investition betrachtet, um am
operativen wissen von netzkulturen partizipieren zu koennen – alles klar,
wer da partizipieren will!!!)

und so ist es kein zufall, dass ich letzthin schrieb, dass es unter den
aktuellen umstaenden, in denen etablierte feste zuordnungen einer
dezentralen logik kontingenter situativer rekombinationen weichen
(muessen), es eben unumgaenglich ist, dass fixe erwartungen schon mal nicht
eingeloest werden.

ein mail mit diesem wortlaut, auf das ich hier bezug nehme, haette ich mir
von Thomas Thurner schon im vergangenen jahr gewuescht. aber alles braucht
eben seine zeit. als ich checkte, dass die stadt wien die sogenannte kunst
im oeffentlichen raum unter das kuratel eines ´projektleiters´ (sheriffs)
stellt, habe ich mir quasi geschworen, keine anstrengung zu scheuen, um das
fuer eine wiener netzkultur, was immer, zu verhindern. als der plan ruchbar
wurde, dass ´das programm´ von der MA 7 bzw. MA 14 (edv-leister der stadt
wien) “verwaltet werden soll”, habe ich ´die knarre voll durchgeladen´. und
weiterhin wird sich kein kultur-onkel und keine kultur-tante (aller
jahrgaenge) sich erfrechen, ueber etwas zu reden und zu urteilen, von dem
sie keinen blassen schimmer haben.

man braucht demnach bspw. weder “Der Partisanenkrieg” von ECG noch das
“Handbuch der Kommunikationsguerilla” von der a a.f.r.i.k.a g gelesen zu
haben – ein fehler ist es sicher nicht -, um mit obigem vorsatz eine
veranstaltung wie letzten mittwoch, den 24.5.06., im depot ´zu sprengen´.

und sehe mich damit – alles in allem – bei allen unterschieden im kreis von
At 20:30 29.05.06 +0200, Lutschinger wrote:
>
Leo Findeisen, Christoph Theiler, Hans Bernhard, Liz Haas, Martin Slunsky,
Thomas Thurner etc. etc. – die sich seit jeher massiv GEGEN ein derartiges
Konstrukt (verein – gaehn!; anm. von mir) ausgesprochen haben.
>
(keine sorge leute, ich bleibe weiter nur fan und deswegen EXTREM
interessiert an dem ganzen).

bleibt mir nur noch:

KOMPLEXISTEN wider den REDUKTIONISTEN!

FER f.e.r at sil.at
Die Mai 30 02:17:54 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:25 pm

Gut, dass Wolfgang – hi! – die seltsamen Gerüchte aus der Metalab-Ecke
(vgl. Pauls vorletzte Mail) hinsichtlich meiner Haltung in dieser Sache
richtiggestellt hat. Ich darf übrigens daran erinnern, dass ich der erste
war, der diesbezügliche Forderungen (Gründung eines Vereins bzw. ARGE
als Rechts- und Geschäftsträger) erhoben hat. Dabei wollen wir aber
nicht vergessen, warum andere – Leo Findeisen, Christoph Theiler, Hans
Bernhard, Liz Haas, Martin Slunsky, Thomas Thurner etc. etc. – sich seit
jeher massiv GEGEN ein derartiges Konstrukt ausgesprochen haben.

Die prognostizierte Standardreaktion des Hegemons in unserem Fall wäre im
Falle einer Vereinsgründung, mal im Rahmen der nächsten Treffen
‘freundschaftlich’ darauf hinzuweisen, dass bei einer Vereinsgründung -
im Namen der Unabhängigkeit (!) – erstmal eine Trennung in
Geschäftsleitung und Vorstand vorzunehmen ist. Klaro, die Leute können
sich doch nicht selbst kontrollieren. Was liegt also näher, als
berufsmässige Kontrolleure in den Vorstand zu setzen? Das ‘erleichtert’
ja auch künftige Verhandlungen mit den ‘Partnern’ innerhalb der Stadt
Wien. (Wer sich über diese etablierten Praktiken informieren will, kann
die beiden Fallbeispiele Okto und Radio Orange studieren – und auch die
Netbase wird dies nur bestätigen können.)

Stefan Lutschinger a9306158 at unet.univie.ac.at
Mon Mai 29 20:30:53 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:29 pm

Netznetz ist eine Community aus Personen, die sich für Netzkulturen
interessieren. Die Idee, die der Community die Basis verleiht ist also
das Interesse an Netzkultur. Netznetz konstituiert sich allein und nur
allein über eine, für alle offene Mailingliste (liste at netznetz.net
), in die sich jede Person ein- und auch
austragen kann. Diese Liste wird nicht moderiert, und es werden auch
keine Personen oder Personengruppen davon ausgeschlossen. So finden sich
auf der Liste neben NetzkünstlerInnen auch Leute aus der Wirtschaft,
PolitikerInnen, MitarbeiterInnen von institutionalisierten Einrichtungen
(z.B. netbase) und so weiter. Entstanden ist netznetz aus einer
Initiative von Lorenz Seidler im Jahr 2004.

