Modellentwicklung Voting Systeme
Monday December 04th 2006, 11:44 am
Filed under: Uncategorized

moechte hier auch online festhalten, dass ich´s gut finde.
anmerkungen im mail.

I. MICROGRANTS
> ———–
> * die Gießkanne für Neue(s) und Kleine(s)
> * 20-30 mal € 1000,-
> * Vergabe durch Verwaltung
fixe einschraenkung auf bestimmte summe find ich fast schad.
duerfens auch 2-3k sein? waere ich dafuer.

der unterschied zu den bisherigen kleinstprojekten bei sylvia
fassl-vogler scheint mir hier, dass konkret mikroprojekte aufgefordert
werden, die sich sonst gar nicht “trauen”
(waehrend derzeit ja eher gruppen/projekte die im reloaded-vorschlag
unter II, IV abgedeckt wuerden, …äh… kleinere summe erhalten wuerden)

- vielleicht gekoppelt mit einreichungs-katalysator
(vereinfachte einreichung per formular – siehe stefans anmerkung das auf
der MA7 seite derzeit gar nix zu finden ist)

II. REPUTATIONS SYSTEM
> ——————
> * Punktevergabe in der community untereinander
> * für konkrete Projekte
> * Anhand eines Rasters (nicht nur Symphatie)
> * Evaluierung nach 2 Jahren

find ich gut.
lt. thomas hat sich enki boehm beim open space als experte punkto
reputation erwiesen…

III. ANNUAL CONVENTION
> —————–
> * Repräsentation der Szene einmal im Jahr (ähnlich Netznetz at kh)
> * kleine Kostenersätze für die TeilnehmerInnen
> * Organsiation wird eigens dotiert (Ausschreibung alle zwei Jahre)

yeah!

IV STRUCTURE GRANTS
> —————-
> Förderung von Infrastrukturen, die zwar durch einzelne Initativen gehalten
> werden, aber mehr als dieser nachweißlich zugänglich gemacht werden müssen

sind damit jene initiativen gemeint (the entities formerly known as
institutes), die sich durch strukturfuktion fuer andere und quasi als
“partizipations-provider” hervortun.

äh, und bitte auch diese regelmaessig neu. (mind. alle zwei jahre)

PS.
punkto “waehrungsreserve”-bestrebungen scheint mir der status quo zu
sein, dass “creative currency” nicht fuer vergabe von foerdermittel
eingesetzt werden soll, sondern jetzt mal experiment/spielerisch im
rahmen von vor-events zu “public intelligence”-projekt

 eSeL
Mon Mar 7 18:09:59 CET 2005


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5. X-FADING
———–
* Erlaubt für Initativen und Personen, die nicht mehr (oder weniger)
durch das obige System gefördert werden, dass in anderen Bereichen
Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Finanzierung für sie
erschlossen werden.
* Verwaltung, Politik und Community arbeitet daran tragfähige
Brückenszenarios zu Cultural Industries, Lehre, Forschung, Institutionen
etc. hergestellt werden.

Beim Netznetz17 hat sich ja eine Gruppe zur Entwicklung eines
Fördersystems für die Netzkulturen in Wien an die Arbeit gemacht.
Angedacht wird dabei ein fünfbeiniges Fördermodell, dass nur bei Umsetzung
aller Beine und genügend Dotierung Sinn macht.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Don Mar 17 14:25:54 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.04.06 @ 11:51 am

Der letzte Woche ausgesendete Entwurf eines Fördersystems hat Interesse im
Rathaus erweckt. Es gibt demnächstens einen Termin mit den zuständigen
GemeinderätInnen.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Mit Mar 23 17:16:02 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.04.06 @ 11:51 am

am 15. 4. steigt im wiener rathaus (spö-club) die nächste runde eines
workshops zur neugestaltung der netzkultur-förderung in wien. auf dem
programm stehen diesmal die themen infrastrukturen (’structure-grants’)
sowie ‘x-fading’.

Stefan Nussbaumer stefan at dieelektrischenuss.com
Fre Apr 8 00:01:55 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.04.06 @ 12:21 pm

monochrom laedt zum netznetz reputation system meeting am naechsten
dienstag (12. april) um 18 uhr in den monochrom/quintessenz-raum.

mit ueberaus freundlichen gruesse
der grenz (szenealtspatz)

das ende der nahrungskette jg at monochrom.at
Fre Apr 8 12:37:49 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.04.06 @ 12:22 pm

Stefan Lutschinger schrieb:
> Wie der modrige Platon schon in seiner ollen Politeia mahnte, sollten
> sich Philosophen in Mathematik, Geometrie, Astronomie und Dialektik
> üben. Ergo: ich komme zur Mono-Neigungsgruppe Rechnen!

Ich scheine hier doch falsch zu sein.
Ist das hier doch eine Philosophenliste oder geht’s um Netzkultur?
Vielleicht sollten wir ein bißchen, ganz unphilosophisch, beim Thema
bleiben. Oder?

Reini Urban rurban at x-ray.at
Sam Apr 9 11:48:32 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.04.06 @ 12:25 pm

>Ich scheine hier doch falsch zu sein.
>Ist das hier doch eine Philosophenliste oder geht’s um Netzkultur?
>Vielleicht sollten wir ein bißchen, ganz unphilosophisch, beim Thema
>bleiben. Oder?

ACH BITTE!

a) stefans mail war ironisch. nur zur feststellung.

b) bin ich jedenfalls nicht bei netznetz dabei, damit ich mir
kontraproduktive szenebashings anhoeren muss.

also fordere ich unerbittlich die akzeptanz von anderen denkmodellen und
verfahrensmustern.

das ende der nahrungskette jg at monochrom.at
Sam Apr 9 13:28:41 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.04.06 @ 12:26 pm

wenn ich vor meinem geistigen auge so durchspiele, was die
zukunftsperspektiven unseres fördersystems sein könnten, komme ich
drauf, dass es vermutlich nicht so sein wird, dass hier etwas
festgeschrieben wird und in den, sagen wir mal nächsten 10 jahren,
nichts mehr passieren wird. ein teil des ganzen ist wohl auch als
sozio-kulturelle studie zu verstehen, die sich auch mit dem phänomen der
sich nicht mehr so leicht festzuschreibenden definitionen beschäftigt >
interdisziplinäre durchdringungen.

Stefan Nussbaumer stefan at dieelektrischenuss.com
Sam Apr 16 17:51:52 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.05.06 @ 5:36 pm

ped.fas.harvard.edulifl.frCitations:
* Nowak, M.A. and Sigmund, K. (1992) Tit for tat in heterogeneous
populations. Nature 355: 250-253.
* “The Arithmetics of Mutual Help”, by Martin Nowak, Robert M. May,
and Karl Sigmund, in Scientific American (June, 1995, pp 76-81).
* Fairness Versus Reason in the Ultimatum Game, Martin A. Nowak,
Karen M. Page, Karl Sigmund, Science, Vol 289, 1773-1775, 8 Sept 2000.
* Evolution of indirect reciprocity by image scoring, Martin A.
Nowak, Karl Sigmund, Nature 393, 573 – 577, 11 June 1998.

People:
M. Nowak
http://www.ped.fas.harvard.edu/publications.html
K. Sigmund
http://mailbox.univie.ac.at/karl.sigmund/publications.html
J. Hofbauer
http://mailbox.univie.ac.at/Josef.Hofbauer/mypapers.htm
J.-P. Delahaye
http://www.lifl.fr/IPD/ipd.frame.html
(der ist der java programmierer)

Reini Urban rurban at x-ray.at
Mon Apr 18 20:40:14 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.05.06 @ 5:50 pm

>wahrscheinlich (…) liegt die lösung tatsächlich darin über kurz oder
>lang in der entflechtung des konglomerats ‘medienkunst’/'neue
>medien’/'netzkultur’.

>>>> wenns konkret um das in entwicklung befindliche modell geht, bedeutet
eine klare trennung dieser begriffe und eine etwaige entscheidung fuer nur
einen dieser begriffe, dass es im rahmen der stadt wien/kulturfoerderung
fuer die beiden anderen projektbereiche 0,– Euro Foerdergelder gibt.

>>>> ich frage mich auch schon laenger, ob mit netz innerhalb des wortes
netzkultur “internet” oder “network” also “vernetzung” gemeint ist.

kanonmedia office at kanonmedia.com
Son Apr 24 12:54:11 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 11:28 am

Auf http://netznetz.net/wiki/index.php/FörderSystem habe ich eine
Übersichtstabelle zum System gemacht

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Fre Apr 22 14:36:19 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 11:33 am

Die vermeintliche Objektivität des Programmes wird auch nicht eintreten,
wenn Du Sie hier bezweifelst
bekanntlich würfelt nur Gott nicht.

angedacht ist drei messinstrumente gemeinbsam zu verwenden: statistik,
meaningful transactions und voting.
und diese tools (und deren verhältnis) STÄNDIG entsprechend zu adaptieren.

(selbst wenn wir dann die vorübergehend superste variante haben, müssen
wir sie schon alleine deswegen weiter entwickeln,
weil sonst – no na – entsprechend dieser software gevotet, verhalten
usw. wird.)

nein2: das programm wird gar nix “lösen”. es wird ein gemeinsames
werkzeug / anlass sein
um über diese komplexen zusammenhänge kontinuierlich gemeinsam zu
reflektieren und zu experimentieren und zu arbeiten.
und hoffentlich auch darüber hinaus zu weiterer gemeinsame
zusammenarbeit anzuregen, wie es der prozess mE schon bisher gschafft hat.

eSeL esel at esel.at
Die Jun 21 10:06:25 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 3:50 pm

(für mich im vordergrund steht, dass die parameter entwickelt werden
müssen, aber diese – genauso wie deren gewichtung untereinander – mit
dem vote gleichzeitig auch mitabgestimmt und verändert werden können.
Also das ding tatsächlich in der gewichtung (aber durchaus nach
jeweiligen grundsätzlichen reality-checks) ständig verändern muss das
wird – und wird – aber im entwicklungsporozess ausreichend zu klären
sein. recht klaren ueberblick scheint mir derzeit zB martin slunsky /
quintessenz zu haben.)

eSeL esel at esel.at
Son Jul 10 12:22:45 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 4:44 pm

mitp.deEntschuldigung, aber wenn ich euch so zuhöre schrillen bei mir alle
Alarmglocken hoch, weil euer Softwaresprint fast alle Anzeichen eines zum
Scheitern verurteiltes Softwareprojekt hat. Buchempfehlung dazu:
http://www.mitp.de/vmi/mitp/detail/pWert/1385/titel/Himmelfahrtskommando.%20Aussichtslose%20IT-Projekte%20%FCberleben

Einer meiner beruflichen Aufgabe besteht in der Definition von
Vergabekriterien nach dem Bundesvergabegesetz. Inkl. der entsprechnenden
Vorgaben bezüglich Objektivität, Nachvollziehbarkeit und rechtlicher
Rahmenbedingungen.
Mein Erfahrung dabei ist, es gibt ein wunderbares Tool, mit dem sich auch
die komplexesten Bewertungskriterien abbilden lassen: Microsoft Excel oder
als Alternative dazu Gnumeric

Selbst hochkomplexe Bewertungsschemas mit gesplitteter Punktevergabe,
unterschiedlicher Gewichtung und was einem sonst noch alles einfällt
reduzieren sich auf eine handvoll von Formeln welche man in 1-2 Stunden in
Excel zusammenklicken kann. Weshalb brauchen wir für die Modellentwicklung:
objektorientierter Programmierung (OOP), Datenbanken, Statistik,
Transaktions-Analysen,.. ????

Die Schwierigkeit ist der Konsensprozess, welcher notwendig ist um ein von
allen akzeptierten Bewertungssystem auf die Beine zu stellen. Die Umsetzung
ist vergleichsweise trivial. Natürlich können wir uns irgendwelche
hochgradig komplexen Wunderformeln aus dem Hut zaubern. Meine Erfahrung ist
aber, dass dadurch die Akzeptanz und die Nachvollziehbarkeit leidet, was zu
einer entsprechenden Ablehnung des Systemes als Ganzes führt. Vor allem ist
die Versuchung für Insider groß heimlich versteckte Schlupflöcher in das
System zu integrieren, die es einem ermöglichen erst recht subjektive
Entscheidungen zu treffen bzw. einzelne Personen oder Gruppen zu
bevorzugen.

Bei einer Ausschreibung nach dem Bundesvergabegesetz, habe ich als
Auschreiber freie Wahl bei der Definition der Kriterien, muss mich aber bei
der Bewertung der Angebote an diese halten. Dadurch wird die Bewertung der
Auschreibung objektiviert, was ich aber Ausschreibe und wie ich es tue
bleibt aber weiterhin allein mir überlassen. Mit etwas Übung definiert man
daher die Ausschreibungskriterien so, dass man genau bekommt was man haben
möchte und die Bewertungskriterien dienen in erster Linie dazu, den
Anbietern die man NICHT haben will zu erklären, weshalb man sie nicht mag.

Meine Befürchtung daher ist, dass niemand dumm ist, und gerne eine
Bewertungsschema haben möchte, welches ihn selbst oder ihm nahestehende
bervorzugt. Das Ganze aber auf dem Rücken von ein paar armen Programmieren
ausgetragen wird. Meine bitte daher: einigt euch bitte ZUERST auf ein
Bewertungsschema, bzw. überlegt euch wie der entsprechende Meinungs und
Konsensbildungsprozess aussehen kann und fangt erst dann an irgendetwas zu
programmieren.

Es wäre eine spannende Überlegung, inwieweit man diesen
Konsensbildungsprozess per Web technisch unterstützen kann, aber fixe
Zeitpläne vorzugeben, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, was man
eigentlich GENAU machen möchte ist vollkommen unrealistisch.

Vor allem fangt bitte mit einem einfachen, für alle verständlichen System
an, welches man bei Bedarf verbessern und ausdifferenzieren kann und plant
nicht gleich die Lösung aller Community Probleme auf einmal. Die Gefahr
dabei ist groß, das man sich in tollen, bahnbrechenden Modellen verliert,
aber den ganz konkreten, aber extrem konfliktträchtigeb Fragen aus dem Weg
geht*

cu andreas

* Kann mir jemand erklären wie genau die Aufteilung zwischen 10%
Microgrants, 50% Project Accounts, 20% backbone projects und 20% Annual
Convention zusammengekommen sind? Bei 250.000 Euro potentiellen Budget
erscheinen mir 50.000 Euro für eine einzige Verstaltung doch etwas viel.
Vor allem angesichts der Tatsache, dass wir im Oktober noch Geld
zusammengelegt haben um und die Wäscheleinen für die Deckenbefestigung zu
finanzieren.

Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at
Fre Jul 15 15:21:35 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 4:53 pm

mediabiz.atservus.atservus.atDirmoser und sein Team haben die symbolische Ordnung des Feldes
‘Medienkultur’ und ‘Medienkunst’ vor einem Jahr für die Ars Electronica
karthographiert – die Förderparameter-Debattierenden sollten vor allem
den vierten und letzten Link – Ars Cluster – ihrer gesteigerten
Aufmerksamkeit empfehlen.
_
http://www.mediabiz.at/online/themen/gedaechtnistheater.htm_ _
http://www.servus.at/kontext/ARS/_ _
http://www.servus.at/kontext/diagramm/00_Link_Plateau.htm_ _
http://mitglied.lycos.de/tristessedeluxe/ars_cluster_D_1_1.pdf_
>

Niemand ‘einigt sich’ hier auf irgendwelche Parameter, sondern es kann
nur darum gehen, kultursoziologische und kunsthistorische Realitäten
demütig anzuerkennen. Und damit produktiv zu arbeiten, wenn (Kunst- und
Kultur-) Wissenschaftlichkeit nicht bloss ein Feigenblatt für
(netz-)kulturelle Nackerbatzeln sein soll.

Mein Vorschlag: den ‘Cluster’ ausdrucken und auf die Innenseite der
WC-Türe kleben. In spätestens 14 Tagen hat jede/r zumindest ein
intuitives Wissen über die Komplexität des Feldes.

Wer hier dot-Mania (in Analogie zur Starmania) – oder Policris – spielen
will, hat sich geschnitten.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Fre Jul 15 16:12:44 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 4:54 pm

Protokoll netznetz.net
——————————————————-
Vorbereitungsgruppe Software-SPRINT
Doppel-meeting 11. und 13.7.2005
——————————————————-

11. Juli:
—-
1. Ziel: Bedarfsformulierung / Eckdaten Erhebung Softwaremodule &
Schnittstellen, Mini-Pflichtenheft erstellen
2. Uptodate bringen anhand der bestehenden papers?
3. Weiteres Vorgehen (Call 13. Juli 05)

Anwesend 11. Juli: Stefan Lutschinger, Marion Holy (bis 1830h), Mathias
Tarasiewicz, Simon Haefele, David Bovill, Lizvlx, Thomas Turnheer, Hans
Bernhard (Moderation), Magnus Wurzer, Mic Woldkoski, versp. julia starsky
——————–

Thomas: Module (Blackbox) benennen, Faktoren (Parameter) ausformulieren
(u.a. Eigenschaften/Buendel).

David Bovill hat vorgeschlagen Community TV Software-Entwicklung
Interface Parallel zu entwickeln, dazu soll ein eigenes Meeting
stattfinden auf betreiben von David und anderen Netznetz menschen. Zudem
hat er angedeutet das man den netznetz Prozess filmisch dokumentieren
koennte von community TV.

Stefan, wir unterhalten uns ueber Parameter-Abhaengigkeiten, wir sollten
heute die Parameter festhalten (und die Beziehungen, Referenz).

Diskussion
—————

Module & Parameter
—————————-

-Analyse Meaningful Transaction
——————————————–
(Interaktionen zwischen Partnern eines Netzwerkes via einer gemeinsamen
Web-sites, Wissensaustausch, z.b. etwas gemeinsam machen, herleihen, ich
schreibe an deinem Blog mit, etc.)

-Analyse Social Network
———————————
(Klassische Netzwerkanalyse innerhalb des Sektors erlaubt einen Blick
auf ein Feld das sich ansonsten jeder Definition verschliesst.
Netzwerkanalyse ermoeglicht Sichtbarkeit von verwandten und
interdependenten Projekten. Ermoeglicht Abbildung von gemeinsamen
Praktiken und Themen – via Clustering). Wer mit wem welche Themen
gemeinsam hat und wer mit wem packelt.. (semantische Analyse?)

-Analyse Recommandations
————————————-
(Zuschreibung, Erwartungen, Verhalten)
Es wird gevoted, aber die votes haengen von den anderen Modulen
zusammen, aber hier passiert der output und eine “Liste” der zu
foerdernden Personen wird ausgespruckt
–Anmerkung, beim Voting sollten auch negativ Stimmen moeglich sein.

-Gemeinsame WebPlatform
————————————–
Ausgabe/Eingabe-Interface (I-0 Modul), kein wirkliches Modul

Zusaetzliches Modul:
—————————–

-Gottes Modul (Arbeitstitel)
————————————
Jedes Mitglied kann die einzelnen Parameter individuell gewichten (an
den Parametern schrauben, z.b. Parameter internationalitaet rauf- oder
runterdrehen in der Wichtigkeit). Generell gesagt wird dieses Modul
eingerichtet und im SPRINT genauer definiert wie die Gewichtung gemacht
wird. Zudem sollte es moeglich sein ueber dieses Tool zusaetzliche
Parameter der Community vorzuschlagen.

Vorschlag Matthias, Controlling Modul, ExPerten-Gremium welches
Missbraeuche vorbeugen kann.

Parameter
————–

Arbeiten
(Zukuenftige, Vergangene, Aktuelle)
—-
- Interaktivitaet (Projekte, die als Objekte an die Personen gebunden
sind werden bewertet) – PROBLEM: Wenn jedes Projekt einer Person gevoted
werden muss ist dies unrealistisch (too many votes)
- connectivity
- globalitaet
- egalitaet
- multimedialitaet

Personen

- Haeufigkeit der Foerderung (Iterations-Parameter)
- Diskursivitaet (Arbeit, Personen, Kontinuitaet der Arbeit)
- internationalitaet (Ausstellungen im Ausland, Kooperationen mit
Gruppen und Kuenstlern im Ausland, etc.)
- Praesentation (Aesthetik, Verstaendlichkeit, etc.)
- Offenheit fuer kollaboration / kooperationswillen / Wissensweitergabe
(Know how, Sharing)
- Affinitaet (Faszination und aehnliches Thema)

Aufgeworfene Fragen:

- Muss ueber das Vergangene Werk abgestimmt werden
- Muss ueber das zukuenftige Tun (Projekte) abgestimmt werden
- Problem: zukuenftige Projektbeschreibungen werden geklaut
- Gewichtung der Darstellung Projekte Alte Projekte / Neue oder Kommende
Projekte

Datenbank:
—————
Es gibt:

1. Personen
2. Arbeiten
3. Konten (Foerdervorgaenge = Dokumentierte Foerderungen)

Wichtig: Benutzte Orte (z..b 5uper.net, medien.Kunstlabor), Frage,
sollen solche Orte eigene Datensaetze sein? Eventuell auch Veranstaltungen?

Zwischendiskussion

Personen-orientiertes Modell
Marion, auch nicht-front-Personen sollen erreichbar und foerderbar sein,
zudem spricht gegen Projekt-Foerderung Aktualitaet und
Beamten-Einschaetzung ob Budget Widmungsgemaess genutzt wurde.

CONCLUSIO!
Generell: In der Datenbank sollen Einzel-Personen mit Labels eingetragen
sein. Wir reputieren Personen und bilden Labels im Netzwerk ab.

————————————————————-

13. Juli
—-
1. wissenschaftliche/Inhaltliche Begleitung
2. database und parameter definitionen (oder delegation an 2er gruppe)
3. sprint moderator
4. sprint call
5. dokumentation

Anwesend 13. Juli: Matthias, Marion, Mic, Thomas, David, Simon, Stefan,
Magnus, Hans (Moderation)

Vorabdiskussion:
Es wird ein konkreter nicht-technischer approach benoetigt, es wird ein
wissenschaftlicher diskurs notwendig sein um den prozess zu “begleiten”,
wie koennen wir dies bewerkstelligen diese 2 streams parallel zu
“verwalten” und interagieren zu lassen?

1. Wissenschaftliche/Inhaltliche Begleitung
———————————————————
Stefan:: schlaegt Karin Harasser als wissenschaftliche Leiterin fuer
netznetz vor. Zudem Gerhart Tiermoser (Linz Energie) als Experte. Zudem
Martin Warnke (Uni Lueneburg, Inst. f. Kulturinformatik, Hypercult). Wie
koennen die eingebunden werden: Stefan wuerde Karin anrufen/einladen
hierher kommen, sie briefen und sie fragen ob sie die Moderation des
Diskurses machen koennte.
Thomas, hofft bei der Ars koennte schon was von Theorie da sein.
Funktionalitaet, Kreativitaet/personalitaet.

Budget, wie kann dieser prozess bezahlt werden, publikation?

Ablauf einer solchen wissenschaftl. Zusammenarbeit:
Vorgespraeche – Scientific Board – Symposium / Kolloquium
(Meinungsaustausch) – publikation
(David Vorschlag: Editorial structure, anstatt Scientific Board)

“Beschluss”: Stefan uebernimmt die Verantwortung fuer die Initierung des
Prozesses (Kontaktierung der wissenschaftler, Vorgespraeche,
Sondierungen, Information von netznetz, Advisory Board).

2. Database und parameter Definition
—————————————————
Hans, Magnus und Matthias setzten sich am Wochenende zusammen fuer
Datenbank-Felder und Parameter und praesentieren diese am 18.7..

3. SPRINT moderation
—————————
Thomas, SPRINT ist eine Methode, nicht nur eine Klausur. Eine
produktions-Methode mit SPRINT-Hosts die Einzel-Tasks ausdefinieren und
vergeben (Ziel, Zeit festsetzen).

Moegliche SPRINT-Moderatoren: Thomas Fundneider (Thomas Kontakt), Peter
Koger (Stefan Kontakt)

Diskussion: braucht es 2 verschiedene Moderatoren, jeweils 1 fuer Coding
und fuer Interface. WIR BRAUCHEN JEMAND DER DAS SCHON MAL GEMACHT HAT.
(der auch weiss was an vorarbeit benoetigt wird).

(Stefan: SPSS – statistik tool soll begleiten)
ERD- entity relation diagram

Entscheidung:
——————-
1 Moderator professionell (auf unseren grundlagen moderiert)?
gessplitteter prozess mit verschiedenen Moderatoren?
–>ES WIRD KEINE ENTSCHEIDUNG GETROFFEN!

Ziele definieren:
———————
Ziel des sprints
Ziele der Module

Thomas: Fuer sprint, gleichzeitig Ars Dokumentations-Team einladen um
den prozess zu filmen / zeigen.

Software-dokumentation mit CVS

4. sprint call
—————–

PRE-CALL fuer 1. SOFTWARE-SPRINT
——————————————————
netznetz.net wants you!

“The process of preparing programs for a digital computer is especially
attractive, not only because it can be economically and scientifically
rewarding, but also because it can be an aesthetic experience much like
composing poetry or music.” (Donald Knuth, The Art of Computer
Programming, Vol. 1)

Nach monatelangen Vorarbeiten gehen wir in die nächste Phase der
Social-Software-Entwicklung: voraussichtlich im August wird ein erster
Software-SPRINT stattfinden, bei dem es darum geht auf der theoretischen
Grundlage des aktuellen Arbeitspapiers “Wiener Fördermodell der
Netzkultur/en” http://netznetz.net/wiki/index.php/FoerderSystem einen
lauffähigen ‘Social Software’-Sketch zu modellieren. Die Aufgaben des
Teams umfassen die Erarbeitung eines Kriterienkatalogs für
selbstverwaltete Kulturförderungen bis zur Konversion dieser
Bewertungsschemata in visualisierbare Modelle. Zudem wird ein erfahrenes
Dokumentationsteam gesucht.

Der SPRINT findet voraussichtlich in den ersten 2 August Wochen statt.

Wir suchen zur (bezahlten) Mitarbeit noch Menschen mit Erfahrung und
Kenntnissen aus den Bereichen: objektorientierter Programmierung (OOP),
Datenbanken, Statistik, Analyse, Visualisierung, Dokumentation,
Netzwerk-Analysen, Reputations-Systemen, Netzwerk-Visualisierungen,
Transaktions-Analysen, semantischen Strukturen und begleitender
kreativer Dokumentation.

Solltest du in einem oder noch besser mehreren dieser Bereiche sowohl
Erfahrung als auch Interesse haben, so melde dich bitte bei der liste
liste at netznetz.net und / oder komm zum diesbezüglichen Meeting:

COME-TOGETHER-MEETING: 18.Juli 2005, 18:00 – 20:30 Uhr

LOCATION: cuisinedigitale, FREIRAUM/transeuropa, Museeumsquartier

Zielsetzung des Come-together-Meeting:

• Kennenlernen
• Team-Zusammenstellung
• Präzisierung des Calls
• Vorstrukturierung SPRINT-Ablauf
• Organisatorisches

Hans Bernhard hans at ubermorgen.com
Fre Jul 15 12:51:13 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 4:56 pm

Das einzige was man aus dem Wiki herausoraclen kann, ist folgende Tabelle:

Bezeichnung Anteil Vergabemodus Evaluation
MicroGrants 10% Verwaltung Begleitfoschung
Project Acounts 50% ReputationSystem Begleitfoschung
backbone projects 20% Voting Begleitfoschung
AnnualConvention 20% Voting Begleitfoschung

Wenn man aber nachlesen will, wie genau sich die Verwaltung zusammensetzt,
das ReputationSystem oder das Voting funktionieren soll findet man exakt
Null Information.

Für mich, als durch diverse Managemententscheidungen gebrannten Techniker
ist das Ganze ein Zeichen dafür, dass entweder die konkrete Umsetzung
bisher kein Thema war, weil der Schwerpunkt beim Ideen sammeln gelegen
ist. Oder es innerhalb der Gruppe keinen funktionierenden
Konsensbildungsprozess gibt und daher um konkrete, meist extrem
konfliktträchtige Entscheidungen ein Bogen gemacht wurde.

Alles halb so schlimm und lässt sich alles lösen. Was mich aber verblüfft
hat, ist das ihr ohne konkrete Umsetzungspläne mit der Programmierung
anfangen möchtet. Weil dadurch eines von zwei verschiedenen Dingen
passieren wird: 1. Der oder die Programmierer entscheiden für NetzNetz wie
die konkrete Umsetzung aussehen wird und jeder ist mit dieser glücklich 2.
Der Programmerierer löst dadurch, dass er notgedrungen eine konkrete
Umsetzung schaffen muss, mit dieser die bereits schwelenden Konflikte
endgültig aus, gerät dadurch in das Schussfeld der Kritik und gibt
irgendwann einmal frustriert KO.

Für eine wirklich funktionierende Community ist eine gemeinsame Wissens
und Meinungsbasis enorm wichtig, für die Softwareentwickling ist sie sogar
essentiell. Wenn sich nicht jeder sich im Reputationssystem persönlich
wiederfindet wird rund um das System niemals eine Community, sondern ein
Haufen an Personen entstehen, welche sich die Köpfe einschlagen. Wenn
nicht klar ist, wie das System konkret umgesetzt werden soll, wird ein
Haufen von halbfertigen Programmen entstehen, welche nie 100%
funktionieren und in Summe niemals ein Ganzes ergeben werden.

Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at
Mon Jul 18 16:23:19 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 5:00 pm

Es geht beim Sprint
nicht um die Ausprogrammierung des finalen Reputationssystems. Wir haben
vor dass dies ein Treffen von SoftwareexpertInnen und Leuten, die
mitdenken wollen wie Kriterien und Parameter aussehen können, wird, an
dessen Ende ein Modell eines Software/Communityframeworks steht. Natürlich
sollen einzelne Module auch zu laufen beginnen, um erste Simulationen
machen zu können. Also der Sprint ist ein Teil des Prozesses der
konkretisierung nach einer langen Phase der Abklärung mit dem Rathaus aber
sicherlich nicht der letzte finale Akt hin zu einer laufenden Software.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Mon Jul 18 16:53:44 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 5:00 pm

Nachdem ich derzeit in einer großen Nachdenk & Grübelphase und gedenklich
noch immer mit EU Slogans verseucht bin, hier mein Beitrag zur Erreichung
der Lisbon Agenda und mein persönlicher Meilenstein für die Transformation
in Richtung einer wissenbasierender Gesellschaft: Das SuperTrust
Reputationssystem. Wobei SuperTrust in erster Linie als Prototyp und
Denkanstoss ist und nicht unbedingt als fertiges Reputationssystem gedacht
ist.

SuperThrust kennt 3 Arten von Akteuren, wobei es keine fixe Trennung
zwischen den einzelnen Rollen gibt.

1. Members:
Ein Member hat die Möglichkeit, mittels Voting einem Trustee bzw. Producer
sein Vertrauen auszusprechen, welches den Rahmen in welchen ein Trustee
bzw. Producer agieren kann bestimmt. Ein Member kann dadurch recht einfach
und ohne großen Zeitaufwand, die finanziellen Rahmenbedingungen unter der
Netzkultur passiert bestimmen. Hat aber nur indirekt Einfluss darauf, wer
welche Gelder bekommt.

2. Trustees:
Ein Trustee ist eine Person, welche direkte Verantwortung für die konkrete
Geldvergabe übernimmt, ohne selbst direkte finanzielle Interessen zu
haben. Diese Position ist potentiell mit sehr viel Arbeit verbunden und
der Trustee, muss seine Entscheidungen begründen bzw. persönlich dafür
gerade stehen. Dafür hat aber ein Trustee direkten Einfluss auf die
Vergabeentscheidungen. In welchen Umfang ein Trustee Geld vergeben darf,
wird durch das Trustee Voting der Members bestimmt.

3. Producers
Producer sind Personen, welche Netzkunst betreiben und dafür entsprechende
finanzielle Mittel benötigen. In welchen Umfang ein Producer Gelder
bekommen kann, wird zu mind. 50% durch das Producer Voting der Members
bestimmt. Die konkrete Geldvergabe wird aber durch die Trustees bestimmt.

Das Voting:
Es gibt in regelmässigen Abständen Trustees bzw. Producer Voting. Eine
Möglichkeit wäre es auch dieses Voting als kontinuierliche Prozess zu
gestalten und zu festgesetzten Zeiten, den Stand für die Zeitdauer der
Geldvergabe einzufrieren. Beim Voting kann jedes Member in beliebiger
Aufteilung jeweils 100 Points an andere Members für die Funktion des
Trustees oder Producer vergeben. Die Anzahl der erhaltenen Punkte
bestimmen in was für einen Umfang man als Trustee Geld vergeben darf bzw.
dieses als Producer erhalten darf.

Aus Gründen der Transparenz und Nachvollziehbarkeit erfolgt das Voting
öffentlich und nicht anonym, wobei jedes Member die Möglichkeit erhält
sein Voting zu kommentieren. Ein sicheres anonymes Voting mittels Internet
lässt sich derzeit technisch mit einem vertretbaren Aufwand nicht
realisieren. Sollte ein anonymes Voting ein Anliegen sein, könnte dieses
nur mittels einem klassischen Voting mittels Papier & Kugelschreiber
erfolgen.

Die Geldvergabe:
Jeder Trustee darf Aliquot zu den erhaltenen Trustee Points Geld nach
folgenden Schlüssel verteilen: 50% an Producer, welche die entsprechenden
Producer Points erhalten haben, 25% an Producer im Umfang von maximal 150%
der erhalten Producer Points, 25% frei ohne Bindung an die Producer Points

Auschlusskriterien:
- Ein Trustee darf sich selbst kein Geld geben
- Ein Trustee darf von niemanden Geld erhalten, den er selbst Geld gibt
- Ein Trustee darf von niemanden Geld erhalten, der Geld von jemanden
erhalten hat, dem der Trustee Geld gegeben hat
- Sonstige Geldflüsse bzw. Verflechtungen sind erlaubt, es sei den es
handelt sich um eine eindeutige A gibt B Geld, B gibt es C, C gibt es D
und D gibt das Geld wieder an A Variante

Falls ein Trustee bzw. Producer mehr Punkte erhalten hat, als er möchte,
kann er auf einen Teil der Punkte verzichten und diese welden aliquot auf
alle anderen Trustees oder Producer verteilt. Ein Abtreteten bzw. die
direkte Weitergabe von Trustee bzw. Producer Punkten ist nicht möglich.

Superthrust hat meiner Meinung nach eine Reihe von Vorteilen:
- Es ist relativ einfach und kennt nur 3 verschiedene Rollen, benötigt
aber keine magischen, schwer verständliche Formeln oder
Bewertungskriterien
- Es gibt für Members eine klassische Möglichkeit sich indirekt zu
beteiligen
- Durch die indirekte Vergabe über Trustees, gibt es konkrete Personen,
welche für eine konkrete Vergabe verantwortlich sind
- Ein Trustee ist daran interessiert, richtige Vergabeentscheidungen zu
treffen und diese zu begründen, ansonsten verliert er bei der nächsten
Wahl mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Teil oder alle seiner Trustee
Punkte
- Über die Producer Points können die Members den groben Rahmen der
Geldvergabe bestimmen
- Die Trustees haben aber genügend Spielraum um Dinge wie nur zu 90%
geförderte Projekte zu verhindern, bzw. hat die Möglichkeit in einem
gewissen Rahmen neuen unbekannten Producern Geld zu geben

Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at
Fre Jul 22 16:14:02 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 5:19 pm

Meiner Meinung nach, ist was das Fördermodell betrifft das Verhältniss
zwischen Anforderungen und konkreten Lösungsvorschlägen extrem
unausgeglichen. Wir haben eine Vielzahl von Anforderungskriterien, haben
aber keinerlei wirkliche theoretische Grundlagen oder auch nur ansatzweise
funktionierende Modelle. Insofern bin ich ein wenig skeptisch, dass dies
beim Sprint jetzt plötzlich alles gelingen bzw. entstehen soll.
Andererseits nehmen am Sprint eine vielzahl begabter Leute teil und
dementsprechend stehen die Chancen auf ein positiven Ergebniss nicht
schlechtt.

Meine Hauptfrage aber ist und bleibt: Was genau soll das konkrete,
physikalische Endergebniss des Sprints sein? Die Bezeichnung Modellierung
eines ‘Sozial Software -Sketch’ ist so viel sagend, dass sie im Endeffekt
nichts mehr bedeutet. Ist damit die Erarbeitung der theoretischen
Grundlagen im Wiki gemeint? Die Ausarbeitung einer Bewertungsformeln? Die
Entwicklung eines Software Prototypen? Oder sonst irgend etwas?

Vielleicht bin ich aber auch einfach zu sehr Besprechungs &
Selbsterfahrungsgruppen geschädigt und habe deswegen eine instinktive
Abneigung gegenüber Begebenheiten bei denen mehrere Personen zusammen
kommen und relativ unklar ist was dabei konkret herauskommen soll, bzw.
das Ziel so schwammig formuliert ist, dass sich erst vor Ort herausstellt
wie unterschiedlich die einzelnen Zielvorstellungen der teilnehmenden
Personen sind.

Wenn ein Teil der Personen in erster Linie theoretische
Anforderungskriterien formulieren, ein anderer Teil aber in erster Linie
PHP programmieren möchte, kann der Sprint eine ausgesprochen mühsame
Angelegenheit werden.

Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at
Don Jul 28 16:07:46 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 5:21 pm

ich finde die fragen von andreas trawöger sehr entscheidend und immens wichtig
wie auch professionell und meine, daß man diese nicht mit ein paar halblustigen
bemerkungen abtun darf. darum bitte ernsthafte antworten und eingehen auf die
fragen, denn sonst sehe ich für die sw-entwicklung auch ein scheitern und schade
um die vertane zeit. das menetekel wurde von andreas wohl hinreichend
formuliert.

Christian Neugebauer christian.neugebauer at arbeitsraum.at
Don Jul 28 18:36:29 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.06.06 @ 5:22 pm

Eine der Gründe, weshalb ich subjektive auf Abstimmung basierende
Reputationssysteme gegenüber scheinbar klar formulierten
Bewertungskritieren bevorzuge sind meine Erfahrungen mit dem
Bundesvergabeamt.

Mir ist es bei einer Ausschreibung passiert, dass eine Firma eine
Ausschreibung von mir beeinsprucht hat, weil sie der Meinung war, ich
hätte die von mir selbst aufgestellten Bewertungskriterien, bei der
Bewertung falsch angewandt. Das Verfahren ist Gott sei Dank an einem
Verfahrensfehler der Beinsprucher gescheitert. Aber es hätte mir im
Prinzip passieren können, dass ein Gerichtsgutachter, meine Bewertung für
falsch erklärt hätte, obwohl sich der Gerichtsgutachter bei der Bewertung
an die von mir definierten Kritereien halten hätte müssen (Es ging bei der
Sache darum, ob ein Produkt NFS Version 4 unterstützt wie gefordert, oder
nur Version 3).

Sobald wir Kriterien haben, die in Stein gemeiselt sind, kann jeder deren
konkrete Anwendung kritisieren und im extrem Fall sogar versuchen diese
gerichtlich durchzusetzen. Vor allem ist aber, derjenige der die konkrete
Bewertung durchführt bzw. das konkrete Bewertungsprogramm programmiert
dadurch automatisch im Schussfeld der Kritik und mit Sicherheit einer
Vielzahl von Anschuldigungen (=das war so nicht ausgemacht) bzw.
Unterstellungen (=das Programm bevorzugt mit Absicht XY) ausgesetzt und es
wäre extrem arbeitsintensiv, hunderte, wenn nicht tausende Zeilen an Code
auf deren korrekte Funktionsweise zu überprüfen (denn möglicherweise
stimmt 1 von 100 Anschuldigungen wirklich).

Dementsprechend wäre ich sehr stark für ein offenes System, bei dem alle
Rohdaten verfügbar sind und jeder die Ergebnisse nachrechnen kann.
Eventuell würde es sogar Sinn machen das ganze Fördermodell ala Flugzeug
Bordcomputer zweimal zu implementieren, damit man überprüfen kann, ob
beide Implementationen zum selben Ergebnis kommen (z.B. einmal als
komplexe Multiuser fähige Online Version und einmal als simple Offline
Version, welche die Daten nur noch einmal nachrechnet).

Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at
Mon Aug 1 16:48:48 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 11:11 am

Ich habe die Frage schon einmal gestellt (und habe keine Antwort
bekommmen). Wie genau ist die 50:10:20:20 Aufteilung zwischen Network
Grants, Micro Grants, Backbone Projekts und Annual Conventions zustande
gekommen? Die Aufteilung in diese Kategorien, vor allem aber die starre
Prozentaufteilung zwischen diesen erscheint ein wenig sehr willkürlich.

Meine Erfahrung mit starren auf viele kleine Bugetposten aufgeteilten
Budgets ist, dass entweder viel Geld liegen bleibt (weil die jeweilige
Kategorie nicht voll ausgeschöpft werden kann) oder man anfängt die Dinge
umzufärben um Geld aus Budgetposten zu erhalten, in denen dieses noch
verfügbar ist.

> kann aber sein, dass personen/gruppen/hier:planeten, die network grants
bekommen dann auch in solche projekte
> finanzieren, bzw. trotzdem durchziehen wenn ihre
backbone/annual-convention-projekte nicht als oben genannte projekte
> finanziert werden.

Häh? Dann sind wir aber endgültig im Bereich des kreativen
Förderungsansuchen schreiben angelangt. Wenn ich das Geld welches ich
erhalte so oder so für irgend etwas anderes verwenden darf. Wozu gibt es
dann die unterschiedlichen Kategorien überhaupt ???

Bei Micro Grants, wo die Höhe und die Vergabeart anders sein soll,
verstehe ich das Ganze. Aber bei den anderen Bereichen? Das einzige wozu
das Ganze motiviert ist Förderansuchen für jede der Kategorien zu
schreiben, um möglichst viel Geld zu erhalten und sich nachher zu
überlegen, was man mit dem Geld WIRKLICH macht.

Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at
Sam Aug 6 21:01:20 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 11:52 am

Bisher trifft die MA 7 die Entscheidung wer Geld bekommt. In Zukunft wird
sie für die Gelder die über das Reputationssystem ausgeschüttet werden nur
prüfen, ob die Person prinzipell anspruchsberechtigt ist. Die Entscheidung
wer das Geld bekommt triift die Community über das Bewertungs bzw.
Reputationssystem.

Die Grundidee dahinter ist: Wir brauchen einen Mechanismus, um die
Identität eines Users zu überprüfen. Mein Vorschlag dazu wäre: Der
Benutzer meldet sich per Web mit Name & Adresse an und geht bei
Gelegenheit mit einem Personalausweis zur MA 7, welche die Daten überprüft
und dem User die Berechtigung gibt zu voten.

Das ist ein rein administrativer Vorgang, der im Prinzip auch von
irgendeiner Gruppe durchgeführt werden könnte die im Q21 sitzt (wenn sich
eine zur Verfügung stellt und das entsprechende Vertrauen da ist) und hat
mit der eigentliche Vergabe nichts zu tun.

Wobei die Frage WER prinzipell voten darf noch ein offener Punkt in der
Diskussion ist, die hoffentlich im Laufe des Sprints endlich geklärt wird.

Wer dieses Bit nach welchen Kriterien setzt ist eine politische und keine
technische Frage

Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at
Die Aug 9 12:41:12 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:03 pm

Andreas Trawoeger schrieb:
> P.S.: Die Erstellung dieses Datenmodells wurde partiell gesponsert von
> der:
>
> Stabstelle Technologie und Security
> Wiener Gebietskrankenkasse
> Ihr Partner in Sachen Gesundheit

chef auf urlaub? :)


Reini Urban in Antwort an Andreas Trawöger
Reini Urban rurban at x-ray.at
Die Aug 9 08:14:08 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:04 pm

wenn wir grundsätzlich davon ausgehen, das der/die nächste
(grundsätzlich) nicht vertrauenswürdig ist, na dann gute nacht! es ist
ist vielleicht ein gewisses risiko sich auf so etwas einzulassen, aber
um erfahrungen zu gewinnen, muss es so sein. für mich besitzt jeder
erfahrungswert einen ungleich viel höhreren stellenwert, als jedes noch
so durchdachte planungsszenario …

>
> klartext: wer illegitim ist fliegt raus *aber registrieren kann sich
> einmal jeder*. man kann dann immer noch von fall zu fall entscheiden.

jede(r)? nach meinem informationsstand müssen sich alle
teilnahme-kandidatInnen bei silvia fassl-vogler registrieren lassen.
d.h. die ma7 bestimmt noch immer wer mitspielen darf und wer nicht. ist
es nicht? (bitte mich zu korrigieren …)

Stefan Nussbaumer stefan at dieelektrischenuss.com
Mit Aug 24 12:29:45 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:05 pm

brav dokumentiert, alles.

dort steht dann ja auch:


Im System kann man angemeldet werden wenn man Bestimmt Kriterien
erfuellt. Alle die bereits Geld von der MA7 bekommen haben, Alle die
bereits Microgants erhalten haben. Weitere Auswahl, wer teilnehmen
darf, wird derzeit von Mag. Fassler Vogler (MA7) bei der Anmeldung
getroffen.

–> http://netznetz.net/wiki/index.php/SprintContent “wer darf voten”

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Mit Aug 24 15:05:27 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:06 pm

die gpl-diskussion find ich ja ganz arg. statt dass wir uns
freuen die ersten zu sein und anderen städten/ländern/universen das
nachmachen erleichtern indem wir ihnen code geben eine geschlossene
lizenz nehmen. arg.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Mit Aug 24 15:05:27 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:07 pm

A) Formalkriterien der MA7 (also: Arbeitsmittelpunkt Wien, entsprechende
Rechtsform (jetzt auch andere als Verein möglich), …) also jene “MUSTS”,
die ohnehin immer bei Fördervergaben einzuhalten sind

B) Inhaltltskriterien in einer sogn. “2-aus-5-Auswahl”. Fünf inhaltliche
“Schubladen” zur Selbstkategorisierung stehen zur Auswahl. Sind zumindest
zwei erfüllt, ist sichergestellt, das es sich thematisch um
Personen/Labels/Projekte aus dem sehr dehnbaren Bereich der Netzkultur
handelt. Diese Fünf “Schubladen” müssen von der Community (und/oder ext.
ExpertInnen) noch fixiert werden. Aber hier nur ein Beispiel: Interactive
Art, Digital Communities, Computer Animation/Visual Effects, Information
Society, … Diese Selbsteinschätzung muss natürlich überprüft werden,
dass kann durch die zuständige Beamtin, die Community itself oder durch
einen Beirat geschehen. Das sollte noch fixiert werden.

Und dann kann es noch aktives Wahlrecht (ohne Präsentation eigener
Labels/Personen/Projekte) geben von

A) jenen die vom System schon erfaßt wurden (also die TeilnehmerInnen des
letzten Durchlaufs)

B) ein breites “ad-hoc voting for the public” (inwieweit das im Modell
integrierbar ist, werden die Versuchsläufe zeigen)

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Mit Aug 24 16:16:16 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:11 pm

Um diverse fuer mich immer noch sehr schwammige Teile dieses Projekts ein
wenig zu konkretisieren, hab ich gestern reichlich spaet noch ein wenig
nachgedacht. Das hat vor allem haufenweise Fragen aufgeworfen:

(Ich sende mehrere kleine Mails, das macht das Antworten leichter
(Modulare_System++))

* Votings haben einen Beginn und ein Ende (zB Auszahlung).

* Was wird gevoted? Personen, Labels und/oder Projekte?

* Wieviele Votings darf eine Person abgeben? Unbegrenzt? Oder haengt
die Anzahl der Votes von zB der eigenen Reputation ab? Oder soll
zB die Anzahl der Votes indirekt proportional zur letzten Auszahlung
sein (also: je mehr man zuletzt bekommen hat, desto weniger Einfluss
darf man auf die naechste Abstimmungsrunde nehmen)?

* Darf man fuer sich selber voten? Fuer Labels, an denen man beteiligt ist?

* Gibt es schon irgendwelche Ueberlegungen, welche ueber “Fakten” gevoted
werden soll? (ich hab zB mal “Internationalitaet” gehoert)

Das Endergebniss jedes Votings-Prozesses muss auf jeden Fall mit Ergebnissen
anderer Voting-Prozesse vergleichbar sein. Oder: Alle Voting-Mechanismen
muessen zu EINEM VERGLEICHBAREM Ergebnis kommen.

zB eine Zahl zwischen 0 und 100.

Ob diese Zahl mithilfe eines oder 20 Parameter berechnet wurde, ist wurscht
(muss wurscht sein).

Thomas Klausner domm at zsi.at
Son Aug 7 12:22:02 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:15 pm

Ich habe auch Reden von Gewichtungen gehoert.

IMO kann es 2 Arten von Gewichtungen geben (natuerlich auch beide in einem
System):

Systemimmanente und BenutzerInnen-definierte.

* Systemimmantene Gewichtunge
- koennen NICHT von UserInnen geaendert werden
- sind ‘Codified Laws’ (Laurence Lessing)
- zB anhand von Reputation oder friend-of-a-friend-Analyse

* BenutzerInnen-definierte Gewichtungen
- wenn es zB mehrere Parameter gibt, ueber die abgestimmt wird, koennten
UserInnen den Parametern unterschiedliche Gewichtungen geben
- d.h. ich koennte zB “Internationalitaet” als ’sehr wichtig’ gewichten und
einem Projekt dann sehr wenig Punkte geben.

Wobei: das fuehrt ja auch zur Frage, ob jede ueber alle Projekte abstimmen
MUSS, oder ob es weniger Abstiummungspunkte als Projekte gibt. Wenn letzters
der Fall ist, wird die Gewichtung ja eh automatisch vorgenommen, indem ich
meine limitierten Votes verteile.

Thomas Klausner domm at zsi.at
Son Aug 7 12:30:15 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:16 pm

Hier 2 Beispiele fuer Voting-Module:

* SuperSimpel

- Worueber: Projekte
- Wieviele Votes: beliebig
- Parameter:
Foerderungswuerdig (Werte: ‘ja’ oder ‘nein’)

Ablauf: JedeR kann beliebig viele Projekte ‘foerderungswuerdig’ erklaeren.
Nach Ende der Abstimmungsphase werden die erhaltenen Punkte addiert. Die N
Projekte mit den meisten Punkten bekommen entweder je 1/N der
Gesamtfoerderung, oder die Foerderung wird Anteilig nach Punktesumme verteilt.

* SuperSimpleOhneFreunderlwirtschaft

wie SuperSimple, ABER:
die Votes werden systemimmanent gewichtet, und zwar:
‘Verwandschaft’ | Gewichtung
—————————+———–
Persoenlich beteiligt | 0.25
Label ist beteiligt | 0.50
Label-KollegeIn ist direkt | 0.75
oder ueber ein anderes |
Label beteiligt |

Die Ergebnis-Abfrage wird dadurch wohl ein wenig komplizierter (wir werden
wohl ueber die voting-tabelle iterieren und die Summen selber berechnen
muessen, anstatt dass direkt in der DB zu machen.

Thomas Klausner domm at zsi.at
Son Aug 7 12:46:19 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:17 pm

Anbei die aktuelle Version 0.15 meines Datenmodells. Dieses Modell bereinigt
die Namensbezeichnungen und führt die Attributfels Vote_From ein. Durch
Einführung dieses Feldes ist es möglich, sowohl Top Down zu voten (z.B. Der
Owner eines Projektes bestimmt, wer im Projekt mitarbeitet), als auch Buttom
Up zu voten (z.B. ein User erklärt seine persönliche Zugehörigkeit oder
Zustimmmung zu einem Projekt)

Dieses Modell ist in der aktuellen Sprintdiskussion im Gespräch und wird
vielleicht teilweise die Basis für das endgültige Datenmodell. Daher hier
eine Erklärung, was das Modell kann bzw. nicht kann:

Die Basis des Modelles ist ein User, der stimmberechtigt ist. Jeder User hat
das Recht Entitäten zu definieren, über die abgestimmt werden kann. Die
Entität kann ein beliebige Sache repräsentieren z.B. ein Label oder ein
Projekt, aber auch so banale Sachen, wie den Film, welchen man sich am Abend
ansehen möchte.

Wobei über Zusatztabellen zu einer Entität zusätzliche Daten hinterlegt
werden können, bzw. über das Typ Feld unterschiedliche Kategoriern von
Entitäten definiert werden können, welche vom Userinterface unterschiedlich
behandelt werden (z.B. Projekte und Labels).

Jeder Entität lassen sich Attribute zuweisen, welche der Owner bestimmen
kann (z.B. Projektzugehörigkeit), oder denen die User Punkte geben können
(z.B. diverse Bewertungskriterien).

Durch die freie Wahl der Entitäten und die freie Zuordenbarkeit der
Attribute, und der Möglichkeit die Attribute in beide Richtungen (Entität
(durch Owner) -> User und User -> Entität) zu definieren, ist das Modell
ausgesprochen flexibel und kann eine Vielzahl von Reputations oder
Bewertungssystemen abbilden.

Das Einzige, was sich in diesem Modell nicht abbilden lässt ist eine direkte
Zuordnung zwischen Entitäten, also z.B. zwischen einem Label und einem
Projekt. Das Modell erlaubt aber sehr wohl die Zuordnung zwischen Label und
Projekten über die ihnen zugeordneten Personen (wie es. z.B. in der
Netzanalyse gamcht wird, welche soziale Netzte über die Realtionen der
Personen untereinander über die gemeinsamen Aktivitäten oder Ansichen
analysiert).

Die die indirekte Zuordnung zwischen Labels und Projekten würde die Realität
viel besser abbilden als eine starre Label->Projekt Zuordnung, weil es
dadurch nicht möglich wäre ein Projekt abzubilden, welches mehrere Labels
gemeinsam betreiben. Wobei man genau genommen noch eine Zuordnung zwischen
User->Personen braucht damit Einzelpersonen auc als bewertbare Entität
repräsentiert sind (was prinzipell vom Datenmodell her die Möglichkeit
bietet zu voten, inwieweit man sich zu sich selbst bzw. der einen selbst
repräsentierenden Entität zugehörig fühlt ;-) )

Des weiteren macht eine reine Zuordnung User -> Label und User -> Projekt
Sinn, weil im aktuellen System nur User stimmberechtig sind.

Das aktuelle Datenmodell sieht vom Datenmodell jedoch keine Möglichkeit vor,
dass mehrere User gemeinsam ein Label oder Projekt Entität verwalten (weil
es sonst noch komplizierter wird). Es gibt aber folgende recht simple
Möglichkeit diese Beschränkung zu umgehen: Man legt einen für das
Bewertungsvote nichtstimmberechtigen User an, und legt mit diesem User die
Projekt bzw. Label Entität an und bestimmt die Mitglieder und gibt danach
den Usernamen & Passwort an alle Personen weiter, welche die Label bzw.
Projekt Entität verwalten dürfen (dadurch enstehen die Benutzergruppen auf
sozialer Ebene).

qayamat at gmx.at qayamat at gmx.at
Mit Aug 10 21:39:20 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:24 pm

die diskussionsbeiträge der letzten tage und die ergebnisse des spirits
lassen manche fragen offen.
ich will die von franz xaver, helga köcher, martin pichlmmair u.a.
formulierten fragestellungen/argumente hier mal auf einen nenner bringen
und versuchen einen lösungsansatz zu formulieren:

a. wer darf mitmachen — hier äussern sich bedenken der art, was ist,
wenn einer/eine … schabernack und betrug betreibt … und das system
uns aus der hand gleitet …
b. wann ist jemand vertrauenswürdig (stefan nussbaumer)… sollen wir
jemanden, der sich daneben benimmt aus dem system herauskicken
(martin)… wer entscheidet über solche dinge … sollen wir eine
oberste instanz einrichten, die das regelt …. wer bestimmt, wer in den
hirarchien auf welcher stufe das sagen hat (andreas trawöger)… sollen
wir uns strukturen auferlegen, damit das ganze nicht in einem endlosen
diskussions-blabla endet (helga köcher)… wer kontrolliert wen und wer
darf/soll/muss was, wann entscheiden ….
c. wie kommen wir zu “gerechteren”, “faireren” entscheidungen (alle)…
d. wird das system, das installiert werden soll, ein langweiliges
mittelmaß produzieren oder erwachsen aus dem system künstlerisch bessere
ergebnisse als bisher (über kuratoren, beiräte, wer auch immer) …
e. ist es überhaupt sinnvoll, einer community geld zu überlassen, die
dann auch noch selbst über die verwendung der gelder entscheidet und
dieses sozusagen unter sich aufteilt (diverse zeitungsartikel)
f. wie schaut es mit den entscheidungskriterien aus … gibt es da einen
katalog von vorschlägen oder kann jeder nach gutdünken voten, ohne seine
entscheidung begründen zu müssen ….
g. wie gestalten wir das system, so dass es zwingend am laufen bleibt
und nicht einschläft; d.h. wie vermeiden wir , dass, so wie auf dieser
diskussionsliste einige ständig diskutieren und viele sich (gelangweilt?
/ genervt?) abwenden.

viele der fragen sind ausführlich besprochen, manche entscheidung ist in
sicht … aber, seien wir mal ehrlich: es knirscht noch gewaltig.

der lösungsansatz, den ich vorschlage, basiert folgenden übereinkünften:
- es wird niemals “gerechte”, “richtige” und “gültige” entscheidungen
geben können.
gerechte entscheidungen gibt es nur unter der voraussetzung, dass etwas
zur anklage kommen kann; dies ist im kunstbetrieb ausgeschlossen, d.h.
damit sollten wir uns nicht länger beschäftigen.
- es gibt keine hriarchien, die von vorneherein im system eingebaut sind.
soll ein system fair sein, dann können nur nichthirarchische komponenten
zum einsatz kommen.
- wir alle wollen für uns selbst, für die community und für die
kunst/kunstentwicklung das bestmögliche (gleichgültig was jeder/e
einlzelne/r darunter versteht, bzw. welche präferenzen jede/r formuliert)
somit drei wesentliche schlussfolgerungen:
- mitmachen kann JEDE/R, der/die sich registriert und der/die die von
der verwaltung vorgeschriebenen mindestvoraussetzungen (z.b. wohnhaft in
wien) erfüllt.
keine einschränkung in hinsicht künstlerische sparte, bisherige
tätigkeit usw., d.h. es kann auch jeder bäckergeselle mitmachen, wenn er
in wien wohnt.
(der ebengenannte bäckergeselle kann auch jetzt schon einen förderantrag
an die ma7 richten; d.h. da können wir nicht strenger sein, als es die
fördermodalitäten bisher waren)
- falls das system in ein finales voting mündet (das ist nicht
zwingend, und auch nicht ratsam!) hat jeder das gleiche stimmrecht.
- wenn wir die obengenannten drei voraussetzungen akzeptieren, können
wir ein spiel entwickeln und dieses so spielen, dass es möglich ist,
dass es am ende keine “verlierer/innen” gibt

ich möchte hier ein game, nennen wir es community-game vorschlagen, das
leicht programmierbar ist, fair aufgebaut ist, das entscheidungen auf
der basis eines spiels herbeiführt, und das eine sehr vorteilhafte
zufallskomponente beinhaltet. (jedes spiel sollte, um für alle fair zu
sein den zufall beinhalten.)

COMMUNITY-GAME
DIE SPIELREGELN:
1. es gibt über das jahr verteilt 4-8 durchgänge, wobei jeder durchgang
6-12 wochen dauert.
2. jede/r kann mitmachen und äußert dies durch eine von der verwaltung
kontrollierte willensbekundung.
3. in jeder spielrunde weren eine gewisse anzahl von points verteilt und
zwar nach dem zufallsprinzip (würfel) und in der mengenverteilung nach
der gauss´schen glockenkurve (ganz wenige bekommen sehr viele points,
ganz wenige bekommen ganz wenig points, die meissten bekommen
durchschnittlich viele points zugewürfelt).
4. jede/r einzelne teilnehmer/in kennt nur die points, die er/sie selbst
bekommen hat und die gesamtzahl der points, die zur verteilung gekommen
sind.
5. nach diesem auslosungs-schritt verfallen die points in folgender
weise: zunächst werden alle points schrittweise (nach einem
automatisierten zeitablauf) nacheinander so umverteilt, dass der/die
teilnehmer/in, der/die anfänglich die meisten points zugelost bekam, am
schnellsten verliert und diese points sich auf die anderen
teilnehmer/innen verteilen und zwar so, dass der/die, der/die am
wenigsten points zugelost bekam von dieser automatischen umverteilung am
meisten profitiert. dieses prinzip wird auf alle anderen entsprechend
angewendet (d.h.: der/die , der/die die zweitmeisten points bekam
verliert am zweitschnellsten seine points und der/die, der die
zweitwenigsten points erhielt profitiert von dieser umverteilung am
zweitbesten und so fort …. ; der/die, der/die genau in der mitte liegt
verliert keine points und bekommt durch diesen automatismus auch keine
dazu)
6. dieser unter ziffer 5 beschriebene umverteilungsprozess läuft so
lange (z.b. bis zur halbzeit des spiels), bis alle teilnehmer/innen die
gleiche anzahl von points haben.
7. nach dieser halbzeit verlieren alle bis zum ende des spiels in
gleichmäßigem schritt ihre points; diese fallen in den gemeinsamen topf
zurück und können erst beim nächsten spieldurchgang wieder ausgelost
werden.
8. sinn des community-games ist es diesen verfall der points
aufzuhalten: jede/r kann die points, die ihm/ihr am anfang des spiels
zugewürfelt wurden nach eigenem ermessen an die anderen teilnehmer/innen
verteilen; dabei gilt: diejenigen points, die einmal von einem/r
teilnehmer/in zum/r anderen übertragen/überwiesen wurden bekommen einen
marker und unterliegen nicht mehr dem oben (unter ziffer 5-7)
beschriebenen verfallsprozess; d.h. diese points gehören dem/der
empfänger/in und können am ende des spiels vom empfänger/in/besitzer/in
in adäquate münze (= fördergelder) eingetauscht werden. einziges
kriterium, dass points zu markierten points werden ist also die
durchführung eines transferprozesses, d.h. teilnehmer/in a muss
teilnehmer/in b eine anzahl von points gutschreiben/überweisen.
9. transferprozesse sind für alle teilnehmer/innen einsehbar.
10. bei einem transferprozess können sowohl unmarkierte als auch
markierte points überwiesen werden.
11. ein einmal markierter point bedeutet gleichsam bare münze, er erhält
eigentümerstatus und kann nicht mehr in den auslosungstopf zurückfallen.
12. es ist möglich, dass sich teilnehmer/innen im gegenseitigen
vereinbarten tausch points gutschreiben, um diese zu markierten
eigentümerpoints zu machen. auch solche transferprozesse sind natürlich
von allen mitspielern/innen einsehbar.
13. außerhalb des unter ziffer 5-7 automatisierten verfallsprozesses
kann kein/e teilnehmer/in einem/r anderen points wegnehmen auch nicht
durch ein voting oder andere “inkriminierte verfehlungen” welcher art
auch immer; es kann auch aus keinem wie immer gearteten grund ein/e
teilnehmer/in während des spiels von diesem ausgeschlossen werden oder
gar von der teilnahme selbst ausgeschlossen werden.
14. es kann verschiedene gründe für den transfer von points geben:
ein in einer laufenden diskussion intelligenter gedanke, der von anderen
“belohnt” wird
ein interessanter projektvorschlag, den andere für förderwürdig erachten
pure sympathie,
altruismus, (die armen künstler brauchen geld)
strategische überlegungen zur verbesserung der netzkunst in wien (gebe
ich dem unsympathischen projekt meine points, damit zwei andere, die ich
gut finde schneller zur zusammenarbeit bringe)
jemand wirbt für points indem er seine bisherigen projekte anpreist/
seinen künstlerischen lebenslauf hochjubelt (will ein eigenes projekt
verwirklichen, möchte das aber nicht preisgeben, damit es mir niemand
wegschnappt)
teilnehmer verbünden sich und booten andere vielleicht dadurch aus
(riskant – bein 2ten uder 3ten spiel merken das die anderen und sind sauer)
eigeninteresse (der einzige grund, der völlig wertfrei ist, wenn man das
spiel gerne spielt … führt am schnellsten zu kooperationen, die aber
per se nicht immer gut sein müssen)
pure lust am schabernack und vielleicht sogar: “betrug an der kunst”.
(da haben wir dann auch den hausclown mit drin — hält alle auf trab)
“betrug an der kunst”: das ist schon fast wieder zu moralinsauer —
sagen wir doch einfach bluff dazu.
und so weiter ….
niemand ist niemandem rechenschaft für sein tun innerhalb des spiels
schuldig; dadurch, dass jeder am anfang nur seinen eigenen punktestand
kennt, kann er seine karten verdeckt halten; es ist aber nicht verboten,
seinen eigenen punktestand anderen teilnehmern kundzutun. (es kann ja
auch ein bluff sein — oder die anderen bewerten denjenigen als
spielverderber?)
diskussionen können offen, halboffen oder auch ganz privat geführt
werden, nach lust und laune der teilnehmerInnen.

15. das spiel ist nach einem vorher festgelegtem zeitraum zu ende — es
werden die markierten points zu geld umgemünzt, das der/die inhaber/in
kann damit ein projekt durchführen und das ihm/ihr zugesprochene geld
dafür ganz oder teilweise verwenden. er/sie kann das geld auch auf dem
konto stehen lassen in der hoffnung beim nächsten spieldurchgang noch
mehr geld zu erspielen, um damit eventuell ein größeres projekt zu
realisieren.

16. die projektrealisation muss in einem überschaubaren zeitraum
durchgefügrt werden; es können auch kooperationen ausserhalb des spiels
entstehen (teilnehmer/innen a,b,c haben zusammen 20.000 euro erspielt
und realisieren damit ein gemeinsames projekt) es ist auch möglich
gewonnenes geld wieder in points zu verwandeln und diese in den nächsten
spieldurchgang einzubringen.

17. das projekt, das realisiert wird, muss öffentlich zugänglich sein
… abrechnung … projektbericht …. etc., so dass in weiteren
spieldurchgängen die verwendung der mittel beurteilbar ist und innerhalb
des spiels für den/die einzelne/n teilnehmer/in zur entscheidungsfindung
für allfällige pointsvergabe dienen kann.

18. bares geld gibt´s nur für ein konkretes projekt.

19. einzige person, die über allem steht ist der /die schiedsrichter/in;
eine vertrauensperson, die mit niemandem über den verlauf des spiels
kommunizieren darf und nur den korrekten ablauf der spielregeln
überwacht bzw. schützt..

ENDE DER SPIELREGELN

ich war hier sehr ausführlich; den kern der spielregeln kann man ohne
weiteres auf einen bierdeckel (vorder- und rückseite) unterbringen; in
12-punkte-times-schrift benötigen die regeln zwei a4-seiten.
vorteile eines solchen spiels:
der freie zugang,
das fehlen eines finalen votings (besser gesagt: die spieler voten indem
sie spielen)
die chancengleichheit durch die implementierung des zufalls (halte ich
für entscheidend),
das fehlen von festgelegten kriterien (wer soll dazu ermächtigt sein,
diese zu bestimmen – “verbindliche” kriterien führen in der kunst
zwangsläufig zum mittelmaß!)
die gewissensfreiheit der spieler (jeder kann nach eigenem gusto seine
points verteilen und kann, muss das aber nicht begründen und ist auch
niemandem rechtfertigungspflichtig)
zuletzt: die entfernung des immer wieder auftauchenden “kontrollwahns”
(siehe oben punkte a. – g.) aus der fördervergabepraxis also auch das
ausschließen des kuratorenprinzips (wird im reputationsmodell version
0.12 wieder durch die hintertür eingeführt – halte ich für extrem
problematisch – bitte, bitte lasst die finger davon)
reputation erhält automatisch der/die, der/die das spiel am besten spielt

nachteile:
die angst, sich auf eine solch riskant scheinende sache einzulassen;
das fehlen der wohligen wärme im mühsam aufgebauten beziehungsnetz;
prinzipielle möglichkeit von peinlichen flops (auf welchem gebiet
passiert das nicht? – - – auf, in die nächste spielrunde!)

wechselstrom – christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Don Aug 25 11:53:08 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:39 pm

uow.edu.augefällt mir sehr gut das spiel. vor allem der einsatz von zufall ist
bisher noch nie zur sprache gekommen obwohl ich ihn ebenso wie du es
tust für unverzichtbar halte.

ich habe einmal gelesen dass es ansätze von zufall in parlamenten
(glaube es war das englische) schon gab. das konstrukt nennt sich
jedenfalls “demarchie”.

mehr:

http://en.wikipedia.org/wiki/Demarchy

und:

http://www.uow.edu.au/arts/sts/bmartin/pubs/92kio.html

in letzterem der kern:

Random selection …. is a strongly participatory mechanism, since it
prevents power-seekers from gaining exceptional power.

und wo es schon jetzt zum einsatz kommt:

This is the same reason why, in a court of law, a randomly selected
jury is perceived as less corruptible and more representative of
community values than a judge, and hence gives greater legitimacy to
a decision.

fair ist das ganze dann halt auf unendlich lange sicht. aber alle
anderen systeme sind auch nicht fairer.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Don Aug 25 14:23:11 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:41 pm

Transaktionsanalytisch (JEHIDES nach Eric Berne) kommen wir aber hier
insgesamt nicht weiter, passende semantische Referenzsysteme finden
sich bei Roger Callois, Johan Huizinga und Wulf/Gebauer.

‘Agonale’ Spiele (Callois) zeichnen sich gegenüber Spielen mit
‘Aleia’-Charakter (Geschicklichkeit) durch Wettkampf aus, diese
Polarität spieltheoretischer Subsysteme kommt der Sache schon näher.

Zum “gesteuerten” Zufall im Spiel vgl. auch: (Cybernetic)
Serendipity-Faktor. Neben der Ausstellung in den 60ern von Jasia
Reichardt fällt mir HIER vor allem U. Eco’s Buch “Serendipities.
Language and Lunacy” ein.

Ich persönlich frage mich ernsthaft und nachdrücklich, wer sich die
Zeit nehmen soll, um Förderungen zu spielen? Das wäre eine echte
Zumutung. Meine Meinung zu diesem Ansatz habe ich hier mehrfach
vertreten und auch gegenüber dem Falter bekannt gegeben – kein(e) Taxi
Orange oder dot-Mania!

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Son Aug 28 19:39:29 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:54 pm

Dein interessanter Beitrag berührt auch mein Argument, dass bei der
ganzen Sache die Frage nicht unwesentlich ist, wer wem welchen Wert für
welchen Gegenwert zur Verfügung stellt. Und die kann eigentlich nicht
spieltheoretisch geklärt werden.

Helga Köcher helga.koecher at chello.at
Son Aug 28 20:04:09 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 12:54 pm

die frage:
werden votes anonym sein oder nicht?

persönlicher standpunkt:
es gibt grob gesprochen nur 2 wege vom willen einzelner hierarchisch
höher stehender unabhängige entscheidungen zu treffen: durch
_verdeckte_ wahl (so-called “democracy” – verdeckt um sicherzustellen
dass eine beeinflussung des wählerwillens zumindest nicht all zu
einfach ist) oder durch zufall. ein voll transparentes (im sinne der
logiker, nicht der informatiker) wahlsystem käme meiner meinung nach
einer netzkulturüberwachung so nahe dass ich es für gefährlich halte.
ein priserl zufall wie etwa von peter fleissner oder christoph
theiler vorgeschlagen würde zwar nicht die demokratie stärken aber
die fairness u.u. schon da eine beeinflussung noch schwieriger
gemacht wird.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Fre Okt 14 11:17:27 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 2:33 pm

Es gibt derzeit keine Möglichkeit per Web eine überprüfbare anonyme Wahl
mit einem vertretbaren technischen Aufwand zu realisieren.

Bei einem reinen Webvoting muss daher jeder die Möglichkeit haben, sein
Voting und das der anderen zu überprüfen (=keine Anonymität) ansonsten ist
die Integrität bzw. dessen Überprüfbarkeit des Wahlsystems nicht
gewährleistet.

Die einzige alternative wäre eine Mischvariante, wo man per Web anonym
seinen Stimmzettel generiert und diesen bei einer klassischen Wahl mit
Personenüberprüfung, aber eine anonymen Urne abgibt.

Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Fre Okt 14 12:24:03 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 2:35 pm

Wenn man die Wahl schon unbedingt anonym machen will (was ich für nicht
sinnvoll halte), wäre die einfachste möglichkeit über Synonyme
abzustimmen. Jeder stimmberechtigte User würde dann von der MA7 (oder wer
auch immer das Mana Wählerverzeichnis wartet) einen automatisch
generierten Usernamen erhalten unter dem er abstimmen kann und anhand
dessen er überprüfen kann, ob seine Stimme richtig gewertet worden ist.

Ohne Möglichkeit, für den einzelnen User nachzuvollziehen, wie seine
Stimme gewertet worden ist, sind bei einer Webabstimmen allen möglichen
Formen des Betrugs möglich (Stichwort: FPÖ Webvoting).

Bitte nicht vergessen, dass auch bei einer Briefwahl registriert wird, wer
wann wo gewählt hat und nachträglich von der Bezirkswahlbehörde überprüft
wird, ob die Person überhaupt stimmberechtigt war bzw. es zu keinen
doppelten Abstimmungen gekommen ist.

Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Fre Okt 14 15:20:20 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 2:40 pm

> anonyme votings sind das a und o eines halbwegs tragfähigen systems
> von mitbestimmung, alles andere ist quatsch!

Bitte unterscheiden, zwischen persönlicher Mitbestimmung und dem Fällen
von Gerichtsurteilen.

Aktive, persönliche Mitbestimmung im Sinne einer partizipativen Demokratie
http://de.wikipedia.org/wiki/Partizipative_Demokratie kann nur durch
persönliches (nicht anonymes) Engagement erfolgen.

Wo ich anonym sein will, bzw. muss ist als Geschworener bei der Fällung
eines Gerichtsurteiles, weil ich in meiner Entscheidung frei sein möchte
und nicht die Angst haben möchte, irgendwann einmal unangemeldeten Besuch
zu bekommen, weil der Angeklagte mir den Unmut über meine entscheidung
nonverbal mitteilen möchte :-( (

Unsere demokratischen Wahlen haben mit aktiver Mitbestimmung sehr wenig
gemeinsam, ähndeln aber zunehmend Geschworenenurteilen, bei der die
Parteien abgeurteilt werden, was sich ohne Anonymität niemand trauen würde

Daher ist es demokratiepolitisch unbedingt notwendig bei Wahlen anonym
abzustimmen. Bei NetzNetz bzw. Mana, halte ich aber ein anonymes System
für reine Verantwortungslosigkeit, weil dadurch ein System entsteht, in
dem niemand für nichts Verantwortung übernimmt und statt dessen alle
Entscheidungen an eine anonyme Masse delegiert werden.

Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Fre Okt 14 15:37:09 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 2:53 pm

skizze 1:
- ich mache mit christoph aus das ich ihn bei der nächsten wahl
bevote und er gibt mir dafür in der übernächsten gleich viel mana.
- dann halte ich mich daran und er kann das leicht sehen
- er hält sich auch daran denn ich würde ja bemerken dass er mich
betrügt
- natürlich habe ich den deal mit 5 anderen laufen

folge: ich kriege auf einen batzen viel geld und die anderen immer
nur ein bisserl (ist die vergabe eigentlich proportional zu den
stimmen?)

frage: verhindert die offene wahl solche prozesse? ist das die
situation die wir wollen?

skizze 2:
- FER trägt sich bei netznetz ein
- weil ich seine mails lässig finde wähle ich sein projekt

folge: mobbing, ausschreitungen und der 1. wiener netzkrieg

frage: verhindert die offene wahl solche prozesse? ist das die
situation die wir wollen?

skizze 3:
- hc strache registriert sich bei netznetz
- ich wähle weil mich nicht ordentlich informiert habe sein projekt

folge: selbstmord wegen kultureller ausgrenzung durch die community

frage: verhindert die offene wahl solche prozesse? ist das die
situation die wir wollen?

kleiner hinweis:
wenn keiner weiß was ich wählte kann auch keiner mir einen strick
daraus drehen mich nicht an abmachugnen zu halten. _das_ ist
demokratie: die entscheidung beim individuum belassen.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Fre Okt 14 15:52:39 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 2:54 pm

des weiteren denke ich dass gerade in
einem sozialen system in dem jeder jeden kennt ein gewisses maß an
anonymität zu wahren ist. ohne den schutz der entscheidung einzelner
wirst du nie eine vertrauenskomponente aufbauen können und dadurch
dass du verwantwortung dem einzelnen entziehst und einem technischen
system übergibst kannst du sicher nicht sicherstellen dass sich der
einzelne verantwortungsvoller benimmt.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Sam Okt 15 12:10:48 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 4:26 pm

mir würde also ein “vote-in-progress” am besten gefallen, bei dem ich meine verteilung im verlauf auch noch ändern kann,
ev. eine art “mana-konto”, das ich nach und nach vergeben kann. nicht verwendetes mana am ende eine vergaberunde
könnte unter den teilnehmerInnen gleichverteilt werden.
anfragen unter den anonymen usern könnten möglich sein, müssen aber nicht zwingend beantwortet werden.

Christoph Veigl chris at shifz.org
Mon Okt 17 12:13:04 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 4:28 pm

wirklich anonymes voting ist manipulierbar. selbst wenn die ip’s der user
zur identifikation benutzt würden. wie soll man mit dynamischen ip’s
umgehen, bzw. werden dann leute mit modem oder keinem eigenen
internetzugang von vornherein ausgeschlossen ?
ausserdem kann ich als serveradministrator 100e ip’s verwenden und somit
100e voting-accounts verwenden.

wenn aber die anonymen voter als registrierte, authentifizierte user
angemeldet sind, dann kann man auf das anonyme voting gleich verzichten.
so denn es würde eine kontrollstruktur auf der einen seite und
nicht-wissende auf der anderen seite geben, was wiederum eine
zentralisierung von infos bedeutet.

also, ich denk das geht schlicht einfach nicht.

Markus Reisenhofer markus at lauffilm.com
Mon Okt 17 13:26:46 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 4:30 pm

anonymität im sinne von “keiner weiß wer welche stimme vergeben hat”
fordere nicht einmal ich.

anonymität im sinne von “niemand anderer darf sehen für wen ich
gestimmt habe” halte ich aber eben für unbedingt notwendig.

… und mit ip-adressen hat das überhaupt nichts zu tun weil es keine
technische frage ist.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Mon Okt 17 13:49:05 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 4:30 pm

Ich weiss aufgrund doch laengerer beschaeftigung mit electronic
voting (hi ubermorgen! *winke*), dass das alleine schon in der
theorie schwer ist. Alleine schon die cryptographischen notwendigen
voraussetzungen sind nicht trivial! (wie euch enki sicher bestaetigen
kann). Man braucht zum beispiel um n “luegner” in einem voting
protokoll feststellen zu koennen, 3*n+1 ehrliche voters und JEDER
UEBERPRUEFT JEDEN ANDEREN. (byzantine failure detection) [1],[2] und [3]

Hier – bei netznetz – ist es nochmals schwieriger, nicht einmal die
informatik-probleme zentral sind, sondern weil noch eine
grundlegendere frage “wer darf waehlen” nicht einmal klar ist oder?
Also: esel! Viel glueck und bewunderswert, dass ihr es probiert! Echt
keine einfache aufgabe. Meiner bescheidenen meinung nach: versucht es
vorher wirklich auf papier. Ganz normale wahlen mit papier. Dann erst
eine tool entwicklen. Software loest keine sozialen probleme,
software schafft maximal neue soziale probleme :)

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Die Okt 25 21:18:15 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 4:42 pm

ece.cmu.educs.wisc.eduund wer stellt die regeln fuers prozedere auf?
Wer garantiert mir, dass der der das voting system schreibt /
designed nicht subtile fehler zu seinen gunsten einbaut?

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Byzantine_failure
Byzantine failure erklaerung.

[2]
http://www.ece.cmu.edu/~reiter/papers/1998/SRDS-1.pdf
( byzantine failures and electronic voting system fuer Costa Rica )

[3] http://www.cs.wisc.edu/~sschang/OS-Qual/reliability/byzantine.htm
( Gute algorithmische beschreibung des byzantine failure problems )

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Die Okt 25 21:18:15 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 4:43 pm

Wie Esel und Thomas bereits angerissen haben, sollen in Vorbereitung des
Symposiums die möglichen 5 Szenarien = Algorithmen, die seit März erarbeitet
wurden, aufbereitet und der kritischen interessierten Öffentlichkeit kompakt
und übersichtlich präsentiert werden.

Dazu gibt’s zwei Terminvorschläge:

- Depot (Mitte November)
- NCC 05 (Anfang Dezember)

Diese 5 Szenarien lauten:

- 1. Simple Voting (David Bovill, Ian G)
- 2. Delegated Voting (David Bovill, Ian G)
- 3. Super Trustee (Andreas Trawöger)
- 4. Survival of the Unfittest (Peter Fleissner)
- 5. Community The Game (Christoph Theiler)

und bilden die möglichen Szenarien und erwarteten Auswirkungen auf das Feld
der Wiener Netzkulturen.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Sam Okt 29 13:23:21 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 4:57 pm

Kleine Änderung. Das “simple voting” gibt es eigentlich als Modell so
nicht. Es ist vielmehr ein Teil des “staright voting in multiple
categories” – das Modell das von der sehr großen Arbeitsgemeinschaft im
Frühjahr/Sommer ausgearbeitet wurde und dessen offiziöser Name “Community
Recommendations” ist.

AuthorInnenschaft und Beschreibung sehr ausführlich im Netznetzwiki zu
finden.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Sam Okt 29 20:04:46 CEST 2005

Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 4:59 pm

IST DAS SCHON VORENTSCHIEDEN???

(1) Vergabesystem: Geldvergabe an z.B. die ersten 5 kann dazu führen,
dass der Sieger mit 4000x genausoviel bekommt wie Nr. 5 mit 300x ABER
nr.6 mit 299x kriegt nix. mehr unten bei “ad (1)”………

(2) Kriterien – Kriterien schränken mich in meiner Wahl ein – wenn ich
Punkte vergebe, kann ich meine eigenen Qualitätskriterien anwenden.
mehr unten bei “ad (2)”………

(3) Die Möglichkeit bis zu einer bestimmten Deadline die Stimmevergabe
immer wieder zu ändern und der aktuellen Lage anzupassen steht in
dieser Survey nicht zur Wahl. Wäre das möglich, würde der Prozess am
ehesten einer Verhandlung mit vielen Teilnehmern gleichen – wär das
nicht wünschenswert? Was wären die downsides?

WEITERE VORSCHLÄGE:

(4) Es sollten alle diese Parameter nach dem ersten Durchgang wieder
zur Disposition stehen. Einen Termin für solche Neuverhandlungen
jetzt schon festlegen – socnst passiert “code is law”, wenns nicht
grad einen Aufstand gibt (wer orgenisiert den?) bleibts dabei.

(5) Vollkommene Nachvollziehbarkeit der Votings – ev. nach jedem
Wahlgang eine grafische Aufbereitung die die Wahlvorgänge auch schnell
visuell fassbar macht – also z.B. Kreisstimmen(anteile) (=ich stimme
für B, B stimmt für C, und C stimmt für mich…) in einer bestimmten
Farbe sichtbar machen – herausrechnen wie das Ergebnis wäre wenn die
Kreisstimmen rausgezählt würden – sprich eine völlige Offenheit der
abgegebenen Stimmen, aber nicht nur als Zahlen sondern als (grafisch)
analysierte – aufbereitete Daten – Zurverfügungstellung der Daten als
z.B. xls-Spreadsheet das man selbst mathematisch/grafisch aufbereiten
kann. Auch die Korrumpierung von Code und Daten müsste doch
ausgeschalten sein wenn jeder seine Stimmen in den Daten nachher
kontrolliert und auch die Ergebnisberechnung selbst nachrechnen kann.
Forum zum diskutieren der Wahlergebnisse.

ad (1) – wenn man schon ein so fein differenzierendes System hat um in
einem Punkteranking die von der Community gesehene Qualität der
Projekte zu “messen”, warum dann die Mittel nicht ebenso differenziert
verteilen? Geldbeträge proportional den Punkten vergeben und dann ev.
oben und unten (sehr niedirg – mir wären als Förderungsempfänger auch
400€ recht für ein Projekt) eine Grenze? Warum den ersten 5 die völlig
verschieden abgeschnitten haben den gelichen Betrag und warum dem 6.
der einen Punkt weniger als der 5. hat garnix??

ad (2) Mir scheinen diese Kriterien eher geeignet die Zurechenbarkeit
zur Netzkunst festzustellen als die Qualität innerhalb dieser.

Mir wichtige Kriterien sind: Innovativität, Aussagekraft,
Themenrelevanz, gewinnt man als Publikum neue
Gedanken/Gefühle/Information/…

Da ich es für Unsinn halte den Abstimmenden vorzuschreiben welche
Kriterien relevant sind (und da wir uns alle da niemals auf etwas
werden einigen können), würde ich vorschlagen das dem Einzelnen zu
überlassen und ihm die Möglichkeit zu geben eine bestimmte Summe an
Qualitätspunkten (was immer Qualität für ihn auch bedeuten mag) zu
vergeben. Mit einem Kriterienkatalog ist einedeutig schon eine
Vorentscheidung getroffen die uns Abstimmende einschränkt.

Was, wenn mein Favorit in den vorgegebenen Kriterien nicht so gut
ausschaut aber in meinem Wertesystem schon? Wer darf mir vorschreiben
was ich als Qualität zu sehen habe. Beim wählen von Politikern kann
ich mir ja aus gutem Grund aussuchen ob ich fachliche Kompetenz,
Ehrlichkeit oder soziales Engagement höher/überhaupt schätze. Wenn ich
nach einem Kriterienkatalog wählen muss der ein mir wichtiges
Kriterium nicht enthält müsste ich andere Kriterien dazu missbrauchen
das wettzumachen, was den Sinn von Kriterien völlig aushölt.

Chr!stian Rupp christian at christian-rupp.com
Fre Nov 25 05:03:10 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 2:18 pm

ad (2): auch ich meine, dass das einzige kriterium, das hier zum zuge
kommt ist: soll geld bekommen=ist für voter subjektiv förderungswürdig -
AUS EINER MENGE VON GRÜNDEN (die menge kann klein oder gross sein).
die kriterien verwirren mich und scheinen den eindruck erwecken zu wollen,
hier komme objektivität ins spiel … was meiner ansicht augenauswischerei
darstellt.

insoferne möchte ich kritisieren dass beim survey nicht die möglichkeit
bestand kein kriterium auszuwählen …

magnus magnus at monochrom.at
Fre Nov 25 11:49:30 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 2:18 pm

nach dem exzess im depot würd ich dafür plädieren dass ein moderator angeschafft wird, der von ausserhalb der szene kommt. jetzt ohne das mana – projekt gut oder schlecht finden zu müssen – es geht da um einen batzen kohle. und wenn schon so intensivan einer umsetzung gearbeitet wird und – afaik – nicht zuerst die voraussetzungen für die arbeit geklärt werden (ja, ich weiss: termindruck. aber trotzdem sollte über die basics mehr diskutiert werden), dann brauchts jemanden der/ die
a) den kommuikationsfluss managed (siehe auch das mail von franz xaver) und
b) die kommunikation selbst managed und ausgleichend wirkt. es gibt auch auf der liste leute die sich im argumentieren gegenseitig mehr argumentativ/ kommunikativ beistehen als andere. und, ganz zu schweigen von realraumkommunikation (siehe depot).

eine andere radikale aber für mich ehrliche alternative wäre dass sich das projekt mana als klar hierarchisch definiert und zwar im sinne eine partizipativen demokratie, wie so schön im depot erklärt wurde. damit nämlich keine missverständnisse auftreten.

wobei sich die katze jetzt wieder in den schwanz beisst. die frage der demokratieformen hatten wir ja schon.

carlos katastrofsky carlos.katastrofsky at gmx.net
Don Nov 24 20:46:00 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 2:35 pm

[netznetz.net] SURVEY Ergebnisse
eSeL esel at esel.at
Mit Nov 30 13:57:12 CET 2005

als pdf anbei die results ALLER votes.

http://listen.esel.at/pipermail/liste/attachments/20051130/92f1039d/MANA06-TOTAL.pdf

http://listen.esel.at/pipermail/liste/attachments/20051130/92f1039d/mana-survey_ohne-ips_markiert-doppelte.xls

die resultate sind mE überraschend eindeutig!
und grundlage für nächsten prototypen bis sprint.
- siehe next mail.