*Die auf der Mailingliste (liste at netznetz.net
) frei geäußerten
Ideen/Vorschläge/Wünsche/Theorien/Initiativen setzen einen Prozess der
Flotation* und Sedimentation* in Gang, der verschiedene
Veranstaltungen/Events/Kooperationen/ Fundraising -Aktivitäten
(Flotierender Prozess) und _temporäre_
Organisationsformen/Personenkomitees (Sedimentation) erzeugt.*

* Flotieren ist das Trennen eines in Wasser oder in wässriger Lösung
dispergierten, körnigen Stoffes in Qualität verschiedene Anteile durch
Ausnutzen unterschiedlicher Grenzflächeneigenschaften der Teilchen,
wobei die vom Wasser schwer benetzbaren Anteile an Gasblasen angelagert
und anschließend als Gas-Feststoff-Aggregation abgeschieden werden. Der
der Flotation entgegengerichtete Vorgang ist die Sedimentation.

es geht also nicht um das schaffen von strukturen durch das installieren
“bewährter”organisationsformen, sondern um das organisieren von
kommunikation, genauer gesagt:
um das ermöglichen der, _durch kommunikation hervorgerufenen
strukturbildenden prozesse_.
neben dieser liste sind weitere freiräume zu installieren (z.b. auch
moderierte listen wie die game-theory-liste von aaron) und in weiterer
folge ist über kommunikationsstrukturen nachzudenken, die es den
geldgebern erlauben in den prozess einzugreifen (_hier_ ist der ansatz
zu suchen, interessenspolitik und förderpolitik zu trennen). vorschläge
sind dazu schon reichlich eingebracht worden – das “alte” wiki war da
ganz verheisungsvoll – vielleicht gibt es andere möglichkeiten – das PK
ist eine zwischenlösung, die sicher noch 1-2 jahre bleiben wird bis
sich _wandelfähige_ strukturen herauskristallisieren können. netzbase,
radio orange, okto – das ist das gegenteil von wandelfähigkeit – das
sind die klone der stadtpolitik.
und das orf-fernsehen ist der klon der regierungspolitik.

verleihen wir also unserer alten oma “demokratie” eine frischzellenkur
ohne allzugrosse angst vor eventuellen nebenwirkungen.

wechselstrom christoph at wechsel-strom.net
Die Mai 30 01:34:22 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:36 pm

Damit es nicht zu martialisch wird – „…Kopfabreißen, die like a soldier“
und ähnliches – ein paar Überlegungen zu transparenten Strukturen –
NICHT zu Verein..

- In der Kommunikation von Menschen entsteht immer entweder ein
Vertrauensverhältnis oder eine Abneigung.

- Eine Community lebt aber von der Kommunikation.

- Das heißt, dass sich ziemlich bald und teilweise schon immer einige
besser verstehen und andere nicht leiden können.

- Wenn innerhalb dieser Community aber Entscheidungen getroffen werden,
vor allem solche, die neuartig sind, für die es keine Erfahrungswerte
und “Best Practises” gibt, dann ist es logisch, dass die für die
jeweilige Entscheidung Verantwortlichen im Vorfeld darüber mit denen
kommunizieren, denen sie vertrauen – und die Argumente jener, die sie
nicht leiden können, ablehnen. Dass sie darüber kommunizieren, um sich
sachlich zu besprechen, aber auch, um sich emotionales Backing zu holen.

- Auf diese Art entsteht sehr schnell etwas, was eben “Partie” genannt
wird, also eine Gruppe, die sich gegenseitig emotional bestärkt, die
Stichworte liefert, durch vermehrte Innenkontakte und verringerte
Außenkontakte für die “Peripherie” ein Feindbild abgibt – und vice versa
auch diese Peripherie, deren Misstrauen sie merkt, als Feindbild und
störend wahrnimmt und deshalb zu marginalisieren sucht (Homan’sches
Gesetz) Also “Verhaberung”, Exklusion derer, die nicht zur Partie
gehören usw. – genau das, was wir an der politischen Kaste kritisieren
und an Netbase kritisiert haben.

Wie kann man dem entgegenwirken? Sicher NICHT durch eine
Vereinskonstruktion. In einem Verein passiert genau das Gleiche. Es war
ein Fehler von mir, dass ich meinen Input kürzlich an die an und für
sich treffenden kritischen Inputs von Wolfgang und Paul angehängt hab,
die sie mit dem Vereinsvorschlag verbunden hatten. Ich sehe einen Verein
leidenschaftslos – er schadet wahrscheinlich nichts, er nützt aber auch
vermutlich nichts, weil das Problem wo anders liegt.

Ich sehe die Lösung eben in der Arbeitsteiligkeit, in durch
demokratische Abstimmungen der Community festgelegte konkrete
Verantwortlichkeiten für die verschiedenen Sachbereiche mit ebenfalls
geregelten Rotations- und Abwahlmöglichkeiten. Das hab ich mit “Wer ist
auf Grund welcher Entscheidung wofür wie lang verantwortlich?” anspielen
wollen.

Das hieße: Das PK setzt sich zusammen aus einer/m Verantwortlichen für
den

Bereich Außenvertretung – Verhandlung mit Stadt Wien

Bereich interne Kommunikation

Bereich Öffentlichkeitsarbeit (Presse etc.)