———————-
voting teilnahme.
———————-

in der excel tabelle seht Ihr die votes im verhältnis zu codes
(und auch in relation zu ip adressen…)

jedoch: ich habe die ip-adressen (Spalte: USERNAME) rausgeloescht,
ZUVOR jedoch daten sortiert um zu überprüfen, ob es von
einer IP-Adresse mehrere votes gab – und diese markiert.

voila:

47x mal wurde der fragebogen beantwortet – davon
9x votes ohne code – davon
3x von selber IP-Adresse

hier einige interpretationsversuche

I.
_von der gleichen ip adresse – je eigener code:
GRÜn markiert – z 9/10.

likely: mehrere Benutzer haben vom selben rechner gevotet (untersch.
angaben)
unlikely: eine person ist mit zwei mailadressen auf liste eingetragen
und votet utnerschiedlich

II.
_von der gleichen ip adresse -
einmal mit code, einmal ohne
ROSA markiert – z. 23/24

a) user versucht doppelt zu stimmen – angaben sind unterschiedlich,
b) likely: zwei user (eineR mit Code, eineR ohne) vom gleichen rechner
gevotet

III.
_von der gleichen ip adresse – ohne code:
GELB markiert – z. 17/18 & z. 45/46

17/18 – jeweils unterschiedliche angaben – versch. zeitpunkte
a) einE UserIn: doppelt votend (manipulationsversuch?)
b) falls versch. UserIn: beide haben halt ohne code gevotet

45/46:
gleiche angaben – (un)absichtlich) doppelt gevotet,
noch dazu hinter einander gevotet (spalte: “Response” zeigt reihenfolge
des eingehens)

mein senf

falls IP-Adressen gebraucht werden für weitere analysen,
machen wir uns gern was aus – aber ich will die ips nicht einfach so an
alle rumschicken.

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:01 pm

Nach meinem Empfinden ist so eine Aufbereitung auch beispielhaft dafür
wie Manipulationsversuche vermieden werden können:

(1) Analyse der Votings durch das Team die “journalistisch” aufdecken
was nach Abmachung, (legitimer?) Clusterung oder Manipulation aussieht
und,

(2) Zurverfügungstellung der Rohdaten zum selbst auswerten. Wer dann
in eigener Recherche auf Manipulationen oder nicht-wünschenswerte
Entwicklungen kommt kann das dann auf die Liste/wiki posten.

*** DAS EINZIGE WAS ich mir IM WAHLGANG ANDERS erhoffe, ist dass auch
die Namen der Votenden sichtbar sind (nach beendeter Abstimmung, sonst
zu viel Strategie-Mauscheleien/Verdächtigungen). Sonst kann sind dann
ja zB: Abmachungen (ich stimme für B, B stimmt für C, und Cstimmt für
mich…) und (legitime?) Clusterbildungen NICHT SICHTBAR. Im Fall der
Survey reichts aber, dass ich per Nummer (und Kommentaren)
nachvollziehen kann, dass mein Voting gezählt wurde.

Chr!stian Rupp christian at christian-rupp.com
Mit Nov 30 15:08:20 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:02 pm

danke für das aufbereiten, lorenz.

die daten scheinen dafür zu sprechen – also bauen wir eine
kontrollgesellschaft. macht nichts. frankreich, great britain, die
usa und das neue österreichische sicherheitsgesetz machen es ja klar:
macht braucht kontrolle.

ich habs befürchet…
martin

ps: derjenige der mir sagt wie man den fall dass tatsächlich 20 leute
ein ubermorgen-projekt gut finden von einer manipulation
unterscheidet kriegt einen theilerschen euro von mir.

pps: wie viele leute stehen denn auf dieser liste? also wie viel
prozent haben abgestimmt? nur so aus interesse.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Mit Nov 30 15:22:01 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:03 pm

Laut
http://listen.esel.at/mailman/roster/liste
sinds 181 Adressen.

Thomas Klausner domm at zsi.at
Mit Nov 30 15:46:08 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:03 pm

Hier mal die groessten offenen Fragen (von der Technik-Seite), die beim
Symposium geklaert werden *muessen*.

(uhm, nach naeheren Ausfuehrungen zu 1) bemerke ich, dass das ein nicht
handhabbares Monstermail wird, deshalb werde ich fuer jede Frage ein
eigenes Mail schicken)

1) Werden Projekte oder Personen gevotet?

2) Transparentes Voting waehrend oder erst nach einem Durchgang?

3) Gewichtungsalgorithmen?

Thomas Klausner domm at zsi.at
Mit Nov 30 16:53:24 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:04 pm

Dass die Voting-Daten vollkommen transparent und fuer alle leicht
zugaenglich sein muessen, ist eine Grundvoraussetzung. (ebenso wie der
Code oeffentlich zugaenglich sein muss (und auch ist:
http://svn.zsi.at:1000/repos/mana/trunk/
))

Nur, ab wann sollen die Daten vorhanden sein?

A) Waehrend des Votings
———————–

- Man kann sofort sehen, wer fuer wen gestimmt hat.

- Man kann staendig die Ergebnisliste beobachten.

- Wenn Votes zurueckgezogen werden koennen sollen (halte ich
prinzipiell fuer eine gute Idee), haben wir aber ein kleines Problem:
den Ebay-Effekt:

Personen, die moeglichst knapp vor Ende eines Votingszyklus ihre
(finale) Stimme abgeben, haben mehr Entscheidungsgewalt als andere.

Das bevorzugt Leute mit flexiblem Terminkalender (oder der Kentniss,
Scripts zu schreiben).

Auch dieses Verhalten wahere denkbar:
Ich stimme am Anfang fuer meine “Feinde”. Dadurch rutschen diese in
der Gewinnerliste nach oben. Andere koennten meine, “oh, die haben eh
schon genug”, und vergeben ihre Stimmen anderwertig. Kurz vor Ende der
Abstimmung ziehe ich meine Votes zurueck und vergebe sie an meine
“Freunde”. (Dank an Slunskys perverses Hirn fuer diesen Hack)

B) Nach dem Voting
——————

- Waehrend einer Voting-Phase sind die Ergebnisse geheim. *niemand* darf
sie sehen (was zB durch ein Hosting bei der ADV/MA14 moeglich waere)

- Ich kann weder ueberpruefen, ob meine “Komplizen” ihre Abmachungen
einhalten (so wie bei dem Brettspiel Diplomacy), noch wie ich oder
sonstjemand im Rank steht.

- “Taktisches” Voting (’der hat eh schon so viel, ich stimm lieber fuer
die’) wird verhindert.

- Nach Ende der Voting-Phase werden die Daten natuerlich offentlich
zugaenglich gemacht.

- Jetzt kann ich ueberpruefen, ob meine “Komplizen” ihr Wort gehalten
haben und mein Verhalten im naechsten Zyklus entsprechend anpassen.

- Der Ebay-Effekt wird verhindert, ebenso der (fuer die jeweiligen
Personen ev positive oder negative) Effekt des im-Rampenlicht-Stehens
der noch nicht finalen “Gewinner”

Meine Meinung: Auch wenn A) ein paar Interessante Gimmicks bieten wuerde
(zB automatischer Mailversand jeder Vote an eine Mailingliste) finde ich
B) spannender.

Thomas Klausner domm at zsi.at
Mit Nov 30 17:08:16 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:06 pm

* Sollen Gewinner beim naechsten Zyklus benachteiligt werden?

* Votes unter “Freunden” (i.e. Personen, die ueber gemeinsame Projekte
verbandelt sind) sollten weniger Gewicht haben. Fraglich ist hier, wie
die Verbandelung definiert und gemessen wird.

* Zirkulaere Votes erkennen (A -> B -> C -> A).
Dieses Problem ist unter ProgrammiererInnen als ‘circulare references’
http://en.wikipedia.org/wiki/Circular_reference
bekannt. Obwohl ich selber nicht auswenig weiss, wie man damit umgeht,
weiss ich, dass es verschiedene Moeglichkeiten gibt, solche zu
erkennen. Vielleicht hat ja jemand der Anwesenden EDV studiert…
Sonst frag ich mal rum…

Und im uebrigen kann man demit eh nix reissen, weil auch wenn man alle
Votes von einer Person bekommt, das wohl nicht reichen wird. Und da
man der anderen Person ja auch nur die eigenen Votes versprechen kann,
hat das nur Erfolg, wenn man mit 5 Leuten diesen Deal macht, die aber
nix davon wissen, dass der Deal noch mit anderen rennt. a.k.a.
bescheissen…

Thomas Klausner domm at zsi.at
Mit Nov 30 17:20:43 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:07 pm

Warum wird hier freundschaft gering bewertet? ferundschaft ist was
gutes, freunde kennen sich besser, dadurch können sie sich sogar besser
bewerten. solche noten sollten sogar einen höheren rang haben als noten
von völlig unbekannten, die sich nur vom hörensagen kennen.

Die Bücher zu Graphenalgorithemn sind
Grundlagenwissen und lustig.
Ohne die würden zB. alle length() functionen für linked lists bei
solchen cyclic references zum stack overflow bzw. zur endlosschleife
führen. Deshalb müssen zB. die meisten Computersprachen mit Pointern
(”References”) auch plötzlich eine “magische” Garbage Collection
durchführen, obwohl’s so furchtbar schwierig ist und sie eigentlich nur
simple Refcounts verwenden wollten. jammer jammer (perl, python, …).
Mit einer richtigen Sprache wie zB Lisp wäre das nie passiert.

Die einfache Detection ist billig, aber wie will man den einfachen Fall
lösen, bzw will man ihn überhaupt lösen? Die Schleife aufknoten? Das
geht nur bei kleinen Schleifen.
Am besten ist es, solche Cycles gar nicht zuzulassen. Dann muß nichts
dagegen getan werden, bzw. ist es eindeutig, was dagegen getan werden
kann. dh. vote ungültig bei A -> B -> C -> A -> C (??)

Aber warum?
Und warum A -> B -> C -> A schlecht sein soll, versteh ich nicht.
Die Leute sollen sich bewerten so wie sich kennen bzw. so wie sie
wollen. Und wenn sie sich endlos in den Schwanz beißen, ist es halt so.
Wenn ein Fremder hineinbeißt merkt der Gebissene das vielleicht und
beißt vielleicht einmal zurück.
deal ist deal ist deal. geschlossene systeme sind auf dauer instabil und
sterben aus (novak’s prisoners dilemma solution). selber schuld.

PS: Die einfache Lösung zum Durchhanteln ist einfach.
Beim Durchlauf durch die Liste den nächsten (”slow iter”) und den
übernächsten gleich mit betrachten (”fast iter”). wenn der übernächste
am ende ist, ist man logischerweise gleich am ende.
wenn der nächste das ende ist, ist man sowieso am ende.
wenn die referenz vom übernächste gleich ist dem nächsten, steckt man
fest und gibt einen fehler aus.

Die generelle Lösung ist unberechenbar, aber lösbar für kleine Cycles
durch Backtracking. Bei unseren 200 Knoten kann das Stunden bis Tage
dauern.

Reini Urban rurban at x-ray.at
Mit Nov 30 23:27:12 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:09 pm

konsum.net;climax.atSPRINTOSIUM
der etwas sperrige Titel Sprintosium,
also ein Symposium, dass etwas produziert und
Lösungen entwickelt, wurde beibelassen, da wir mittlerweile
schon daran glauben, dass an den zwei tagen
eine aubauende arbeit an information,
diskussion und weiterentwicklung von mana2006
stattfinden und in gemeinsamen ABSTIMMUNG
(s.u.) münden kann.
kurz noch zum tagesbalauf Montag und Dienstag,
(wir bitten ALLE, die das irgendwie machen können,
sich hierfür freizunehmen!)
- morgens das community breakfast (10.00),
dann Workshops (von 11-17.00)
dann die Talk-Backs+Lightening Talks (17.-18,00),
dann die Panels (4 kurze Talks+Diskussion) und
dann die Social Events (22.00 bis 24.00).

Wir planen jetzt eine Dokumentation per audio
für Lightening Talks und Panels/ Diskussionen ein,
die auch geblogt wird.
Bitte also, wenn möglich, auf Englisch contributen,
ansonsten macht es für die Dokumentation viel mehr Arbeit,
das ist aber keinesfalls zwingend.

Hier stellt sich übrigens die erste Eigentumsfrage an
NetzNetz: wer ist der Vertragspartner in dem kleinen
Papier, das alle Sprecherinnen unterschreiben werden, damit
wir bestimmte Sende- und Verwertungsrechte an ihren
Beiträgen verbrieft haben? Und damit den Community-eigenen
Prozess Jahr für Jahr aufbauend dokumentieren werden?

Bitte unterschätzt das nicht, sehr unscheinbare Bilder oder
Sätze oder Mails sind in einigen Jahren vielleicht bedeutsam
und dann ist die Frage, wer in welchem Namen mit dem Material
arbeiten wird, wer sich auch um die Pflege kümmert usf.
Hier ist späteren Unklarheiten JETZT vorzubeugen

Genau für das Problem gibt es creative commons, aber
alle aspekte sind dort vielleicht noch nicht abgedeckt

Und grundsätzlich denke ich auch: die Sorge um gerechte
Verteilung des Fells hat schon so manche Jagd
im OpenSource / Independent Culture- Bereich verhindert.

Wir werden 2 einleitende Vorträge haben, in denen ihr
euch zurücklehnen und einmal aufatmen könnt, es geht da um die größeren
Entwicklungslinien zwischen Kunst, Technologie
und Gesellschaft in den letzten ca. 4 Jahrzehnten.
Und in deren Verlängerungen wird sich mana so oder so positionieren.
Das sind:
1. die erste große Ausstellung zur Rolle der Kybernetik
in der Kunst im Jahr 1968 in London. Vorgetragen von Jasia Reichardt,
der Kuratorin (!) selbst. Gilt allgemein als der ermöglichende
Grundbaustein der Medienkunst. (”Cybernetic Serendipity”, ICA, London 1968)

2. wird dann Richard Barbrook, von dem vielleicht sein Buch “Californian
Ideology” bekannt ist, einen Vortrag zu “Imaginary Futures” halten.
Dort wird es darum gehen, dass es ein Merkmal der Moderne ist, ein
Verständnis der Gegenwart immer über die Verlängerung derselben in
Science-Fiction-Phantasien gewinnen zu wollen, Bilder von Fantasie-Technik
stehen dann zwischen uns und der Gegenwart. Daraus schließt er die
Notwendigkeit, neuen Zukünfte (bzw. deren erste Bilder oder Strukturen) zu
erfinden.

Danach gibt es das erste Panel mit den beiden und zusätzlich noch
Margarethe Jahrmann, einer wahrscheinlich allen bekannten österreichische
Medienkünstlerin (http://www.konsum.net; hier ein paar fotos ihrer arbeit
http://www.climax.at/tour/)

und

Marko Kosnik, einem Medienkünstler und Programmierer aus Slowenien, das
video operabil hier beschäftigt sich u.a. mit “open source ideology”
http://homepage.mac.com/marchegon/archive/movies.html

======

DER KREIS SCHLIESST SICH
Bitte bedenkt, dass dieses Symposium den KREIS
ZUM OKTOBER 2004 schließt, wo netznetz sich
zum ersten Mal als mögliche “Community”
erlebt hat.
Es wird m.E. ungemein wichtig sein, dass mindestens
dieselben leute dort zugegen sind, sich über die bisherige
Entwicklung updaten und die verschiedenen
Optionen verstehen und dann mitentscheiden.
Also bitte unbedingt freinehmen und die Priorität
im Kopf behalten und die Leute von damals kontaktieren,
ALLE! Danke auch hierfür.

Andreas Leo Findeisen a.findeisen at akbild.ac.at
Mon Dez 5 03:51:56 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:21 pm

Wenn ihr wirklicht wollt, dass beim Symposium wirkliche Entscheidungen
gefällt werden, dann müsst ihr mind. 51% eures Engagement auf die Frage
konzentrieren, wie und in welcher Art diese Entscheidung fallen sollen bzw.
wann und wie entschieden werden soll, wie wir als NetzNetz Community
überhaupt Entscheidungen fällen wollen.

Wenn ihr die ganze Zeit damit verbringt, den Zeitplan mit netten Speakern
zu den unterschiedlichsten Themen vollzustopfen, werden es interessante 2
1/2 Tage, aber zu wirklichen Entscheidungen wird es wieder einmal nicht
kommen bzw. es wird eine Unsumme von ihnen geben und es wird nicht klar
sein ob diese vorläufig oder endgültig sind, oder ob sie von der Community
als Ganzes aktzeptiert sind oder nicht.

Ich halte die Idee über die beim Sprintosium gefällten Entscheidungen
abzustimmen für nicht prinzipell schlecht, nur wenn wir abstimmen würde ich
vorschlagen: Wir erarbeiten beim Sprintosium ein Konzept, geben den Leuten
die beim Sprintosium nicht dabei sein konnten noch 2 Wochen lang die
Möglichkeit sich per Email bzw. Wiki an der Entscheidungsfindung zu
beteiligen und stimmen danach über die erarbeitenden Lösungen ab.

Dadurch hätten wir beim Sprintosium und danach ein klar partizipativen
Beteilungsmodell, dessen Entscheidungen nachträglich per Wahlen
legitimiert, oder für den Fall das es keine ausreichende Zustimmung gibt
verworfen werden.

Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Mon Dez 5 12:18:38 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:23 pm

man könnte einfach versuchen eine creative commons lizenz zu nehmen
und die teilnehmer zu bitten das abzusegnen. das würde bedeuten dass
der rechteinhaber noch immer der jeweilige produzent ist (was auch
für die dokumentation gilt) und dennoch die unbeschränkte (z.b. non-
commercial) nutzung gewährleistet ist.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Mon Dez 5 13:37:16 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:24 pm

hier noch kurz der plan wie er mir letzte woche von stefan und leo
ersonnen und dann mit lorenz und andreas trawöger u.a. fine-tuned wurde:

mana ist am montag dran und die einzelnen fragen waren zumindest
letzte woche:

1 wie wird entschieden? (delgated/direct/a la theiler/…)
1 anonym oder offen?
2 wieviel geld bekommt jemand der X euro wollte und Y votes erhielt?
3 wer darf mitmachen?

(1..3 ist die reihenfolge der workshops)

am dienstag werden entscheidungsmodelle diskutiert und entschieden:

- wer darf entscheiden?
- welcher modus? (mehrheit/konsens/…)
- wie machen sie das wo anders?
- what about hierarchien und organisationen?

(reihenfolge und vollständigkeit nicht gegeben)

versteht mich nicht falsch – ich finde es super von euch beiden –
stefan und leo – dass ihr das organisiert. ich kann mir aber nicht
helfen: ich werde den eindruck dass das eine ziemliche hau-ruck-
aktion ist nicht los.

es gibt so viele dinge die mir noch immer nicht ausreichend bedacht
erscheinen. zb. ist an rakuschans kritik:

“anstatt eine theoretisch anspruchsvolle thematisierung anzustreben,
und mithin sich der kritischen reflexion zu stellen, wird jetzt – im
auftrag ´des hegemon´ (egal ob direkt oder im vorauseilenden
gehorsam) – eine verdraengungsmaschine unter dem titel ´parlament der
kunst´ angeworfen. bedauerlicherweise auch mit der unterstuetzung von
personen, die sich intellektualitaet zur corporate identity gemacht
haben.” (FER, 1.12. nn-list)

… und …

“ich wuerde es sehr bedauern, dass sich so weithin gute kraefte in
dieser stadt einfach ohne ´deutlicher widerrede´ von der hegemonie
und den ´vermachteten akteuren´ (!) in den eigenen reihen verarschen
lassen.” (FER, ebendort)

schon etwas dran. auch ich habe den eindruck dass bei weitem zu große
nähe zu politischen akteueren der stadt wien vorherrscht. ein paar
punkte die mir da extrem sauer aufstoßen:

- die registrierung bei der ma7. noch immer mein liebster dorn im
auge. ich denke das genau der monistische ansatz wie ihn online
communities (von denen mana ja abgeschaut wird) benutzen nur dann
funktionieren kann (oder sein funktionieren beweisen kann) wenn die
community auf allen ebenen selbst entscheidet. also: wenn 70% der
community der meinung sind das online-galerien netzkunst sind dann
sollen diese auch kohle aquirieren können. das ist eine
horrorvorstellung aber es ist nun einmal so dass die amazon-bewertung
von büchern auch vor “mein kampf” nicht zurückschreckt. wenn das mana-
modell funktioniert würde sich die inhaltliche seite ja voll _darin_
abspielen. ich hoffe dass euch auch allen bewusst ist dass der
vorherrschende plan für mana zutiefst neodarwinistisch ist. ganz,
ganz nahe an dessen vorläufer monismus. also: wenn alle mitmachen
dürfen sollen müssen auch alle mitmachen dürfen können. wenn nicht
sollte das nicht die ma7 entscheiden und es sollte eine entscheidung
auf technischer ebene sein (die inhaltliche entscheidung wird ja dann
im system gefällt) damit eben nicht monokultur erzeugt wird.

- ich musste zu meinem bedauern von andreas trawöger schon wieder die
begründung “anonymes wählen geht im netz technisch nicht” als
ablehnungsgrund für ebendieses hören. und daher sage ich es noch
einmal ganz laut: wenn technisch keine möglichkeit besteht ein
demokratisches (ja, ich bin ein alter demoktratie-fan) verfahren zu
garantieren dann verwenden wir die falsche technologie. an schlechten
tagen erscheint mir mana wie purer techno-fetischismus. an guten
denke ich mir man kann diese probleme mit organisationsstrukturen
jenseits von kontrollphantasien erschlagen. es ist ja nicht einmal
geklärt warum die volle web-lösung so vorteilhaft ist. kann ja nicht
sein dass sie einfach nur gut verkaufbar weil sexy ist… das ist
dann genau der vorauseilende gehorsam den FER so anprangert. meiner
meinung nach müssen wir papier nehmen (nicht für die wahl selbst –
die kann elektronisch sein – man kann mittels solcher dinge wie
“tickets” eine abstraktionsschicht einziehen (a will wählen. a geht
sich ein “ticket” bei der ma7 / lieber: bei einem kleinen stand in
der electronic avenue / holen und dann gibt er bei der elektronischen
wahl seine ticket-nummer an. anonym und elektronisch: voilá.)) falls
nur papier gerechtigkeit bringt.

- was ich noch nie bekrittelt habe ist die vermarktung von netznetz.
wie kann man auf die lustige idee kommen eine wikipedia-seite die man
selbst geschrieben hat sei “internationales echo”? das gleiche gilt
für boingboing und progress. ist ja gut das johannes viel werbung
macht aber einbilden brauchen wir uns auf diese ICH AG-heit nicht viel.

- ich finde den de-facto ausschluss einiger kritiker – wie eben genau
den diskussions-zerstörer rakuschan – gerade hinsichtlich des
symposiums falsch. eigentlich sollte man genau diese auch ihre
meinung sagen lassen damit sie eben nicht aus dem publikum ursupieren
müssen. mir erscheint es fadenscheinig dass diese chance nicht
genutzt wird. siehe nächster punkt.

- es gibt einen weiten bogen zu spannen – von den _ganz_ konkreten
fragestellungen die z.t. sogar aus technischen überlegungen
herauskommen – hin zu den ganz globalen die in den keynotes scheinbar
behandelt werden werden. die lücke dazwischen fällt mir erst jetzt
auf: wenn ein workshop sich der diskussion einzelner konkreter
probleme verschreibt wird der impact dieser probleme nicht im
größeren rahmen betrachtet. dadurch dass die vortragsschiene aber
recht getrennt von den konkreten fragestellungen in und um mana/nn
ist, werden auch dort diese umfeld-themen nicht behandelt werden. ich
sehe hier eine deutliche dichotomie-

- schlussendlich möchte ich mich dem gerade von johannes gees
eintreffenden mail anschliessen: “Demokratischer Legitimationszwang
bedeutet den Tod der Kunst.” (Gees, 5.12.2005, nn-list). und was er
auch noch sagt: “… erwarte ich, dass meine Arbeit von kompetenten
Fachleuten beurteilt wird.” (Gees, ebendort) ist fast noch wichtiger:
erst jetzt auf diesem symposium werden plötzlich fachleute
akzeptiert. die von zwei leuten ausgewählt wurden so wie david
boville von monochrom. aber die fachleute die sich in österreich auf
professioneller ebene mit verschiedenen aspekten dessen was mana
ausmacht und wie es funktionieren könnte (technisch, bezüglich
prozess und auch inhaltlich) wurden in bester österreichischer
tradition nicht anerkannt. weil das eigene süppchen ja am besten
brodelt und man sich sonst exotischer namen bedienen will?

leider war beim treffen letzte woche keine möglichkeit gegeben
wirklich inhaltlich über das symposium zu reden (es war auch schon zu
spät dafür). es tut mir leid dass jetzt wieder die armen die sich die
arbeit der organisation aufgehalst haben eine auf den deckel bekommen
aber so ist das nun einmal mit dem altruismus. ich hoffe meine kritik
ist produktiv.

ad johannes gees: wovon du sprichst ist schon eine frage die am
symposium besprochen wird. zumindest im scheinbar inoffiziellen plan
stehen die punkte “welches modell” (delegated – also repräsentanten –
voting vs. direct voting) und auch “wieviel geld für wieviele
votes” (was ja “the winner takes it all” ermöglichen würde).

für mich heisst das: ich bin noch immer gewillt am symposium
teilzunehmen. aber das knüpft sich an einige bedingungen:

- es muss ein dezidiertes programm geben und dieses muss vor dem
symposium noch einmal von allen auf der liste kritisiert werden
können und dann nachgebessert werden.

- es müssen auch kritische stimmen im symposium gehör finden. und
zwar so dass sie produktiv eingebaut werden und nicht auf die idee
kommen das ganze einfach zu sabotieren. eventuell haben sie ja
wirklich etwas zu sagen.

- die genauen fragestellungen der einzelnen workshops müssen vor dem
symposium zur diskussion gestellt werden. und das nicht erst am
vorabend.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Mon Dez 5 13:37:16 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:27 pm

2) CC-Lizenz wäre super, fand in den Vorbesprechungen bisher auch
überwiegend Akzeptanz (keine Gegenstimmen). Gut wäre es, wenn sich alle
Contributors hier auf der Liste drüber einigen, sollte es Gegenstimmen
geben.

3) Kollege FER sieht leider trotz mehrfacher Anfrage meinerseits keine
Möglichkeit, sich aktiv am Symposium zu beteiligen, vielleicht ist meine
Stimme allein aber bloss zuwenig – ich kann mir schwer vorstellen, dass er
sich dem dringlichen Ruf der Community versagen würde. Da er mir gegenüber
und auch hier auf der Liste festgestellt hat, dass es ihm trotz allem lieber
ist, dass dieses Symposium stattfindet als dass es nicht stattfindet, wär’s
einen Versuch wert.

5) “Hau-Ruck-Aktion” im Sinne der Nichtbeachtung von professionellen
Vorlaufzeiten zur Organisation eines solchen “Dinges” stimmt, auf diese
Gefahr haben wir mehrfach hingewiesen. Trotzdem ist es uns in wenigen Wochen
gelungen, ein Symposium auf die Beine zu stellen, das nach
“Repräsentationsveranstaltung” mit “klingenden Namen” aussieht. Klingt
irgendwie Paradox, aber genau dort ruht ja (angeblich) der Sinn.

8) “Verdrängungsmaschine” – naja. Ich sehe eher eine Mannigfaltigkeit von
Maschinen – Wunschmaschinen, Kommunikationsmaschinen, bürokratische
Maschinen etc. … – die miteinander verkopplelt werden sollen/müssen (s.
o.) Keine/r kann seriöser Weise behaupten, zu wissen, was dabei rauskommt.

Ein von mir sehr geschätzer Medientheoretiker hat mir vor einigen Tagen
geschrieben, dass ihm das Symposium mittlerweile “unheimlich” vorkommt – das
wäre sozusagen nach Freud und Derrida das genaue Gegenteil der Verdrängung.
Unheimlich ist nach Freud (vgl. S. Freud: “Das Unheimliche”) und in der
Schule der Dekonstruktion nämlich das, was verdrängt werden sollte und
trotzdem ans Licht kommt.

9) Das gesamte Programm wird ab morgen laufend im Wiki aktualisiert und kann
und soll hier diskutiert, adaptiert und feinjustiert werden. Esels Paper zur
Struktur und Aufbau der Workshops ist ja grade über die Liste gegangen.
Hierbei ist zu beachten, dass Esel als Kommunikationsschnittstelle zur Stadt
Wien unbedingt einige Fragen klären muss, die für den weiteren
Projektverlauf notwenig sind. Diese sind in die Workshops eingearbeitet.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Mon Dez 5 17:16:58 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.08.06 @ 3:29 pm

das sprintosium rückt näher; und da kommt auch das community-game, ein
radikaler neuansatz zur fördervergabe, zur diskussion.
obwohl seit ende august bekannt, hat sich die liste bisher nicht dazu
durchringen können über diesen vorschlag abzustimmen.
offen gesagt: eine unerhörte SAUEREI !

wechselstrom – christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Don Dez 8 15:40:29 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:27 am

Community Game

Vorschlag für ein Regelsystem

zur Verteilung von Ressourcen

innerhalb einer Community*

1. Intro

Eine Community soll definiert sein als temporär geschlossene Menge von
Personen, die sich mindestens einer Idee zugehörig fühlen.

Die Community der Netzkünstler ist somit die Gesamtmenge der Personen,
die von sich behaupten Netzkunst zu betreiben; dabei ist es unerheblich,
was jeder einzelne unter Netzkunst versteht, wichtig ist nur, dass jeder
eine Vorstellung davon entwickelt, was Netzkunst ist. Es genügt also die
Definition “fühle mich zugehörig”, um Mitglied innerhalb einer Community
zu sein. Temporär geschlossene Menge bedeutet, dass eine Community zwar
wachsen, schrumpfen oder in der Anzahl der Personen stagnieren kann
(Personen kommen dazu, andere verlassen das Feld) , im Entscheidungsfall
jedoch für einen definierten Zeitraum geschlossen sein muss. Dieser
Entscheidungsfall tritt immer dann ein, wenn es um die Verteilung von
Ressourcen geht.

Jede Community besitzt Ressourcen, bei einer Firma sind das
Anlagevermögen, Produktionswerkzeuge und vor allem der erwirtschaftete
Gewinn, bei einer Künstler-Community sind das Ideen, Arbeitsressourcen
und die durch die Öffentliche Hand zugeteilten Fördermittel.

Im Bestreben, Ressourcen möglichst fair innerhalb einer Community zu
verteilen, ist das Community-Game entwickelt worden.

Obwohl prinzipiell möglich, ist es nicht sinnvoll alle Arten von
Ressourcen einem Verteilungs- bzw. Entscheidungsprozess über das
Community-Game zu unterwerfen (so können individuelle Ideen oder
individuelle Arbeitskraft nicht wirklich sinnvoll in die alleinige
Entscheidungsdisposition einer Community gestellt werden), jedoch ist es
bei der Verteilung von Fördermitteln, ebenso wie beispielsweise bei der
Zuteilung von Gehältern innerhalb eines Wirtschaftsbetriebs ein
ausgezeichnetes Mittel, um diesen so entscheidenden Bereich/Teilbereich
des Lebens-Einkommens einer flachen, non-hierarchischen Struktur zuzuführen.

2. Voraussetzungen

Um ein System zu schaffen, das Entscheidungen über non-hierarchische
Strukturen ermöglicht, sind Ansätze aus der Spieltheorie sinnvoll. In
Spielen gibt immer eine Zufallskomponente, die auch für
gesellschaftliche Entscheidungsprozesse eine bedeutende Rolle spielen
muss, will man einer Verkrustung und Verbürokratisierung entgegenwirken.
Spiele bestehen immer aus vorher festgelegten Spielregeln, die für alle
gleich sind. Spiele sind einerseits einfach und leicht verständlich zu
gestalten, und ermöglichen somit einen leichten Zutritt, haben aber
ausgangsseitig eine Vielzahl von möglichen Szenarien, so dass ein
Spielergebnis nicht exakt vorhersehbar oder berechenbar ist.

3. Spielregeln

Im Folgenden werden die Spielregeln des Community Game in einer Form
vorgestellt, wie sie für die Entscheidungsermittlung innerhalb von
Netzkunst- bzw. Netzkultur-Gruppen anwendbar sind. Konkret geht es um
die Verteilung der, durch die Öffentliche Hand (Stadt Wien) zugesagten
Fördermittel für Netzwerk-KünstlerInnen (netznetz). Wir werden anhand
dieses Beispiels und der darin enthaltenen Parameter die
Schwingungsneigung eines solchen Spielsystems untersuchen können, und im
weiteren Verlauf geeignete Mittel finden, durch Einführung von
Rückkopplungssträngen und Dämpfungsglieder das Schwingungsverhalten in
den Griff zu bekommen. Los geht´s:

1. Jeder, der sich der Netz-Community zugehörig fühlt kann mitmachen.

2. Es gibt über das Jahr verteilt 6 Durchgänge (Spielrunden), wobei
jeder Durchgang 2 Wochen dauert.

3. In jeder Spielrunde werden eine gewisse Anzahl von Points verteilt
und
zwar nach dem Zufallsprinzip, und in der Mengenverteilung nach
der Gauß´schen Glockenkurve (ganz wenige bekommen sehr viele Points,
ganz wenige bekommen ganz wenig Points, die meisten bekommen
durchschnittlich viele Points zugewürfelt).

4. Jeder einzelne Teilnehmer kennt nur die Menge der Points, die ihm
selbst
zugewürfelt wurden und die Gesamtzahl der Points, die zur
Verteilung gekommen sind.

5. Nach der unter c. beschriebenen Auslosung verfallen die Points in
folgender Weise: Zunächst werden alle Points schrittweise (nach
einem automatisierten Zeitablauf) nacheinander so umverteilt, dass
der Teilnehmer, der anfänglich die meisten Points zugelost bekam,
am schnellsten verliert wobei sich diese Points auf die anderen
Teilnehmer verteilen und zwar so, dass der, der am wenigsten
Points zugelost bekam von dieser automatischen Umverteilung am
meisten profitiert. dieses Prinzip wird auf alle anderen entsprechend
angewendet (d.h.: der , der die zweitmeisten Points bekam
verliert am zweitschnellsten seine Points, und der, der die
zweitwenigsten Points erhielt profitiert von dieser Umverteilung am
zweitbesten und so fort …. ; der, der genau in der Mitte liegt
verliert keine Points und bekommt in diesem automatischen
Umverteilungsprozess auch keine dazu).

6. Dieser unter e. beschriebene Umverteilungsprozess läuft so lange
(bis zur Halbzeit des Spiels, d.h. 1 Woche), bis alle Teilnehmer
die gleiche Anzahl von Points haben.

7. Nach dieser Halbzeit verlieren alle bis zum Ende des Spiels in
gleichmäßigen Schritten ihre Points; diese fallen in den
gemeinsamen Topf zurück und können erst beim nächsten
Spieldurchgang wieder ausgelost werden.

8. Sinn des Community-Games ist es diesen Verfall der Points
aufzuhalten: Jeder kann die Points, die ihm am Anfang des Spiels
zugewürfelt wurden nach eigenem Ermessen an die anderen Teilnehmer
verteilen; dabei gilt: diejenigen Points, die einmal von einem
Teilnehmer zum anderen übertragen/überwiesen wurden bekommen einen
Marker und unterliegen nicht mehr dem oben (unter e. – g.)
beschriebenen automatisierten Umverteilungs- und Verfallsprozess;
d.h. diese Points gehören dem Empfänger und können am Ende des
Spiels von diesem in adäquate Münze (= Fördergelder) eingetauscht
werden. Einziges Kriterium, dass Points zu markierten Points
werden ist also die Durchführung eines Transferprozesses, d.h.
Teilnehmer a muss Teilnehmer b eine Anzahl von Points
gutschreiben/überweisen.

9. Transferprozesse sind für alle Teilnehmer einsehbar.

10. Bei einem Transferprozess können sowohl unmarkierte als auch
markierte Points überwiesen werden.

11. Es ist möglich, dass sich Teilnehmer im gegenseitigen vereinbarten
Tausch (oder auch nach dem Ringtauschprinzip) Points gutschreiben,
um diese zu markierten Eigentümerpoints zu machen. Auch solche
Transferprozesse sind von allen Mitspielern einsehbar.

12. Die Gründe für die Vergabe von Points unterliegen keiner vorher
festgesetzten Regel und sind auch nicht begründungspflichtig; die
Mitspieler sind in ihren Entscheidungen allein ihrem Gewissen
verpflichtet.

13. Außerhalb des unter e. – g. beschriebenen automatisierten
Umverteilungs- und Verfallsprozesses kann kein Teilnehmer einem
Anderen Points wegnehmen auch nicht durch ein Voting oder die
Behauptung von “Verfehlungen” welcher Art auch immer; es kann
auch aus keinem wie immer gearteten Grund ein Teilnehmer während
des Spiels von diesem oder gar von der Teilnahme selbst
ausgeschlossen werden.

14. Das Spiel ist nach dem vorher festgelegten Zeitraum (2 Wochen) zu
Ende — Es werden die markierten Points zu Geld umgemünzt, und
der Inhaber kann damit machen was er will, er führt somit ein
Projekt durch.

15. Ein Projekt ist definiert als eine Unternehmung bzw. eine
Handlung, bei der Geldflüsse getätigt bzw. verursacht werden. Die
Projektrealisation muss innerhalb eines Jahres durchgeführt und
abgeschlossen sein.

16. Das Projekt, das realisiert wird, muss öffentlich zugänglich sein,
d.h. es muss eine Abrechnung und ein Projektbericht vorgelegt werden.

17. Die einzige Person, die über allem steht, ist der Schiedsrichter,
eine Vertrauensperson, die mit niemandem über den Verlauf des Spiels
kommunizieren darf und nur den korrekten Ablauf Spiels und die
Einhaltung der Spielregeln überwacht bzw. schützt.

In diesem Spiel sind verschiedene Parameter eingebaut, die sich direkt
auf den Spielverlauf auswirken. Kommen wir also zu:

4. Parameter

ad a: “Jeder, der sich der Netz-Community zugehörig fühlt kann mitmachen.”

Das ist eine Voraussetzung, die sich direkt aus der Definition einer
Community als temporär geschlossene Menge von Personen, die sich
mindestens einer Idee zugehörig fühlen ergibt. Das bedeutet, dass in
einer Community Personen hinzutreten, andere austreten, die Community
also auch wachsen oder schrumpfen kann. Würde man von vorne herein
Zugangsbeschränkungen, etwa der Art “mitmachen darf nur der, der eine
Ausbildung an einer Kunstuniversität absolviert hat” einbauen, wäre es
eine in sich geschlossene Community, also ein Verein. Für Netz-Kunst,
die sich auf die Offenheit des Internet als ideelle Grundlage bezieht,
ist dieser Fall konservativ und somit langweilig. Es ist zu erwarten,
dass durch diese offenen Tore und durch den Umstand, dass es um die
Verteilung von Geldern geht, die Community zunächst eine beträchtliche
Anzahl von Personen in Ihren Kreis zieht und damit der Spielverlauf
unüberschaubar wird. Die positiven Seiten eines solchen Verfahrens sind:
Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit bezüglich der Ziele und
Belange der Netz-KünstlerInnen.

Ad b: “Es gibt über das Jahr verteilt 6 Durchgänge (Spielrunden), wobei
jeder Durchgang 2 Wochen dauert.” Hier sind die Anzahl und Dauer der
Spielgänge Parameter, die Gestaltungsspielraum lassen. Da Teilnehmer
einer Community in ihrer Arbeit zuerst ihren Projektvorhaben
verpflichtet sind, muss man das Spiel auf eine bestimmte Zeit
beschränken, um nicht alle Arbeitsenergien ausschließlich in den Bewerb
von Fördergeldern stecken zu müssen. Mehrere Spieldurchgänge sind
deshalb sinnvoll, da zu erwarten ist, dass sich in den ersten
Durchgängen, d.h. in dem Augenblick, wo sich die Community (auch über
das Spiel) konstituiert, es zu “unerwarteten” Resultaten kommt, das
System sich resonanzmäßig aufschaukelt, und sich erst ab dem dritten
oder vierten Spieldurchgang auf ein Maß einpendelt, aus dem sich ein
realitätsnahes Abbild der Community ablesen lässt.

Ad c: “In jeder Spielrunde werden eine gewisse Anzahl von Points
verteilt und
zwar nach dem Zufallsprinzip und in der Mengenverteilung nach
der Gauß´schen Glockenkurve”. Das ist das “Spielgeld”, das jede
teilnehmende Person zur Verfügung hat. Es ist eine durch den Zufall
zugewiesene temporäre Kompetenzzuweisung, die sich im weiteren
Spielverlauf dynamisch ändert. Diese zufallsbedingte Kompetenzzuweisung
mag verwirren. Der Einwand, jemandem Kompetenz zuzuwürfeln, der dieser
“Verantwortung nicht gerecht werden könnte”, zieht in einer
non-hierarchischen Spielanordnung nicht. Entscheidungskompetenz im Sinne
eines Kuratoren- oder Jury-Prinzips zu verteilen ist nur für eine
Community interessant, die sich auf autoritäre Glaubensgrundsätze
einigen kann, d.h. die noch an Autoritäten glaubt. Netzkultur schließt
das per Definition von vorneherein aus.

Die ungleichgewichtige Verteilung nach der Gauß´schen Glockenkurve und
die automatisierte Umverteilung sorgt dafür, dass das System selbständig
anschwingt.

Ungleichgewichtige Verteilung deshalb, weil es de facto immer eine
ungleichgewichtige Kompetenz in Entscheidungsfragen gibt (das resultiert
bereits aus der Selbstdefinition der handelnden Personen und der
allgemeinen Lust am Urteilen), diese sich der Erkennbarkeit (”wer kann
die Qualität eines Kunstwerkes am besten und gültigsten beurteilen”) im
konkreten Fall gänzlich entzieht.

Die Anzahl der Points, die zur Verlosung kommen richtet sich nach der
Anzahl der Spieldurchgänge pro Jahr und den zur Verfügung stehenden Mittel.

Setzt man 8 Spieldurchgänge über zwei Jahre an, kann man bei den ersten
2-3 Durchgängen die zur Auslosung gelangenden Points etwas unter dem
Durchschnitt halten und nachher anwachsen lassen. Dies bringt den
Vorteil, dass die Teilnehmer, die sich bei Einführung des Spiels in
einer Orientierungsphase befinden, minder risikobelastete Entscheidungen
treffen können.