Bereich Vergabemodus – Systeme

Bereich Validierung

Bereich Veranstaltungen, Ausstellungen, AC

Bereich Community – Strukturentwicklung

Für jeden dieser Bereiche sollten Community-Teilnehmer kandidieren
können, ihre einschlägige Erfahrung darstellen und von der Community
gewählt werden. Sie wären dann ad personam für ihren jeweiligen Bereich
verantwortlich. Sie könnten die Umsetzung natürlich auch mit einem von
ihnen zusammengestellten informellen Team wahrnehmen, bzw. könnten sich
Leute aus der Community als Unterstützung oder/und Beratung für
bestimmte Bereiche anbieten. Verantwortlich gegenüber der Community
wären aber die jeweils gewählten PK-Mitglieder.

Die Dauer dieser Verantwortung, d.h. Wahlperiode muss von der Community
bestimmt werden genauso wie die Modalitäten einer etwaigen Abwahl
(Misstrauensantrag etc.)

Dieser Vorschlag wäre ohne weiters mit der bisherigen PK-Konstruktion
vereinbar und die Basis für eine echte Selbstverwaltung, von der da
immer gesprochen wird.

Helga Köcher helga.koecher at chello.at
Mit Mai 31 23:49:12 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:41 pm

bei einem NetzNetz-Verein würd´ich nämlich
aus Ärger über soviel Konventionalität und sattsam bekannte
Vorstands/Obmanns/Kassiers- Debatten nicht mehr
mitmachen, PK hin oder her, AC hin oder her, Mana hin oder her.
Bis jetzt hat es die Community geschafft, mit, neben und gegen die
Stadt bis zur ersten Mana-Wahl IHR DING zu entwickeln, ohne monopersonale
Repräsentationsfigur oder installierte Minigruppe,
doch die beim Sprintosium diskutierten
“Modelle von NetzNetz” GIBT es eben noch nicht, das PK ist
klar und eingestandenermaßen ein Provisorium und von euch nicht voll
bestätigt, was zeigt: wir haben mit dem CommunityGame
NUR DIE ERSTE HÄLFTE unseres Experiments angetestet!

Die Ausarbeitung meines Diskussionsvorschlags zu einer ALTERNATIVEN
SELBSTORGANISATION von NETZNETZ, d.h. auf genau UNSERE Entitäten und Bedürfnisse
besser angepasste, in auf dieser Liste und im Realraum zu diskutierende,
zu wählende und in Software zu implementierende Mitentscheidungsstruktur
in NetzNetz dauert noch an.

Findeisen, Andreas Leo A.Findeisen at akbild.ac.at
Die Mai 30 12:38:31 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:49 pm

> deshalb sind jetzt und sofort grundsätzliche umstellungen oder zumindest
> definitionen und offenlegungen, wie auch du sie forderst und wie wir sie
> demnächst auch selbst listen werden, nötig und ablenkende akademische
> detaildiskussionen über z.b. spieltheorie, die nur zeit und substanz
> fressen, verfrüht.

JA, ja, ja!!! Bitte macht das. Ich begrüße das zu 100%. Wiederum mein Vorschlag:
Vereinsgründung!!!!

Wolfgang Hoechtl Wolfgang.Hoechtl at uibk.ac.at
Sam Jun 3 14:32:13 CEST 2006 in Antwort an transmitter-x

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 6:47 pm

> deshalb sind jetzt und sofort grundsätzliche umstellungen oder
zumindest
> definitionen und offenlegungen, wie auch du sie forderst und wie wir
sie
> demnächst auch selbst listen werden, nötig und ablenkende akademische
> detaildiskussionen über z.b. spieltheorie, die nur zeit und substanz
> fressen, verfrüht.

Genau.

>> Wiederum mein Vorschlag:
Vereinsgründung!!!!

Genau nicht.

kanonmedia office at kanonmedia.com
Sam Jun 3 15:59:54 CEST 2006 in Antowrt an graf+zyx und darauf Wolfgang Höchtl

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 6:50 pm

1.
dass für die community-konstruktion trotzdem irgendeine verbindliche
rechtsform [egal ob sie verein heisst oder anders] notwendig wäre, und
2.
dass die [gewählten] vertreter aller sachbereiche [zur befristeten
diskussion durch die community] ihre geplanten arbeitsschritte vorher
»verbindlich« zur kontrolle und diskussion ins netz stellen sollten.
begründung: selbst wenn wir die vertreter aufgrund ihrer
selbstdarstellungen wählen ist noch nicht gesagt, dass ihr theoretischer
ansatz und die von ihnen geplante praktische umsetzung wirklich den
notwendigkeiten der unterschiedlichen berufsgruppen entspricht.
3.
die lösung der frage »berufsvertretungen« ist ein noch offenes, anderes
problem!

TRANSMITTER-X.ORG office at transmitter-x.org
Don Jun 8 10:32:03 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.30.06 @ 2:54 pm

rollennamen allein reichen nicht, es braucht irgendeine form von
statuten die festlegt wie entscheidungen getroffen werden.

zu viele zerteilte rollen, die aber nicht unabhängig und ohne
koordination erledigbar sind, sind sand im getriebe. das führt nur dazu,
dass die verantwortlichkeiten ständig herum geschoben werden und nichts
weiter geht.

die klassische lösung (die, wie ich anmerken möchte, richtig umgesetzt
sehr gut funktioniert), für dieses problem ist:

weniger stark gekapselte zuständigkeiten (dh. es müssen sich nicht für
jede tätigkeit 5 leute koordinieren), aber dafür zusätzlich
kontrollorgane und einfache prozesse, wie mitglieder abstimmungen und
information einfordern können.

Paul Böhm paul at boehm.org
Don Jun 8 18:19:36 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.30.06 @ 2:55 pm

Eh klar das es diese Rollen und diese Zuständigkeiten braucht. Ist ja
schon längst gegessen. Auch Statuten – sagen wir Regelvereinbarung – eh
klar.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Don Jun 8 18:41:14 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.30.06 @ 2:55 pm

Die Minimalvariante wären Statuten/Präambel, die
Maximalvariante eine ‘Verfassung’ – bis zur AC.

Stefan Lutschinger a9306158 at unet.univie.ac.at
Don Jun 8 12:25:36 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.30.06 @ 2:56 pm

Welche Rechtsform hat netznetz im Zusammenhang mit den
Vertragsabschlüssen mit der MA7 und auch der Community gegenüber?
[Ein demokratisches Grundrecht ist die Einklagbarkeit von Rechten und
vereinbarten Leistungen. Daher und als Beispiel: welche juristische
Person kann ich klagen, wenn ich gemobbt, im Verfahren regelwidrig
behandelt oder um Urheber- oder Verwertungsrechte aus meiner Einreichung
betrogen werde? Wenn nach wie vor die MA7 haftbar ist, ist das
inakzeptabel, weil durch die Delegierung des Entscheidungsprozesses und
die gesamte Durchführung, aber nicht der Verantwortung an netznetz für
beide Seiten ein kaum zu schließendes juristisches Schlupfloch entstehen
würde.]
Wir weisen darauf hin, dass der Begriff ‘Verein’ bei uns allen zwar
untrennbar mit der Ergänzung ’smeierei’ verbunden ist, der Verein u.U.
aber die einzige Möglichkeit darstellt, die geforderte juristische
Person herzustellen. Den Verein gründen, die Vorteile davon haben und
gleich wieder vergessen, dass netznetz ein Verein ist, wäre in diesem
Fall der Vorschlag.

TRANSMITTER-X.ORG office at transmitter-x.org
Don Jun 8 22:11:52 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.30.06 @ 3:05 pm

Was de facto bringt die Etablierung einer weiteren Plattform, die sich
als Vermittlerin zwischen wirtschaftsorientierten Förderprogrammen und
Förderstellen mit öffentlichem Auftrag betätigen soll?

Stellt dies nicht letztlich eine weitere und am Ende sicherlich
durchzufinanzierende Institution dar, deren Aufgabe ist, in einem
Beurteilungs- und Empfehlungswesen eine Brücke zu schlagen zwischen
verschiedenen (oder doch nicht mehr so verschiedenen, aber vielleicht
nicht immer gleichermassen effizient umgesetzten) Weltbildern – übrigens
im Unterschied zu sachlich kompetenten, transparenten Bearbeitungen von
Einreichungen?

Wer muss sich hier eigentlich reformieren?

Und wieso sollen es gerade KünstlerInnen sein, die diese Arbeit leisten,
und wieso sollte es erfolgsträchtig sein, wenn gerade experimentell
tätige KünstlerInnen genau diese Arbeit leisten sollen?

kanonmedia office at kanonmedia.com
Sam Jun 10 18:30:54 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.30.06 @ 3:37 pm

> genauso muss es regeln für wahl und regierung geben,
> eine art verfassung. sonst passiert alles ohne kontrolle.

wem sagst du das? das verlangen wir schon lange [allerdings ohne das pk
als regierung zu bezeichnen], ohne dass irgendetwas entsprechendes
eingeleitet wurde.
so lange die umwandlung des aktuellen, nicht exakt definierten systems
in eine klagbare juristische person nicht erfolgt ist, stimmen wir einer
weiteren für die community restriktiven regel sicher nicht zu.

TRANSMITTER-X.ORG office at transmitter-x.org
Mit Jul 5 13:45:18 CEST 2006 in Antwort an Jörg Piringer

Comment by kanonmedia 01.06.07 @ 1:16 pm

Ich las::
> hm tja..

re tja

> eine ist die der forderung nach “juristisch” einklagbarer person, dh
> verein oder dergleichen, damit wuerden doch alle kritik punkte die es
> an netz netz jetzt gibt und auch and dem personen komitee und der
> koordinatorInnen position quasi “einzementiert”.

huh ? jetzt bin ich verwundert …

> ist das wirklich wuenschenswert?

na klar … ausser das PK mission statement ist so schwammig und un[an]-
greifbar wie moeglich zu bleiben damit kritik (wie bisher) mit einem ein-
fachen “luege luege” vom tisch ist …

> ich mein jetzt sind die “juristisch” einklagbaren personen die, die kohle
> bekommen,

unsinn, totaler

> ich mein abrechnen muss es jeder selber.