Ad d: “Jeder einzelne Teilnehmer kennt nur die Menge der Points, die ihm
selbst
zugewürfelt wurden und die Gesamtzahl der Points, die zur Verteilung
gekommen sind.” Hier wird das Prinzip der Geheimhaltung eingeführt, da
es sich beim Community-Game auch um ein Voting handelt, bei dem der
Wähler nur seinem Gewissen verpflichtet sein soll.

Ad e, f und g: “Nach der unter c. beschriebenen Auslosung verfallen die
Points in folgender Weise: Zunächst werden alle Points schrittweise
(nach einem automatisierten Zeitablauf) nacheinander so umverteilt, dass
der Teilnehmer, der anfänglich die meisten Points zugelost bekam, am
schnellsten verliert wobei sich diese Points sich auf die anderen
Teilnehmer verteilen und zwar so, dass der, der am wenigsten Points
zugelost bekam von dieser automatischen Umverteilung am meisten
profitiert. Dieses Prinzip wird auf alle anderen entsprechend angewendet.

Dieser Umverteilungsprozess läuft so lange (bis zur Halbzeit des Spiels,
d.h. 1 Woche), bis alle Teilnehmer die gleiche Anzahl von Points haben.

Danach verlieren alle bis zum Ende des Spiels in gleichmäßigen Schritten
ihre Points; diese fallen in den gemeinsamen Topf zurück und können erst
beim nächsten Spieldurchgang wieder ausgelost werden.”

Das System versucht zunächst alle Teilnehmer auf einen gleichen
Punktestand zu bringen. Es ist so zu gestalten, dass dieser
automatisierte Umverteilungsprozess sich den Spielzügen dynamisch
anpasst, d.h. werden Points durch Spielzüge aus dem
Umverteilungs-/Verfalls-Prozess genommen, hat das direkte Auswirkung auf
den Prozess selbst. Das kann beispielsweise so ausschauen: A (jener mit
den meisten Points) überweist B (jener mit den wenigsten Points) alle
seine Points; das hätte zur Folge, dass B keine Points im
Umverteilungsprozess mehr bekommt, dafür aber A aus den Vorräten von C,D
etc. Das System versucht kontinuierlich einen Ausgleich herzustellen,
der bei Spiel-Halbzeit eintritt.

Durch den Parameter der Umverteilungsgeschwindigkeit (z.B. Anfangs
schnelle Umverteilung, die zunehmend abnimmt oder umgekehrt) lässt sich
das System auf die Bedürfnisse der Community abstimmen. Man kann auch
den zweistufigen Umverteilungs-/Verfalls-Prozess asymmetrisch gliedern
(z.B. 12 Tage Umverteilung, 2 Tage Verfall)

Ad h, i, j und k: “Sinn des Community-Games ist es diesen Verfall der
Points aufzuhalten: Jeder kann die Points, die ihm am Anfang des Spiels
zugewürfelt wurden nach eigenem Ermessen an die anderen Teilnehmer
verteilen; dabei gilt: diejenigen Points, die einmal von einem
Teilnehmer zum anderen übertragen/überwiesen wurden bekommen einen
Marker und unterliegen nicht mehr dem automatisierten Umverteilungs-und
Verfallsprozess.

Transferprozesse sind für alle Teilnehmer einsehbar.

Bei einem Transferprozess können sowohl unmarkierte als auch markierte
Points überwiesen werden.

Es ist möglich, dass sich Teilnehmer/innen im gegenseitigen vereinbarten
Tausch (oder auch nach dem Ringtauschprinzip) Points gutschreiben, um
diese zu markierten Eigentümerpoints zu machen.”

Hier ist die zentrale Spielidee beschrieben. Die Sichtbarkeit der
Transferprozesse ist die Minimalvoraussetzung für einen allgemeinen und
für jeden Teilnehmer gleichermaßen zugänglichen Informationsaustausch.
Die Überschaubarkeit der Transferprozesse ist durch eine einfache
grafische Darstellung zu gewährleisten.

Zusätzlich sollten Kommunikations-Listen den Teilnehmern ermöglichen
Argumente öffentlich, halböffentlich oder privat auszutauschen.
Zusammenfassende Darstellungen der Aktivitäten der einzelnen Teilnehmer
in Form eines KünstlerInnen-Profils sind wichtige Instrumente zur
Entscheidungsfindung. Jedem Teilnehmer ist es jedoch freigestellt, in
welchem Ausmaß und in welcher Form er diese Möglichkeiten nutzt.
Transferprozesse sollten deshalb einsehbar sein, um die Dynamik einer
Community abzubilden. Den gegenseitigen Tausch (oder Ringtausch) von
Points zu unterbinden ist nicht sinnvoll (man könnte solche Spielzüge
vom System herausrechnen und rückgängig machen lassen), da ein
Ringtausch bei einer endlichen Teilnehmerzahl immer vorhanden sein wird,
und ein direkter Tausch zwischen A und B nicht notwendigerweise in
“betrügerischer Absicht” geschehen muss. Da solche Tauschaktivitäten von
allen Anderen einsehbar sind, wird sich dieses Verfahren in Grenzen
halten. Zudem ist das Spiel auf mehrere Durchgänge angelegt, wo durch
das Auswürfeln der Points ohnehin die Karten immer wieder neu gemischt
werden.

Das Transferieren von bereits markierten Points darf nicht zu einer
“Aufwertung” (etwa im Sinne, dass diese Points dann mehr wert werden)
führen, denn dadurch würde das System schwingungsmäßig überhitzen, indem
es in viele kleinteilige Resonanzvorgänge zerfällt.

Ad l: “Die Gründe für die Vergabe von Points unterliegen keiner vorher
festgesetzten Regel und sind auch nicht begründungspflichtig; die
Mitspieler sind in ihren Entscheidungen allein ihrem Gewissen verpflichtet.”

Jeder Einzelne wird sicher Kriterien haben, nach denen er urteilt. Diese
Kriterien vorzuschreiben ist, da deren Einhaltung nicht überprüfbar ist,
zwecklos. Kriterien ändern sich in der Kunst laufend und unterliegen
einer laufenden Diskussion. Eine Vorab-Festschreibung würde diese, für
die Lebendigkeit einer Community entscheidende Grundlage eliminieren.

Zudem ist es manchmal sinnvoll und nicht notwendigerweise “unehrlich”,
Entscheidungen auf Grund taktischer oder strategischer Überlegungen zu
treffen. (In traditionellen Entscheidungsgremien nach dem Kuratoren-
oder Jury-Prinzip ist das sogar die Regel).

So kann es die unterschiedlichsten Gründe für den Transfer von Points geben:
Ein in einer laufenden Diskussion intelligenter Gedanke, der von anderen
“belohnt” wird.
Ein interessanter Projektvorschlag, den Andere für förderwürdig erachten.
Pure Sympathie.
Altruismus (”… die armen Künstler brauchen Geld”).
Strategische Überlegungen zur Verbesserung der Netzkunst in Wien (”gebe
dem unsympathischen Projekt meine Points, damit zwei andere, die ich
gut finde, schneller zur Zusammenarbeit kommen”).
Jemand wirbt für Points indem er seine bisherigen Projekte anpreist/
seinen künstlerischen Lebenslauf hochjubelt (”will ein neues projekt
verwirklichen, möchte das aber nicht preisgeben, damit es mir niemand
wegschnappt”).
Teilnehmer verbünden sich und booten andere vielleicht dadurch aus
(riskant – beim 2ten oder 3ten spiel merken das die anderen und sind sauer).
Eigeninteresse (der einzige Grund, der allen eigen ist, und den kaum
einer näher bestimmen mag).
Pure Lust am Schabernack und vielleicht sogar “Betrug an der Kunst”.
(da haben wir dann auch den Hausclown mit drin — hält alle in Bewegung)
“Betrug an der Kunst”: Das ist schon fast wieder zu moralinsauer —
sagen wir doch einfach Bluff dazu.
und so weiter ….
Niemand ist jemandem Rechenschaft für sein Tun innerhalb des Spiels
schuldig; dadurch, dass jeder am Anfang nur seinen eigenen Punktestand
kennt, kann er seine Karten verdeckt halten; es ist aber nicht verboten,
seinen eigenen Punktestand anderen Teilnehmern kundzutun. (es kann ja
auch ein Bluff sein — oder die anderen bewerten denjenigen als
Spielverderber?)

Ad m: “Außerhalb des unter e. – g. beschriebenen automatisierten
Umverteilungs- und Verfallsprozesses kann kein Teilnehmer einem Anderen
Points wegnehmen auch nicht durch ein Voting oder die Behauptung von
“Verfehlungen” welcher Art auch immer; es kann auch aus keinem wie immer
gearteten Grund ein Teilnehmer während des Spiels von diesem oder gar
von der Teilnahme selbst ausgeschlossen werden.”

Das erklärt sich aus Gründen der Fairness selbst.

Ad n, o und p: “Das Spiel ist nach dem vorher festgelegtem Zeitraum zu
Ende — Es werden die markierten Points zu Geld umgemünzt, und der
Inhaber kann damit machen was er will, er führt somit ein Projekt durch.

Ein Projekt ist definiert als eine Unternehmung bzw. eine Handlung, bei
der Geldflüsse getätigt bzw. verursacht werden. Die Projektrealisation
muss innerhalb eines Jahres durchgeführt und abgeschlossen sein.

Das Projekt, das realisiert wird, muss öffentlich zugänglich sein, d.h.
es muss eine Abrechnung und ein Projektbericht vorgelegt werden.”

Es können auch Kooperationen außerhalb des Spiels entstehen (Teilnehmer
a, b und c haben zusammen 20.000,– EUR erspielt und realisieren damit
ein gemeinsames Projekt). Es ist auch möglich, gewonnenes Geld wieder in
Points zu verwandeln und diese in den nächsten Spieldurchgang
einzubringen; auch das ist ein Projekt, das der Definition “Tätigen bzw.
Verursachen von Geldflüssen” entspricht.

Man kann das Geld auch auf dem Konto stehen lassen, in der Hoffnung,
beim nächsten Spieldurchgang noch mehr Geld zu erspielen, um damit ein
größeres Projekt durchzuführen.

Als Parameter bietet sich der Zeitraum der Projektrealisation an. Man
kann diesen Parameter auch in Abhängigkeit zur Projektgröße oder der
erspielten Fördersumme bringen. Eine Begrenzung ist deshalb notwendig,
um die durchgeführten Projekte öffentlich zugänglich zu machen; die
Dokumentation kann als Entscheidungsgrundlage für die Spielzüge der
Teilnehmer bei den folgenden Spieldurchgängen herangezogen werden. Sie
ist nicht zwingend vorzuschreiben. Da Fördergeldern aber Mittel der
Öffentlichen Hand sind, sollte die Verwendung dieser auch einer
breiteren Beurteilung zugänglich gemacht werden.

Eine weitere Einschränkung der Definition “Projekt” als das Tätigen bzw.
Verursachen von Geldflüssen ist nicht erstrebenswert. Der Einwand,
jemand erweise sich des Vertrauens, das man ihm entgegenbringt eventuell
nicht würdig, zieht hier nicht, denn das Community-Game ist ein
wertneutrales Spiel, in das mit Absicht weder ethisch-moralischen
Kategorien, noch künstlerische Kriterien eingebaut sind; sie ließen sich
auch softwaretechnisch nicht programmieren. Zudem basiert die
Lebendigkeit und der “Erfolg” einer Community nicht nur aus
nobelpreiswürdigen Entwicklungen, sondern auch aus dem Sozialklima, an
dem alle mitwirken. Wenn also jemand mit den von ihm erspielten
Fördergeldern eine Party feiert, und diese so inspirierend gestaltet
ist, dass viele damit happy sind, … warum eigentlich nicht?

Ad q: “Die einzige Person, die über allem steht, ist der Schiedsrichter,
eine Vertrauensperson, die mit niemandem über den Verlauf des Spiels
kommunizieren darf und nur den korrekten Ablauf Spiels und die
Einhaltung der Spielregeln überwacht bzw. schützt.”

Hierbei handelt es sich nicht um eine Autoritätsperson, sondern um einen
Notar.

Nach dieser etwas ausführlichen Erklärung der Spielregeln und den darin
enthaltenen Parametern gilt die weitere Untersuchung dem

5. Schwingungsverhalten

Jedes komplexere System, und ein Spiel mit Teilnehmern einer Community
ist ein solches, besitzt ein Schwingungsverhalten, das es gilt durch
kluge Modifikationen in den Griff zu bekommen.

Bei der Gestaltung des Schwingungsverhaltens sind die Einstellung der
Parameter einerseits und die Einführung von Rückkoppelungssträngen und
Dämpfungsgliedern andererseits klassische Mittel das Spiel unter
konkreten Bedingungen lauffähig zu halten.

Zunächst der einfache Fall: Wie bringe ich ein Spiel dazu überhaupt
anzuschwingen? Der entscheidende Faktor ist die Bereitstellung eines
Gewinns, und es müssen mindestens zwei Personen an dem Spiel teilnehmen.

Im Fall des Community-Games schwingt das System bei zwei Teilnehmern
heftigst an, durchläuft ein paar Schwingungsdurchgänge und das Spiel
endet. Die beiden Spieler würden sich gegenseitig die Points zuweisen,
und das Spiel möglichst rasch zu Ende bringen. Für weniger als 10
Teilnehmer ist aber ein Community-Game nicht notwendig, denn hier reicht
es aus, dass alle sich treffen, die Verteilung der Ressourcen
ausdiskutieren und nach Hause gehen. Das ist der klassische Fall, wie er
in vielen Entscheidungsgremien stattfindet; alle kennen sich, es gibt
eine klare Rollenverteilung und eine Geschäftsordnung, die alles regelt.

Ab etwa 15 – 20 Teilnehmern beginnt das Community-Game sein eigentliches
Wirkungspotenzial zu entfalten. Festgefügte Rollenverteilungen
verschwinden zunehmend, die Geschäftsordnungspunkte sind die
Spielregeln, und es ist zu erwarten, dass nicht jeder jeden kennt; mit
manchen ist man befreundet, viele kennt man über ihre Projekte, einige
sind einem völlig unbekannt. Das Community-Game schwingt noch sauber,
wenn auch weniger heftig an und durchläuft mehrere Phasen um dann gegen
Ende des Spiels abzuklingen. Dieser Fall tritt bei ca. 20 – 100
Teilnehmern ein.

Bei mehr als 100 Teilnehmern gibt es Effekte, die bei weniger
Teilnehmern zwar vorhanden sind, aber vernachlässigbar klein bleiben. Ab
100 Teilnehmern treten diese immer mehr in den Vordergrund:

1. Diffusion

Zwar ist das Community-Game auch ein probates Instrument für die
Verteilung entlang des Gießkannenprinzips, es ist jedoch nicht
wünschenswert, dass die zur Verteilung kommenden Mittel sich soweit
aufspalten, dass nur noch ein diffuser Sprühnebel übrigbleibt.

2. Fragmentierung

Ab etwa 100 Teilnehmern nimmt die Anzahl der Personen, die von einem
Einzelnen als “ist mir bekannt” klassifiziert wird stetig ab; die Anzahl
der dem Einzelnen “unbekannten” Personen wächst. Das Verhältnis zwischen
“bekannt” und “unbekannt” ist bestimmend für die Wahrscheinlichkeit
einer Aufspaltung der Community in Untergruppen/Parteien, die
untereinander keinen Austausch mehr pflegen. Auch steigt die Gefahr des
Überhandnehmens von Strohleuten oder es loggen sich beispielsweise ganze
Schulklassen, Vereine oder Verbände ein, die die Community in
Einzelgruppierungen zerfallen lassen. Hier mutiert die Community zu
einer losen Menschenansammlung, die keine klar erkennbaren Ziele mehr
transportieren kann; das System wird zum reinen Lotteriespiel.

Ein einfaches Mittel, Diffusion und Fragmentierung gleichzeitig
entgegenzusteuern, ist die dynamische Erhöhung der Spielsumme. Leider
ist das in den meisten Fällen nicht auf Knopfdruck möglich, denn
Ressourcen sind in der Regel begrenzt.

Die Diffusion bekommt man sehr leicht in den Griff, indem man entweder
einen Teil der erspielten Gelder in den Spielkreislauf zurückführt oder
den anderen Teilnehmern gutschreibt. Ein solcher Rückkoppelungszweig
könnte lauten:

“Wer weniger als 100,– EUR erspielt hat, bekommt nichts, und das
erspielte Geld wird auf die Personen adäquat verteilt, die mehr als
100,– EUR erspielt haben”. Als Variante: “…, und das erspielte Gelt
fließt zurück in den gemeinsamen Topf und wird in der nächsten Runde
erneut ausgespielt”.

Weitere Modifikationen könnten erlauben das Geld, wenn es den Betrag von
100,–EUR nicht erreicht durch Kollaborationen mit anderen Teilnehmern,
durch Aufstocken aus Sponsorgeldern etc. trotzdem abrufbar zu machen, um
damit ein kleineres Projekt oder einen Projektteil finanzieren zu
können. Man kann diesen Rückkoppelungszweig auch dahingehend abändern,
indem man bestimmt: “Wer in drei aufeinanderfolgenden Spielen weniger
als 300,– EUR erspielt, dessen Geld verfällt oder wird auf diejenigen
adäquat verteilt, die mehr als 300,– EUR erspielt haben.”

Etwas schwieriger ist es der Fragmentierung entgegenzusteuern. Durch
Fragmentierung zerfällt die Community in bloße Einzelinteressen, das
Spiel-System zeigt eine Vielzahl in sich geschlossener
Schwingungsverläufe, die sich gegenseitig auslöschen, d.h. die Community
löst sich auf.

Es geht also darum die Zahl der Teilnehmer übersichtlich zu halten,
Langzeiteffekte bzw. Nachhaltigkeit zu ermöglichen und trotzdem einen
mühelosen Zugang offen zu halten.

Der Begriff der Übersichtlichkeit steht in einem untrennbaren Verhältnis
zur Kraft der Idee, welche eine Community ihr Eigen nennt. Obwohl die
Anzahl der Leute, die von sich behaupten Österreicher zu sein, die
Millionengrenze weit überschreitet, würde niemand, der sich dieser
Community hinzuzählenden Personen behaupten, dass die Community der
Österreicher unübersichtlich ist. Mit einem Wort: Der Nationalgedanke
“ich bin Österreicher” übt in der heutigen Zeit immer noch eine so große
Anziehungskraft aus, dass die Community Millionen Mitglieder verträgt
ohne auseinanderzubrechen.

Die Beschränkung der Teilnehmerzahl durch einschränkende Vorschriften
wie: “Mitmachen kann nur der, der bereits eine Anzahl von Projekten
realisiert hat”; oder: “Teilnahmeberechtigt sind alle, die einen
Abschluss an einer Kunstuniversität vorweisen können”, hängt
eingangsseitig einen mehr oder weniger großen Widerstand in das System
des Community-Games. Hierbei sollte man unterscheiden zwischen
Vorschriften, die eine klare Tatsachenfeststellung ermöglichen (eine
solche wäre: “Mitmachen kann jeder, der in Wien einen gemeldeten
Wohnsitz hat”) und solchen, die die Schaffung eines Auswahlgremiums
verursachen (etwa: “Mitmachen können Netzkünstler”). Die Vorschaltung
eines Auswahlgremiums durchkreuzt aber die angestrebte flache,
non-hierarchische Struktur und ist im Fall von Netzkultur-Förderung
unbrauchbar.

Es gibt eine große Anzahl von Communities, die von sich aus einen
beschränkten Teilnehmerkreis aufweisen. Hier sind Firmen, Parteien,
Vereine, Eigentümergesellschaften etc. zu nennen; und in der Tat ist es
möglich das Community-Game zur Ermittlung erweiterter Einkommen von
Firmenangehörigen, zur Wahl des kommenden Bürgermeisterkandidaten in
einer Partei, zur Bestimmung der kommenden Projekte innerhalb eines
Vereins oder zur Verteilung der Gewinne von Eigentümergesellschaften
heranzuziehen. Bei Belangen, die von der Öffentlichen Hand mitfinanziert
werden ist aber ein breiter und unbeschränkter Zugang offen zu halten.

Man kann auch ausgangsseitig ein Dämpfungsglied einbauen, indem man die
von den Netzkünstlern realisierten Projekte durch die Community selbst
beurteilen lässt (Voraussetzung: Gleiches Stimmrecht für Alle), und
dieses Urteil in den weiteren Spieldurchgängen dadurch zum Tragen kommt,
dass die markierten Points, die Künstler mit positiver Beurteilung
erhalten, ein höheres Gewicht bekommen. Ein durchaus praktikables Mittel
um zu rasches Wachstum einer Community zu dämpfen. Stagniert oder
schrumpft eine Community, treten nicht immer erwünschte Resonanzeffekte
ein, d.h. die, die schon lange dabei sind steigen in ihrem “Wert” und
haben bessere Chancen auf Projektrealisation, während es
Neu-Hinzukommende unverhältnismäßig schwer haben ein Projekt durchzubringen.

Interessant ist auch das Konzept des regelbaren Schwingkreises, indem
man den Zuritt zum Community-Game von einem persönlichen Spiel-Einsatz
(z.B 10,– EUR Gebühr pro Teilnehmer und Spieldurchgang) abhängig macht,
und die Summe der eingenommenen Gebühren in den gemeinsamen Spieltopf
legt. Zudem kann man die Höhe des Spieleinsatzes der Anzahl der
Mitspieler dynamisch anpassen.

Eine solche Oszillatorschaltung hat aber den Nachteil, dass dadurch ein
unerwünschter Lotteriecharakter entsteht, der die eigentlichen
Bedürfnisse einer Community verdrängt. Zudem sind Gebühren wiederum ein
eingangsseitiges Hemmnis, denn nicht jeder kann und will dieses Risiko
auf Dauer tragen.

Ein weiterer interessanter Ansatz, der Fragmentierung entgegenzusteuern
ist die Rückführung eines Teils der erwirtschafteten Gewinne in den
gemeinsamen Spieltopf.

Nehmen wir an, jemand erspielt 1.000,– Euro, und sein Projekt besteht
darin, dass er dafür Aktien kauft; diese Aktien steigen rasant im Wert,
so kann man als Spielregel einführen, dass ein Teil des Gewinns der
Community rückgeführt werden muss.

Ein Ansatz, der sich des Spielsystems selbst bedient, ist die
dynamischen Vorab-Punktevergabe:

Wächst eine Community, so gilt: ein neu hinzukommende Mitglied
verursacht einen automatischen Verfall der Points aller anderen.
Schrumpft eine Community, so gilt: das Wegfallen eines Mitglieds
verursacht einen automatischen Anstieg der Pionts aller anderen.

Um es an einem konkreten Beispiel auszuführen: Übersteigt eine Community
eine gewisse Anzahl von Mitgliedern, so erhalten alle einen markierten
Minuspoint (bei zwei Neumitgliedern sind es zwei Minuspoints etc.).
Diese Minuspoints können nur dadurch getilgt werden, indem von einem
anderen Mitglied Points überwiesen werden.

Man wird die Neigung zur Fragmentierung einer Community nie vollständig
in den Griff bekommen können; eine Community ist immer auch eine
Versammlung intelligenter Wesen, die permanent steuernd und regulierend
eingreifen. Es ist auch fraglich, ob diese Neigung zur Fragmentierung in
jedem Fall verhindert werden soll – schließlich spiegeln sich im
Community-Game nicht nur die Entscheidungen über die zur Verteilung
stehenden Ressourcen, sondern auch die Community selbst.

Die Angst vor Fragmentierung, bzw. “dass einem etwas aus der Hand
gleitet” (Hegemonie-Jargon) ist um ein Vielfaches größer, als die
Wahrscheinlichkeit, dass so etwa eintritt. Viele Beispiele aus dem
Internetgeschehen (z.B. wikipedia) beweisen eindrücklich, dass
Communities mit freiem Zutritt sich erfolgreich entwickeln.

Folgendes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit der Wiener
Kulturpolitik zeigt, wie die allzu große Angst vor Kontrollverlust eine
im Entstehen befindliche Community stillgelegt hat:

Verschiedene Communities haben den Vorteil, dass die Anzahl ihrer
Mitglieder dadurch übersichtlich bleibt, dass die Teilnahme an der
Community an natürliche Grenzen stößt, in der Regel ist das ein mehr
oder minder großer Arbeitsaufwand, der geleistet werden muss. Ein
klassisches Beispiel dafür sind die Betreiber und Produzenten der
Community-TVs. Die Anzahl der Mitglieder bleibt auf Grund des
Arbeitsaufwandes (durchschnittlich 10 Stunden pro Sendeminute)
überschaubar.

In den Jahren 2002 und 2003 formierten sich um eine, von der Stadt Wien
in Auftrag gegebene Studie über Community-TVs, etwa 200-300 Leute, die
Interesse an Aufbau und Mitwirken zeigten. Dieser lose Zusammenschluss
bekam Konturen, als sich herausstellte, dass die Finanzierung eines
Wiener Community-TVs gesichert ist. Es bildete sich eine
Internetplattform, auf der Ideen vorgestellt und ausgetauscht wurden,
und es entstand eine Diskussion über den Betrieb und die
Organisationsform. Allgemeiner Tenor der Diskussion war, den Zugang für
alle offen zu halten, ja es wurde sogar angeregt ein Zugangsrecht zum
Community-TV für alle einzuräumen. Obwohl die Ressourcen (Sendeplätze,
24 Stunden Sendezeit pro Tag) ausgereicht hätten, die Bedürfnisse der
Interessenten zu bedienen, hat die Stadt abseits der sich bildenden
Community eine Kommission aus 8 Personen eingesetzt, die per
öffentlicher Ausschreibung einen Geschäftsführer und übriges Personal
zum Betrieb des Senders finden sollte. Die entscheidende Position des
Geschäftsführers erhielt eine Person aus der Kommission selbst.
Inzwischen ist das Community-TV in seiner gewollten Form, nämlich als
Mittel der freien Meinungsäußerung, durch ein reines
Intendanten-Fernsehen ersetzt worden. Programminhalte werden von den,
durch die Stadt eingesetzten Statthalter kontrolliert.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie eine flache Struktur in eine
hierarchische umschlägt, und das nur auf Grund irrationaler Ängste (u.a.
wurde das Gespenst eines “Bin-Laden-TV” hervorgeholt).

Zum Schluss sei noch darauf verwiesen, dass das Spiel-System dazu neigen
kann sich zu überhitzen. Das passiert immer dann, wenn Transferprozesse
zu schnell ablaufen oder wenn Points sich mehrmals in Folge von A nach B
und zurück bewegen oder im Kreis zirkulieren. Die Dämpfung solcher
unerwünschter Effekte lässt sich durch eine Beschränkung der
Transferprozesse pro Zeitraum (z.B. maximal 5 Transfers pro Tag) erwirken.

6. Reihen- und Parallelschaltung

Der in den Spielregeln (Kapitel 3 e., f. und g.) beschriebene
zweistufige Verfallsprozess von Points ist in der vorliegenden
Ausfertigung in Reihe geschaltet. Die Teilnehmer am Community-Game
können zwar nur ihre Points anderen abgeben, dieser Transferprozess
beinhaltet aber notwendigerweise auch immer ein Voting. Da die
Sichtbarkeit der Transferprozesse (als Minimalvoraussetzung des
allgemeinen und für jeden Teilnehmer gleichermaßen zugänglichen
Informationsaustausches), ein wesentlicher Bestandteil des Spiels ist
und nicht zur Disposition stehen kann, besteht das Problem darin, dass
ein wirklich geheimes Voting nicht möglich ist. Man kann dies dadurch
umgehen, dass man den zweistufigen Umverteilungs- und Verfallsprozess
auftrennt und ihn parallel schaltet. Die Spielregeln werden dadurch nur
um weniges komplizierter, ermöglichen aber neue interessante
Möglichkeiten an Spielzügen.

Um diese Parallelschaltung zu ermöglichen, müssen die Points in
Money-Points und Voting-Points aufgetrennt werden. Money-Points werden
ausgelost, nach der Gauß´schen Glockenkurve verteilt und unterliegen dem
automatisierten Umverteilungsprozess (wobei am Ende des Spiels die nicht
verteilten Money-Points in den gemeinsamen Topf zurückfallen). Von den
Voting-Points bekommt jeder die gleiche Anzahl (gleiches Stimmrecht),
wobei diese über den Zeiraum des Spiels in gleichmäßigen Schritten
verfallen. Transferprozesse von Money-Points sind für alle einsehbar,
Transferprozesse von Voting-Points sind geheim.

Bei der Endabrechnung müssen dann die Money-Points, die jeder erhalten
hat mit den dazugehörigen Voting-Points in Beziehung gebracht werden,
d.h. die Money-Points werden durch die Voting-Points gewichtet. Das kann
dazu führen, dass jemand der 100 Money-Points und keinen einzigen
Voting-Point bekommen hat am Ende kein Fördergeld abrufen kann.

7. Schlussbemerkung

In allen sich konstituierenden Communities werden immer wieder ähnliche
Fragen gestellt und Ängste artikuliert:

Wer darf mitmachen.

Wann ist jemand vertrauenswürdig.

Soll man jemanden, der sich “daneben benimmt” aus der Community
herauskicken.

Wer entscheidet über solche Dinge.

Wer bestimmt, wer in den Hierarchien auf welcher Stufe das Sagen hat.

Wie kommt man zu “gerechteren”, “faireren” Entscheidungen.

Wie schaut es mit den Entscheidungskriterien aus; gibt es da einen
Katalog von Vorschlägen oder kann jeder nach Gutdünken seine Stimme abgeben.

Wird das System, das installiert werden soll, ein langweiliges Mittelmaß
produzieren oder erwachsen aus dem System künstlerisch bessere
Ergebnisse als bisher.

Wie gestaltet man das System, so dass es mit einiger Wahrscheinlichkeit
läuft und nicht nach kurzer Zeit wieder einschläft.

Etc.

Das Community-Game ist ein Vorschlag, der viele der Fragen durch ein
Spielsystem zu lösen versucht. Dabei wurde besonderer Wert auf die
Schaffung und stabile Erhaltung eines non-hierarchischen Systems gelegt,
das einen breiten und allgemeinen Zugang offen hält. Ob dadurch
“gerechtere” Entscheidungen zustande kommen, und ob die Resultate
“besser” sind, als bei der bisherigen Praxis über Kuratoren, Jurys,
Auswahlgremien etc. liegt in der Verantwortung der Community selbst.

Die Vorteile eines solchen Spiels sind:

Der freie Zugang.
Die Chancengleichheit durch die Implementierung des Zufalls.

Förderung von Kooperationen.
Das Fehlen festgelegter Kriterien (wer soll dazu ermächtigt sein, diese
zu bestimmen – verbindliche Kriterien führen in der Kunst zwangsläufig
zum Mittelmaß)
Die Gewissensfreiheit der Teilnehmer.
zuletzt: Die Entfernung des immer wieder auftauchenden “Kontrollwahns”
aus der Fördervergabepraxis.
Reputation erhält automatisch derjenige, der das Spiel am besten spielt.

Nachteile:
Die Angst, sich auf eine solch riskant erscheinende Sache einzulassen.
Das Fehlen der wohligen Wärme im mühsam aufgebauten Beziehungsnetz.
Die Möglichkeit von peinlichen Flops (auf welchem Gebiet passiert das
nicht? – - – auf, in die nächste Spielrunde!).

Wien, 3. Dezember 2005

Christoph Theiler

– wechselstrom -

* Alle in diesem Papier benutzten geschlechtsspezifischen Formulierungen
gelten für beiderlei Geschlecht.

wechselstrom – christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Don Dez 8 15:40:29 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:28 am

ich empfinde es jedenfalls als nicht sehr fair, via liste eine
abstimmung über “mana” abzuhalten, ohne
andere ansätze ins auge zu fassen. insbesondere ist ja mana immer noch
ein system, von dem es keine wirklich klare darstellung gibt. man zwingt
also die leute via netznetz-liste über ein unklares system abzustimmen
und benutzt das dann als zustimmung für das system selbst — very
tricky — merkst du, wie mir übel wird? —
und noch etwas: da gibt es ja die netznetz-liste und dann gibt es noch
die “sprint”-liste, die vielen der netznetz-leuten vorenthalten wurde,
und es würde mich nicht wundern, wenn es noch eine “special-TT”-liste
gäbe.

wechselstrom – christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Don Dez 8 18:10:20 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:30 am

das gibt’s ja wohl nicht.

und ich dachte die umsetzer (coder, scripter, programmierer) arbeiten
im auftrag der community. tun sie das nicht?

bitte klärt mich auf!

bin ich hier einem totalen missverständnis aufgesessen???

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Fre Dez 9 10:37:23 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:30 am

ich bin diesem missverständnis auch aufgesessen.
der fehler, der hier passierte (und der ist unverzeihlich) liegt nicht
bei den umsetzern sondern im verfahren selbst.
richtig wäre es gewesen ab sept., also nach dem sprint, als sich 5
modelle herauskristallisierten, darüber abstimmen zu lassen, welches
modell weiterverfolgt wird und dann in die umsetzung zu gehen. mit
diesem deutlichen votum hätte man mühelos 20- 30 tausend euro aufstellen
können. (eSel ist ja die schnittstelle zur politik) um die programmierer
zu bezahlen, und sie aber auch in die pflicht zu nehmen, die wünsche der
community umzusetzen.
stattdessen hat man die programmierer unbezahlt vor sich hin wursteln
lassen, was automatisch zur folge hatte, dass das programm die
inhaltliche auseinandersetzung ersetzte. — ich höre in hintergrund
schon wieder den rakuschan glucksen —
rakuschan war es auch, der eine abstimmung vehement einforderte; da er
für mein modell des community-game votierte und es keine einzige
gegenstimme gab, bin ich davon ausgegangen, dass mein modell umgesetzt
wird. leider hat sich niemand daran gehalten. ich kann mir auch nicht
erklären, wieso ein eindeutiges votum, von wem veranlasst oder wodurch
auch immer, einfach im mistkübel landet!? was ist das jetz? technokratie
oder demokratur?

wechselstrom – christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Fre Dez 9 12:05:38 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:31 am

___ad Programmierer-entscheidungen:

…wie sich klar gezeigt hat, ist es unmöglich gewesen ein Pflichtenheft für die Software zu formulieren – um damit
irgendwen zu beauftragen – ohne mal in den Prozess einzusteigen.

1.
insofern hat SPRINT nicht nur einen prototypen geliefert, damit man das mal austesten kann – und sich nicht nur die
leute was drunter vorstellen können, die sich grad wochenlang damit beschäftigt haben.

(uebrigens: der SPRINT-prozess (aus dem dann programmierer-follow up manatech hervorging) wurde über (von Marion Holy
aufgestellte) Extra-gelder finanziert. Es gab € 350,- pauschal für jeden der am Sprint war, und ich glaub dann 8 Euro
pro stunde für die Programmierer…)

2.
Sprint hat aber vor allem den kick-off für den prozess der erstellung eines „pflichtenheftes“ geleistet (martin slunsky,
der bei manatech koordinierend wirkt, kann dazu sicher mehr posten)

trotzdem wurde aber nix durch die programmierung entschieden
(zB http://listen.esel.at/pipermail/liste/2005-November/002283.html)

… ALLE involvierten techniker/programmierer/coder können Dir gerne berichten, wie …äh… gelinde gesagt: mühsam
sowas ist, etwas programmieren zu müssen, ohne dass was fix ist.)

jetzt wissen wir, welche fragen offen sind – daher gibt es die: sprintosium workshops.

eSeL esel at esel.at
Fre Dez 9 12:37:06 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:32 am

also, lieber thomas klausner, lieber markus reisenhofer, hast du noch
zeit, das community-game zu programmieren; du wirst für die umsetzung
noch 3 leute brauchen, wer dafür in frage kommt: du kennst dich da
besser aus; jeder bekommt ein grundentgelt von 350,– euro und pro
arbeitsstunde 8,– euro.
ich vermute einen arbeitsaufwand von insgesamt 400-500 stunden für das
community-game, falls mehr: bitte ein kurzes info-mail an marion holy
schicken, (damit die sich nicht zu sehr schreckt) an die dann auch euere
rechnung gehen muss.

hallo andreas: bei deinem super-trust-modell (die letzte versionsnummer,
die ich kenne ist 0.12) kannst du genau so verfahren; es ist etwas
komplexer zu programmieren, ich vermute mal einen arbeitsaufwand von
1000 stunden — kommt das ungefähr hin?

wechselstrom – christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Fre Dez 9 13:14:23 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:32 am

> Eine der Grundelemente der Spieltheorie lautet: Jeder der
> Teilnehmer handelt so, wie es ihm im Moment am sinnvollsten erscheint.

eines der grundprobleme der spieltheorie war immer, dass sie alle
teilnehmer über einen kamm schert. deswegen haut das mit den
aktienentwicklungsvorhersagen auch noch immer so schlecht hin.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Fre Dez 9 10:35:38 CET 2005 in Antwort an Christoph Theiler

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:34 am

> Alle anderen Handlungsweisen sind aus Sicht der handelden Personen
> nicht sinnvoll (wär behällt freiwillig Geld auf einem Konto mit
> negativen Zinsen).

levy-strauss hat recht eindringlich beschrieben dass altruismus eine
egoistische handlung ist. ich kenn viele leute die ein minus am konto
behalten obwohl sie mit einem kleinen kredit viel besser bedient wären.

ist doch ein schwachsinn dass menschen ideal handeln würden. das tun
sie einfach nicht. da kann man nur zitieren: “lernen sie geschichte!”

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Fre Dez 9 10:35:38 CET 2005 in Antwort an Christoph Theiler

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:34 am

Dem als Befürworter eines offenen nicht anonymen Votingsystem voll und ganz
zustimmen. Was mich beim community-game stört ist nicht die Offenheit,
sondern das die eigentliche Eigenheit des Systems (die Umverteilung) außer
Kraft gesetzt wird sobald ich vote (was das Ziel eines Votingsystems ist).
Ich finde die Idee eines Votings mit ungleichen Startvoraussetzungen sehr
spannend. Nur würde ich wenn dann auf die Umverteilung verzichten und statt
dessen 10 Votingzyklen mit unterschiedlichen Startwerten pro Voter
durchführen und würde den Durchschnitt diese Zyklen als Ergebnis nehmen.

Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Fre Dez 9 15:07:47 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:37 am

Die ansich interessante Idee beiim Community Game ist, dass den Votern mit
vielen Punkten die Funktion von Kristallisationskernen (
http://de.wikipedia.org/wiki/Kristallisationskern) zukommt welche die
Grundlage dafür bilden wo sich die anderen Votes anlagern.

Wodurch aber auch die umgekehrte Chance besteht, das wenn eine handvoll von
Bigvotern einem Projekt Punkte geben, dass eigentlich jeder für
unterstützenswert hält, aber von dem niemand glaubt es würde gewählt
werden. Dadurch bekommt dieses Projekt plötzlich eine wirkliche Chance und
die anderen Voter ziehen entsprechend mit.

Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Fre Dez 9 15:07:47 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:40 am

ad entscheidungsfindung:
jeder, der beim symposium einen ausweis vorzeigt bekommt einen
wahlzettel in die hand, auf dem er/sie die 5 zur diskussion stehenden
modelle in einer skala von 1 bis 10 bewerten und gewichten kann. das
geht auch nach dem symposium online, so wie bei dem letzten mana voting.
das modell, mit den meissten punkten wird umgesetzt: das bedeutet auch
verpflichtend: die modellentwickler müssen ihren vorschlag auf version
1.0 bringen, und mein privater wunsch: bitte um ein papier, in dem das
so erklärt ist, dasss es ein 6-jähriges kind versteht und/oder dass es
in der kernaussage auf einen bierdeckel passt (sog. dillo- oder
dummy-kompatibilität)
bekommt das mana-modell den zuschlag ist eh alles auf schiene, beim
supertrust-modell braucht es noch die version 1.0, das community-game
ist bereits auf 2.5. (kann sich jeder ausdrucken, die parameter sind
mathematisch genau definiert, für die verschiedenen wünsche u.a. nach
geheimen voting liegen im kapitel “reihen- und parallel-schaltung”
praktikable lösungen vor etc.) die anderen modelle kann ich jetzt nicht
bewerten, da mir noch keine wirklich detaillierten infos vorliegen.

wechselstrom – christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Fre Dez 9 14:44:54 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:43 am

Anbei die Theorie Folien für den Sprintosium 05 – Voting Workshop im
Original Tex und im kompilierten PDF Format.

http://listen.esel.at/pipermail/liste/attachments/20051209/b1461809/ISO-8859-1QVoting5FTheorie2Etex.obj

Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Fre Dez 9 22:51:51 CET 2005

Anmerkung Alexandra Reill: alle Links von http://netznetz.net zu Dokumenten funktionieren nicht mehr, seit wann genau ist nicht festzustellen, die Information ist offenbar nur mehr durch direkte Anfrage bei den jeweiligen AutorInnen eruierbar

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:50 am

möchte hiermit
folgenden Vorschlag einbringen:

Das erste MANA_Modul SuperTrust 1.0 würde sich optimal für die Wahl der
Jurymitglieder für die Annual Convention 2006 und die OrganisatorInnen der
Open Space Konferenz 2006 zur Vergabe der Backbone-Projects eignen -
realotauglich: einsatzbereit, z. B. auch zu fx, mur.at und Kanonmedia
kompatibel – und das zwei MANA_Modul Community Game 2.5 – funditauglich:
theoretisch anspruchsvoll, eine tatsächlich ausgereifte idee, experimentell,
innovativ – zur Vergabe der Network-Grants 2006.

Das dritte MANA_Modul TuZZi 1.0 – auch das Modul ohne Eigenschaften
genannt – scannt Mails der netznetz-Liste mit dem Subject “micro” und Flags
wie “-rg” für “request for grant”, das über ein API Parameter an Hans
Bernhards [f]orgininal-Generator übergibt, und diese automatisch generierten
standardisierte Förderansuchen werden direkt an Sylvia Fassl-Vogler
geleitet, die diese (in sklavischer Unterwerfung vor der Hoheit der Kunst
und Kultur) in ehester Frist zu erledigen hat, bevor die Community mit Hans’
und Liz’ Generator einmahnt.

Scheint euch das eine Diskussion wert?

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Sam Dez 10 01:32:08 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 10:52 am

—–
noch einmal für die mit
dem bedarf nach klarheit: dein offenes system baut auf dem gedanken
auf in so einer situation mit dem finger auf hans und liz zu zeigen
und sie als böse paktler zu beschuldigen (ein bisserl wie der
öffentliche pranger im mittelalter (oder den usa heute)). super. da
wollen wir hin. ein system in dem ich mit meiner meinung hintanhalten
—–

Wieder eine Gegenfrage: Möchtest du anonyme Politiker? Wo jemand über dich
entscheidet, ohne das du weißt wer sie sind und wieso eine Entscheidung
treffen und keinerlei Möglichkeit hast diese zur Verantwortung zu ziehen?

Ich habe generelles Verständnis vor der Angst an den Pranger gestellt zu
werden, aber im Rahmen von NetzNetz die generelle Anonymität aller
Entscheidungen einzufordern halte ich für übertrieben und zwar aus zwei
Gründen:

1. Es gibt kein Machtgefälle:
Jeder hat die gleichen Rechte, jemanden zu fragen wieso er eine
Entscheidung getreffen hat, oder solche Fragen schlichtweg zu ignorieren.
Es hat aber niemand das Recht oder die Möglichkeit jemanden zu irgendetwas
zu zwingen.

2. Die Repressionsmöglichkeiten sind relativ harmlos:
Das schlimmste was einem im Rahmen von NetzNetz passieren kann, ist es von
einer anderen Person, die man mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst nicht
mag, eine Böse Email zu bekommen. Das kann ärgerlich und persönlich
verletzend sein, aber es ist nichts wo ich persönlich sage, es ist für mich
ein Grund unbedingt anonym zu wählen.

Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Sam Dez 10 14:06:39 CET 2005 in Antwort an Martin Mair

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:06 am

ich vervollständige einmal:

3. ich kann auch aufgrund rabaukenhaften benehmens für meine eigenen
projekte auch wenn sie gut sind keine stimmen acquirieren.

4. die politiker die hier auf der liste stehen (und dann im netz
einsehen können) bekommen es auch mit.

5. jemand der in netznetz ist macht eine ausstellung und ladet X
nicht ein weil dieser für das skandalprojekt Y gestimmt hat

muss ich weitermachen?

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Sam Dez 10 19:08:48 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:09 am

eigentlich sprachen wir doch von jährlicher evaluation und anpassung
der parameter. das ist einer der gründe warum es auch nicht so
schlimm wird alles. oder?

stefan, leo, esel: das gehört irgendwie in den zweiten tag noch rein
denke ich. oder am ende des ersten?

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Sam Dez 10 19:15:42 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:13 am

hier ein kurze Zusammenfassung von den derzeitigen Features und Bugs von
Mana.

1: die URL: http://reichenau.lefant.net/mana

was zZ geht:
- neue Accounts anlegen
- Accounts freischalten/loeschen (kann nur der Admin-User, der zZ
von verschiedenen Leuten (grossteils aber mir) gespielt wird
(wobei es irrelevant ist, ob dieses freischalten von MA7, von
“MA7-Vassallen”, von der Community, von rand() erfolgt)
- Projekte eingeben
- Projekte mit Leuten (Moms (Members of Mana)) verknuepfen, wobei:
– jeder sich ein Projekt hineinreklamieren kann
– jede Projektbereiberin Moms als Mitglieder angeben kann
– die Verknupefung aber nur aktiviert wird, wenn beide beteiligten
Moms zustimmen.
- Voten, wobei
– man eigene Projekte nicht voten darf
– auch nicht Projekte, bei denen man als Mitglied eingetragen ist
– 1000 Punkte pro Zyklus zur Verfuegung stehen
– Die Votes ein “flavour”/Kriteritum haben (koennen)
– Die Ergebnisliste staendig einsichtig ist
– Votes waehrens eines Zyklus zurueckgezogen werden koennen.
- ManaGraph
– der allerdings zZ nur die Projektverknuepfungen anzeigt (und nicht
die aus den Votes resultierenden verknuepfungen)
- Umrechnung ProjektVotes -> Personen:
– alle an einem Projekt beteiligten Personen bekommen die vollen
Punkte gutgeschrieben, d.h:
Projekt A von Mom X, Mom Y, Mom Z bekommt 100 Punkte:
-> X, Y und Z bekommen jeweils 100 Punkte

Es gibt noch haufenweise Bugs im System, die ich allerdings nicht
entfernen werde, solange nicht halbwegs klar ist, wie das fertige System
ausschauen soll.

Folgende Aenderungen sind in die bestehende Software relativ leicht
einzubauen:
- Ergebnisse werden erst nach Ablauf des Zyklus angezeigt
- Wieviele Moms kommen in die Gewinnerliste (das inkludiert auch alle
Moms…)
- Votes auf Personen statt auf Projekte
- Voting ohne Kategorien/Flavours (finde ich persoenlich besser) oder
mit gaenzlich anderen Kategorien
- Voteverhalten wird detailiert waehrend oder erst nach eines Zyklus
angezeigt
- Voteverhalten wird gar nicht angezeigt. “Anonym” (unter
Anfuerhrungszeichen, weil jede mit Zugang zur Datenbank (zB ich) die
nicht-anonymen Daten auslesen kann)

Die Showstopper sind (seit dem Sprint im August):
* Was wird gevoted (Personen und/oder Projekte)
* Wird offen, verdeckt, oder temporaer verdeckt gevoted.

Ich wuerde mir sehr wuenschen, wenn das Symposium auf diese beiden
Fragen *konkrete* Antworten liefert. Wenn das nicht der Fall sein
sollte, wirds 2006 wohl kein Softwaresystem fuer Community
Recomendations geben. Was IMO schade waere…

Thomas Klausner domm at zsi.at
Son Dez 11 21:06:10 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:24 am

hier am symposium findet sich gerade im kleinen kreis eine mehrheit
für die einführung des “community games” als vergabemodus für die
network-grants (250.000). da wir bis 15.12. ein modell auswählen
müssen ist es notwendig dass diese entscheidung bald gefällt wird.
morgen wird über das weiter zu verfolgende modell abgestimmt.

der folgende report ist ein protokoll einer diskussion die im
anschluss an die heutigen (12.12.05) workshops stattgefunden hat.

anwesend waren: stefan lutschinger, christoph theiler, martin
pichlmair, stefan nussbaumer, (kurz) thomas thurner, matthias
tarasiewicz, lorenz seidler, martin slunsky

a report from the sprintosium on the COMMUNITY GAME

im laufe des heutigen workshops kristallisierten sich 2 modelle als
gangbar heraus: “supertrust” und “community game”. des weiteren liegt
als drittes modell noch der prototyp in der schublade.

aufgrund der erkenntnis dass unterschiedliche modelle für
unterschiedliche entscheidungen brauchbar sind wurde der vorschlag
von stefan lutschinger weiterverfolgt, “community game” für network
grants und “supertrust” für backbone projects und annual convention
zu implementieren. wegen der nachhaltigkeit und der notwendigkeit für
langfristige planung erscheint genau das supertrust modell passend
für diese beiden punkte. das “community game” auf der anderen seite
überzeugt durch folgende punkte:
- es fördert die aktivität
- es ist innovativ (und verkaufbar)
- es hat den charakter eines manifestes
- es ist von einem teilnehmer nicht voll kontrollierbar

nach den workshops erfolgte eine diskussion in kleiner runde, die zum
ziel hatte die realisierbarkeit von “community game” zu prüfen und
eventuell notwendige veränderungen zu überdenken. teilnehmer siehe
unten.

folgende positionen wurden während der diskussion eingenommen:
dafür: stefan lutschinger, christoph theiler, martin pichlmair,
stefan nussbaumer
enthaltung: matthias tarasiewicz, lorenz seidler
dagegen: martin slunsky

wichtige daten für die zukunft:
15.12.2005 entscheidung über modell + umsetzung/umsetzerInnen
06.01.2006 eintragen von projekten + labels + personen online (vulgo
einloggen)
15.01.2006 fassl-vogler kehrt heim = deadline pflichtenheft
28.02.2006 weiche deadline (~ beta version)
31.03.2006 harte deadline

weitere daten:
-> zwischenergebnisse sollen nach dem dritten durchgang evaluiert werden
-> die annual convention dient der evaluierung, diskussion und
überarbeitung. das voting modell wird dort einen schwerpunkt bilden

weitere meinungen während der diskussion:
-> lorenz seidler (esel) will morgen über das modell abstimmen
-> matthias meint es ist bis ende februar möglich, hätte selbst erst
ab 9. jänner zeit
-> weiteres betont matthias dass es seiner meinung nach möglich ist
eine version des community games zu erstellen die die erkenntnisse
und vorzüge des existierenden prototypen weiterführt.
-> technische leitung: z.b. peter koger, thomas klausner
-> interface: z.b. stefan lutschinger
-> wissenschaftliche konsulenten: peter fleissner (igw, tu wien) und
ernst strouhal (angewandte) anfragen

ein ergänzender artikel (gefunden von martin pichlmair):
Aerts, Diederik (2005): Towards a New Democracy: Consensus Through
Quantum Parliament. In: D. Aerts, B. D’Hooghe and N. Note (Eds.),
Worldviews, Science and Us, Redemarcating Knowledge and its Social
and Ethical Implications. Singapore: World Scientific.

offen in prototyp und community game:
- gleiches geld für X projekte versus mehr geld für mehr punkte
- oder aber auch linie einziehen unter gewissem niveau
- teilnehmer für projekte dürfen nicht für ihr eigenes stimmen
- transparenz versus geschlossenheit*

*wichtig: im community game ist die stimmvergabe komplett offen. die
einzige unbekannte ist die anzahl der punkte die jeder spieler zur
verfügung hat. diese ist nur für ihn selbst einsehbar. das system ist
also halb-offen.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Mon Dez 12 22:28:41 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:25 am

kanonmedia wrote:
> Ohne die details von prototyp und community game zu kennen:

community game:
—————
http://listen.esel.at/pipermail/liste/2005-December/002334.html

prototyp status quo:
——————–
http://listen.esel.at/pipermail/liste/2005-December/002400.html

bzw. online:
http://reichenau.lefant.net

supertrust:
———–
http://listen.esel.at/pipermail/liste/2005-July/001588.html

bzw. in den folien von
http://listen.esel.at/pipermail/liste/attachments/20051213/0d6b4a7c/voting.pdf

eSeL esel at esel.at
Die Dez 13 09:12:45 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:26 am

> – mehr geld für mehr punkte

das ist eine entscheidung die nicht im wahlsystem liegt. der modus
lässt sich prinzipiell in jedes vorgeschlagene modell einbauen.

> plus
> – linie einziehen unter gewissem niveau

das ebenso.

> plus
> – teilnehmer für projekte dürfen nicht für ihr eigenes stimmen

und auch dieses hier

> – transparenz versus geschlossenheit*
>>>>> auf einen ersten blick: halb-offen klingt gut

mir würde es auch reichen. und es trifft aufs community game zu.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Die Dez 13 09:40:23 CET 2005 in Antwort an kanonmedia

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:27 am

> offen in prototyp und community game:
> – gleiches geld f?r X projekte versus mehr geld f?r mehr punkte
> – oder aber auch linie einziehen unter gewissem niveau

das ist beides trivial, weil es nur die “GewinnerInnenListe” berifft.

> – teilnehmer f?r projekte d?rfen nicht f?r ihr eigenes stimmen

ist schon laengst implementiert

> – transparenz versus geschlossenheit*

IMO ist geschlossenheit spannender (allerdings nur wahrend der Wahl,
nachher muss alles offengelegt werden)

Ehrlichgesagt hab ich mir das game noch kaum angeschaut (nur den ersten
Entwurf im Spaetsommer), aber es scheint mir, dass die einzige
“Innovation” die unterschiedliche Verteilung und das Verfallen von
Punkten ist. Insoferene waehre das Game eine weiterentwicklung des
Prototypen.

Wie schauts eingelicht mit ManaGraph aus? Funkt der mit dem Game? Bzw,
werden beim Game eigentlich Personen oder Projekte gevotet?

Ah, weils ein paar mal kam: Kriterien sind IMO nicht so gut (jeder hat
ihre eigenen), sind aber implementierungsmaessig trivial.

Thomas Klausner domm at zsi.at
Die Dez 13 10:50:46 CET 2005 in Antwort an kanonmedia

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:42 am

Ich halte Community-Game für ein spannendes und interessantes Modell, es hat nur einen Haken: Es funktioniert in der jetzigen Form nicht.

Das Grundwesen von Community Game ist eine durch Zufall bestimmte ungleich gewichtete Verteilung des Stimmrechts, welche im Laufe des Voting ausbalanziert wird

Der Haken bei der Sache ist, dass diese Ausbalanzierung bzw. Rückbalanzierung der Ungleichgewichtung durch einen Vorgang aus Kraft gesetzt wird: Man wählt

Zu Wählen ist aber die Grundaufgabe jedes Wahlsystemes, weshalb die Wahrscheinlichkeit extrem hoch ist, dass die anfängliche Ungleichheit der Stimmen durch ein schnelles Wählen der Vielpunktbesitzer quasi eingefroren wird.

Man kann zwar die Anzahl der Punkte die man z.B. an einem Tag voten darf begrenzen. Aber worin liegt der Sinn eines Systemes wo jemand zwar 200 Punkte bekommt, von diesen aber 90 auf alle Fälle wieder zwangsenteignet werden?

SuperTrust & Annual Convention & Backbone Projekts

SuperTrust lässt sich wie jedes Votingmodell auf sogut wie alle Entscheidungsprozesse anwenden. SuperTrust ist aber ein teilweise imperatives Modell, wo die Community den Trustees teilweise vorgibt, wie sie entscheiden soll.

Durch diesen imperativen Anteil schlägt sich SuperTrust mit allem, wo zur Ausübung ein wirklich freies Mandat bzw. freie Entscheidungsbefugnisse benötigt werden.

Dementsprechend ist SuperTrust nicht geeignet um z.B. die Organisatoren einer OpenSpace Conference zu wählen (diese müssen frei entscheiden können).

Man müsste daher entweder auf OpenSpace Conference verzichten, oder (was wahrscheinlich sinnvoller wäre) für die Bestellung ein einfacheres Delegate Voting System verwenden.

Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Die Dez 13 00:06:38 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:43 am

Denke ich schliesse mich allen Deinen Kommentaren an

kanonmedia office at kanonmedia.com
Die Dez 13 09:03:51 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:44 am

generell gab es in der umfrage z.b. den wunsch nach
direct voting. community game ist ein direct voting modell,
supertrust nicht. es gab den wunsch nach kriterienlosen votes. dein
supertrust hat diese (als möglichkeit?) drin, community game ist da
ganz frei davon.

also: wenn es nach dem survey geht – und er ist noch immer die größte
strukturierte quelle von informationen über die meinung der community
- dann steht es 2:0 für community game. und da ist der punkt noch gar
nicht eingerechnet dass community game viel stärker darauf ausgelegt
ist viele projekte zu fördern als wenige – ein ebenso gewünschter
umstand und auch dies ist in supertrust eigentlich nicht so explizit
impliziert.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Die Dez 13 11:19:01 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:49 am

auf jeden fall bringt es sehr viel, diese diskussion hier auf der
liste zu führen, da hier eine größere öffentlichkeit vorzufinden ist
als am symposium (außer heute kommen mehr leute).

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Die Dez 13 12:00:29 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:49 am

hallo,

mein heutiger workshop um 16h betrifft die Entscheidungsfindungsmodus von/für netznetz
und die Weiterführung der aktuellen Diskussionen zu Organisatorischem.

um 20h werden die Resultate der Workshops
des Symposiums zur Abstimmung kommen!

so steht es auch im Programm:

20:00 – 22:00 ClosingSession : VOTING ON MANA 2006
http://netznetz.net/wiki/index.php/SprintosiumProgram

baba
esel

ps.
ein entscheidungsautorisierungsmodus für Listenlesende, die nicht physisch heute in den Realraum kommen,
wird heute auch in meinem workshop beschlossen – und dann ans 20h plenum gegeben werden.

eSeL esel at esel.at
Die Dez 13 15:36:22 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:50 am

1.
Do you want that funding is being distributed by netznetz?
wollt Ihr dass via netznetz Förderung vergeben wird?

38 gesamt, 38 dafür

2.
Which voting model shall be implemented to distribute the network grants?
welches Modell soll für die Vergabe von network grants benutzt werden?

gesamt: 38
- 1. Supertrust 5
- 2. Prototyp 16
- 3. Community Game 11

2.2. stichwahl
prototyp 16
community game 16

2.3. hybrid
gesamt 29
29 dafür

ps. abstimmungsregel:
wenn nicht eindeutige 51%-ige mehrheit für eine der drei optionen, dann stichwahl.

da gleichstand, spontanvorschlag: hybrid variante (Implementierung community game in/mit prototyp)

3.
do you favor fixed sums of money for groups distribution according to the voting points of each system?
(survey wanted 20 groups)
fixe Fördertöpfe oder aliquote

29 gesamt
12:13 nur eine Stimme Unterschied

keine eindeutige Entscheidung,
wird in Entwicklung der Hybridproto-geklärt.
mindestuntergrenze (abgrenzung zu microgrants)

4. anonymous or public?
20 for public voting : 6 anonym : 3 Enthaltung

4.2
Everytime someone voted – will the results immediately be published so i can change my vote during the voting process
until the voting cycle is finally closed? (strategic voting)
8 dafür : 15 dagegen

eSeL esel at esel.at
Mit Dez 14 13:37:08 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 11:51 am

die geheimhaltung der wahl ist im community-game eben nur teilweise
realisiert, ich kann mir aber auch vorstellen (und das ist immer noch im
sinne des beschlusses eines offenen votings), dass man nur einsehen
kann, wer bereits wieviele points bekommen hat, aber nicht woher diese
stammen. (und selbstverständlich auch, dass diese daten im nachhinein
geheim bleiben)
da du nun schon wiederholt darauf aufmerksam machtest, wie wichtig das
für _uns alle ist_, würde ich sehr empfehlen, das auf diese art und
weise in den griff zu bekommen.

wechselstrom – christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Don Dez 15 18:11:41 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:02 pm

es gibt einen hybrid zwischen dem prototyp mana und dem community-game;
dieser findet nur anwendung auf die vergabe der network grants (=50%
des gesamtbudgets also ca. 250.000,–euro)

elemente und spielregeln aus beiden systemen:
punkteverteilung nach dem zufallsprinzip und gauss´sche glockenkurve
umverteilung der punkte und verfall derselben entlang community-game.
entwicklungsbedarf: – diskussionspunkte: algorithmus der glockenkurve
(steiler oder flacher gestaltet, wobei die tendenz richtung flacherer
ausformung der glockenkurve geht)
algorithmus der umverteilung und des verfalls (eher gleichmäßig)

aus dem ideenpool von mana-prototyp wurde übernommen: einziehung einer
untergrenze und obergrenze —> förderung kann pro halbjahr nur zwischen
7.000 -28.000,– betragen,
die auszahlung der gelder erfolgt im verhältnis zu den “gewonnenen” punkten.
bei 125.000,– euro vergabesumme pro halbjahr bedeutet das, dass
zwischen den extremmöglichkeiten
“4-5 gruppen bekommen ca. 28.000,– euro” und 17 -18 gruppen bekommen je
7.000 euro” jede zwischenmöglichkeit als ergebnis drin ist.
und das ergebnis ist abhängig von der punktevergabe der teilnehmer,
wobei die entscheidung völlig freigestellt ist.
für förderbegehren unterhalb 7.000 euro sind die micro grants vorgesehen
—> traditioneller weg —> antrag bei ma 7 (mag fassl-vogler)

da bei der ma7 nur 2 mal im jahr für die network grants ausgeschüttet
wird, ist es notwendig das game in 3 durchläufen zu spielen (damit die
zufallskurve keine zu extremen ausschläge erzeugt) die markierten points
werden aber von durchgang zu durchgang aufsummiert, d.h. um die chancen
breit zu nutzen wird jede/r bewerber/in alle 3 durchgänge mitmachen müssen.
jeder durchgang dauert nur noch eine woche, wobei man davon ausgehen
muss, dass der vorgang des votens durchschnittlich ca. 1 stunde
arbeitszeit in anspruch nimmt.
(der vorgang der persönlichen entscheidungsfindung ist individuell und
kann durch kein noch so ausgeklügeltes system beschleunigt werden — das
sprintosium hat es eindrüclklich gezeigt!)

jeder der sich netzkultur zugehörig fühlt kann einloggen, wobei noch ein
diskussionspunkt sein wird, ob er mit einem projekt erscheinen muss oder
kann.
von der verwaltung aus reicht das einloggen mit namen und adresse.
weitere angaben zur person, zugehörigem label, projektvorhaben
kalkulation u.v.a. sollten meiner meinung nach auf rein freiwilliger
basis erfolgen. – das ist noch nicht ganz durchbesprochen…
ist das ergebnis des votingzyklus bekannt, wird dieses an die ma7
weitergeleitet und der/die projekteinreicherin muss aber nochmals
formell bei ma7 einreichen, also das entsprechende formblatt ausfüllen
(ich denke er /sie kann das auch schon vorher machen) – die kohle wird
dann rapido entsprechend den votingbeschlüssen der community an die
förderwerber überwiesen.
das weitere procedere, also abrechnung etc. erfolgt dann wie bisher über
ma7.

es ist möglich ein “halboffenes” voting über das community-game zu
installieren, indem man nur bekannt gibt, wieviele points jemand bereits
bekommen hat, jedoch nicht woher diese kommen. das habe ich schon martin
pi erläutert, und ich fände es super, wenn sich die community hier
einigen könnte.
zwar hat die abstimmung klar für ein offendes voting gestimmt, ich gebe
aber zu bedenken, dass das bedürfnis nach geheimen voting einen tiefen
respekt verdient, denn dieses bedürfnis ist auf jeden fall höherwertig,
als etwa das bedürfnis eine zigarette zu rauchen. ich glaube auch, dass
es sinnlos ist, zu hoffen über ein offenes voting “bessere” ergebnisse
zu erzielen.
und diese ständigen vermutungen des eigenen edelmuts umringt von der
masse der bösen, betrügerischen leute stimmt doch nicht wirklich …

voting mit anschliessendem zurückziehen der punkte ist jedenfalls nicht
drin (das wäre auch ein riesen unsinn, und dass die frage überhaupt dem
plenum vorgelegt wurde gehört zu den drolligen ereignissen mit lauem
unterhaltungswert).

wechselstrom – christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Don Dez 15 22:55:38 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:03 pm

Inzwischen hat mir eSeL auch das Posting bzgl. der
Ergebnisse nochmals gezeigt:
http://listen.esel.at/pipermail/liste/2005-December/002426.html

Im Sinne einer Umsetzungsdiskussion ergeben sich natürlich – gerade in der
gemischten Lösung – einige Fragen.

A) Mehrdimensionalität: Im sogn. Prototype (ich werde in Zukunft von einem
“straight voting” sprechen) gibt es sogn. “flavours” – resp. Kategorien,
nach denen die Punkte vergeben werden können. Funktion dieses Features ist
es, dass im Ergebniss nicht bloß ein “network of friendships” abgebildet
wird, sondern darüber hinaus die inhaltlichen Präferenzen, bzw. deren
Widerspiegelung in den Arbeiten abgebildet werden kann. Im Endeffekt
bringt die Mehrdimensionalität des Votings dynamisierende Faktoren in das
System und vor allem fördert es notgedrungen die inhaltliche Diskussion
der Entscheidungen. Ist das weiterhin so vorgesehen?

B) Noise: Wird ein ausgeglichenes System mit Rauschen gefüttert, kann es
nur Rauschen produzieren – so die mathematische Grundthese. Beim “straight
voting” bekommen alle Teilnehmenden gleich viele Punkte … also ist der
Input in das System gleich Rauschen. Die im März 2005 dazu vorgeschlagene
Lösung ist, dass vom eigentlichen Reputationssystem unabhängige Systeme
positive und negative Cluster einspeisen (in Diskussion waren
Netzwerkanalyse und Transaktionsanalyse). Damit ist in diesem Modell
möglich das Rauschen von (sozusagen) “Extern” zu moderien, wodurch “starke
Cluster” entstehen. Die Rückkopplung dieses Prozesses an die Teilnehmenden
via graphischer Darstellung dieser Effekte verstärkt das Herausbilden von
Clustern, bzw. die positive und negative Reaktion auf diese Cluster. Damit
wird das Voting zu einer “social software”.
Soweit ich Community das Game verstanden habe, werden diese notwendigen
“starken Cluster” durch Zufallsvergaben (in gauss’scher Verteilung) in
drei Iterationen erzeugt. Dieses System wird durch einen Inflationsprozess
(Punkteverfall) dynamisiert. Die drei Punktevergaben ergeben gemeinsam
gesehen wiederum ein unausgeprägtes Rauschen. Wie können dann die
Ergebnisse trotzdem ausgeprägte Cluster hervorbilden? Oder anders: Kann
es in einem solchen verrauschten System zu entsprechend ausgebildeten
Ergebnissen (genügend Punktedifferenz zwischen Lead und Last) kommen?
Besonders, wenn anhand dieser Punktedifferenzierung (die dazu tendiert
sehr flach zu sein) eine Fördermittelabstufung bewerkstelligt werden soll.
Wie können diese essenziell verschiedenen Systeme in diesem Punkt
miteinander verschalten werden?

C) Punkteweitergeben/Punkterückziehen. Im “straight voting” ist es möglich
Punkte wieder zurückzuziehen und neu zu vergeben. Das gibt den
TeilnehmerInnen die Möglichkeit mit vote-push UND eines vote-pull auf die
Ergebnisse einzuwirken – und damit die soziale Rückkopplung (und damit die
Herstellung von Verteilgerechtigkeit) entsprechend stark und effektiv
auszuüben. Du schreibst, dass Punkterückzug “sicherlich nicht drinnen
ist”. Ich nehme an, dass bei “community the game” da durch die
Dreiteiligkeit des Votings Grenzen gesetzt sind, bzw. das Zufallsmomentum
eher verschärft wird. Lieg ich da richtig? Bloß, wie kann sichergestellt
werden, dass jedem/r TeilnehmerIn genügend Mittel an der Hand sind, um das
Ergebnis mitzugestalten (resp. mitzutragen), und er/sie nicht “zufällig” -
in Ermagelung von Fortune – grad mal keine Punkte zum weitergeben bekommt.
Ich denke da sollte schon noch einiges an Gedanken reingesteckt werden.

Tja, die Details und die Tücke. Aber mit ein wenig gutem Willen und dem
abgehen von “betonierten Haltungen” wird das schon gehen. Hoffe ich.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Fre Dez 16 12:52:17 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:05 pm

ein system zu installieren, das eine lenkung der diskussion in richtung “inhaltlich”, “friendship”, “kunst versus kultur” what ever erzwingen will, wird doch über kurz oder lang als bevormundung betrachtet, und diese kategorieen-diskussion (du nennst es “flavours”), die bis in alle ewigkeit nicht lösbar ist (ausser durch einen faulen kompromiss) verhindert die auseinandersetzung mit den inhalten.
entlassen wir doch endlich die “mitglieder” der community in die freiheit und lassen wir sie diskutieren, wie sie, d.h. wie jeder einzelne will.
ganz klar: keine kategorieen, keine flavours und keine lenkungsmechanismen einbauen.

wir brauchen eine faire voting-software und keine “social software”, die nach klassenzimmer ausschaut,
denn was ist die funktion eines “externen moderators”? der kann doch nur oberlehrerfunktion haben, mit der aufgabe die diskussion zu kanalisieren, auch das sollte man den leuten freistellen. und durch diese “externe moderation” sollen “cluster” entstehen, die auch noch durch rückkoppelung verstärkt werden sollen — kann damit nicht einverstanden sein.

im community-game ist die ausbildung von clustern gerade durch das zufallsprinzip durchbrochen.
ob es zu einer punktedifferenz zwischen “lead und last” kommt, ist im game eine entscheidung der teilnehmer, d.h. wenn es nicht dazu kommt ist der, der gerade das will eben in der minderheit, kann aber darauf hoffen, dass er beim nächsten punkte-auswürfeln eine stärkere position bekommt und somit temporär mehr einfluss erhält.

das zufallsmoment kann man nicht verschärfen

wir haben die mittel bereits in der hand, und wir können bestimmung darüber in genügendem ausmaß sicherstellen, wenn wir davon abkommen, zu entwickeln, was die leute denken sollen (!), wie sie entscheiden sollen (!), worüber sie diskutieren sollen (!), wir sollten unseren entwicklergeist darauf konzentrieren, was die leute wollen (!!!), d.h. wir müssen ein system installieren, das es ermöglicht permanent offen zu halten, worüber die leute denken, diskutieren und entscheiden.

wechselstrom – christoph theiler wechselstrom at machfeld.net
Fre Dez 16 14:17:36 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:08 pm

Mit NetzNetz Developer sind nicht
die Entwickler gemeint, sondern der NetzNetz Präsident, welcher am 23.
Jänner 2006 beim Realraum01-06 gewählt werden soll:
http://netznetz.net/wiki/index.php/NetznetzDevelopper

Was meiner Meinung nach (skeptisch wie ich bin), dazu führen wird, dass wir
einen NetzNetz Papst mit entsprechenden Primatsanspruch inthronisieren,
ohne zu klären was für ein Konzil dessen Entscheidungen aufheben kann.
Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Konziliarismus

Die Idee des Rotationsprinzip ist nett, birgt aber die Gefahr das dadurch
eine Reihe von Scheinpäpsten (die nur offizell die Funktion übernehmen) mit
machtbesitzenden, aber nicht legitimierten grauen Eminenzen dahinter
entstehen. Wenn wir gut aufgelegt sind, können wir dann noch alle möglichen
Varianten an Gegenpäpsten, Exkommunikationen und Schismen durchprobiern.

Wobei mein persönlicher Favorit natürlich die Pornokratie ist:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pornokratie

Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Don Dez 22 15:20:37 CET 2005

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:20 pm

die (Vor-)Anmeldung für das MANA Community Game ist seit gestern, 10.
Jänner, möglich; alle an Network Grants interessierte
FörderwerberInnen loggen sich bis 3. März unter

http://mana.netznetz.net

ein.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Mit Jan 11 19:44:06 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 12:53 pm

ich war einige zeit abwesend und werde das auch bleiben. nachdem aber
sowohl christoph theiler als auch stefan lutschinger mich
angesprochen haben will ich hier noch ein letztes mal kurz meine
gründe anführen, warum ich mich trotz der scheinbar meinem wunsch
entsprechenden entscheidung für das community game nicht an dessen
entwicklung beteiligen kann.

der erste grund ist die entscheidung für nicht-anonymes (ja nicht
einmal pseudonymes) wählen. ich möchte zu diesem thema noch einmal in
aller klarheit (hihi, mir fehlt der haupt in der zib schon sehr – da
konnte man über politik noch lachen) sagen:

- es ist unwahr dass anonymes wählen über das netz nicht
funktionieren würde. wahr ist vielmehr dass es seit 20 jahren
verfahren gibt die genau dieses ermöglichen. ich könnte die verfahren
jetzt erklären, das würde aber sehr ins technische gehen. stattdessen
hänge ich ein paar papers an diese mail an.

- es ist unwahr dass offene stimmen den stimmenkauf verhindern. genau
das gegenteil ist der fall: durch offene stimmen wird erst ermöglicht
stimmenkauf zu betreiben da ich im falle geschlossener wahlen nicht
überprüfen kann ob der wählende vertragspartner sich an seinen
vertrag hält. abstimmen unter zwang wird durch geschlossene wahl in
gleicher weise unterbunden.

- es ist eine illusion zu glauben eine visualisierung würde die
fallunterscheidung zwischen einer legitimen gleichgesinnten
abstimmung und einer absprache erlauben. stattdessen erlaubt sie aber
wie im letzten punkt erwähnt die absprache selbst. schlechter deal.
visualisierungen legen immer etwas nahe – und je nachdem wie ich sie
implementiere wird sie verschiedene sachverhalte verschieden deutlich
hervorstreichen. es ist ein irrglauben visualisierungen seien neutral
- sie sind sozial und kulturell vorgeprägte entscheidungswerkzeuge
und spiegeln die intentionen ihrer designer wieder (schaut euch
werbeaussendungen der regierung an). um neutral zu sein müsste es ja
eine “natürliche gestalt” der daten geben. gibt es aber nicht.

- ich finde das intellektuellen- und vor allem bildungsfeindliche
verhalten auf dieser liste befremdend. leute die bei uns studieren
(hier an der tu wo ich assistent in der fakultät für informatik bin)
lernen im ersten semester (in “informatik und gesellschaft 1″) wie
man z.b. anonymes wählen implementieren kann und auch was die
gefahren der großen brüder sind. nicht nur hat das klima bei netznetz
verhindert dass sich menschen mit universitärem wissen um diese
belange einbringen, es wurde generell angezweifelt dass es so etwas
wie “professionalität” überhaupt gibt. ich glaube dem liegt die angst
vor kontrollverlust zugrunde. leider wurden auch am symposium meiner
ansicht nach zwar zum teil die richtigen leute aber leider auch ein
paar eingeladen die man eher gegen praxisnähere eintauschen hätte
sollen. warum war keiner aus einem großen open-source community/
social software projekt geladen? warum niemand von der EFF? warum
niemand aus dem bereich der entwicklung von reputationssystemen?
dieses ständige selbst-suppen-kochen verschlingt unglaubliche
resourcen. und der marketingerfreuliche glauben etwas genuin neues zu
schaffen erschliesst sich wenn dann auch nur auf politischer ebene –
technisch ist das einfach nicht so, da können sich einige auf die
eigene schulter klopfen bis sie blau ist.

- mir ist es zu mühsam dass sich so viele leute ihren claim in
netznetz scheinbar schon abgesteckt haben und diesen mit zähnen und
klauen zum leidwesen des ergebnisses verteidigen.

ich habe den eindruck dass ihr alle schon auf dem weg zu etwas seid.
ist halt nicht meine richtugn in die ihr geht. im moment scheint sich
ja einiges an pragmatismus breit zu machen. das ist gut so. aber so
lange das system sich trotzdem in technischer hinsicht in richtung
einer kontrollstruktur entwickelt kann ich mich nicht an der
weiterern entwicklung beteiligen.

martin pichlmair pi at attacksyour.net
Die Jan 31 08:31:06 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 1:32 pm

nachtrag zu: netznetz 2.0.0.6a (Stefan Lutschinger)
vom 30.1.

——————-
zit.:
Zuletzt: beim 25. netznetz-Treffen wurde im Plenum mit 12:0 Stimmen
(bei 3 Enthaltungen, insgesamt 15 Stimmen) dafür entschieden, die
gesamte Kommunikation für 2006 auf dieser List zu führen und dies
daher, nach Möglichkeit, mit Einsatz von Subject Filtern die grossen
Punkte in Threads zu unterstützen, also z. B.

“Subject: AC” für Annual Convention,
“Subject: BP” für Backbone Projects

usf. -
——————-

nur als anmerkung meinerseits: die dei “enthaltungen” waren in
wirklichkeit gegenstimmen (ich befand mich auch darunter). da vorher in
die runde gefragt wurde wer denn jetzt überhaupt mitstimmen will und nur
ebendiese stimmen gezählt wurden gab es logischerweise keine enthaltungen.
ausser man zählt die nicht votierenden… das waren aber mehr als drei.

soweit zu einem seltsamen abstimmungsvorgang mit seltsamen
stimmenauszählungen.

carlos katastrofsky carlos.katastrofsky at gmx.net
Mon Feb 6 10:25:34 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 4:48 pm

die offziellen Informationen zu den Abstimmungsmodalitäten werden – so
wie vieles weitere auch – am 20. Februar PDFisiert der Community
vorgelegt. Der simple Grund: da diese Dokumente öffentlichen Charakter
haben, ist eine sorgfältige Ausarbeitung notwendig; ganz ähnlich einer
Geschäftsordnung.

Stefan Lutschinger a9306158 at unet.univie.ac.at
Die Feb 7 12:49:28 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 5:21 pm

eine frage zu den backbone projects: ist das nur infrastrukturförderung im
hardware- sinn oder sind da auch projekte drin die der netzkulturförderung
im sinne einer kultursystemunterstützung/ -entwicklung dienlich sind?

carlos katastrofsky carlos.katastrofsky at gmx.net
Don Feb 9 11:42:02 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 5:28 pm

Teilanonymität bedeutet, dass du zwar einsehen kannst, wie die
Geldflüsse verlaufen sind, allerdings mit anonymisierten Playern.

Die Grundregel lautet, dass KünstlerInnen und Kulturschaffende/-
aktivistInnen, die im Bereich Netzkunst, digitaler Kunst- und
Kulturproduktion und Netzkultur(en)/-aktivismus, deren Arbeitsfeld im
elektronischen Grossraum Wien liegt, teilnahmeberechtigt sind.

Zu verhandeln ist nun doch, wie dies zu überprüfen ist.

Ich stelle eine These in den Raum, die wir hier diskutieren können:

A) Denkbar wäre, dass beim Anmeldevorgang min 3 (überprüfbare)
Projekte genannt werden müssen, also 3 Kunst- und/oder Kulturprojekte
(KünstlerInnen und/oder Kulturschaffende/-aktivistInnen) von denen
mindestens 1 ein Netzkunst/-kultur (…) Projekt sein muss
(NetzkünstlerInnen und Netzkulturschaffende/-aktivistInnen).*

*) Christoph hat also recht, wenn er schreibt, dass jede/r der
TeilnehmerInnen an Paul Böhms Aktion unter diese Definition fallen muss.

Ich erinnere an die Formel von Jasia Reichardt (Cybernetic
Serendipity): ‘One poem doesn’t make a poet’ – oder um’s mit einem
hübschen Bild von Liz zu beschreiben: jemand, der ein Handout
verfasst, ist noch kein Literat.

B) Weiters kann ich mir vorstellen, dass eine Fachjury (sagen wir: 3-
köpfig) diese Projekte – etwa hinsichtlich Referenz/Credits und
Qualität – evaluieren muss.

Offenheit bedeutet nämlich Offenheit FÜR eine ‘wohldefinierte
Gruppe’, was alle anderen notwenig ausschliesst.

Das ist ein wichtiger Punkt.

Mein Vorschlag, nun plötzlich eine Fachjury für die Zulassung (!) zum
Mana Community Game einzusetzen, mag befremden. Vergeblich habe ich
im Sommer 2005 (vgl. das Listenarchiv) versucht, hier einen
pragmatischen Rahmen zu skizzieren, der bspw. durch die
systematischen Arbeiten von Gerhard Dirmoser sicher ausreichend
erfüllt wäre, um ohne Jury auszukommen.

Klar können wir’s auch gerne in meiner Hand belassen (danke
vielmals!), das wäre aber eine totale Niederlage für die Community.
Immerhin bedeutet die Definition über den Kulturbegriff ’semiotische
Macht’ (John Fiske), und die Communtiy wäre schön blöd, mir alleine –
oder gar der staatlichen Kulturabteilung MA7 (!!!) – diese Macht zu
geben.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Mit Feb 22 00:39:50 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 6:44 pm

ergänze: das mana community game kann dann und nur dann
funktionieren, wenn die summe der teilnehmer von einer mehrheit
derselben als übersichtlich klassifiziert wird.
so steht es im ursprungspapier zum community game und so habe ich das
auch beim sprintosium gesagt.
zur definition der übersichtlichkeit: ausführlich –> siehe im papier selbst
und in stichworten:
ünbersichtlichkeit ist das verhältnis zwischen der kraft der die
community konstituierenden grundidee (hier ist das netzkultur(en)) und
der anzahl der in der community anwesenden personen.
d.h. die kraft der zugrundeliegenden idee kann nur dann mit den personen
wachsen, wenn die neuzutretenden im netzkulturenbereich arbeiten – logisch
das arbeiten im netzkulturenbereich lässt sich mit stefans these leicht
überprüfen.
>
> B) Weiters kann ich mir vorstellen, dass eine Fachjury (sagen wir:
> 3-köpfig) diese Projekte – etwa hinsichtlich Referenz/Credits und
> Qualität – evaluieren muss.

kann man sich als zusatz-instanz in streitfällen (also bei
negativ-entscheid) vorstellen, oder falls jenand die aufnahme von
personen durch ein begründetes veto blokiert, wobei die einführung eines
vetorechtes keineswegs empfehlenswert ist –> führt mit 100 %-iger
erfolgsgarantie zum baldigsten stillstand.


leider ist mir das ohne-jury-konzept von dirmoser nicht geläufig. wenn
das ein “königsweg” ist bitte nochmals eine kurzdarstellung oder ein link.

wechselstrom christoph at wechsel-strom.net
Mit Feb 22 03:31:07 CET 2006 in Antwort an Stefan Lutschinger

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 6:46 pm

sorry stefan.
aber inwieweit die systematischen arbeiten von gerhard dirnmoser
oesterreichweit bzw wienspezifisch sind, muesste zuerst noch evaluiert
werden.

weiters steht in frage ob diese arbeiten ueberhaupt noch fuer die
zeitgemaessen medien verwendet werden koennen.

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Mit Feb 22 11:13:09 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 6:46 pm

Manierismen; ich habe diese Diskussion seit Sommer aufgegeben, daher
mein Vorschlag von gestern.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Mit Feb 22 13:14:59 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 6:48 pm

Die finalen Bedingungen für die Teilnahme stehen – wie über die Liste 
während der letzten Wochen ausverhandelt (3 realisierte Kunst- und/
oder Kulturprojekte, von denen mindesten 1 ein Netzkunst/
Netzkulturprojekt sein muss) – nun fest, gestern gab’s ein Treffen 
des Personenkomitees, das diese Vorgangsweise nun auf der Grundlage 
der Listendiskussionen beschlossen hat.

Ab Montag stehen diese präzisierten, aktualisierten Infos 
zusammengefasst auf der Website.

BTW, Bandbus-Attacken können also gerne stattfinden, wenn die 
vorgemerkten Personen die daran teilnehmen, obrige Kriterien 
erfüllen; resp. reale Personen sein müssen, was wir auch mit 
bewährten Methoden feststellen werden; mehr dazu am Montag. Ich 
schätze mal überschlagsmässig, dass von den derzeit (vor-)
registrierten Accounts ca. 75% beinhart rausfliegen werden, da – wie 
bekannt – x Accounts aufgrund der laufenden Diskussion um 
Teilnahmebedingungen gefaked wurden, was im Sinne der allgemeinen 
Diskussionsentwicklung ja gewünscht war.

Stefan Lutschinger
Fre Mar 3 19:33:00 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 7:20 pm

Meiner Meinung nach sollte die Aufgabe des Personenkomitees in erster Linie
darin bestehen sich um die Rahmenbedingungen der Entscheidungsfindung zu
kümmern und nicht ständig von sich aus Entscheidungen für NetzNetz als
Ganzes zu treffen.

Zu behaupten die oben genannten Bedingungen seien über die Liste
ausverhandelt worden und es würde ein wirklicher Konsens über diese
bestehen, halte ich für eine schöne Hoffnung, welche mit der Realität nicht
viel zu tun haben.

Ich weiß nicht, ob es Absicht ist oder nicht, aber die Kriterien schließen
Techniker aus dem Bereich Freier Software gezielt aus (ich weiß bei diesen
Kriterien nicht einmal ob ich selbst stimmberechtigt bin) und würden den
sich bereits abzeichnenden Exodus aller Techniker in Richtung MetaLab
(inkl.
mir selbst) besiegeln und das so oder so schon lange zwischen Künstler &
Technikern vorhandene Spannungspotential endgültig ausbrechen lassen (warum
soll sich jemand aus dem Techniker Bereich an einer Software mitschreiben,
welcher er selbst nicht benutzen darf).

Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Sam Mar 4 14:37:38 CET 2006

Comment by kanonmedia 12.10.06 @ 7:22 pm

unet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.atunet.univie.ac.ata) Die Teams – die Koordination/das Validierungsgremium – wurden mit
überwältigender Mehrheit (über 85%) BESTÄTIGT.

b) Das Mana Community Game (Durchführung 1. Halbjahr) wurde ebenfalls mit
überwältigender Mehrheit (über 85%) BESTÄTIGT.

Stefan Lutschinger
Sam Apr 1 13:28:43 CEST 2006 

kleine Korrektur

Frage 1 (Bestätigung Koordination/Validierungsgremium) wurde mit 
84,21% bestätigt.
Frage 2 (Durchführung des Community Games m. Software v. T. Klausner) 
wurde mit 83,78% bestätigt

Software: http://svn.zsi.at:1000/repos/mana/trunk/ManaGame/
Readme: http://media.dadaserver.com/manila/gems/mana/manainanutshell.pdf
Stefan Lutschinger
Son Apr 2 18:20:04 CEST 2006  

Anzahl der Anmeldungen Stand 24:00h :  205 ( wobei ca. 10 nicht ganz
alle Angaben korrekt gemacht haben…… )
2 Personen haben sich erst nach 24 Uhr angemeldet und sind deswegen
wieder rausgeflogen. Sorry.
bIn/Sh
Mon Apr 3 00:33:34 CEST 2006

Seit den Vorkommnissen am 2.4.2006 hat Or-Om seine Verbindung zu netznetz beendet.

Der Option Democrator beendet seine Dokumentation mit 2.4.2006.