und ? kann ich jetzt foerderempfaenger fuer schlechtnetzkulturen verklagen,
wohl kaum, die ma7 sowieso net (”kein rechtsanspruch auf foerderung”)

> somit ist mir diese forderung echt nicht klar.

das ist mir klar das dir einiges nicht klar ist … aber nichts wissen macht
ja bekanntlich nichts

> was mir jedoch klar ist ist die kritik an der organisations vorgangsweise
> wie sie netz netz jetzt hat, und vielleicht kann ma da ja etwas origineller
> loesungen finden…

nichts gegen “originellere” loesungen, bloss ist nn.n fuer meinen geschmack
laengst originell genug,

> als.. prae-historische basisdemokratische oder sonstige vereinsmeieren…

das schreibt sich “prähistorisch”, ist ein falsch gewaehlster begriff an
dieser stelle und ansonsten ist nicht alles schlecht was sich nn nicht aus-
gedacht hat (vgl. kartoffelsuppe, digitale informationsverarbeiter, geburts-
tagsfeiern etc …)

> daran knuepfend die ganze missbrauchs debatte… natuerlich war der erste
> verteilungs gang vom geld unschoen.

ui da hast aber die presseaussendung nicht gelesen … das war doch ein
riesen klasse erfolg bitte

> ich mein da gibts nichts dran rumzudeutln.

offensichtlich gibt’s da was zu deuteln

> aber das kann doch nicht zu nem back clash fuehren.

ROFL oder zu einem ‘\’ ? bitte anglizismen weglassen oder mittels
google ihre haeufigkeit ueberpruefen.

> was heisst missbrauch in diesem zusammenhang? misbrauch des netzwerks?

also ich hab’ ja nie ‘missbrauch’ geschrieben es geht hier um fundamentale
kritik an diesm ferienspiel fuer weniger reich gesegnete, netzwerk kann
ich weit und breit keins erblicken.

> missbrauch der luecken des systems?

welches “system” ? welche luecken auf die nicht unzaehlige personen seit
monaten hingewiesen haetten ? (shit haetten wir die wahlzettel im vivi doch
manipuliert oder einfach verschwinden lassen)

> wie gesagt.. netz netz ist kein dachverband, keine ig..

nein nn ist eine halblustige domain und ansonsten eine irre peinliche
katastrophe

> eine konsequenz daraus kann nur sein das netzwerk derer die netz netz
> sind anders “abzubilden” in sich selbst als es jetzt der fall ist.

huh ? du meinst weitere kritikblinde selbsbeweihraeucherungs presseaus-
sendungen ? (nur so lange bis es alle wirklich glauben)

> drum find ich persoenlich die frage nach anderen kommunikationsformen,
> als malingliste nen guten anfang.

genau – was nn braucht ist web 2.0 und einen flickr account dann wird alles
gut.

> was zu der “objetivierungsfantasie” im allgemeine fuehrt, und da seh ich

langsam wird’s schwierig dir zu folgen was ist nochmal eine “objetivierungs-
fantasie” ?

> schon auch, das keine software, kein interface ever, das relativieren kann
> was die realitaet ist in der wir uns bewegen.

oh software kann extrem klasse von hahnebuechernen annahmen ausgehend ent-
wickelt werden siehe auch “CG gut, universum schlecht”

> dh netzwerk arbeit ist nicht nur and das eigene “tun” im sinne von der
> jeweiligen projektarbeit zu sehen, netzwerk arbeit heisst schon auch zu
> schauen mit wem kann ma gut, wer ist aehnlicher ansicht in bezug auf was..
> und wo koennen wie alianzen gebildet werden.

fuer einen topflappenspruch wesentlich zu lang ansonsten hat das absolut
nichts nn spezielles.

> das ist nicht immer ein harmonischer prozess, und warum sollte irgendeine
> software so tun als gaeb’s genau diese dinge nicht.

tut sie ja nicht, gibt ja keine software, die braucht’s ja ohnehin nur weil
software so ein schickes wort ist (vielleicht bitten wir einfach SAP um ein
tool zur “netzkulturen” evaluierung)

> und hm.. eigentlich ist ja jede struktur hackbar..

ahso ?
http://de.wikipedia.org/wiki/Struktur
http://de.wikipedia.org/wiki/Hack

> btw. deshalb, sachlichkeit ist etwas das sich nicht von selbst herstellt,

topflappen!

> bzw auch nicht durch kanalisierung von information hergestellt werden kann,
> denk ich.

und wie sonst ?

> ich seh’ mich nicht als teil einer regierung,

das waer ja auch noch schoener …

> ich nehm niemanden auch nicht die abgegebenen teile von souverainitaet an,

souver-was ?

> weiss aber, das ich durch die auflistung meines namens im personen komitee
> ich ne sichtbarkeit bekommen habe, die mir eine besondere “verantwortung”
> in diesem prozess bedeutet.

ich merk’ schon die konzentration laesst nach

> was ja nicht heisst, das diese in jede richtung kommuniziert werden muss.

und schon wieder ein huh ?

> hm… wuerd mich freuen, wenn wer lust haette in aehnlichen bahnen mit mir
> weiter zudenken, um das potential das netz netz grade hatt aufrechtzuerhalteni
> bzw zu vergroessern.

diese bahnen sind fuer mich leider nur durch jazzzigaretten konsum erreich-
bar und da wuerd’ ich dann lieber simpsons schauen.