Der bisherige Text des Option Democrators ist weiterhin für jedermann  zur freien Benützung und Veränderung zugänglich.

HTM: http://or-om.org/netzoptionen.htm

Or-Om
Mon Apr 3 22:56:59 CEST 2006

Dem Fisch steckt also die Feder im Pelz! Am 2.4. war gar viel zu lesen auf
der Liste: Wahlwerbung, Bandbusaufrufe, Ordnungsrufe, Stammtischreden,
Politikerschelte, Forderungsschreiben, Organisations- und
Strukturierungsversuche … die ganze Bandbreite eben. Liebe Or-Om, was
genau hat den Option Democrator zum Absturz gebracht?
Thomas Thurner
Die Apr 4 12:11:06 CEST 2006

ui, es gab also mehr als einen echten, freien Wähler bei der Veranstaltung
gestern? Einen habe ich ja selbst ausgemacht, wer war der/die Andere ;-)
Martin Mair
Die Apr 4 10:34:39 CEST 2006

es muss eine doch erhebliche anzahl von leuten geben haben, die nicht als
stimmvieh gekommen sind, sondern ihre peanuts in kleinen beträgen an
verschiedene für sie relevante projekte verteilt haben.

mein bescheidener talon, hat es mir ermöglicht, die sehr interessanten 2.
phase der allianzenbildung hautnah mitzuerleben. auch hier war der staight
forward – wie mache ich das meiste aus dem was ich ergattern konnte- ansatz
zu beobachten. andererseits durchaus das bemühen, über das finanzielle
hinausgehend, interessante kooperationen zustande zu bringen.

daraus würde ich für die zukunft folgende schlüsse ziehen:

++++++++das grundsätzlich verteilungsmodell hat sich durchaus bewährt.
sowohl in seiner praktischen durchführbarkeit, als auch was das spielerische
element besonders was die zweite phase betrifft. hier noch mal danke an alle
die daran mitgearbeitet haben.
besonders hervorzuheben ist dabei, dass das jetzige modell sowohl eine quasi
anonyme stimmabgabe als auch den dialog zwischen projekten und wählern
ermöglicht. die möglichkeit anonym abzustimmen könnte durch einen speziellen
service, etwa einen treuhänderdienst verbessert werden. im dialog könnten
beim nächsten mal etwa auch potentielle allianzen abgefragt werden.


Die Apr 4 14:17:26 CEST 2006

Am 05.04.2006 um 18:59 schrieb kanonmedia:

> wieso für das 2. und 3. quartal ??
> ich dachte es ging um das erste halbjahr 2006,
> nachdem die summe die hälfte von der ursprünglichen jahresangabe war?
>
> Diese Unklarheiten und die so relativen Haltungen dazu sind einfach 
> ein
> Problem, über das es sich in einem partizipativen Prozess zu reden
> lohnt,

Selbst wenn man annimmt, dass diese Information, die in den letzten 2 
Wochen immer wieder beantwortet wurde und auch schon x-mal über die 
Liste ging, von vereinzelten Personen noch nicht rezipiert wurde, so 
steht sie doch wie GENAU HIER mehrmals angekündigt (!!!) und an alle 
Listmember, MANA-TeilnehmerInnen plus alle bisherigen EinreicherInnen 
der MA 7 seit 2001 per Mail verschickt, unter

http://mana.manila.at/module
Stefan Lutschinger
Mit Apr 5 19:18:57 CEST 2006

Wenn die Gesamtsumme einstweilen, sozusagen für den Betatest, um die
Hälfte reduziert wurde, das erste Quartal um ist, und die halbe Summe
für das 2. und 3. Quartal vergeben wurde, so müsste wohl die andere
Hälfte für das letzte Quartal vergeben werden, oder? Kannst Du rechnen?
Aber bleib nur dabei, dass es eine gute Methode ist, alles miteinander
irgendwie, gleichzeitig und überhaupt zu machen, ist ja nix Neues,
Schwejk hat das auch schon immer so gemacht.
kanonmedia
Mit Apr 5 20:44:53 CEST 2006

Nein, die andere Hälfte der anderen Hälfte:
wo bleibt in deiner Rechnung das 1. Quartal?
Stefan Lutschinger
Mit Apr 5 21:10:09 CEST 2006

Das würde bedeuten, dass die jetzigen Ergebnisse die für Quartal 1, 2
und 3 bezeichnen.

Oder es würde bedeuten, dass im ersten Quartal schon Backbone Grants
ausgeschüttet wurden, war aber glaub ich nicht so.

Nicht verwundert,
oder was ist das, was ich bei Dir falsch verstehe?
kanonmedia
Mit Apr 5 22:22:05 CEST 2006

> Oder es würde bedeuten, dass im ersten Quartal schon Backbone Grants
> ausgeschüttet wurden, war aber glaub ich nicht so.

natürlich ist das so. ist diese tatsache etwa nicht über die liste 
gegangen?
magnus
Mit Apr 5 22:38:52 CEST 2006

ja, das bedeutet es.
und es wurde auch schon laengst in der liste kommuniziert.
das ende der nahrungskette
Mit Apr 5 22:45:36 CEST 2006

Aller für uns unverständlichen Lobeshymnen der letzten Tage und der
umgreifenden Schleimscheisserei zum Trotz ist es uns ein Bedürfnis hier
einige Punkte loszuwerden. Einerseits, bestimmt auch unseres eigenen
Seelenfriedens wegen, andererseits aber auch aus Interesse ob wir
tatsächlich die einzigen sind, die sich darüber Gedanken machen was da
am Montag eigentlich passiert ist.

*Die Community exisitert nicht*

Unserer Meinung nach ist NetzNetz keine Community, sondern eine
Interessensgemeinschaft. Jeder der das nicht verstanden hat, der hat
auch nicht genug Punkte bei der sogenannten “Backbone-Wahl” erhalten,
die wahrscheinlich einer realen Bezirksvertretungswahl (vom Bussi-Bussi
und Eierschaukel-Faktor) näher war als sonst etwas. Die Gruppen, welche
die größte Anzahl an Freunden, Bekannten oder „Community“ mobilisieren
konnten, sahnte am Ende die Kohle ab. Aufgrund der fehlenden Anonymität
war es den Votern dann aber auch kaum möglich doch anderen Gruppen
Sympathie zukommen zu lassen ohne das „Gesicht zu verlieren“.

Von einem demokratischen oder einem fairen Vergabesystem kann hier nicht
die Rede sein. Wenn die Partizipation sich darauf beschränkt möglichst
viele loyale Personen aufzustellen, die dann Stimmen für die jeweiligen
Gruppen abgeben, können wir gleich alle unsere Telefon-Adresslisten
vergleichen und denjenigen mit den längsten dann Kohle überweisen.

Stellt sich nur die eine Frage: wenn das Ganze sowieso auf Abzocke und
Verarsche abzielt, diverseste Vertreter und Personen aller Gruppierungen
überfreundlich Rumschleimen, warum wurde dann so ein Riesenaufwand mit
tausenden Meetings und Entscheidungsfindungen getrieben? Alles nur als
Rechtfertigung, als Vorspielung falscher Tatsachen, dass NetzNetz die
Netz-Community aus Wien repräsentiert?

Zwischen Schleimscheisserei und emotionalen Streitereien gab es wohl die
ganze Bandbreite an Strategien um an die Peanuts zu kommen. Wesentliche
Punkte die unserer Meinung nach wirklich falsch gelaufen sind:

1. Die Vergabe der Peanuts war nicht anonym. Auf die hirnrissige Idee
eine Wahl zu veranstalten, bei der man seine Stimmen über öffentliche
Gelder den Fördergeldempfängern persönlich in die Hand geben muss, würde
man nicht einmal bei einer Milchordnerwahl kommen.

2. Es wurden von der Kommission gestellte Vorgaben nicht eingehalten.
Zum Beispiel wurden wir alle dazu aufgefordert uns vor den Wahlen online
zu registrieren, um an diesen teilzunehmen. Am Wahlabend gab es
dubioserweise trotzdem für einige die Möglichkeit sich mit
Kugelschreiber zusätzlich in die Liste einzutragen.

3. Das Wahlsystem wurde von Personen entwickelt die definitiv
Eigeninteressen vertreten und vorzeitig Einblick in gewisse Abläufe
hatten. Daraus hätten Sie sich Vorteile gegenüber dem Rest der Truppe
schaffen können. Zum Beispiel war die Liste der teilnehmenden Voter
einer kleinen Gruppe vorab ersichtlich, die dann auch eigene Projekte
vorstellte (ohne den Leuten vorwerfen zu wollen, dies auch tatsächlich
gemacht zu haben; allein die Tatsache, dass es diese Möglichkeit gab
wirft das ganze Konstrukt in ein äußerst fragwürdiges Licht). Es ist
einfach inakzeptabel und auch unerklärbar, warum es überhaupt möglich
war, dass sich Leute mit Projekten zur Wahl stellten, welche selbst am
Wahlorganisationsprozess beteiligt waren. Es ist einfach saublöd von
Wählern zu verlangen, sich auf einer Liste zur Wahl zu registrieren, die
auf einem zur Wahl gestellten Projekte gehostet wird. Ganz zu schweigen,
dass Einreichende diese Wahl moderieren.

4. Es war möglich mehrere Projekte einzureichen und somit die fiktive
Grenze von 10.000,- € zu umgehen. Insofern gönnen wir Metalab wirklich
die wohlverdienten 17.449,74 – zumindest sie haben die schon im
Vorhinein auf der Liste geposteten Schwachstellen des Systems
erfolgreich ausgenutzt.

5. Das System erlaubte es Stimmen zu verkaufen. Dass sich draußen vor
der Tür kein Schwarzmarkt für Peanuts gebildet hat, finden wir bei der
gesamten restlichen Entwicklung relativ erstaunlich.

6. Es war unserer Auffassung nach immer die Rede von einer Vorauswahl
der Projekte. Bei 27 Projekten kann es doch wirklich nicht schwer sein
zumindest jene Projekte auszusieben, welche doppelt eingereicht wurden
bzw. welche Projekte überhaupt irgendetwas mit einer “Backbone”
Förderung zu tun haben. Projekte, die definitiv eigennützig und nicht
der „Community“ zugute kommen, haben die Möglichkeit gehabt an diesem
Prozess teilzunehmen. Eine genaue Definition von „Backbone“ oder eine
Übereinkunft aller hat es anscheinend nicht gegeben.

7. Ein Wahlsystem, in dem es darum geht so viele Freunde wie möglich
einzuladen, kann eigentlich nur ein Scherz sein.

Unserer Meinung nach liegt das, was sich hier letzten Montag abgespielt
hat, außerhalb jeder Akzeptanzgrenze.

Aus der bereits ein paar mal versprochenen “Backbone Förderung für
bereits bestehende Infrastrukturprojekte” wurde ja auch nichts, eher
eine Vorschau fürs Mana-Game. Weil MedienKunst für NetzKultur
eingetauscht wurde wird es beim Mana-Game sicher 1000 Creative-
Industries Einreichungen geben, die nichts mehr mit Kunst zu tun haben.
Damit haben wir eine weitere tolle Wirtschaftsförderung in Österreich
geschaffen!

Es lebe das Nulldefizit!

Wir danken zumindest all unseren Sympathisanten, die uns ihre Peanuts
gaben ohne wirklich zu wissen worum es am Montag wirklich ging. Wir
danken der Stadt Wien, dass wir einem solchen Realtheater haben
beiwohnen können und mit ca. 8.300,- EUR bar auf die Kralle nach Hause
gehen durften. Wir danken auch Andreas Trawöger, dessen Tipps wir
befolgt haben (zumindest den Ersten) und damit tatsächlich erfolgreich
waren. Schande, über diejenigen, die uns nicht unterstützten – wir
kennen nun eure Visage.

Mit lieben Grüssen
5uper.net
karina lackner
Mit Apr 5 23:48:50 CEST 2006

Genauer “Gemeinschaft alle Leute in 
Wien, die mit dem Netz zu tun haben und Geld wollen”.

Wenn das ganze dann zB. COMMUNITY GAME heisst, kanns ja wohl nur um 
Geld und nicht um die Vernetzung und Kooperation gehen. Die meisten 
Kooperationen sind nämlich am Backbone-Abstimmungstag deswegen 
entstanden, weil die Leute _zuwenig Peanuts_ (=Geld) bekommen hatten.

Immerhin geht es ja mittlerweile schon um KUNST:
“Jede/r, der/die sich der Netz-Community zugehörig fühlt kann 
mitmachen. [...]Eine Community soll definiert sein als temporär 
geschlossene Menge von Personen, die sich mindestens einer Idee 
zugehörig fühlen. Die Community der NetzkünstlerInnen ist somit die 
Gesamtmenge der Personen, die von sich behaupten Netzkunst zu 
betreiben; dabei ist es unerheblich, was jede/r einzelne unter 
Netzkunst versteht, wichtig ist nur, dass jede/r eine Vorstellung 
davon entwickelt, was Netzkunst ist. Es genügt also die Definition 
„fühle mich zugehörig“, um Mitglied innerhalb einer Community zu 
sein. Temporär geschlossene Menge bedeutet, dass eine Community zwar 
wachsen, schrumpfen oder in der Anzahl der Personen stagnieren kann 
(Personen kommen dazu, Andere verlassen das Feld) , im 
Entscheidungsfall jedoch für einen definierten Zeitraum geschlossen 
sein muss. Dieser Entscheidungsfall tritt immer dann ein, wenn es um 
die Verteilung von Ressourcen geht.” (http://www.unet.univie.ac.at/
~a9306158/MANA/MANA_GAME_SPIELREGELN_V3.pdf)
Matthias Tarasiewicz
Don Apr 6 01:58:26 CEST 2006

AFAIK (und so stehts auch auf http://mana.manila.at/module) werden die
Backbone Projects fuer das 4. Quartal 2006 durch eine Open Space
Confernce vergeben
http://en.wikipedia.org/wiki/Open_space_conference
Thomas Klausner
Don Apr 6 09:52:08 CEST 2006

Christoph Veigl wrote:
> Was spricht dagegen, nur diejenigen mit einem Stimmrecht auszustatten, die
> in ursächlichem Zusammenhang mit einem eingereichten Projekt stehen ? 

bei einem backbone-projekt?
entschuldige aber genau das sollte doch nicht der sinn von
backbone-projekten sein. die sind doch eine “dienstleistung” für alle.

meiner meinung (da muss ich paul recht geben) haben auch jene projekte
am meisten geld bekommen, die das am besten vermitteln konnten.
metalab und happylab stellen einfach möglichkeiten zur verfügung, die es
in wien in dieser form noch nicht gibt und die ich gerne schon vor
jahren gehabt hätte. das hätte mir viel geld und mühe erspart.
dazu hab ich keine überzeugungsarbeit von wem auch immer notwendig
gehabt. paul hab ich im dietheater im märz zum ersten mal gesehen…

wo war denn am montag das grosse bandbus-problem? nur weil die
sogenannten “techniker” am meisten geld bekommen haben?

als das problematischste (neben der fehlenden anonymisierung) an der
wahl am montag könnten sich die koalitionen erweisen. was bringt eine
summe von 8000 euro für vier projekte für ein ganzes jahr? was für ein
backboneprojekt soll damit aufgezogen oder unterstützt werden? gibt es
die gemeinsamen backboneprojekte, oder wird da nur anteilsmässig
geteilt? zu wenig zum leben aber genug für eine mühsame projektabrechnung?
ist das der wille der sog. “community”?

und in hinblick auf das mana-game: wird das ergebnis ähnlich sein? zwei
grosse gewinner und ein paar cluster, die sich die erhaltene summe in
nanogrants aufteilen… ist das das wunschziel? ist die arbeit der
einreichung, netznetz-liste-lesen, ins depot wandern, etc. wirklich dann
die 99,99 euro wert, die dann vielleicht rausschauen?
ist der letzte schritt der allianzenbildung wirklich soooo toll?

UND: ist nicht das wichtigste, was diese IG oder community leisten soll,
druck auf die politiker auszuüben, das lächerliche gesamtbudget
mindestens zu verdoppeln?

joerg piringer
Don Apr 6 12:07:18 CEST 2006

Habe kein Problem damit, wenn bei der Annual Convention ein anderes System verwendet wird, mir muss nur jemand erklären wie im Rahmen von NetzNetz eine Open Space Konferenz funktionieren soll?

Die Beteiligten an NetzNetz haben so unterschiedliche Hintergründe und so divergierende Meinungen, dass wir Tage, Monate und Jahre miteinander diskutieren können, ohne je zu einem konkreten Ergebnis kommen (ich sage nur: Mana Pflichtenheft :-) )

Sobald es aber um ganz konkrete klare Aufgaben oder Fragestellungen geht, fallen Entscheidungen ausgesprochen schnell und klar.

Mein Vorschlag für die Annual Convention wäre daher mit einem Wahlsystem ala Peanuts kontinuierlich harte Fakten & Entscheidungen zu treffen, aber gleichzeitig in einer OpenSpace Konferenz die Zusammenarbeit der einzelnen Projekte viel besser zu planen und zu vereinbaren, wie es am Montag der Fall war.

Ansonsten haben wir eine OpenSpace Konferenz auf der sich einen Tag lang 25 – 40 Projekte um 25.000 Euro streiten, ohne je eine Motivation oder Grund zu haben miteinander zu kooperieren (wie es bei den Peanuts der Fall war).


Don Apr 6 09:47:47 CEST 2006

Es gibt einen ursprünglichen Vorschlag hierzu vom April 2004:
OSC-plus-Ausschreibungsverfahren. Guck Dir’s mal an:
http://netznetz.net/wiki/index.php/Voting
Thomas Thurner
Don Apr 6 12:36:21 CEST 2006

Diese Konsequenzen aus den Meilensteinen 31.03. und 03.04. sind nicht
nur kein Ruhmesblatt, sondern völlig untragbare, unseriöse und korrupte
Vorgangsweisen. Will man sich auch nur irgendein Mass an Integrität
bewahren, so kann man kann man als Einreichende/r in Wirklichkeit diese
opportune Betreibung von Politik durch einen Klüngel an
Kulturschaffenden nur vollkommen ablehnen und durch Nicht-Einreichung
boykottieren,
kanonmedia
Die Apr 11 08:56:11 CEST 2006

Nach all den Fragen eine Bitte an das VG und PK am Schluß: Arbeitet
nochmal heraus, dass es sich bei den Networkgrants nicht um einen
Beautycontest der schönsten Projektideen handelt, sondern hier aufgrund
vergangener Arbeit und Networkings eine bestimmte Art von Aktivität
des/der Kulturschaffenden/KünstlerIn für ein Jahr finanziell unterstützt
werden soll (quasi Stipendium also). Ist doch so, oderrrr?
Thomas Thurner
Sam Apr 8 13:27:02 CEST 2006

> personen und projekte sind untrennbar miteinander verbunden.
> ohne realsierte oder geplante projkekte kann es keine personenfoerdeung
> geben.
> !!!!!!!!!!!
> ist meiner meinung nach nur eine subventionsabrechnungsfrage, diese
> ist hoffentlich schon lange mit der ma7 geklaert.
> bei einer projektfoerderungen muessten die rechnungen abgegeben werden
> bei einer personenfoerderung muss nichts abgegeben werden.

das ist aber für die einzelnen sehr relevant.
wenn ich ein stipendium bekomme, muss ich steuerlich nichts deklarieren.
sobald ich aber eine projektabrechnung mache, muss ich aber mein honorar
abrechnen.
1.: an wen stelle ich die rechnung? an mich selbst? wie?
2.: das honorar muss ich natürlich versteuern
joerg piringer
Son Apr 9 12:23:09 CEST 2006  in Antwort an Franz Xaver

Eine Subvention gilt für eine/n FreiberuflerIn sehr wohl als Eingang =
Umsatz. Daher nehme ich an, dass das auch für ein Stipendium so ist. Dh.
Man muss einen Eingang jedenfalls in die Einkommensteuererklärung
aufnehmen.

Ein Unterschied ergibt sich eben nur in der Mehrwertsteuer, denn für
Stipendien und Subventionen stellt man keine Rechnungen, sondern diese
werden an eine/n inkl. 0% MwSt. ausbezahlt.

In dem Moment, wo man eine Rechnung stellt und
vorsteuerabzugsberechtigt/-verpflichtet ist, muss man auch 20% MwSt. in
Rechnung stellen.

Deswegen der Vorschlag Eigenbehalt wie gepostet,

wie ist denn nun die Richtlinie? Stipendium ohne Belegabrechnung oder
Projektförderung, offensichtlich als Person und nicht als Verein, mit
Belegabrechnung? Das ist ja ein grosser Unterschied.
kanonmedia
Son Apr 9 13:17:37 CEST 2006

wir machen das immer so: kein honorar fuer uns,
aber abrechnung von allen zurechenbaren posten
(anteilige miete, anteilig strom gas, telefon, netz, etc),
da kommt soviel zusammen, bei uns war da nie
ein problem.
allerdings haben wir bis dato auch immer sehr wenig
foerderung erhalten.
die foerderung ist ja nciht zu versteuern (auskunft
finanzamt 1200), und bei uns ist es so, dass die paar
honorare, die wir jaehrlich haben, nicht ueber die steuergrenze
kommen.
lizvlx
Son Apr 9 13:22:48 CEST 2006

welchen sinn hat eigentlich das abwerten der stimmen mit jedem stimmtag?
werden damit nicht ohne grund (oder gibt es einen?) jene benachteiligt,
die aus wichtigen gründen in den ersten tagen keine zeit haben?
im rahmen der community-sofware, bei der über netz abgestimmt werden
konnte und wo umverteilung möglich war etc., ist mir das zumindest
einigermassen plausibel erschienen.
mir kommt vor, als wäre das abwerten der punkte und die gestreckte
abstimmungsdauer im papier-network-mana-voting (game wäre ja hier
übertrieben) das einzige, was diese veranstaltung vom backbone voting
unterscheidet und daher nur zur distinktion nutze.
joerg piringer
Die Apr 11 23:23:06 CEST 2006
mana community game, info update —> http://mana.manila.at/2006/04/11#a24
das ende der nahrungskette
Die Apr 11 21:41:18 CEST 2006

gibt s irgendwo ne beschreibung der ‘förderkritieren’, dh welche
bedingungen müssen erfüllt sein, dass ein projekt überhaupt in die
engere wahl kommt? angefangen von den kostenarten über inhaltliche
ausrichtung bis zu rechtlichen voraussetzungen gibt es ja ne menge
kick-out kriterien, nehme ich an.

den einzigen hinweis, den ich finden konnte:

http://mana.manila.at/discuss/msgReader$11?mode=day

#
Modul 3: Network Grants
Softwaregestütztes Auswahlverfahren MANA
Ziele: Förderung eines plural ausgestalteten Sektors und eines
kollaborativen Klimas zwischen den Akteurinnen und Akteuren
Förderbetrag: 250.000 Euro
PLAY.FM
Son Apr 16 15:17:31 CEST 2006

Wie auch immer, jedenfalls nehme ich die Gelegenheit zum Anlass, Teile der
Diskussion (bzw. meine “Lesart” derselben), die im leider nur bescheidenen
Kreis bei der Zwischenbilanz-Diskussion „netznetz, Tag 739 // Lesarten eines
Prozesses“ in der Projectspeis im MQ am 12.4. (vgl.
http://radio.sztaki.hu/node/get.php?id=666pr664) gefuehrt wurde, einer
groesseren Oeffentlichkeit gegenueber wiederzugeben.

Nach einer Rueckschau der Podiumsteilnehmenden (Matthias Tarasiewicz, Michal
Wlodkowski, Lorenz Seidler) zu Themen wie „Was wuerde ich heute anders
machen“ (die einigen enttaeuschten Einschaetzungen gegenueber dem Prozess
Platz gab, aber kein eindeutiges Bild hinterliess) wurden ein paar Fragen
andiskutiert:

- Frage von Partizipation, Offenheit, Repraesentativitaet bei Netznetz.
Thomas Thurner meinte, KritikerInnen sollten sich von der Vorstellung
verabschieden, es gebe so wie frueher ein Gegenueber, das man kritisieren
koenne; vielmehr seien in der jetzigen partizipativen Struktur alle
KritikerInnen aufgefordert, es besser zu machen und selbst fuer eine
Veraenderung zu sorgen. Darauf habe ich geantwortet, das sei eine
Verschleierung real bestehender Asymmetrien in dem Prozess, weil (wie in
allen anderen Gruppenprozessesn auch) nicht alle Beteiligten die gleichen
Chancen haben sich durchzusetzen, sondern manche mehr Informationen,
Verantwortung, Zeit, Ressourcen, Kompetenzen, Beziehungen etc. haben als
andere. In Gruppen, wo es keine formalen Hierarchien gibt, bilden sich eben
informelle Hierarchien (die auf der Liste bereits andiskutierte „Tyrannei
der Strukturlosigkeit“). Das sei stets zu beachten und offensiv zu
bearbeiten, statt es unter den Tisch zu kehren. Darauf wurde entgegnet,
diese Analyse sei veraltet.

-Auf die Darlegung der netznetz-Initiatoren, dass sie in bester Absicht
gehandelt haetten, habe ich die Frage gestellt, wie sie die Rolle der Stadt
Wien in diesem Prozess im Lichte der Erfahrungen einschaetzen, ob sie sich
rueckblickend vielleicht instrumentalisiert fuehlten. Konkretes Beispiel:
Durch die Delegation der Verantwortung fuer Foerderentscheide an die
„Community“ delegiert die Stadt Probleme (wen, wie und wie viel foerdern
etc.) nach „unten“, sorgt mit Deadlines und unzureichender Ausstatttung der
neuen Strukturen fuer Ueberforderung in der Community, kann aber jede
Verantwortung fuer entstehende Streitereien und Probleme mit Hinweis auf
„community Entscheide“ von sich weisen.
Als Gegenargument wurde genannt, es habe zb gar keinen Deadline-Druck von
der Stadt gegeben.

-Der Frage, ob es nicht Projekte, die Kritik an Ideen ueben, die in der
Community vorherrschen, schwer haben werden, wenn ihre finanzielle
Foerderung von der Zustimmung durch diese Community abhaengt, wurde mit der
Einschaetzung begegnet, die „Community“ sei extrem kritikoffen.

-Die bisherigen Erfahrungen mit dem netznetz-Vergabemodus war von
Unzulaenglichkeiten bzw. Pannen gekennzeichnet, die potenziellen
TeilnehmerInnen große Ressourcen im Hinblick Zeit, Naehe zum Prozess und
Aufmerksamkeit abverlangt haben, was de facto große Zugangshuerden errichtet
hat, so mein Eindruck. Aufgrund dessen und dem weiter oben gesagten muessten
die derzeit Prozessverantwortlichen eigentlich die Frage diskutieren, ob der
Prozess nicht gestoppt werden muesste.
Die Einschaetzungen der anderen Anwesenden reichten von „alles laeuft gut“
bis zu „es gibt durchaus viele Probleme“. Stefan Lutschinger meinte, erst ab
Juni sei es serioes, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Die Veranstalter
fuehrten ins Treffen, dass ja immerhin durch die netznetz-Initiative mehr
Geld fuer Netzkulturfoerderung zur Verfuegung stuende und der Prozess
jederzeit aenderbar sei.

Beat Weber
Die Apr 18 14:43:40 CEST 2006

Malmoe ist *Teil* eines Projekts, das bei der Backbone-Förderungsvergabe
Geld zugesprochen bekam. Auf Basis der Erfahrungen bei der Teilnahme am
Votingprozess und dem weiteren Verlauf seither hat sich Malmoe nach
einem internen Diskussionsprozess auf eine Einschätzung der Situation
verständigt, die zu einer Position der „offensiven Verweigerung“ führt.
  (vgl. Mail vom 16.4.). Malmoe wird sich deshalb auch aus dem genannten
Projekt zurückziehen.
peter pilsl
Die Apr 18 22:10:34 CEST 2006

warum wird am mana-game nexte woche festgehalten,

* obwohl auch ein mitglied des VG auf der internen liste eingesteht,
dass das VG das mana-CG für gescheitert hält
* obwohl alle verantwortlichen permanent hinten- und vorne flicken
müssen, damit zumindest ein anschein von struktur und “fairness” gewahrt
wird (was zu chaos und intransprenz geführt hat)
* obwohl die bandbus-problematik beim backbone-voting ganz klar zu tage
getreten ist und beim netgrant-voting scheinbar noch schlimmer wird und
* es scheinbar auch schon wo vorträge gab, wie man bandbusse am
effizientesten einsetzt und
* auch der mana-autor auf dieser liste sagt, dass “mathematische
personen” beim CG bevorzugt sind
* es mittlerweile eine wesentlich breitere öffentlichkeit zum thema
gibt, die viele neue aspekte in den diskurs einbringt, die im letzten
herbst in der internen öffentlichkeit noch nicht bedacht wurden.
* mittlerweile klar ist, dass das aktuelle modell nichts mit demokratie
und partizipierung zu tun hat, sondern mehr mit einem türöffner für eine
  besonders unkontrollierte form von Förderungsdarwinismus.

warum kann man nicht einfach sagen: es war ein versuch. wir haben uns
alles sehr bemüht, aber vieles nicht bedacht und vieles naturgemäss
nicht vorhergesehen. Nun ziehen wir die Notbremse und sehen uns andere
selbstverwaltete Förderungstöpfe an, reden mit denen und erstellen ein
besseres und transparenteres Förderungsmodell für den
“neue-medien”-kulturtopf.

das mana-game ist politisch und organistaorisch gescheitert und hat eine
brutale Förderungsdynamik geschaffen, die von niemandem hier gewünscht
werden kann.  Das kann man eingestehen und anstatt die 125.000€
netgrant-kohle jetzt zu “verspielen” … => NOTBREMSE JETZT und nicht
erst, nachdem diese 125.000€ weg sind.

peter pilsl
Sam Apr 22 14:12:51 CEST 2006

Es gibt jetzt diese Liste Netznetz-mana-discuss. Hier werden Informationen
rund um die Wahl ausgetauscht.
Auf dieser Liste sind nur die Einreicher, das VG und S.Lutschinger
subscribiert.
Diese Liste ist vorerst nicht moderiert.
Auf dieser Liste sind alle Einreicher, auch diejenigen die eventuell noch
durch das VG bis zum Wochenende ausgesiebt werden.

mond-discuss Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Wed Apr 19 22:16:44 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.11.06 @ 10:58 am

Zuerst einmal die gute Nachricht: es hat zahlreiche Einreichungen gegeben,
so etwa 130. Die bei weitem ueberwiegende Mehrzahl dieser
Einreichungen laesst erkennen, dass es sich um voellig legitime
Einreichungen handelt, von Personen, die erkennbar im Bereich der
Netzkultur im engeren oder weiteren Sinn arbeiten. Es gibt da fuer das VG
nicht viel auszusieben. Einige wenige Einreichungen sind
selbstreferentiell, d.h. erfolgten mit dem erklaerten Ziel, das Prozedere
zum Platzen zu bringen. Damit werden wir uns noch gesondert
beschaeftigen. Andere haben nichts geschickt, ausser ihrer Email-Adresse.
Das reicht natuerlich nicht und diese sollten demnaechst von uns hoeren.

Als VG ist es unser erklaertes Ziel, dass sowohl die Breite, als auch die
Vielfalt und nicht zuletzt die kuenstlerischen Einzelleistungen zum Zuge
kommen. Kurz gesagt, es geht uns darum, die Netzkultur und ihre
ProtagonistInnen moeglichst optimal zu foerdern.

mond-discuss Armin Medosch armin at easynet.co.uk
Thu Apr 20 12:46:25 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.11.06 @ 10:59 am

Es zeigt sich, dass das Community Game bzw. Mana (oder eigentlich egal
welchen Namen man verwendet) von vorneherein keine gute Idee war.
Gemeint ist die Idee, dass diejenigen, die Geld wollen, auch darueber
abstimmen, in einer Art Spiel, wer es bekommt. Wir wollen klarstellen, dass
wir diesen Ansatz bereits auf Basis der Erfahrungen, die bei der Backbone-
Abstimmung gemacht wurden, fuer gescheitert halten. Da es aber dringend
an der Zeit ist, vorhandene Foerdergelder auszuzahlen, erscheint es nicht
moeglich, fuer diese Runde noch einen anderen Modus zu finden. Durch
die Anpassung der Minimal-/Maximalhoehe wird das Dilemma zumindest
etwas entschaerft. Doch bereits fuer die naechste Foerderrunde sollte ein
anderer Modus erarbeitet wird.

Eine Moeglichkeit waere, eine Mischung zwischen einer Art Jury und
einem Punktesystem. Frei nach Bourdieu, laesst sich symbolisches Kapital
nicht erspielen, sondern es ist zu erwerben, indem ueber Zeit
verdienstvolle Arbeit geleistet wird, die innerhalb und ausserhalb der
community Anerkennung findet. Vielleicht liesse sich das in Software
abbilden. Vom Community Game heisst es jedenfalls so schnell wie
moeglich weg zu kommen.

mond-discuss Armin Medosch armin at easynet.co.uk
Thu Apr 20 12:46:25 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.11.06 @ 11:02 am

meiner meinung nach ist mana kein kunstkunstprojekt & kein
geldvergabemodus sondern nonsense.

aber ich sehe niemanden, der hier auf irgendeine weise wahlbetrug
begehen will oder dazu aufruft. im ursprünglichen
software-mana-unsinns-game war diese phase der koalitionsbildung
EXPLIZIT als letzte stufe des games eingeplant. da jetzt aufgrund von
eklatant gescheitertem projektmanagement das papier-”game” als notlösung
aus dem hut gezaubert wurde, findet diese koalitionenbildung inoffiziell
und vor der wahl statt.
weil auch das umverteilen von punkten während des spiels nicht mehr
möglich ist, wie ursprünglich im software-game geplant, haben einige
leute als HILFE für ALLE die bedingungen dafür ausgerechnet. diese
wurden publiziert für ALLE.
wo ist da bitteschön der betrug?
der ist hier:
der betrug ist ein selbstbetrug und heisst MANA-game und wurde von der
“community” gewählt.

joerg piringer joerg at piringer.net
Fri Apr 21 11:37:22 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.11.06 @ 11:57 am

nicht nur freuen mich sehr die nun endlich entschiedenen Reaktionen
einiger, so auch von den EntwicklerInnen, die selbst sagen, dass das cg
einfach nicht funktioniert. Vielen Dank für die Simulierung und
Veröffentlichung der Ergebnisse.

Da die Vergabe von immerhin 125.000,– schon asap bevorsteht, sehe ich
durchaus auch Handlungsbedarf noch vor diesem Termin und nicht erst nach
einem weiteren Fatalevent mit vorab definierbaren Ergebnissen und würde
es nur für autonom halten, wenn sich
Interessierte/KritikerInnen/EinreicherInnen, EntwicklerInnen und vor
allem das koordinierende PK dazu entschliessen würden oder in diesem
schwierigen Prozess hoffentlich noch können, vor dem Termin oder
spätestens anlässlich dieses Termins bzgl. einer gründlichen Reform, ja
wirklich eines anderen Ansatzes als dem cg zur Vergabe der 125.000,–
beschlussfähig zu werden.

Die Herabsetzung der Minimalgrenzen ist sicher ein guter Schritt, ändert
aber letztlich nichts an der Nicht-Funktionalität des cgs.

Ich persönlich hätte überhaupt nichts dagegen, wenn kommende Woche
bereits eine Jury beurteilt, wer wie viel Geld bekommen soll. Und ich
habe auch nichts dagegen, wenn dies die bestehende Jury tut.
Entsprechende Kompetenzen sind sicher unangezweifelt, und die
Bandbus-Connections sind der Jury ausreichend bekannt, um entsprechend
entgegenwirken zu können.

Aber vielleicht ist dieser Schritt einigen – vor allem für kommende
Woche – doch zu schnell, immerhin befinden sich ja unter den
InteressentInnen/KritikerInnen/EinreicherInnen/EntwicklerInnen eine
Anzahl von Menschen, die sich deutlich gegen das Prinzip Jury
aussprechen und es war ja auch im Dezember so, dass aus eben solchen
Tendenzen heraus cg und nicht trusteeship beschlossen wurde.

In diesem Falle halte ich – angesichts der dringenden Notwendigkeit der
Ausschüttung von Fördergeldern für viele – den Vorschlag von transmitter
für super. Glück, das einer/m anonym zufällt, ist in diesem
demokratischen Debakel sicher noch der beste Weg, und eine Teilung durch
10 ergibt eine jeweilige Teilsumme von 12.500,– – das ist um 2.500,–
weniger als die Obergrenze, bis zu welcher man bis vor kurzem noch in
freier Vergabe im Ressort Neue Medien einreichen konnte. Gleichzeitig
jedoch, angesichts der Anhebung des Gesamtbudgets aber auch wieder eine
Summe, die man in einer so zentral angesiedelten Kategorie wie dieser
als ansehnliches Minimum betrachten könnte (in Unterscheidung zu MGs).
Gefällt mir als Notlösung ziemlich gut.

Diese Lösung bedingt eigentlich – wie vorgeschlagen – dass das
Personenprinzip zugunsten des Vereinsprinzips aufgegeben wird. Das halte
ich für unumgänglich bzw. funktioniert es für all jene, die in diesen
wechselnden Strukturen ziemlich ad hoc eingereicht haben, wohl auch,
wenn sie ein Label begründen (was man unbürokratisch einfach so tun
kann), insofern ja nun das Nichtexistieren eines Vereins für manche
Einreichende ein Hindernis für kommende Woche darstellen könnte.

Infolge könnte ja – vor allem in Hinsicht auf die Annual Convention – an
der Wählbarkeit und der Rotierbarkeit einer Jury und einer
entsprechenden Zulassung zu AC auf Ausschreibungs- (ist ja eigentlich
schon erfolgt, aber ich hab keine Ahnung wer da überhaupt rechtzeitig
einreichen konnte) und Jurybasis gearbeitet werden, denn die Methode
Open Space Conference wird nur marginal von den Schwierigkeiten frei
sein, denen bb und cg in fataler Weise unterliegen.

Dazu bräuchte es sicher nicht nur ein Koordinations-, sondern auch ein
Entwicklungsbudget, wie ja auch schon mehrfach vorgeschlagen wurde, denn
in der Koordination geht ja ein Koordinationsaufwand erst richtig los,
da es um Veranstaltungsorganisation und nicht nur um die
(zugegebenermassen durchaus auch zeitintensive Kommunikationsmoderation,
aber die leisten ja momentan sowieso alle) geht, und die EntwicklerInnen
brauchen ihre Zeit für Programmierung.

Ich denke, dass bei einer Gesamtsumme von 100.000,– solches
Koordinations- wie Entwicklungsbudget durchaus im Rahmen der AC
angesiedelt sein sollte, vor allem auch, da ja AC offensichtlich – nach
dem Termin der kommenden Woche – der nächste realistische Meilenstein
zur Erprobung realistisch und zielparameterorientierter, partizipativer
Vergabe von Fördermitteln darstellt und zu erwarten ist, dass eben der
Prozess netznetz zentraler Inhalt auch der AC bleiben wird. Die
Veröffentlichung eines entsprechenden Organisations- und Budgetplans ist
– wie auch immer – spätestens im Mai sicherlich notwendig.

Nicht zuletzt möchte ich den KritikerInnen und durchaus auch jenen, die
zwischendurch am lautesten waren und sind und sich dabei Vorwürfe wie
Destrukteure natürlich einhandeln mussten, danken, denn ohne diese wären
wohl Diskussionen und grössere Entscheidungsfreudigkeit wie heute
gepostet, mitunter nicht so klar entstanden. So mancher kritische statt
überfreundliche Input hat hier nicht selten zu den konstruktivsten
gezählt.

PK, es sitzen alle in den Startlöchern und haben den Rechner sicher auch
über’s Wochenende in Betrieb. Bzw. gibt’s ja auch noch den Montag, an
dem man erst noch abstimmen könnte, wie man die Vergabe der 125.000,–
nun wirklich durchziehen will. Weiter nichts zu tun halte ich nicht für
die Lösung, dafür ist de facto auch die Gesamtsumme wieder zu hoch.

Ich bin für einen moderierenden Vorschlag des PK zu 1-3 Möglichkeiten
wie seit vorgestern auf den Listen umrissen, wie nun vorgegangen werden
könnte und für eine Abstimmung auf der
liste at netznetz.net plus auf der mond-discuss (Selbstverständlich unter
Rauszählung etwaiger Doppelstimmen) oder direkt vor dem
Vergabeverfahren.

Alexandra Reill alexandra.reill at kanonmedia.com
Fri Apr 21 16:12:39 CEST 2006 MOND-DISCUSS

Comment by kanonmedia 12.11.06 @ 1:27 pm

Liebe Netzkunst- und kulturschaffende,
liebe MOMs,

wir laden euch hiermit herzlich ein, kommende Woche an der ersten
Vergabe von Fördergeldern für Network Grants mit dem
softwaregestützten Auswahlverfahren MANA Community Game aus dem Topf
der Wiener Netzkunst- und Kulturschaffenden teilzunehmen.

ZEIT:
Montag, 24. April – Freitag, 28. April 2006
täglich von 12-18 Uhr

ORT:
vivi
Landesgerichtsstrasse 18 (Eingang: Liebiggasse 9)
1090 Wien

Wichtiger Hinweis:
Zur Stimmabgabe ist ein unbedingt ein amtlicher Lichtbildausweis
(Reisepass, Führerschein, Personalausweis) mitzubringen. Diejenigen
Personen, welche ihre Abwesenheit dem PK/VG in den vergangenen beiden
Wochen mitgeteilt haben, dürfen eine Vertretung mit schriftlicher
Vollmacht entsenden.

Wahlvorgang:
Im Wahllokal werden gegen Vorlage eines Lichtbildausweises an
angemeldete und validierte MOMs die Stimmzettel ausgegeben. Mit einer
Schablone wird überprüft, dass niemand sich selbst gewählt hat.

“You have to play the game to find out why you are playing the game.”
[Allegra Geller]

Der Vergabemodus, das softwaregestützte Auswahlverfahren MANA
Community Game, basiert auf dem Modell von Christoph Theiler, das auf
der Grundlage des Auftrags durch die Netznetz-Community beim
Sprintosium ‘Parlamente der Kunst’ am 13. Dezember 2005 entwickelt
und im Community Plenum (Generalversammlung) am 31. März 2006 mit 83%
der Stimmen bestätigt wurde.

MCG in a Nutshell
http://media.dadaserver.com/manila/gems/mana/manainanutshell.pdf

Software: Thomas Klausner
Readme: Franz Ablinger

Gesucht werden noch ein paar WahlhelferInnen, bei Interesse bitte
eure Mail an s.lutschinger at digitaldrafts.at

Das Endergebnis wird am Freitag, 28. April ab 21 Uhr bekanntgegeben;
nähere Infos über die offizielle Präsentation der Wahlergebnisse IRL
in Kürze.

Wir freuen uns auf eure zahlreiche Mitwirkung!

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Fri Apr 21 20:44:45 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 9:40 pm

die Diskussionen der letzten Tage zeigen deutlich, dass es nahezu so
viele Standpunkte zum Fördersystem Netzkulturen gibt wie Initiativen
oder Personen. Dass es überhaupt zu einer Mehrheit für _ein_ System
gekommen ist, grenzt IMHO an ein Wunder – noch dazu mit dieser
überwältigenden Mehrheit von 83%. Trotzdem, wir alle sind uns
bewusst, dass wir erst am Anfang stehen und dass jeder neue
Wahldurchgang ein verbessertes, optimiertes System benötigt.

Daher möchte ich euch gleich mal ankündigen, wie’s nach der kommenden
Woche weitergeht – denn der September ist schneller da, als ihr glaubt.