> ps: sorry falls ich komische sonderzeichen produziert hab….

hmmm eine gelegentliche newline kann nicht schaden (das ist die grosse taste
ganz rechts in der mitte ca.)

oh mann, wilkommen im PK eben,

CK chris at lo-res.org
Don Jul 6 11:41:47 CEST 2006

Comment by kanonmedia 01.06.07 @ 1:32 pm

> u.a. wurde von wolfgang höchtl immer wieder empfohlen: gründet endlich einen
> verein! . ich halte das eben deshalb für unbrauchbar, denn genau dieser
> verein gibt den darin agierenden vorstandsmitgliedern jene machtstellung,
die
> kaum jemand will.

> Date: Tue, 04 Jul 2006 19:18:31 +0200
> From: wechselstrom
> To: office at transmitter-x.org, x-x at grafzyx.at
> Subject: fragen von graf und zyx, die alle interessieren

Comment by kanonmedia 01.06.07 @ 1:50 pm

fest steht, dass ein verein unter allen
> mehrpersonen-gesellschaften sicher die mildeste form der strukturierung ist
> (vergleicht man mit gesellschaften bürgerlichen rechts ges.m.b.H.-
> konstruktionen und was es da sonst noch gibt.) richtig ist auch, dass die
> rein assoziative schlussfolgerung von verein mit vereinsmeierei noch kein
> argument erzeugt.
>
> etwas zu installieren und dann wieder zu vergessen hmm da rieseln doch
gleich
> 60 weitere fragen hinterher hier nur einige, die sich aus den
> grundbedingungen des vereinsgesetzes direkt ergeben:
>
> soll eine personengruppe (vorstand) weitreichende beschlüsse fassen können,
> ohne dass alle darüber abstimmen können (der vorstand entscheidet
> untereinander mit einfacher stimmenmehrheit…)?
>
> soll eine zwangsgemeinschaft, die ihr ja bemängelt – und mitgliedschaft wäre
> die unmittelbare voraussetzung, um an entscheidungsprozessen eines vereins
> teilnehmen zu können – begründet werden?
>
> sollen wir es dem vorstand überlassen über mitgliedschaftsanträge zu
> entscheiden? beim plenum vom 30.juni ist das viel besser gelaufen, als über
> die stimmberechtigung entschieden wurde.
>
> sollen wir dem vorstand die möglichkeit einräumen weitreichende
> rechtsgeschäfte zu tätigen?
>
> wie ist das vereinsvermögen definiert sollen da die fördergelder drin sein?
>
> jede/r kann seine/ihre rechte einklagen, und zwar bei gerichten bzw.
> schiedstellen. ein recht auf kulturförderung gibt es derzeit nicht (ist
> schade) und kann durch netznetz und auch durch einen verein nicht geschaffen
> werden, sondern nur durch den gesetzgeber. dass man netznetz nicht vor den
> kadi ziehen kann liegt in der natur der sache man kann auch das internet
oder
> die kultur nicht anklagen, sondern nur server-betreiberInnen oder
> kulturschaffende. netznetz zu einem verein umzuformen würde diese
möglichkeit
> eröffnen das ist richtig und hat zur folge, dass der vorstand gezwungen ist
> mit der politik zu packeln, sich dadurch über wünsche von einzelnen
> hinwegzusetzen by the way: wollt ihr das? bei okto-tv ist das so und bei
> radio orange auch (damit ist nichts über die qualität der sendungen gesagt).
> und an das zustande kommen des okto-vereins und die politschleimende art der
> installierung von c.jungwirth muss ich euch doch nicht auch noch erinnern.

> Date: Tue, 04 Jul 2006 19:18:31 +0200
> From: wechselstrom
> To: office at transmitter-x.org, x-x at grafzyx.at
> Subject: fragen von graf und zyx, die alle interessieren

Comment by kanonmedia 01.06.07 @ 1:57 pm

einer der naechsten schritte waere die schaffung eines rechtsstatus.
man kann rumdoktern wie man will, wenn das geld wirklich durch die
community vergeben werden soll, braucht diese einen rechtsstatus. sonst ist keine
geldfluss moeglich.

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Mit Sep 20 10:31:05 CEST 2006

Comment by kanonmedia 01.07.07 @ 3:12 pm

die alten institutionellen formen der repraesentativen demokratie und
der vernetzten organisation sind dem zeitalter der netze nicht mehr
adequat, daher die rede vom organisierten netzwerk. ein ‘nur’ voellig
offenes netzwerk genuegt zwar, um ein wildes diskussionstohuwabo
anzurichten, hat aber probleme mit entscheidungsfindungen und in
relation zu jenen einflussfaktoren, die ausserhalb seines engeren
systemischen bereichs liegen. netznetz hat diese problematik
illustriert. leider. und nichts anderes. jetzt geht es darum, dem
netzparadigma adequate institutionelle formen zu finden. denn ohne
formen geht gar nichts, was jeder coder weiss nur nicht
netzfundamentalisten-schreihaelse. die problematik ist dabei, dass
ende-zu-ende netze nicht auf starre hierarchische beziehungen
gebaut sind, sondern auf relationale prozesse. konzepte der
demokratie wie insbesondere die repraesentative demokratie lassen
sich nicht auf netze mappen. es bleibt aber immer ein element des
politischen. politisch ist, wenn einer unzufrieden ist, da es ja um
verteilungskaempfe geht. oder auch nur um die aufmerksamkeit, oder
gehoert zu werden. darueber nachzudenken, moechte ich den neuen
koordinatoren ans herz legen. ansaetze zu dieser neuen
institutionellen form des organisierten netzwerks gibt es bereits, und
man kann sich ein wenig umsehen, was davon der aufgabe
entsprechend waere. auf jeden fall is es nicht leicht, denn es handelt
sich um eine emergente neue organisationsweise.