Sprich, der Anmeldestart für den 2. Wahldurchgang der Network Grants
wird – wenn wir auf der Annual Convention wählen wollen (das macht
Sinn, denn dort haben wir Präsentationsflächen, Diskursräume etc. –
ein demokratischer Grundparameter: der vorangegangene Austausch des
Arguments ) – am 1. August beginnen, was bedeutet, dass die
Entscheidung für das zu verwendende Wahlsystem eigentlich Ende Juni
fallen muss. Denn im Juli sind viele in den Ferien/auf Urlaub.

Ihr seht, wir haben ein enges Zeitkorsett; grade mal 2 Monate.

Sehr leiwand finde ich daher die Vorschläge der GametheoretikerInnen,
Experimentalbudgets in der Höhe von 1000 Euro pro Modell
freizumachen, um die weitere Entwicklung des Games oder alternativer
Modelle zu forcieren. Das kriegen wir budgetär – über den Daumen
gepeilt – hin, wenn wir nicht 20 Modelle ins Rennen schicken.

Ich habe mich allerdings gefragt, wie wir eine Schnittstelle zwischen
dem bereits bestehenden Know-How, das 2005 generiert wurde, und den
‘Neuen’ schaffen könnten – eigentlich kein Problem, ich schlage vor
wir machen das Wiki-basiert/evtl. mit den ‘Alten’ als ‘TutorInnen/
ArchivarInnen’. Denn über viele Fragen wurde von vielen Leuten
bereits sehr intensiv nachgedacht, bloss ist unsere Gruppe
mittlerweile ca. um die 5-fache Grösse angewachsen.

Daher bitte ich euch, all eure Kritik, die ihr vorbringen wollt, vor
allem auch in Hinblick auf den evolutiven Charakter unseres Projekts
zu denken.

Nach der kommenden Woche würde ich mir wünschen, möglichst rasch
periodische Treffen eines kleineren Arbeitskreises – PK++ –
einzuberufen, der sich mit Analysen der Wahl/Evaluierung des
Ergebnisses plus einer Weiterentwicklung von 2-3 konzeptuellen
Hauptsträngen befasst. Wolfgang Höchtl ist einer der interessierten
Fachleute, die nun dankenswerter Weise zu uns gestossen sind; und es
gibt noch ein paar andere interessierte TheoretikerInnen und
WissenschaftlerInnen, das Potential müssen wir zusammenführen.

Der Kreis sollte sich dann nach 1-2 Wochen Vorbereitung/Dokumentation
öffnen, und bereits gut aufbereitete Kernargumente und -fragen für
einen breiteren Kreis diskutierbar machen; vielleicht im Rahmen einer
2-wöchigen öffentlichen Workshopreihe Ende Mai/Anfang Juni.

Bitte meldet euch bei Interesse an einer Mitarbeit/Diskussion mir
diesbezüglich rasch!

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Sat Apr 22 01:43:26 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 9:49 pm

„We become what we behold. We shape our tools and then our tools shape us.“
sagte Marshall McLuhan

und diese liste ist im moment ein etwas seltsames tool.

die gametheory gruppe hat den mathematisch geprägten negativtest gemacht,
und ich halte das durchaus für konstruktiv. unter den bedingungen einer
zwangscommunity scheinen die resultierenden sozialen prozesse aber eher in
seltsame richtungen zu gehen.
ich würde daher gerne einen positivtest machen.

zur erinnerung: es geht um spitzenförderung in form von persönlichen
stipendien. aufgabe des communitygames ist es ca. 10- 15 personen
auszuwählen, bei denen auf grund ihrer bisherigen arbeit anzunehmen ist, das
sie das geld verwenden, um relevante projekte zu verwirklichen.
anders als bei den backbone grants ist hier „netzkunst“ im engeren sinn
gemeint, wobei eine gewisse randschärfe völlig ok ist. es ist ja gerade der
vorteil gegenüber einem juryverfahren, dass keine diskriminierenden
definitionen als hilfsmittel herangezogen werden müssen.

um den positivtest durchzuführen möchte ich dazu aufrufen einen bandbus der
leute zu bilden, die das spiel so spielen wollen wie es gedacht ist, die
also punkte zwar nach persönlichen vorlieben und ansichten vergeben wollen,
aber auch möchten, dass ein relevantes ergebnis herauskommt, und nicht nur
der gewinnt der, der das beste networking betrieben hat.

als tools würde ich gern eine „wahlvorschlagsliste“ und eine „liste freier
wählerInnen“ verwenden.

die „liste freier wählerInnen“ hat den sinn vorab festzumachen, wie viel
leute vorhaben bei der wahl eine gewissensentscheidung zu treffen, und sich
nicht als teil einer geldbeschaffungsaktion sehen.
mehr im ensprechenden posting.

die „wahlvorschlagsliste“ könnte dazu beitragen in der von der gametheory
gruppe skizzierten situation, taktisch vorzugehen. vielleicht gelingt es
stimmen zu bündeln, um unerwünschte effekte zu minimieren. vielleicht
gelingt es hier auch die eingeforderte inhaltliche auseinanadersetzung
wenigstens ansatzweise zu führen.
ich möchte darum bitten unter diesem titel personen vorzuschlagen die
folgende bedingungen erfüllen:
* sie haben auf grund ihrer reputation aussicht auf erfolg in der gruppe der
frei entscheidenden wähler
* sie sind nicht ohnehin schon über ein eigenes netzwerk abgesichert

Thomas Thaler dpotg at gmx.net dpotg at gmx.net
Sat Apr 22 12:16:45 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 9:56 pm

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
dieses mail ist ein werkzeug um einen sozialen prozess zu organisieren.
(siehe posting „positivtest“) bitte um disziplinierten und respektvollen
umgang. also unter diesem titel nur ernst gemeinte formulierungsvorschläge
bzw. eintrag des eigen namens.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

den kurzen, vielleicht etwas pathetischen text bitte gern überarbeiten,
ergänzen. oder gleich einen eigenen alternativen text anfügen. wer
unterzeichnen möchte bitte einfach kopieren und am ende den eigenen namen
drunter setzen. (wie früher bei den schönen kettenbriefen)
alternativen text gerne namentlich kennzeichnen, aber bitte im sinne der
übersichtlichkeit den eigenen namen auf jeden fall in die „liste freier
wählerInnen“ am ende eintragen.
es kommt dabei, denke ich, eh nicht so sehr um den konkreten text an,
sondern auf eine absichtserklärung im sinne von „you never walk alone“.

+++ich bin einE freiEr wählerIn+++

ich nehme am communitygame im wissen teil, das es dabei nicht nur um geld
geht. mana ist auch ein experiment, das neue wege für soziale prozesse in
einer vernetzten welt ausloten will. wie viele soziale prozesse lebt dieses
nicht nur von formellen und informellen regeln, sondern auch vom guten
willen der beteiligten.
ich erkläre daher, dass ich mich bei meiner wahlentscheidung von meinen
persönlichen vorlieben und vorstellungen leiten lasse, aber nicht als teil
einer koalition abstimme, die zum ziel hat, mir selbst oder mir nahe
stehenden personen geld zukommen zu lassen.

dpotg at gmx.net dpotg at gmx.net
Sat Apr 22 12:20:34 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 9:57 pm

teichenberg.at+++[alternativer text]+++
ich werde das vorgeschlagene procedere des positivtests (entsp. dem
Vorschlag von Thomas Thaler für mich dahingehend abändern, dass ich
einerseits mit der erklärung der “liste freier wählerinnen” voll
anschliesse. mich in bezug auf die wahlempfehlungsliste jedoch nicht
äußere, sondern vielmehr 33% meiner zu vergebenden stimmen für den
strategischen einsatz zur verhinderung von bandbussen verwenden werde.
dazu sind die beiden listen des positivtestes, aber auch die analysen
der einreichungen auf http://www.teichenberg.at/mana ausschlaggebend.

> +++liste freier wählerInnen+++
>
> 1)thomas thaler
2)thomas thurner

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Sat Apr 22 13:14:10 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 9:58 pm

3) DavidSchmitt

David Schmitt david at black.co.at
Sat Apr 22 17:11:00 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 9:58 pm

> die Diskussionen der letzten Tage zeigen deutlich, dass es nahezu so
> viele Standpunkte zum F#dersystem Netzkulturen gibt wie Initiativen
> oder Personen. Dass es #erhaupt zu einer Mehrheit f# _ein_ System
> gekommen ist, grenzt IMHO an ein Wunder – noch dazu mit dieser
> #erw#tigenden Mehrheit von 83%. Trotzdem, wir alle sind uns
> bewusst, dass wir erst am Anfang stehen und dass jeder neue
> Wahldurchgang ein verbessertes, optimiertes System ben#igt.

vor dem grossen auszahlen will ich noch an zahlen rumzaehlen, 83% waren 31
personen,
das wiederum sind von zb. 169 teilnehmenden backbonegrantlern dann nur
mehr 18%. eine
zahl unter abzaehlbar unendlich (ich seh grad den sternenhimmel ;)

und darum les ich PK++ auch als einen versuch des PK die basis zu
verbreitern. sodass
leute aus den 17%, wie auch die ueber 18% sich einbringen. koennten.

grusz
karl.

ps:
17% = 100% – 83% aka. ‘die nicht einverstanden gewesen seienden DNEGS’

pps:
ueber 18% aka ‘alle die nicht (mit)abgestimmt seienden ADNAS’

ppps:
und ja, cantor sagt mir das sich 17% und 18% ueberschneiden und daher nur
schaetzwerte
sind. aber eine menge auf alle faelle.
karl
Sam Apr 22 03:55:42 CEST 2006  

der ansatz von Thomas wird ziemlich sicher funktionieren!
Einzelkuenstler haben bei diesem ansatz die beste moeglichkeit.
Also genauer gesagt: _spitzenkuenstler_ sollte bei thomas’s vorschlag
auf der wahlvorschlagsliste stehen, der rest der einzelkuenstler auf der
“ich gebe meine stimme her” liste.

Man kann halbwegs sicher davon ausgehen, dass spitzenkuenstler was
kriegen.

Bsp:

Es registrieren sich 50 leute als “waehler”.
Es registrieren sich 3 kandidaten.
50/3 = 16.6. Gewonnen, soferne die stimmen gleichmaessig verteilt
abgegeben wurden.

Ich habe Thomas Thaler’s liste in excel uebertragen und hab sie auf
http://tema.lo-res.org/~aaron/netznetzCG/freiewaehler.xls gestellt.
Es ist nur ein anfang.

Thomas Thaler’s Vorschlag kann die einzelkuenstler retten. (natuerlich
sind die dann auch kleine mini-bandbusse (also in meiner sprache:
organisierte gruppen, auch wenn die nach freier entscheidung waehlen.
Aber halt nur fuer die paar wenige kandidaten. Ist ja auch schon
organisiert))

So ein bloedes spiel.

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Sun Apr 23 00:21:06 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 9:59 pm

in der öffentlichen diskussion stellt sich nun heraus, dass personen und
gruppen, die bereits öffentliche förderungen durch mana erhielten,
wieder kreuz und quer durch alle fördersparten [maßlos bis ans ende der
zeit] als einzelkämpfer oder in neuen gruppierungen in den beschränkten
– und doch für alle gedachten – fördertopf greifen wollen.
- wir schlagen bei bereits erfolgter unterstützung eine 1– 2-järige
einreichsperre für diese teilnehmer – egal ob als einzelperson oder
gruppenmitglied – vor.

TRANSMITTER-X.ORG office at transmitter-x.org
Sat Apr 22 11:25:00 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:02 pm

die auf diesem einreichungsdebakel begründeten abstimmungsmodi sind
absolut ungerecht.
wir schlagen daher vor, dass jede einreichung nur eine aktive wahlstimme
erhält – egal um wieviele personen es sich dabei handelt. außerdem
sollten alle personen, die sich – oder besser ihr projekt – nicht
ernsthaft und ausreichend dargestellt haben, aus dem abstimmungsprozess
ausgeschlossen werden, ebenso personen, die eigentlich nichts
einreichen, aber schon ‘gerne mitstimmen’ wollen.

4.
das prinzipielle einreichprozedere für alle einreichungssparten müsste –
entsprechend dem medialen anspruch – in zukunft [falls es eine gibt]
einfach und klar übersichtlich dargestellt werden.
- ein generelles formular mit spartenauswahl, projektzuordnung, etc. mit
diesem formular werden dann die notwendigen registrierungsschritte
abgefragt, vollzogen und und alle zur einreichung notwendigen unterlagen
direkt in eine datenbank zur auswertung übermittelt.

5.
eine elektronische abstimmung finden wir eine gute idee und an sich
relativ leicht durchführbar.
wieso [in dem langen zeitraum] wurde die entsprechende programmierung
nicht durchgeführt?

TRANSMITTER-X.ORG office at transmitter-x.org
Sat Apr 22 11:25:00 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:03 pm

einfach abblasen ? das koennt ihr aber da nicht eigenmaechtig vom
virtuellen
feldherrenhuegel herab entscheiden
immerhin, 130 personen haben eingereicht, und die wollt ihr jetzt auf
einmal
doppelt duepieren ?

aufteilen waere eine moeglichkeit, da muessten aber alle einverstanden sein,
und vor allem muss in kenntnis gebracht werden, ob die MA 7 mit so einem
nicht vorher gesehen teilungsmodus ueberhaupt einverstanden ist.
wieviel spielraum haben ueberhaupt die verantwortlichen ?

immerhin, die ma7 gibt das geld und der stadtrat hat die politische
verantwortlichkeit

gut, die sind das roullette spielen ohnehin gewohnt, siehe BAWAG und
Casinos Austria… aber das ist zum flop mit langzeitwirkung geraten

also fragt mal die 130, was die wollen und deren antworten wuerde ich gerne
auch hier lesen. es gibt allerdings keine garantie dafuer, dass ihr jetzt
auch
noch wirklich alle erreichen koennt…

die frage haette wohl das wahl und gamekomitee, so wie auch das
validierungskomitee an die teilnehmeInnen zu richten, und zwar nicht
informell sondern offiziell !!!

das waere aber direkt das einbekenntnis eines voelligen scheiterns des
jetzigen modus.

Franz Krahberger franz.krahberger at ejournal.at
Sat Apr 22 16:38:59 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:05 pm

> probleme waren doch absehbar, oder ???
>

waren absehbar.

http://listen.esel.at/pipermail/liste/2006-February/002724.html

Februar!

Der vorschlag von Thomas Thaler, die einzelkuenstler in einen bandbus zu
geben ist gut aber wieder nicht ganz durchgerechnet. ein bus darf
maximal 28000 euro erreichen. D.h. es muessen die einzelkuenstler auf
mehrere busse aufgeteilt weren. Jeder bus muss danach streben 28000 euro
zu ervoten.

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Sat Apr 22 18:20:48 CEST 2006 in Antwort an Franz Krahberger – mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:06 pm

dies ist der letzte mir mögliche Vorschlag vor Montag:

Ich biete an, auf der mond-discuss-liste, auf der netznetz-liste und wer
sich nicht veröffentlichen will, unter nicht-weitergabe an dritte ausser
auszählerInnen direkt an die email-adresse office at kanonmedia.com per
Sonntag 23.04.06, 24:00 wahlstimmen zu untigen, seit wenigen tagen
aktuell sich darstellenden kernfragen entgegenzunehmen und diese per
spätestens Montag morgen auszuzählen (ich bitte um meldung von 2
personen, die mich dbzgl. kontrollieren).

Anmerkung: ich möchte dazu sagen, dass ich wesentlich lieber im namen
zb. der ig kultur wien als als kanonmedia oder auch als einzelperson
anbieten würde, aber aufgrund der zeitknappheit ist mir aktuell nicht
mehr möglich, die entsprechenden stimmen eines ig vorstandes zu
erfragen, daher gehe ich diesen persönlichen weg)

Ich möchte die in den letzten tagen am häufigsten bzw. jene vorschläge,
die sich (zumindest für mich) am praktikabelsten und klarsten
darstellen, für eine abstimmung wie untig aufgelistet zusammenfassen –
man kann dann einfach pro Frage im email ankreuzen.

Es gilt die einfache Mehrheit aus der Gesamtanzahl der members der
beiden listen pro email-absender (bei mana-mond weiss ich, dass es 139
sind, esel oder simon, ich bitte, die gesamtanzahl der netznetz-list
members durchzugeben bzw. würde ich als notlösung die sogen.
Credits-list heranziehen (und darum bitten, auf dieser grundlage wenige
stimmen auf oder ab zu verzeihen).

Stimmenthaltungen zählen als stimmenthaltungen.

Insofern sich die Abstimmung mit weniger als 20% – berechnet auf
grundlage der gesamtanzahl der list members aus beiden listen unter
herauszählung doppelter membership (der vorschlag der prozentangabe
generiert sich aus einer schätzung, die 17% versus 81% zustimmung zu cg
am 31.02.06 auf die anzahl aller einreichenden umgerechnet hat plus der
anzahl von enthaltungen, die als nicht-stimmende definiert worden waren,
plus der anzahl der negativstimmen; bitte mich mathematisch zu
korrigieren, insofern ich mich hier grob verschätze) – insofern sich
also eine wahlbeteiligung, die unter 20% der beiden list members ohne
doppelzählung per email-adresse liegt, sich als zu geringfügig
unterschiedlich zu dem am 31.03.06 erzielten realraum-stimmergebnis Ja
zu CG herausstellt, hat das pk das recht, das wahlergebnis zu negieren.

Gleichzeitig ergibt sich dann auch eine bestätigung und damit
gleichzeitig eine delegierung an das pk der vom pk (wenngleich leider
noch immer nicht ganz klar punkto spielregeln veröffentlichtem) am
montag angewandten vorschlag zur gestaltung des cg.

Insofern die vorliegende abstimmung mehr als 20% wahlbeteiligung und
neue ergebnisse zeitigt, versteht sich die bekanntgabe an das pk als
aufforderung einer mehrheit von interessentInnen, beobachterInnen,
kritikerInnen, entwicklerInnen und einreichenden, den getroffenen
beschluss am Montag, 24.04.06 umzusetzen.

Hier die Fragestellungen:

Frage 1:

- Soll das community game wie aktuell geplant, am Montag
abgehalten werden?
- Ja
- Nein

1a. Subfrage a zu 1:

Wenn ja, unter welchen der sich unklar darstellenden unter- und
obergrenzen bzw. vorschlaegen ohne ober- und untergrenzen:

1. Min. 7.000 0 bis maximum 28.000,– wie ursprünglich vorgesehen
2. Min. 5.000,– bis maxium 15.000,–
3. Min. 1.000,– bis max. 3.000,– Euro
4. Min. 0,– bis maximale Summe von Euros auf der Grundlage
erhaltener Stimmen
5. Vergabe von je gleicher Summe an die 10-15 einreichenden
Personen, die die meisten Stimmen erhalten haben (z.B. je 12.500,– bei
10 Personen)
6. Vergabe von je gleicher Summe an 10-15 Bandbus-, Vereins-,
Projekt-RepräsentantInnen, die die meisten Stimmen erhalten haben

1b. Subfrage a zu 1:

Bei Voting für eine der Varianten 1-3, was soll mit überzähligen Stimmen
geschehen?

1. sie fallen wie ursprünglich geplant automatisiert den
stimmhalterInnen mit den meisten stimmen zu (bitte um korrektur insofern
ich dies falsch spezifiziere)
2. sie gehen an jene zurück, die sie verteilt haben (fragt sich nur
wie, müsste man klären?)
3. sie verfallen

1c. Subfrage c zu 1:

Wenn Nein zu Abhalten von Community Game, was soll stattfinden?

1. Vergabe von 125.000,– durch bestellte Jury = aktuell bestelltes
VG
2. Vergabe von je gleicher Summe pro Einreichung via Person
(1.923,–)
3. Vergabe von je gleicher Summe pro Einreichung definiert per
Bandbus-, Vereins-, Projekt-RepräsentantInnen

Ich hoffe, ich habe alle jene fragen übersichtlich zusammengefasst, die
wesentliche unterschiede und folgen für Montag bedingen und nichts
wesentliches vergessen. Insofern mein vorschlag angenommen wird, so
bitte ich einfach an eine der email-adressen zu senden. Insofern der
vorschlag nicht gut ankommt bzw. sich eine aktive wahlbeteiligung als zu
gering herausstellt, als dass sie einen unterschied zum laufenden
prozess bzw. zur abstimmung punkto cg am 31.03.06 machen würde, denke
ich, muss man davon ausgehen, dass eine freie szene das voting in der
vorliegenden form beschlossen bzw. jedenfalls toleriert hat.

Vielleicht gewagt,
vielleicht einen versuch wert,

Alexandra Reill alexandra.reill at kanonmedia.com
Sat Apr 22 16:37:10 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:10 pm

Sorry 2 korrekturen:

1. Vergabe von je gleicher Summe pro Einreichung via Person macht nicht
1.923,-, sondern: 125000/139 = 899 euro.

2. Lt. pk war der prozentsatz an ja zu cg offline am 31.03.06 nicht 81%
sondern 83%.

Alexandra Reill alexandra.reill at kanonmedia.com
Sat Apr 22 17:04:19 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:11 pm

Danke für die Initiative!! Ich hoff Du bekommst viele Antworten!!

Unten sind meine. Und hier nochmal zusammengefasst:

1) Communitygame jetzt abhalten.

1a) Min. 0,– bis maximale Summe von Euros auf der Grundlage erhaltener Stimmen

1b) sie gehen an jene zurück, die sie verteilt haben (fragt sich nur wie, müsste man klären?)
Chr!stian Rupp
Son Apr 23 23:36:20 CEST 2006 

Ich stimme gleich wie Christian Rupp, um das blöde Kannibalismusthema
endlich zu tilgen.
Reini Urban
Mon Apr 24 13:15:40 CEST 2006  

> Diese “ehrlichen” leute sind schon ein beginnender bandbus.

ein bandbus ist doch, wenn 8 leute einem geld geben, und dieser gewaehlte
dann das geld mit seinen waehlern teilt. wenn ich wem meine stimme gebe,
verlange ich kein geld zurueck dafuer.
waer doch ein kleiner unterschied.

> wenn jg an liz oeffentlich schreibt, “ich waehle dich”, und h.b. auch
> fuer die liz stimmt dann sind sie schon 3. jetzt fehlen noch ein paar
> wenige (die kommen, es wird ja an die ehrlichkeit appeliert) und der
> bandbus hat auch gewonnen.

aber ich geb dem jg nix dafuer. dem h.b. natuerlich, weil er ist ja auch
ubermorgen. wir sind ja schon ein 2er bandbus, der ist aber ja
methematisch irrelevant.

> h.b. kriegt unmittelbar was zurueck. jg hat symbolisches kapital
> erworben (wenn ubermorgen mal umgekehrt dankbarkeit zeigen darf, werden
> sie es machen).

nein, der erwirbt gar nix. ich zeige doch nicht dankbarkeit fuer stimmen
die an mich gehen. wenn mir wer seine stimme geben will, dann weil er/sie
meine arbeit mag, und wer was zurueck will, der soll sich seine stimme
behalten (aaron du weisst ja ich bin ein sturer bock…:)).

> Da spiel ist halt purer kapitalismus. Und zu sagen “die anderen sind
> bandbus, wir nicht” stimmt einfach nicht!

weiters finde ich eben, ein bandbus ist etwas, was sich als aret
umgehungsgeschaeft tarnt. die wahl wird mittels einer einfachen
mathematischen formel umgangen. alles was nicht in die kategorie faellt,
ist kein bandbus.
natuerlich kann man sagen, meine definition ist anders, und deshalb ist
das auch ein bandbus.
dann bin ich halt ein bandbus, weil mich leute waehlen. da geb ich mich
gern geschlagen :)

> Auch wenn es jg und liz nicht kapieren. Sobald sie nicht fuer jemanden
> komplett _zufaelligen_ waehlen sondern halbwegs abgesprochen SIND SIE
> EINE GRUPPE / ein bandbus. Irgendwie kommt das symbolische kapital dann
> eh zurueck.

aber aaron, vielleicht willichs nicht kapieren. vielleicht hab ich eine
andere perspektive. ich kann die bandbus perspektive (und vorallem die der
veroeffentlichung der information, die ich genau so sehe wie du)
verstehen. aber mich interessiert es nicht besonders, ob ich dann auch ein
bandbus bin oder net.
wenn die exklusion aus der def. “bandbus” nur die sinnentleerte
zufallswahl ist, dann bittescheen, dann halt.
das symbolische kapital kommt eh zurueck schreibst du….ja, aber nicht
von mir an den ders gegeben hat, sondern der der gibt, der bekommts von
wem anderen zurueck, so geht die copyleft regel, oder?
aber ich will net mit dir streiten.
und ich sprech mich mit niemandem ab.

> PPS: und wenn mir liz oder irgendwer jetzt einen vorwurf macht kann ich
> damit leben. Ich wuerde es einzig und alleine unverantwortlich
> empfinden, a) solche regeln mitzugestalten und b) dann NICHT den leuten
> sagen, wie das spiel WIRKLICH funktioniert. Evtl haben die PK leute
> einfach auch _selber_ nicht kapiert, was da passiert. Obwohl sie im Feb
> schon drauf hingewiesen wurden. Mehrmals.

na, ich mach dir keinen vorwurf. ich kann dem modus ja auch nix abgewinnen.

liz at ubermorgen.com liz at ubermorgen.com
Sat Apr 22 18:35:09 CEST 2006 in Antwort an Aaron Kaplan, mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:12 pm

so jetzt haben eh alle schon immer gewusst dass das cg um die ngs ein
bloedsinn ist – super wieso ist’s dann da ? (bitte nicht all die “weil
das jetzt ueber die buehne gehen muss” oder “weil die szene das bei den
poa beschlossen hat” – wieso beschliesst die szene etwas wo allen klar
ist dass es quatsch ist, alle die gerne eine derartige antwort geben
wollen moegen die frage als rhetorisch betrachten)

Wenn die “community” sich bewusst gegen ein jury/kuratorInnen modell
entscheidet weil man entweder a) der meinung ist die szene selbst
wuerde gerechter und kompetenter foerdermittel zuteilen (wie naiv
und nicht innovativ) oder b) weite teile dieser szene es einfach vor-
ziehen das kulturschaffende sich selber zu solchen erklaeren und sich
lieber nicht einer jury stellen die dann die undankbare aufgabe hat
zu entscheiden ob dass auch irgendjemand sonst so sieht (wie perfide)
dann haben wir alle (ob dafuer oder dagegen, ob gefragt oder nicht)
jetzt leider die konsequenzen daraus zu tragen.

fakt ist die mgs sind weg, da einige potentielle verlierer des cg sich
anscheinend dahingehend abgesichert haben dass sollten sie beim cg leer
ausgehen ihnen ein mg zugesichert ist (nice, um der transparenz willen
faende ich es sehr freundlich wenn sich diese personen hier evtl. outen
koennten)

das cg ist by design in wirklichkeit ein nano-grant (also die mitfahrer
diverser busse erhalten eine marginale summe

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:18 pm

das VG hat seine arbeit abgeschlossen. das ergebnis kommt
in den naechsten minuten.

achja. wegen dem runtersetzen des hoechstbetrages, wir werden morgen
nochmal eine mail schreiben in der wir nochmal die frage stellen.

bitte nur antworten wenn man schwerwiegende bedenken hat.

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Sat Apr 22 20:37:45 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:18 pm

unser ansuchen um einen mg hat nuesse mit “potentielle verlierer” zutun.
hat nur mit hunger und miete zu tun.
(wir brauchen meist kein geld fuer produktion, da wir das mit den
staetten, an
denen unsere ausstellungen stattfinden abrechnen koennen. das leben ist
das, was uns momentan noch schwerfaellt. aber wir arbeiten daran,
auch hier
eine finanzielle verbesserung unabhaengig von der stadt wien oder bka zu
erreichen; stichwort gallerie – von manchem netzkunskritiker auch als
“sellout”
bezeichnet ;) ).
lg
liz

ps: ich find es auch nicht sinnvoll dass die mgs weg sind
pps: ich bin nicht “diese personen”
ppps: irgendwie komm ich mir grad so outing-maessig vor, dass ich das
gefuehl hab, eigentlich muesst ich noch “ich bin im
uebrigen lesbisch”
dazuschreiben….

lizvlx liz at ubermorgen.com
Sun Apr 23 00:41:08 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:20 pm

das ergebnss der validierung liegt derzeit aus meinem rechner

unter http://abstimm.ung.at

morgen wird es auf die offizielle seite uebertragen.

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Sat Apr 22 21:02:02 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:20 pm

wir haben getrennt die einrichungen beurteilt
dann das ergebnis zusammengeschmissen

j= ja mitspielen
n= die einreichung war einfach zuwenig, nicht hat nichts rauslesen koennen

wir haben nur im sinn von netzkunst und netzkultur beurteilt.

seilschaften, bekanntschaften, etc habten wir nicht beurteilen koennen

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Sat Apr 22 21:50:11 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:21 pm

es zaehlt immer die mehrheit

n ? n

bedeutet zwei ablehnungen und eine enthaltung.

j ? ?

eine zustimmung zwei enthaltungen.

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Sun Apr 23 10:24:19 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:22 pm

zumindest meine einreichung (das verweigerungsprojekt von malmoe) fehlt
in der liste.

peter pilsl pilsl at goldfisch.at
Sun Apr 23 16:02:16 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:22 pm

ich hab das so verstanden, dass du am 16.4. das projekt
zurueckgezogen hast.

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Sun Apr 23 17:59:13 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:22 pm

das hast du falsch verstanden.

ich habe am 16.4 ein projekt eingereicht.

am 18.4 habe ich als antwort auf martin mairs kritik (”jaja, geld nehmen
und dann zum boykott aufrufen”) geschrieben, dass malmoe sich aus dem
geförderten backboneprojekt (das ebenfalls durch mich als IT-mensch
eingereichte 3er projekt von malmoe/fiber/contextxxi) zurückzieht.

In meinen Augen ist dieses mail vom 18.4 weder missverständlich noch
dahingehend zu verstehen, dass wir unser boykott-projekt zurückziehen.

Das Projekt wurde nicht zurückgezogen.

peter pilsl pilsl at goldfisch.at
Sun Apr 23 19:34:46 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:24 pm

ok, ist von armin und adrea auch bewertet worden

das ergebnis war “n n ?”

ich gebs rein

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Sun Apr 23 19:48:54 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:25 pm

na – das ging ja jetzt schnell :)

alles gute auf jeden fall :)

meine meinung und die meinung von malmoe zu dem mana-CG dürfte
mittlerweile ohnehin bekannt sind.

peter pilsl pilsl at goldfisch.at
Sun Apr 23 20:06:39 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:25 pm

offenbar gibt es im konvent leute, die
die freie rede nicht mehr vertragen oder dahinter
bloss blanken utilitarismus vermuten

es gab hier einiges zu sagen und das habe
ich gesagt

und wenn ihr schon oeffentlich gelder ausschreibt,
dann muesst ihr auch mit oeffentlicher beteiligung
rechnen

Franz Krahberger franz.krahberger at ejournal.at
Mon Apr 24 12:38:05 CEST 2006 in Antwort an Esel, mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:59 pm

mein einwand: die regeln kann man nicht so kurzfristig aendern, weil
einem die hochrechnungen nicht gefallen. das ist demokratiepolitisch
bedenklich.

ich bin schwer gegen diese änderung, weil das den ganzen
entscheidungsfindungsprozess auf den level “wir ändern das wahlsystem so
lange, bis das gewünschte ergebnis rauskommt” stellt.

Paul Boehm enki at kybernet.org
Sun Apr 23 21:20:35 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:02 pm

Bisher scheint die schweigende Mehrheit für
die Marge 5.000 bis 15.000 zu sein.

Andreas Leo Findeisen a.findeisen at akbild.ac.at
Sun Apr 23 21:54:43 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:02 pm

sehe ich auch so, finde die runtersetzung der grenzen ausgesprochen sinnvoll

ligrü,

ein teil der schweigenden mehrheit

gerald demmel gerald.demmel at nextra.at
Sun Apr 23 22:20:13 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:03 pm

ich find übrigens genau das herumdoktern was du, aaron, gerade betreibst
(überlegen was die auswirkungen laut hochrechnungen sind) ist das
problem mit dem änderungsvorschlag.

ein wahlsystem soll für sich fixiert sein, und nicht nach den ersten
hochrechnungen geändert werden, damit einem das ergebnis passt.

fx hat allerdings gemeint der betrag ist für ein stipendium einfach zu
hoch, und das ist ein argument was ich halbwegs gelten lasse.

daher von mir eine enthaltung.

Paul Boehm enki at kybernet.org
Sun Apr 23 21:53:16 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:03 pm

das VG muss den verein Shifz aus der validierung rausnehmen

es haben vereinsmitglieder extra angesucht.
das geht nicht.

wir haben nur fachlich in bezug auf netzkunst und netzkultur
beurteilt. die sozialen zusammenhaenge waren uns nicht klar.

bei transmitter.org werden wir auch die person einstzen.

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Sun Apr 23 18:54:21 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:04 pm

Im sinne der fairness waere eine herabsetzung der untergrenze doch
sinnvoll. Hab mir das jetzt nochmals angeschaut. Ist eh logisch. Wird
einfacher fuer viele kleine.
Das ist wiederum reziprok schwieriger fuer die grossen.

ok, ueberzeugt! Der vorschlag vom xav hat echt was fuer sich.

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Sun Apr 23 22:49:58 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:06 pm

bitte vergesst nicht, diese position die wir heute haben (ich meins
ausnahmsweise im positiven sinn), wurde durch kuenstler erarbeitet.
diese kuenstler die vor ueber 25 jahren begonnen haben sich mit neuen
medien zu beschaeftigen haben nun hier eingereicht. es war meist eine
kritische auseinandersetzung mit diesen medien, und es war kein leichter
weg.
es gab damals ueberhaupt keine foerderung fuer diesen bereich. aber
sie haben einfach darauf losgearbeitet — zusammenschliessen was nicht
zusammen gehoert, innovative querverbindungen geschaffen, meist noch mit
analogen technologien. egal es hat gewirkt (die kohle ist heute da).
erst durch diese leute ist eine ars electronica und ein peter weibel
in die position gelangt in der sie heute sind. (denen es aber meiner
meinung nach im moment ein wenig an inhalten fehlt)
diese leute haben wir nun in unseren reihen, was mich natuerlich sehr
freut, denn durch sie bekommt netznetz fuer mich einen anderen status:
kontinuitaet im kritischem umgang mit neuen und alten medien. diese
chance sollten wir nicht verpassen.

es koennte sich durch das breite spektrum der einreichungen aus netzkunst
und netzkultur eine neupositionung (es muss nicht kunst oder kultur
heissen) ergeben.

gebt eure stimme diesen kuenstlern.

zu diesen kuentlern zaehle ich neben anderen:

inge graf von grafzyx -> transmitter-x.org
franz krahberger —> ejournal.at
kurt hofstetter –> mit seinem sunpendulum.at und den augen am suedbahnhof

von ihnen haengt genauso die zukunft von netznetz ab wie von den
netzkulturschaffenden, die sich wieder einmal sehr kritisch mit
aktuellen digitalen medien beschaeftigen.

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Mon Apr 24 01:49:39 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:13 pm

Veroeffentliche also hier die Ergebnisse der Initiative zur
mehrheitlichen Beschlussfassung der Montagsgestaltung:

Es sind also 2 stimmen eingelangt.
Mit 1x ablehnung cg, 1x abhaltung.

a.

Nein

> *1c. Subfrage c zu 1:*
>
> Wenn Nein zu Abhalten von Community Game, was soll stattfinden?
>

2. Vergabe von je gleicher Summe pro Einreichung via Person

b.

1) Communitygame jetzt abhalten.

1a) Min. 0,– bis maximale Summe von Euros auf der Grundlage erhaltener
Stimmen

c.

Frage 1:

- Soll das community game wie aktuell geplant, am Montag
abgehalten werden?
- Ja

1a. Subfrage a zu 1:

Wenn ja, unter welchen der sich unklar darstellenden unter- und
obergrenzen bzw. vorschlaegen ohne ober- und untergrenzen:

1. Min. 1.000,– bis max. 3.000,– Euro

was soll mit überzähligen Stimmen geschehen?

1. sie verfallen

Halte mich also nicht lange mit Doppelauszählungen auf und
Kleinrechendivergenzen auf:

Wenn 139 Einreichungen 100% Wählerkreis bezeichnen,

so bezeichnen 3 Stimmen – aus welchen Gründen auch immer – rd. 2%
Abstimmungsbeteiligung

diese rd. 2% = 3 Stimmen bezeichnen gleichzeitig – nach pk-rechenweise
per 31.03.06 – gleichzeitig aber auch 100% wahlstimmen

von diesen haben sich 50% gegen die abhaltung des cg ausgesprochen

und je 25% dafür bei je unterschiedlicher angabe zu ober- und
untergrenzen

bei beiden der befürworterInnen des cg ist eine tendenz zur ausgedehnten
herabsetzung vor allem der untergrenzen festzustellen

danke an das vd in jedem falle, ein mass sozialer intervention
eingezogen zu haben

sonderempfehlungen durch die jury rezipiere ich persönlich aber doch
etwas skeptisch

love to big brother guys

Alexandra Reill alexandra.reill at kanonmedia.com
Mon Apr 24 05:55:54 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:17 pm

…an all die einzelkaempferInnen, strategischen wahlgemeinschaften,
bandbusse und busbaendchen.

es wird spannend.

wuensche schoenen ersten wahltag…

das ende der nahrungskette jg at monochrom.at
Mon Apr 24 08:36:32 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:18 pm

“spannend” – was für eine “wunderbare” kategorie im zusammenhang mit
kunstförderung …

gerald demmel gerald.demmel at nextra.at
Mon Apr 24 10:05:03 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:19 pm

ich wuerde da sogar die gaensefuesschen von wunderbar weggeben.
denn spannend war foerdervergabe ja schon immer. und spannend bleibts.

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Mon Apr 24 13:58:30 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:19 pm

solange personen im zeitraum vor der wahl sich in Ihrer Rolle als
koordinierende netznetz-PK, VGs, et al. bewusst sind und hier posten
würde ich diese bitten von

- wahlempfehlungen für sich oder andere bzw.
- freundlichen hinweisen betreffenend ihres eigenen
wahl/stimmverhaltens Abstand zu nehmen.

bzw. deutlich zu deklarieren, dass Ihnen diese verschmelzung ihrer
Rollen bewusst, aber egal ist.

eSeL maulwurf at esel.at
Mon Apr 24 12:25:09 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:29 pm

bezueglich deiner initiative http://mana-projects.blogspot.com/

das ist zwar lieb gemeint von dir, allerdings finde ich es
unangebracht, dass wenn man (ich zumindest) davon ausgeht,
dass diese mana einreich informationen nicht in der oeffentlichkeit
einsehbar sind, diese auf einmal im offentlichen-netz auftauchen!!!!

es hat geheissen: die liste ist ist nur von personen einsehbar, die auf
der liste subscribiert sind!
das fand ich ok. du wirfst dann einfach alles auf blogspot!

bIn/Sh binsh at sonance.net
Mon Apr 24 16:04:26 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:33 pm

deinen überwachungswahn finden wir echt sonderlich.

bitte SOFORT sabine maier & mastro von deinem blog entfernen.
was denkst du dir bei solche sachen ?????
was soll das überhaupt ?????

mastro mastro at machfeld.net
Mon Apr 24 17:32:01 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:33 pm

teichenberg.atblogger.comIhr Beide seid von der Startseite (www.teichenberg.at/mana) bereits
entfernt worden (die Unterseite wird demnächst – wenn http://www.blogger.com
wieder funktioniert – gelöscht). Das gleiche gilt für Simon.

Viele haben die Initative geschätzt, und manche finden das halt auch nicht
gut. Ersteres freut mich, zweiteres kann ich zumindest verstehen.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Mon Apr 24 19:03:35 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:34 pm

spannend wie unterschiedlich das die Leute sehen.
Ich wollte zuerst schon mailen: Finde die Initiative SEHR gut!
Gerade bei diesen vielen TeilnehmerInnen ist es sehr hilfreich, wenn man
nicht immer extra aufklicken muss.
Und dass im Open Source-Umfeld Projekte öffentlich gemacht werden, passt
für mich. Aber vermutlich verstehe ich da von bestimmten Aspekten zu
wenig.

Helga Köcher helga.koecher at chello.at
Mon Apr 24 19:39:26 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:34 pm

ach, kommt schon, passt doch auch mal auf euren tonfall auf…
muss ja nicht alles gleich ein gewitter werden.
thomas hat sich eh schon geaeussert und aendert das jetzt.

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Mon Apr 24 20:12:03 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:34 pm

in mafiakreisen ist das ein übliches mittel, um die treue zum
stimmkartell zu beweisen. stimmzettelkopien sind ein freiwilliges
aushebeln einer geheimen wahl:
http://tinyurl.com/gvz3e
nicht alles, was demokratisch oder ehrlich aussieht, muss auch im
ergebnis so sein.

joerg piringer joerg at piringer.net
Wed Apr 26 19:42:05 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:35 pm

Möglichkeit eins: Ich habe nicht gelogen. Dann zeigt mein Stimmzettel, dass
ich meinen “Stimmkartell” 10% meiner Stimmen gegeben habe.

Möglichkeit zwei: Ich habe gelogen. Dann ist’s eh wurscht was ich schreib.

Ganz sicher ist aber, dass mich Deine grundlose, unbeweisbare, hinterfotzig
unterhändige Verleumdung noch mehr ankotzt als sebastian sauers “Freie Wähler
sind illegal” Gesülze.

David Schmitt david at black.co.at
Wed Apr 26 20:51:31 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:36 pm

ich frage mich nur, was ein veröffentlichen eines stimmzettels bewirken
soll.
ich interpretiere deine intentionen dahingehend, dass du dich damit als
sogenannter “ehrlicher” wähler deklarierst und das auch mittels
“stimmzettel” zu belegen versuchst.
damit regst du andere an, das selbe zu tun, was auch (in sehr geringem
ausmass) passiert ist. natürlich hat jedeR einen freien willen und kann
entscheiden was er/sie tut. aber dennoch entsteht ein druck sich zu
deklarieren oder durch seine oder ihre verweigerung das zu tun
potentiell in den geruch des hier zum teil mies angesehenen
bandbusinsassen zu geraten. ich persönlich habe damit kein problem, aber
vielleicht gibt es leute, die gerne geheim abstimmen würden.
angenommen, es würden sich alle, bis auf wenige deklarieren, wäre die
wahl dann noch geheim? ich sage: nein.
und daher finde ich diesen akt der “stimmzettel” veröffentlichung
zumindest fragwürdig.
ich wollte natürlich nicht andeuten, dass das kriminell ist, aber auf
die schnelle ist mir einfach nur die mafia eingefallen, die das macht.

joerg piringer joerg at piringer.net
Wed Apr 26 21:07:07 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:37 pm

> Im Prinzip ja. Aber ist es nicht ein wenig bequem, zu vergessen daß es
> sich hier um eine zivilgesellschaftliche Initiative handelt mit
> beschränkten Ressourcen, ermüdeten Menschen und relativ wenig praktischer
> Erfahrung, auf der aufgebaut werden kann?

Ich vergesse das nicht. Aber ich hab mir das “Spiel” auch nicht ausgedacht.

Es ist fast schon lustig, dass jetzt die aufgetretenen
Unzulänglichkeiten als Entschuldigungsgrund angeführt werden. Denn in
Wahrheit sind sie Grund für gerechtfertigte Vorwürfe.

>Je mehr ich davon mitkriege umso
> mehr Respekt habe ich für die Veranstalter des Community Game,

Siehst du, und bei mir ist es umgekehrt.