Armin Medosch armin at easynet.co.uk
Fre Okt 20 09:27:42 CEST 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 5:04 pm

sagt mal, warum redet ihr immer von verein. hab ich da was verpasst?

netznetz ist doch kein verein und wir auch hoffentlich keiner werden.

Humanized Being binsh at sonance.net
Mon Okt 23 19:03:37 CEST 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 5:08 pm

Der derzeitige Entwurf ist nicht Vereinsgesetz konform. Gewisse Ideen
wurden aber bei Vereinen geborgt.

Wirklich loslegen können wir erst wenn wir Statuten haben, und regeln
wie wir diese dann ändern und ergänzen können. Bzw. Definiert haben
wer für was Zuständig ist, und wie der Vorstand kontrolliert und
beeinsprucht werden kann.

Paul Böhm paul at boehm.org
Mon Okt 23 19:09:22 CEST 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 5:09 pm

die Diktion der letzten Mails und die Abstimmung
https://vote.netznetz.net/polls/bestaetigung-des-vorstands/
geht halt schon sehr in Richtung Verein. Will das PK denn
in diese Richtung marschieren?

Peter Kuhm peter at null.priv.at
Mon Okt 23 20:18:45 CEST 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 5:09 pm

jetzt faengt mit euch diese vereinsmeierei wieder an….. oh man oh
man. das ihr solche buerokraten seit, haett ich mir nicht gedacht.

entwurf wovon den? von den statuten. also wenn schon dann gleich eine
genossenschaft. verein ist sicherlich nicht die angemessene rechtform
fuer netznetz. warum nicht eine ges.m.b.h. am besten gleich in
liechtenstein oder der schweiz, da kostet’s naehmlich nicht so viel
wie bei uns.
selbst dachverband ist bloedsinn. am besten gar keine rechtsform! das
ist schon gut so. eine rechtsform macht nur angreifbar. LASST DAS BITTE!

regeln festzulegen ist ja gut und recht, aber sie statuten zu nennen
und sich selbst als der vorstand zu bezeichnen ist einfach nicht
angebracht bei netznetz.

Humanized Being binsh at sonance.net
Die Okt 24 12:22:56 CEST 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 5:09 pm

Netznetz entgegengenommen.

Wenn ich aus dem Budget eine Server-Rechnung bezahlen will, muss ich
als derzeitiger Koordinator zu einem Verein aus der Community gehen,
und um das Geld bitten.

Die Probleme sind dabei immens. Der Vorstand des Vereins aus der
Community ist für derartige Beträge nämlich nicht den Netznetz
Mitgliedern Rechenschaft schuldig, sondern seinen eigenen.
Und Rechnungen prüfen macht das auch nicht leicht.

Strukturen bauen ist im Moment dringend notwendig. Noch arbeiten wir
nicht auf einen Verein hin, aber mittelfristig halte ich das nicht für
die dümmste Lösung.

Was für Vorteile siehst du dabei das Budget über Verein X abzurechnen,
den Server bei Verein Y zu hosten, das Weblog bei Verein Z, usw. zu
haben?

Paul Böhm paul at boehm.org
Die Okt 24 13:12:06 CEST 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 5:10 pm

weiters finde ich die bezeichnung vorstand alles andere als passend. das
riecht mir zu sehr nach verein…

Günther Friesinger guenther.friesinger at univie.ac.at
Mon Okt 23 17:11:43 CEST 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 5:18 pm

Ich war der erste hier, der gegen alle Einwaende die
Vereinskonstruktion empfohlen hat:

> Der Koordinator (Developper, (c) eSeL), also derzeit ich, entspräche
> dem Obmann oder Vorsitzenden, der stellvertretende Koordinator, also
> Christoph Theiler, entspräche dem Obmann-Stellvertreter oder
> Stellvertreter des Vorsitzenden, das Personenkomitee (Hans Bernhard,
> Ella Esque, Andreas Findeisen, Johannes Grenzfurthner, Liz Haas,
> Simon Häfele, Jan Lauth, Stefan Lutschinger, Doris Kaiserreiner,
> Martin Slunsky, Mathias Tarasiewicz, Christoph Theiler, Thomas
> Thurner) entspräche dem (erweiterten) Vereinsvorstand, die Members/
> Whoisnetznetz (http://netznetz.net/wiki/index.php/WhoisNetznetz)
> entsprächen den Vereinsmitgliedern.
>
> Beim net.art community congress in Graz vergangenen Dezember wurde
> dieser pragmatische Zugang netznetz auch nahegelegt, ich lasse das
> mal so stehen.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.at
Mit Okt 25 14:41:48 CEST 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 5:36 pm

das neue – noch nicht bestaetigte – PK ist also auf der suche nach
strukturen fuer geordnete verfahrenswege und die absicherung von
entscheidungsfindungen. so weit, so gut.

eine art erkenntnistheoretischer merksatz lautet: wo gedacht wird,
entstehen durch unterbrechung kontinuierlicher ablaeufe strukturen.

heisst das jetzt, dass im jahrelangen netznet-prozess nie gedacht wurde?

eine derartige behauptung waere auch meiner ansicht nach eine krasse
uebertreibung.

es wurde sogar sehr intensiv gedacht und wie zahllose dateien beweisen, gab
es auch ein heftiges wetteifern, wer wohl der beste buerokrat sei.

jede lenkungsriege in der anfangsphase und die spaeter von der community
bestaetigten PKs haben nachgedacht – alle darueber, welche strategie,
buerokratisch gut verpackt, wohl zum vorteil der je eigenen gruppe
erforderlich waere; ich erinnere an die vereinsgruendungen der Q21-mieter =
vermachtete akteure. kurz vor paraflows.

nicht bedacht wurde, dass via nachdenken und anderen sogenannten
unterbrechermechanismen erstmal nur strukturen geplant werden koennen,
die – wie die planer selbst – bereits vorhandenen strukturen unterliegen.

schemata und operative fiktionen bilden da kontingenzunterbrecher – und wie
sich gezeigt hat, gab es da auch fuer lenkungsriegen boese ueberraschungen
- etwa in form von bandbussen.

echt bloed, dass plan, praxis und ergebnis oft betraechtlich auseinander
klaffen koennen. und warum?: ohne nicht-beobachtbares, gibt es nichts
beobachtbares. beobachtbares und nicht-beobachtbares, diskontinuitaet und
kontinuitaet sind komplementaer (auch so eine art merksatz).

das neue – noch nicht bestaetigte – PK macht das, was auch andere
lenkunsriegen und PKs davor gemacht haben. und das unter den selben risiken.

auch bei diesem PK sehe ich noch keine verantwortung fuer eine
netznet-community – die ja ohne abgrenzung zur stadtregierung zu einer
solchen noch nicht werden konnte.

und ausgerechnet einer, der neben den ueblichen personenkreisen fuer die
fehlende netznet-identitaet, n.a. durch F.V.schoss-sitzen & kekse-essen bei
MA7-treffen von anbeginn als jung-partei-funktionaer mitschuld traegt,
schreibt:

At 16:57 24.10.06 +0200, Stefan Lutschinger wrote:
>Na servas, liebe Community.
>Und: Hi Paul, Franz und Matthias – ihr seit hiermit erstmals direkt
>angesprochen!
>……………………………………………………………..
>Anstatt endlich die Vergabe der Foerderungen des 2. Halbjahrs in
>Angriff zu nehmen – wir haben bereits Ende Oktober und noch nicht mal
>einen Termin fuer zumindest einen Foerderbereich – wird nun ueber die
>Gruendung eines Vereins (!!!) nachgedacht.

genau das ist die stimme des vermachteten akteurs !!!

anstatt zu sagen, “fickt Fassl-Vogler, Straubinger und Mailath-Pokorny”,
scheiss auf die terminvorgaben der stadtregierung, versuchen wir mal ueber
die kohle hinaus eine kontur als eine netzkultur zu bekommen, mit der wir
uns auch ALLE identifizieren koennen, mahnt
Stefan wie schon in der vergangenheit das wohlverhalten gegenueber der
stadtregierung ein.

und was willst du – Stefan, hi – als zudem Q21-vereins-mitbewohner und
vermachteter akteur hier irgendwem irgendetwas vorwerfen?

FER f.e.r at sil.at
Mit Okt 25 00:20:14 CEST 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 5:44 pm

Es ist ganz wurscht ob Netznetz sich als Verein, Gesellschaft, Firma oder
Interessensvertretung konstituiert. Wichtig ist – es muessen Regeln
geschaffen werden. Nicht nur um die Vergabe der Foerderungen in eine
nachvollziehbare Form zu bringen, sondern auch um die in diesem Haufen von
Kultur und Kunstschaffenden die Kompetenzen zu regelmentieren.

Ich sehe das als einen dringenden und wichtigen Schritt um Netznetz
offen zu halten. Personen im PK, der Leiter oder das VG muessen gewaehlt
und abgewaehlt werden koennen. Weiters muss auch die Moeglichkeit
bestehen einen Misstrauensantrag gegen irgendjemand der in einer
verantwortungsvollen Position ist einzubringen.
Es ist auf Dauer nicht zulaessig dass leitenden Positionen irgendwie
weitergegeben werden. (schnell schnell mit Hand heben)

Ob das in einer Konstituierung oder ueber Statuten geregelt ist meiner
Meinung nach unerhebleich. Wichtig ist das es passiert.

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Mon Okt 30 00:50:52 CET 2006

Comment by kanonmedia 01.08.07 @ 5:49 pm



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