Daniel AJ Sokolov daniel at sokolov.eu.org
Tue Apr 25 15:15:54 CEST 2006 in Antwort an Franz Nahrada, mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:39 pm

ich möchte mit diesem mail noch bevor die stimmen ausgezählt sind
kundtun das ich das
„Spiel“ nicht noch einmal spielen möchte.
Abgesehen davon das es meiner auffassung nach kein spiel war.
es gab nichts zu spielen!!! und lustig war es schon gar nicht im
gegenteil!!!
das einzige was ich davon hatte war 2. tage kopfschmerzen.

ich schlage vor das wir noch vor dem (sicher sehr gerechten !?)
endergebnis öffentlich kundtun das wir nie mals wieder so etwas über
uns ergehen lassen möchten.
ich weiss nicht wie viele das noch so empfinden aber falls einige dabei
sind können wir (da ja die community selbst bestimmen soll) das
kundtun.
Ich würde das sehr wichtig finden da jetzt viele noch die postings
lesen.

bine maier bine at machfeld.net
Tue Apr 25 09:56:46 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:55 pm

ich war gestern mittags, nachmittags und abends vor dem wahllokal und hab mit
leuten gesprochen.
die totale verbitterung war den spielerInnen jedenfalls nicht in seele,
gesicht
und meinung geschrieben. hatte gute, anregende diskussionen.
viele der leute hatten jedenfalls nicht mal kopfweh ( * ), ganz im gegenteil.
siehe auch franz nahrada mail.

und waehrend des laufenden games irgendetwas abzuschwoeren, was beim naechsten
durchgang sich sowieso durch die beteiligung der community vollkommen
veraendern kann und wird, das halte ich fuer ein wenig dabbelschmuff (iiiiih,
ein kunstwort).

das ende der nahrungskette jg at monochrom.at
Tue Apr 25 10:16:35 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:56 pm

könnten wir nicht von den 100.000 (!) Euro für die “Annual
Convention” Open-Space-Conference einen guten Teil
für die Verbesserung und Entwicklung von Spiel-Konzepten verwenden ?

Dass es für eine Implementierung die standhält einen Haufen Knödel
braucht, und dass freiwillige Enthusiasten leicht zu Buhmännern gemacht
werden ist wohl klar geworden.
Es sollte ein Basissystem (Datenbank, wenn nötig Verschlüsselung,
sichere Transaktionen) hergestellt werden, auf das verschiedene
Spiel-Ideen aufsetzten können, die dann im Trockenbetrieb getesten und
beurteilt werden können. Und das Modell, für das sich entschieden wird,
sollte dann auch genau in der dargestellten Art verwendet werden.

Wer hat das Geld der “Annual-Convention” zweck-gebunden ?
-> grrrr !

Mit 20.000 Euros lassen sich doch auch ein paar interessante Leute
einladen, ein leiwandes Fest organisieren und für’s Catering sollte auch
noch was übrigbleiben !

Solange wir kein System haben, mit dem viele (im Optimalfall alle :-)
leben können, brauchen wir das auch nicht groß in die Welt
hinausposaunen, odr ?

Chris Veigl chris at shifz.org
Tue Apr 25 11:28:15 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:57 pm

ich nehme an, dass nur die “gewinner” veröffentlicht werden und
nicht jene, die die untergrenze nicht erreicht haben – denke, das wäre
im sinne eines datenschutzes und des schutzes der integrität von
personen nur angebracht.

Eine veröffentlichung des prozentsatzes an stimmenthaltungen und eines
prozentsatzes an umverteilter stimmen ist aber sicher interessant.

Alexandra Reill alexandra.reill at kanonmedia.com
Fri Apr 28 12:25:32 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.13.06 @ 12:19 am

Im Gegenteil! Sonst ist das ja vollends intransparent und nicht
nachvollziehbar. Nein, es müssen alle “Grundergebnisse” und das
Endergebnis (nach Umverteilung) veröffentlicht werden.

Datenschutz-Probleme gibt es keine, denn es sind alle Namen
veröffentlicht worden. Bedenken könnte ich nur bei den Empfänger
(”Gewinnern”) verstehen, aber ich vermute, dass diese Summen und Namen
sowieso im Amtsblatt der Stadt veröffentlicht werden.

Und das Finanzamt wird jedenfalls rankommen.

Daniel AJ Sokolov daniel at sokolov.eu.org
Fri Apr 28 12:46:16 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.13.06 @ 12:20 am

Liebe Netznetz-Community, wir haben ein ENDERGEBNIS. Die Förderungen des MANA Community Game ergehen im ersten Halbjahr 2006 an folgende Personen: ++ – Joe Noname: 15000,00 – Andreas Findeisen: 14925,28 – Magnus Wurzer: 12526,34 – Paul Böhm: 11461,55 – eSeL Lorenz Seidler: 11004,79 – Eva Grumeth: 10352,91 – Tina Lorenz: 10232,81 – Michael Mastrototaro: 9393,17 – lizvlx: 9187,28 – Christian Jeitler: 8723,74 – Claudia Glechner: 6915,18 – Judith Fegerl: 5276,96 ++ Anmerkung: Das Ergebnis bei diesem Spiel ist stark von sozialen Komponenten abhängig, bei fachlichen Bewertungen der Wiener Netzkunst- und Netzkulturszene ist dies zu berücksichtigen. ++ Wir danken alles Beteiligten an diesem Prozess und werden uns jetzt im Metalab ein Bier genehmigen. Stefan Lutschinger Johannes Grenzfurthner Christoph Theiler Thomas Klausner Franz Ablinger Unser Dank gilt: Franz Xaver Armin Medosch Andrea Mayr und allen WahlhelferInnen der vergangenen Woche, sowie den zahlreichen HelferInnen und UnterstützerInnen.
Stefan Lutschinger
Fre Apr 28 22:04:08 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.14.06 @ 3:14 pm

> das ergebnis
> niemand ist erschienen.

und der/die sieger joe noname
wird an alle aufgeteilt,
die nix gekriegt haben…

oder? doch hegemonster

tjaja, manchmal komm ich mir vor wie cassandra/o

neues at gmx.at
Fre Apr 28 20:09:44 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.14.06 @ 3:15 pm

keep in mind…
es ist _unser autonomes budget_ und es liegt an _uns_ die wege zu
finden, wie wir es verteilen wollen.

also, bleibt dran, notiert eure ideen, diskutiert mit euren
kollegInnen…

der herbst kommt bald.

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Mon May 1 15:51:35 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 11:53 am

und eine zweite sache wäre es sich bei der nächsten runde
herauszuhalten.

>>>> yap; das war ein wichtiger vorschlag; und der müsste wohl für alle
gelten, die heuer schon geld aus dem topf bekommen haben

und das bei ac und dem weiteren kapital das ihr munter verspielen wollt

Alexandra Reill alexandra.reill at kanonmedia.com
Tue May 2 12:45:51 CEST 2006 in Antwort an Franz Nahrada

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 11:57 am

>aber kanns nicht sein, dass die leut sozusagen nach dieser runde (sozial)
“gelernt”
>haben werden und es bei der nächsten runde nur mehr komplett besetzte
band-buse
>geben wird? und zwar gleich 30?

ist eine variante.
eine andere variante ist: es kommen so viele leute und helfen an der
weiterentwicklung bzw. umcodierung des vorgangs (sprich: das system wird
bandbusuntauglich gemacht). und da haben sich schon viele leute angeboten…

das ende der nahrungskette jg at monochrom.at
Tue May 2 11:23:50 CEST 2006 in Antwort an Gerald Demmel

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:00 pm

die umcodierung hätte sowohl vor der bb- wie vor der cg-wahl in 10
minuten implementiert werden können

>>>> wozu du oder so manche massen an ehrenamtlichem fanclub brauchen,
ist – ausser bei den open sourclern – völlig undurchsichtig – liegts an
0 erfahrung in projektmanagement oder welche motivationen sind denn doch
so interessant, dass man immer wieder das “aktive einverständnis” einer
kommune an pseudo-fans und mitläuferInnen braucht?

Wieder mal gschmackig, jg,
aber es wundert mich wie immer nicht
Alexandra Reill alexandra.reill at kanonmedia.com
Tue May 2 12:49:57 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:01 pm

fuer frau reill, direkt aus dem schatzkaestchen des guten rats:

“Es ist nicht möglich, das Verhalten eines anderen Menschen zu
beeinflussen oder das gezielt festzulegen, was mit einem anderen
Menschen geschehen wird. Das einzige, das Sie tun können, ist, jemanden
zu ‘perturbieren’. Was auch immer dann in dem anderen jeweils geschieht,
resultiert aus seiner Struktur.”
(H. Maturana)

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Tue May 2 13:29:08 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:01 pm

Die fundamentale Frage ist aber meiner Meinung nach eine andere: Wieso ist es innerhalb von NetzNetz einfacher das sich die Wähler um das System herum organisieren, als das System selbst zu ändern?

Viele Kritiker des Community Games (inkl. mir) reden sich seit Monaten den Mund fusselig und am System hat sich außer der Reduzierung der Grenzen exakt nichts geändert bzw. ist es durch die Papiervariante noch schlimmer geworden.

Das herumorganisieren der Personen rund um das System hat hingegen innerhalb von 3 Tagen funktioniert (und genau dieses Funktionieren wird den Beteiligten jetzt vorgeworfen).

Wir sollten daher in Zukunft in erster Linie den Mut haben Dinge zu ändern, wenn absehbar ist das sie nicht funktionieren werden, als den Leuten vorzuwerfen das sie gut darin sich sich sozial zu organisieren (was so ca. das einzige ist was innerhalb von NetzNetz ansatzweise funktioniert).

Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Tue May 2 11:40:35 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:03 pm

>>>> stimmt eben so leider nicht
>>>> hat nichts mit sozialer organisation zu tun, genau gar nichts
>>>> wie sonst käme es, dass man sich den mund fusslig redet und
trotzdem nicht der mut fehlt, etwas zu ändern, sondern auf direktive
pariert wird
>>>> die sache mit dem mut geht die mitläuferInnen an,
>>>> nicht die betreiber,
>>>> die nehmen sich die chuzpe

Alexandra Reill alexandra.reill at kanonmedia.com
Tue May 2 12:54:00 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:03 pm

ots.atparliaments-of-art.nethttp://www.ots.at
Suchbegriff: netznetz

english version kommt heute abend…

mit der bitte um weiterleitung:


Netz-Community hackt Kulturfördersystem

Wien (OTS) – “Unser viel diskutierter, spieltheoretischer Ansatz
für Kulturförderungen stellt eine klare Absage an alle hegemonialen
Tendenzen im österreichischen Kulturbetrieb dar”, freut sich
MANA-Koordinator Stefan Lutschinger: “Dieser Hack des völlig
veralteten Jury- und Beiratssystems setzt gegen jede rationalistische
Verkürzung von Förderpolitik die pure Differenz,
Kontingenzbewältigung und die fruchtbare Entfaltung von Paradoxien.”

Softwarebasiertes Fördervergabesystem

Vergangene Woche wurde in Wien erstmals mit einem neuartigen
softwaregestützten Auswahlverfahren – dem MANA Community Game – ein
partizipatorisches Kulturförderbudget von 125.000 Euro an
KünstlerInnen und Kulturschaffende vergeben. Nicht KuratorInnen,
JurorInnen oder Beiräte trafen die Entscheidung über die
Fördervergabe, sondern die Einreichenden selbst. Zwölf Personen
werden projektbezogene Förderungen zwischen 5.000 und 15.000 Euro
erhalten, der Frauenanteil liegt bei 42%.

‘Alte’ Konzepte und ‘neues Denken’

Weltweit ist das Community Game eines der avanciertesten
Vergabesysteme für Kulturförderungen, das auf ‘alten’ Konzepten der
Avantgarde – Autokuratierung und Selbstorganisation – und dem ‘neuen
Denken’ einer Kybernetik 2. Ordnung basiert. Spezifisch für MANA ist
daher die Selbstkorrektur- und Anpassungsfähigkeit an intelligente
Systemumwelten: Fehler und Schieflagen können sofort von der
Netz-Community erkannt und korrigiert werden. Die Community geht aus
diesem Prozess bestärkt hervor: 120 Einreichende haben sich gemeinsam
auf das komplexe Set von Regeln geeinigt.

Selbstverwalteter Kulturfördertopf

Die offene Netz-Community “netznetz.net” hat sich seit Herbst 2004
als assoziierter Zusammenschluss der zahlreichen digitalen
Kulturinitiativen entwickelt, die in den letzten Jahren in Wien
entstanden sind. Um diesen vielfältigen kulturellen und
künstlerischen Äußerungen gerecht zu werden, wurde bei der
Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7/Referat für Netzkultur) ein
selbstverwalteter Kulturfördertopf eingefordert, der diese sehr
aktive Szene mit rund 500.000 Euro jährlich gezielt unterstützen
soll. Das Kernstück dieses Fördermodells bildet das softwarebasierte
Auswahlverfahren MANA, über dessen spezifische Adaptierungen und
konkrete Weiterentwicklung die Netz-Community nach einer
zweimonatigen Evaluierungsphase Anfang Sommer entscheiden wird.

Rückfragehinweis:

Stefan Lutschinger, Johannes Grenzfurthner,
Hans Bernhard
Email: s.lutschinger at digitaldrafts.at
+43 660 6538616
http://mana.netznetz.net
http://en.wikipedia.org/wiki/Netznetz
http://www.parliaments-of-art.net

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS0047 2006-05-02/10:00

021000 Mai 06

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:06 pm

> Dieser Hack des völlig
> veralteten Jury- und Beiratssystems setzt gegen jede rationalistische
> Verkürzung von Förderpolitik die pure Differenz,

Stefan, hast du das echt gesagt?

hallo!
mit hacken hat das nichts zu tun. Sorry

Eher mit muehsamen basisdemokratischen einigungsprozessen.

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Die Mai 2 17:39:12 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:09 pm

Liebe Community, liebe Verfasser der Pressemeldung

Spieltheorischer Ansatz? Wer’s glaubt wird selig. Echt abenteuerlich wie ihr
versucht das Community Game Ding mit Begriffen zu schmücken, die da
definitiv nicht drinnen stecken.
Mit der Verwendung des Begriffes wird jedem unvoreingenommenen Leser eine
Qualität des Spieles bzw. dessen Entwicklung suggeriert, die es NICHT hat.
Sollt jemand anderer Meinung sein bitte mir ein Modell des Spieles zu
zeigen, in dem im Gleichgewicht nicht Kartellbildung und Begünstigung der
gut vernetzten auf Kosten der weniger gut vernetzten Teilnehmer das Ergebnis
ist. Dieses Spiel/System ist genau so “anything goes” wie es jetzt
beschrieben wird. Spieltheorie bzw. die Disziplin der sie entspringt
versucht genau das zu vermeiden. Nicht inhaltsloses irgendwas, sondern
konsistente Argumentation basierend auf einem Apparat von wohldefinierten
Konzepten.
Propaganda über alles.

Wolfgang Höchtl wolfgang.hoechtl at uibk.ac.at
Die Mai 2 22:21:19 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:10 pm

parliaments-of-art.nethallo all

mit der bitte um weiterverteilung an eure internationalen
journalisten kontakte, mailinglisten, artist and culture
friends… (deutsche version zum fwd hab ich bereits auf
die liste geposted)

danke im voraus

hans-

PRESS RELEASE

Net Community Hacks Cultural Funding System

Vienna, 2 May 2006

“Our much-discussed, game-theory-oriented approach to cultural funding
represents a clear rejection of all the Austrian cultural industry’s
hegemonic tendencies,” states MANA coordinator Stefan Lutschinger: “This
hack of the outmoded jury and committee system opposes every rationalistic
funding cut with pure difference, contingency coping and the fruitful
development of paradox.”

Software-based Funding Distribution

Last week, a participatory cultural support budget of 125,000 euros was
distributed to artists and cultural producers in Vienna using the MANA
Community Game – an innovative software-supported selection process. The
decision regarding the distribution of funding was not made by curators,
juries or committees, but by the submitters themselves. Twelve people will
receive project grants between 5,000 and 15,000 euros, whereby 42% of the
recipients are women.

“Old” Concepts and “New Thinking”

The Community Game is one of the most innovative distribution systems for
cultural funding worldwide. It is based on “old” concepts of the
avant-garde – auto-curating and self-organization – and the “new thinking”
of second-order cybernetics. MANA’s great advantage is its capacity for
self-correction and adaptation to intelligent system environments: errors
and irregularities can be recognized and corrected immediately by the net
community, which emerges strengthened from this process. Here 120
submitters agreed to a complex set of rules.

A Self-managed Cultural Funding Budget

Since the autumn of 2004, the open net community “netznetz.net” has grown
out of the numerous digital cultural initiatives that have developed in
Vienna in recent years. In order to do justice to these diverse cultural
and artistic modes of expression, an application has been made to the City
of Vienna’s Department of Cultural Affairs (Net Culture Unit) for a
self-managed cultural funding budget to support this very active scene
with around 500,000 euros yearly. The heart of this funding model is the
software-based selection process MANA. After a two-month evaluation phase
in early summer, the net community will decide on its specific adaptation
and further development.

Inquiries:

Stefan Lutschinger, Johannes Grenzfurthner, Hans Bernhard
Email: s.lutschinger at digitaldrafts.at
+43 660 6538616
http://mana.netznetz.net
http://en.wikipedia.org/wiki/Netznetz
http://www.parliaments-of-art.net

Hans Bernhard hans at ubermorgen.com
Die Mai 2 19:13:54 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:13 pm

Ist es schon reichlich skurril, eine derart oberflächliche
Jubelpressemeldung zu schreiben, ohne ein Mandat der “Community” dafür zu
haben, so frage ich mich, wieso dieser Mist auch noch von der
zwangsbeglückten “Community” auch noch weiter verteilt werden soll.

* Dieses PR-Geschwafel macht es den Genossen der Gemeinde Wien leicht,
MANA als erfolgrieches Projekt abzuhaken. Im Gegensatz dazu scheint es mir
doch konsens zu sein, dass mindestens eine Verdoppelung der Mittel zu
fordern ist. Davon ist nix in der Jubelmeldung zu lesen.

* Schon nach den ersten ausgesprochen holprigen Schritten einen Erfolg zu
feiern ist reichlich verfrüht.

* Bei allem Verständnis, für eine positive Darstellung nach aussen, bleibt
mir unverständlich, warum die zu erwartenden Anfangsschwierigkeit derart
geleugnet werden. Zu einem echten Erfoplg gehört auch ein ehrlicher Umgang
mit den Schwierigkeiten und Widersprüchen.

* In Anbetracht der zahlreichen Kritik an den bisherigen Vorgängen -
immerhin haben 3 Gruppen zum Teil dank Ihrer Bandbusse bei beiden Töpfen
riechlcih abgesahnt – in der Darstellung nach Aussen nur die Sicht der
“Sieger” zu progagieren, empfinde ich als ausgesprochen totalitär.

Wenn das den weiteren Weg von MANA darstellen soll, dann ist es wohl Zeit,
den Widerstand zu organisieren.

Dass der Johannes für diesen Schwachsinn seinen Namen her gibt bleibt mir
unerklärlich.

Jaja, die Geschichte schreiben eben immer die Sieger.

Mit diesem autoritären Vorgehen werden die inneren Widersprüche kaum
gelöst werden können.

Auf Widerstand

Martin Mair martin.mair at mediaaustria.at
Die Mai 2 21:09:12 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:14 pm

ich gebe die einzige antwort, die ich geben kann: weil mir das projekt
seit 2 jahren sehr am herzen liegt. immer wieder fast am aussteigen,
dann doch wieder mitgemacht, mit guten diskursen und interessanten
ansaetzen belohnt.
ich wuerde ja gerne “weil es mich reich macht und alle mich lieben” —
kann ich aber nicht ;-)

es ist ein autonomes budget und es ist unseres. wir werden es wohl
schaffen damit umzugehen. wir sind ja keine bakterien.

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Mit Mai 3 11:35:46 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:14 pm

wenn die lehre ist, dass es so nicht geht, dann hoffe ich auf die
entwicklung besserer modelle. ich hoffe sogar darauf.
mir wurden allein am letzten freitag 4-5 wirklich interessante modelle
vorgestellt.

und ich verknuepfe das mit joergs frage:
bis juli sollten die neuen modelle zumindest in groben zuegen
beschrieben und vorgestellt werden, damit die leute ueber den sommer
zeit haben sich gedanken ueber die modelle zu machen. dann wird bei der
annual convention ueber das naechste modell abgestimmt. danach wird es
fertiggestellt. danach vergeben. im herbst.

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Mit Mai 3 15:05:56 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:18 pm

ich glaub, je eher wir konkrete daten nennen, desto besser kamma planen.
am meisten haben mich die ad-hoc-feuerlöschaktionen gestört. das war das
eigentlich undemokratische an der ganzen sache.

joerg piringer joerg at piringer.net
Mit Mai 3 15:09:26 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:18 pm

ich verstehe die berechtigten Wünsche nach mehr Zeit, allerdings
sollte das nicht dazu führen, dass wir Förderungen für 2006 erst im
Dezember vergeben können. Das hat nichts mit ‘Druck der MA 7′ zu tun,
sondern mit einer gewissen (notwenigen Pragmatik) im Sinne der
EinreicherInnen.

Ende 2006 sollten wir bereits wissen, wie’s 2007 läuft, oder?

Mein Vorschlag, auf den du eh geantwortet hast, nochmals:
http://listen.esel.at/pipermail/liste/2006-April/003336.html

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.at
Mit Mai 3 17:19:10 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:19 pm

ich widerspreche kurz sowohl joerg als auch stefan:

ich denke wir sollten spaetestens ende oktober waehlen.

d.h. bei der wahl des modells bei der annual convention (mitte
september) sollten wir sofort mit der anmeldephase beginnen koennen.
die ist im moment auf 6 wochen veranschlagt. wir koennten uns aber auch
darauf einigen, dass 4 wochen anmeldephase reichen.

wenn wir uns entsprechend vorbereiten (die modellevorschlaege wuerden ja
ueber sommer sowieso zur erbruetung bereitstehen) denke ich, dass die
implementierung in 4 wochen moeglich ist.

bliebe immer noch zeit fuer ende november/anfang dezember die wahl des
modells fuer fruehjahr 2007 durchzufuehren.

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Mit Mai 3 17:33:56 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:19 pm

das halte ich fuer wunschdenken. wenn etwas anderes als ‘inkrementelles
weiterzuwurschteln’ (thnx 2 flo ledermann) herauskommen soll, wird’s
wohl etwas laenger dauern. die entwicklung sinnvoller und vor allem
durchdachter modelle braucht ihre zeit. angemessene diskussionsphase,
abstimmung und umsetzung hinzugerechnet kann ich mir nicht vorstellen,
dass bis herbst d.J. etwas auch nur ansatzweise vernuenftiges
hinzukriegen ist. es handelt sich um eine ziemlich komplexe
aufgabenstellung, fuer die es in der tat kaum anwendbare vorbilder gibt
(jedenfalls hab ich noch kein halbwegs passendes & erfolgreich erprobtes
modell gefunden).

ich fuerchte die grundlegende problematik wird noch immer teils grob
unterschaetzt, teils auch an voellig falscher stelle vermutet. wenn ich
lese, dass dann ja ‘endlich die software zu verfuegung stehen wird’,
durch die alles besser werden soll, hab ich den verdacht, dass hier vom
allumfassenden abrakadabra-machs-mir-button getraeumt wird. die
schwierigkeiten von mana haben ueberhaupt nichts mit mangelhafter,
fehlender oder sonstwie unvollkommener sw zu tun. vielmehr verhaelt es
sich umgekehrt. mangelhaft durchdachtes wird auch nach verarbeitung
durch das allerallerschoenste stueck sw wo gibt auf diesem erdenrund
immer nur mangelhafte ergebnisse liefern, garbage in garbage out.

> Ich kann bei bestem Willen leider kein einziges Argument für das
> “umfassendes desaster” herauslesen. Eines wenigstens?

die mail-archive dieser liste und der mana-disuss (liste der
teilnehmer/innen) enthalten eine fuelle von verdammt guten argumenten,
weshalb es sich beim cg um ein absolut untaugliches instrument handelt.
umgehkehrt habe ich bis jetzt nur sehr wenige vernuenftige argumente
fuer das spiel gehoert und gelesen. um deinem wunsch dennoch
nachzukommen, die redundanzen aber so gering wie moeglich zu halten,
habe ich einen ausschnitt aus meinem mails an mana-dicuss (24.04.06
02:13, subject ‘bekenntnisse eines busfahrers’) ganz unten an dieses
mail gestellt.

> Ich vermute du willst eine “senkung der limits”

nein. wie kommst du darauf, habe ich nicht klar und deutlich genug nach
der tabula rasa gerufen? die senkung der limits hat nur aus einem
einzigen grund schadensminimierend gewirkt: weil sie so kurzfristig
bekanntgegeben wurde, dass niemand (oder kaum wer) mehr reagieren
wollte/konnte.

nebstbei wuerde mich schon sehr interessieren, was denn eigentlich
passiert waere, wenn jemand die anerkennung des entsprechenden passus
auf dem wahlzettel verweigert haette. waere er/sie dann von der wahl
ausgeschlossen worden? wenn ja, dann vielleicht konsequenterweise gleich
von aktiven und passiven wahlrecht, etwa wegen aufsaessig demokratischer
grundhaltung? die senkung der limits wurde von den meisten
stillschweigend akzeptiert, was ich als zeichen ihres immens guten
willens werte, als eine honorierung der wohlmeinenden intention dieser
feuerwehr-rettungsaktion. einer ernsthaften hinterfragung kann diese
abermalig fliegende regelaenderung definitiv nicht standhalten. am
vorabend per email bekanntgeben, am naechsten tag durchfuehren, weil’s
keinen proteststurm gab. ich habe noch nie von demokratischen masstaeben
gehoert, die solches gestatten (vielleicht weil ich noch nie in korea war).

ich will zunaechst mal (u.a. von so richtig grossen boesen
wissenschaftlern, die dafuer zur abwechslung auch was von der sache
verstehen) untersucht sehen, ob, bzw. unter welchen voraussetzungen es
ueberhaupt moeglich ist, ein sinnvolles system zur verteilung
selbstverwalteter budgets zu entwicklen (siehe auch meine bereits
erwaehnten bekenntnisse ganz unten). darauf aufbauend kann ggf.
weitergedacht & -entwickelt werden, oder auch nicht. aber das wird sich
wohl kaum bis herbst diese jahres ausgehen.

herbert gnauer hg at no-na.net
Mit Mai 3 18:09:13 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:21 pm

or-om.orgtransformingfreedom.orgEinige Fragen habe ich schon an dich und deine letzte Reaktion, auch, weil wir letzte Woche länger sprachen:

Fühlst DU dich verschaukelt von DIESER Pressemeldung? Als gelernter Publizist, der eine OTS, eine Glosse, einen Kommentar, eine Polemik, eine Berichterstattung, ein Dossier usf. als Textgattungen unterscheiden kann?

Das ist eine OTS, auf englischer Sprache, sie jubelt, weil ihr “Widerstand geklappt” hat, jedenfalls gegen “hegemoniale Strukturen” sagt sie, hat sie eine “Selbst-Organisation” im “Erbe der Avantgarde” auf der medialen Höhe der Zeit hin bekommen.
Nun, wie du weißt hat diese Pressemeldung vor, in den wenigen Sekunden, die man und frau ihr in der internationalen Netzcommunity-Ebene geben werden, den größtmöglichen Eindruck zu machen. Die Wortwahl ist Geschmackssache, sie behauptet (sich), hat aber inhaltliche Verankerungen und genau besehen kann ich keine Unsachlichkeit festmachen. Zum Beispiel:

Frage: Wer steht wirklich hinter dem Prozess und hat seine Struktur bestimmt?
Wer bitte soll “der Hegemon” im Community-Game gewesen sein, ich meine damit wirkliche die genaue Definition, “Hegemon” als eine jeden Diskurs vorregulierenden und zugleich intellegiblen (nicht rein technokratischen) Instanz?

Und umgekehrt, den Prozess der letzten Wochen betrachtend:

Frage: Wer darf mitmachen?
Gab es kein Log-In mit Validierung? Was ist an der auszusetzen gewesen, oder den Leuten, die sie vorgenommen haben, oder der Art und Ernsthaftigkeit, mit der das geschah?

Frage: Wer sieht wen wie und kann wie und wann etwas beinflussen?

Das MANA-Modell dieses Durchgangs (bzw. des nächsten Durchgangs, wenn ENDLICH eine Software-Lösung da ist und Stärken und Schwächen wirklich in der zweiten Runde gut beobachtet werden können): Gab es keine ewig diskutierten und v.a. uns beiden mittlerweile (wegen dem sehr eigenen netznetz-Prozess) persönlich bekannten Leuten entwickelten MANA-Modelle?
Sie heißen Christoph Theiler und Andreas Trawögger, bzw. die SprinterInnen vom August, keine Institution, keine ferner Entwickler in einer Firma …, und auch keine Jury, deren MitgliederInnen man und frau zuvor zu kontakieren versuchen, kein Kunstkurator, mit dem/der sich besser mal auf ein Bier oder Café zu treffen ist …

Wurden sie nicht entwickelt in offenen und öffentlich diskutierten Prozessen, seit dem letzten August?; … an diesem Zeitpunkt bin ich z.B. eingestiegen, und niemand hat mich desinformiert oder rauszuhalten versucht …
Und ist nicht eines dieser Modelle, das Community Game, von denen bis dahin auskristallisierten im Showdown des Sprintosiums abgestimmt worden, und war folglich jetzt die Grundlage für den ersten MANA- Durchgang?

Frage: Wie ist sofortige Selbstkorrektur möglich?
Können wir nicht froh sein, dass z.B. die ominösen 28.000 Euro Höchstgrenze
noch runtergeholt wurden, vorgeschlagen vom Validierungsgremium, von außen und damit eigentlich illegitim, im ersten Blick, – aber voll angenommen von der “Community”, bzw. den momentanen Lesern und Diskutanten der Listeninhalte: OHNE FORMELLE WAHL, weil einem Common Sense, bzw. Community Sense verpflichtet?

Gut, wenn du Widerstand leisten willst und eine OTS auf Englisch nachschicken, welche in vier bis fünf Absätzen die angeblich willkürlich unterschlagenen Negativa festhält und gleichzeitig interessant und bedeutsam für das Verständnis unserer Wiener netznetz-Wirklichkeit in dutzenden anderen Szenen, – etwa in Sydney, London, Dortmund, Werkleitz, Milton Keynes, Amsterdam, Moskau, Copenhagen, Bangalore, Halle, Barcelona, Berlin, New Orleans, Rotterdam, Linz, Los Angeles und San Jose, Graz, Salzburg, Ljubljana, Mostar, Zagreb und Belgrad, New York und anderen, – sein wird: ich werde dich mit bis zu 20% der Kosten unterstützen. Versprochen.
Das ist nicht ironisch gemeint, aber das wäre für mich wirklich eine sinnvolle Widerstandsform gegen etwas, das den harten Titel “Propaganda”, wie du es hinschreibst, verdient.

Erinnerst du dich an die Aktion, wie quasi Herr Schüssel und Herr Grasser im frühen Jahr 2000 in der us-amerikanischen Financial Times eine blau-schwarze Riesen-OTS mit Steuergeldern finanzierten und dagegen östereichische BürgerInnen miteinander eine Gegenerklärung finanzierten? Da war ich (in Österreich unglücklich verliebter Gastarbeiter) auch dabei; bei dir muss mich noch ein Text überzeugen, dass hier gelogen und betrogen wurde.

Und “ad personam”: Dass immer gerade Johannes Grenzfurtner hier als jemand herhalten muss, dem man (!) den Ruf öffentlich wegen seiner Mit-Autorenschaft unter solche Texte glaubt, entziehen zu dürfen und flugs an den Listen-Pranger stellt, wo suggeriert wird, ausgestellt werden ist schon Beweis der Schuld und deren Strafe zugleich (übrigens eine dunkle Seite der europäischen Geschichte des “öffentlichen Raums” und ihrer Stadtpranger), ich erinnere etwa an den frühen, ebenfalls als Werbezettel karkierten Artikel http://oeh.ac.at/oeh/progress/112965952640/113067359596/113067416219, wo ich selber mitverfasst habe und mit ihm ähnlichen Angriffen ausgesetzt war – lies das bitte nochmal: was war daran, fast schon 8 Monate alt, aus heutiger Sicht übertrieben, untertrieben, hintertrieben?!

Weiter, und wieder anders herum: Warum gabs das noch in keiner anderen Stadt? Könntest du mir das erklären? Und ja: es sollte mehr Geld geben. NoNaNet. Erst einmal GAB es nun WEGEN den netznetz-Arbeiten von dutzenden Leuten in ihrer Freizeit (ich werde hier noch pur marxistisch in meiner Analyse, wenn das so weitergeht) mehr als eine Verdopplung. Deren Autoren werden sich anschauen, was daraus wird – zurecht, sie sind für ihre Seite der Medaille zuständig, gewählte Vertreter und verantwortlich für den Umgang mit Steuergeldern.
Ihre Kriterien und Interessen sind vielleicht nicht, jetzt oder in Hinkunft, deckungsgleich mit den unsrigen – dann wird man streiten müssen. Aber als Mitglied im (hoffentlich baldigst transformierten) Personenkomitee gönne ich z.B. Sybille Straubinger ihre Erfolgsmeldung, die hatte echt Sitzfleisch mit netznetz, genauso wie ich es reizvoll finde, wenn z.B. Marie Ringler ihre Meinung zu netznetz hat, so what.
Hier noch eine persönliche Beobachtung: Die vergleichsweise erstaunliche Erfahrenheit der Wiener Kulturadministration im Umgang mit autonomen Gruppen hat ihre Wurzeln sicher auch in den Tagen von Arena, Wuk, Flex usf., das sei hier von jemandem gesagt, der auch von der Bamberger oder Neumünsteraner Stadtpolitik Geschichten erzählt bekommen hat … die hätten nicht nur früher das Handtuch geschmissen, sondern aus reiner Angst nicht so etwas aufkommen lassen. Doch Städtevergleiche brauche ich hier garnicht, es ist einmal ein Zwischenstand erreicht und etwas zu berichten, Punkt, schön, weiter so, bzw. anders weiter.

Für mich ist also das jetzige Ergebnis “good enough” um weiterzumachen, weiter zu diskutieren und weiter zu entwickeln. Die jetzt Geförderten sind erst einmal am Zug, der Stipendienansatz verbietet, dass man unfreiwillig zur Rechenschaft durch irgendwen gezogen wird;
umso mehr interessiere ich mich jedenfalls für die, die mir in ein paar Monaten (gerne!) sagen, was sie mit dem Geld angestellt haben. Beim Fest im Metalab habe ich (und einige andere, wie mir scheint) zum ersten Mal deren Ziele und Leute näher kennengelernt und bin gespannt auf ihre nächsten Schritte, werde auch wieder hingehen. Sind sie wegen ihrer Erfolge Sieger?, Egoisten?, Neoliberal? Vorsicht! Lass sie jetzt einmal machen, o.k.?!

Und ich? Mit meinem Namen sind jetzt knapp 15.000 Euro verbunden – Glaubst du, ich streiche die persönlich ein? Bitte nicht Namen mit Personen verwechseln! Ich denke, die meisten von uns gehen davon aus, dass mit wenigen Ausnahmen die geförderten Personen für Projekte, Kunstgruppen, Bandbusse, Arbeitsgemeinschaften stehen. Das ist hier und da ein teilweise sehr offenes, teilweise schwer einsehrbares Repräsentationsspiel entstanden geworden in diesem ersten Durchgang, was anderes habe ich aber nicht erwartet und wohl die meisten anderen auch nicht – in netznetz ist korrekturphase im nächsten durchgang aber STRUKTURELL VORGESEHEN – WAS ist also zu ändern !?!
Ein Tip für das Unit-Testing jedes neuen Vorschlags: lies nach im OpionDemocrator 2.0 von Siegfried Pflegerl unter http://www.or-om.org/netzoptionen.htm

Nun nochmal konkret für unsere Gruppe – Was ändert sich durch die Förderung durch Geld durch die Community?

Wir, d.h. in unserem Projekt, können nun die zwei bis drei wichtigsten strukturellen Mängel – unter denen wir im Kernteam wochenlange, teils monatelange Frustrationen durchstehen mussten (Open Source ist eben NICHT der Himmel an Gelingen) , – in unseren Workflows aus der Welt schaffen UND, wow, einen Raum für unter 200 Euro mieten in der Electric Avenue mieten, der mit teilweise noch mehr unbezahlter Arbeit symbolisch zu bezahlen sein wird.

Kein Problem, es zählt die Tendenz und das Ziel, oder?
Als TransformingFreedom werden wir also unsere Freizeit-Selbstausbeutung seit 10 Monaten für eine kulturelles Ziel (vgl. unsere Projektbeschreibung unter http://www.transformingfreedom.org/pl01/tf_0604-bbones.pdf/view) einsetzen und ich darf dir sagen: diese starke Bestätigung hat unsere Arbeit und unseren Teamgeist beflügelt wie es kein Juryentscheid je könnte! Und DASS dies so war, das habe ich nicht erfunden oder erarbeitet, geholfen im letzten Drittel höchstens, ich baue hier auf den Einsätzen anderer auf, und das gefällt mir, ich finde dies Bewusstsein zeitgemäß.

Warum beflügelt?: Weil wir persönliche Unterstützung zugleich mit einer strukturellen Unterstützung erfahren haben, jeder und jede von uns verschieden, in sicher mittlerweile dutzenden Einzelgesprächen, die gar nicht zu resummieren sind (die Zeit fehlt), zugleich aber auch praktisch-finanziell von Leuten, die uns ihren Minianteil am zu verteilenden Steuergeld umverteilen konnten und zugeteilt haben. Weil es MANA gab, weil es netznetz gab, weil es das so noch nie gab. Da von “Siegern” zu sprechen finde ich, nun ja, etwas kurzgeschlossen.

Und wieder umgekehrt: Zu glauben, dass die Stadt Wien nicht eine Vorreiterrolle in Übersetzungsprojekten von als effektiv und potentiell als überlegen erwiesenen OpenSource-Strukturen vom digital-sozialen in den lokal-sozialen Raum kann und sollte und jetzt dazu die Chancen nicht noch offener stehen als zuvor – da bin ich nicht! dabei.
Diese Rolle ist mir nicht so sehr für Wien wichtig, als für die Vorkommnisse im normalen, großen Focus, der mit allen Fragestellungen “digitialer Kultur” notwendig einhergeht:

Nach meiner Einschätzung sind die nächsten ca. vier Jahre digitaler Kulturentwicklung entscheidend für die zukünftigen Entwicklungen, in denen werden viele Tendenzen festgeschrieben, bzw. festgecoded in Recht und Alltagsgebrauch werden, für die Mehrheit unsichtbar, überall klickt und klackt es gerade und Weichen werden gestellt, ich persönlich blicke da keinesfalls überall durch – unsere Frage lautet da ganz pragmatisch: wieviel BürgerInnen-Sinn und Aufmerksamkeit werden sich an diesen komplex-technologischen und deshalb leicht von den strategisch gewieften Monopolisten verschwommen darstellbaren Streitpunkten (SW-Patente, 2. Akt; Trusted Computing verfeinert, RFID immer und überall, WIPO – Regulierungen usf.) kristallisieren lassen?
DAS ist das Engagement, für das wir stehen, an Ansätzen, vielleicht sogar kleinen Durchbrüchen für diesen nächsten Schritt sollst du uns und unsere Förderungen messen, o.k.?!?!? Wenn es hier Sieger gibt, sind wir das sicher nicht allein, und die Komplexität

Meine Maxime dabei habe ich übrigens älteren ProtagonistInnen der bildenden/Medien-Kunst, MitbegründerInnen (v.a männlich) von -deltaT und VanGoghTV, Gruppen, die für meine medientheoretische Sicht einige wesentliche Projekte Anfang der 80er und dann wieder Anfang der 90er hinbekommen haben; einfach, weil sie wollten und sich Schranken nicht haben gefallen lassen:

(Critique means:) “Be for something (different), not against” –

deshalb finde ich auch die Pressemeldung im Rahmen des Vertretbaren, und Texte wie der folgende: “capacity for self-correction and adaptation to intelligent system environments: errors and irregularities can be recognized and corrected immediately by the net community, which emerges strengthened from this process. Here 120 submitters agreed to a complex set of rules …” stimmen z.Zt. entweder oder sind ein Auftrag, die Fehlentwicklungen des letzten Games, bzw. MANA-Durchgangs zu benennen und für Änderungen engagiert zu kämpfen.

Nun gut, Martin, wir haben am Freitag länger getrunken und gekickert, du wirst vieles sicher anders sehen und das ist gut so. Schreib also zurück oder lass uns Weiteres mündlich weiterbesprechen.

good night, and good luck

Findeisen, Andreas Leo A.Findeisen at akbild.ac.at
Mit Mai 3 03:48:40 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:29 pm

Es gibt einen Spruch der lautet: Ein Unternehmen, welches anfaengt seinen eigenen Presseausendungen zu glauben, ist dem Untergang geweiht.

NetzNetz steht unter einen ziemlichen politischen Druck und es war von Anfang an klar das Mana ein Erfolg zu sein hat.

Nur wenn wir uns jetzt in Jubelmeldungen anstatt klarer sachlicher Analysen ueben, zerlegen wir uns auf Dauer nur selbst.

Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Mit Mai 3 08:54:01 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:30 pm

Derzeit trennen wir uns hautsaechlich in eine Jubelmeldungen verbreitende
Fuehrungskaste, welche periphaer von Kritikern umkreist wird.

Die Kritiker sind meist schon vorab sauer, weil sie eigentlich nicht mehr
davon ausgehen das ihre Kritik ernst genommen wird.

Die Fuehrungspersoenlichkeiten sind frustriert weil sie in die Sache viel
Arbeit hineinstecken und als Dank dafuer nur mit Kritik ueberhaeuft werden.

Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Mit Mai 3 10:10:34 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:30 pm

um ein debakel wie das letzte nicht wiederholen zu müssen ist vor allem
vorausschauende planung von nöten. damit es nicht wieder heisst:
für kritik ist keine zeit. ziehen wir’s durch oder sonst nimmt uns die
ma7 wieder das geld weg.

joerg piringer joerg at piringer.net
Mit Mai 3 13:40:44 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:31 pm

Wir werden die beiden vergangenen Wahlgänge (BB, CG) einer
eingehenden Analyse unterziehen, die allerdings – was ja auf der Hand
liegt – nicht von heute auf morgen präsentiert werden kann. Ich habe
bereits angekündigt, dass die Evaluierungsphase ca. 2 Monate in
Anspruch nehmen wird.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.at
Fre Mai 5 17:29:00 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:33 pm

Der (von mir prinzipiell ehrlich geschätzten) MALMOE-Redaktion, die
hier ‘Demokratie’ und ‘Partizipation’ verraten sieht, empfehle ich
meine Analyse ‘Ad unum omnes’ (http://listen.esel.at/pipermail/liste/
2005-August/001648.html) zu studieren. Sogar das biopolitische
Argument ist dort vorweg genommen. Phantastisch, derart bestätigt zu
werden – allerdings in Vorurteilen, meine ich heute nach 9 Monaten.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.at
Fre Mai 5 18:56:20 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:41 pm

> Vor allem für die gewünschte Abkehr vom “spiel”.

nur ums nochmal und nochmal und nochmal zu sagen.

wenn ein weiteres “spiel” nicht gewuenscht wird (im dezember wurde es
gewuenscht, von der mehrheit), dann wird es kein weiteres “spiel” geben,
sondern ein anderes modell. ganz einfach.
das war nie anders geplant und gedacht.

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Thu May 4 16:43:24 CEST 2006 in Antwort an Peter Pilsl

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:49 pm

Ich stimme dir völlig zu, ein Wahlmdus/Mechanismus sollte gewisse normative
Kriterien erfüllen – es sollten zB alle Teilnehmer den gleichen Strategienraum
haben etc… (Fairness in den Möglichkeiten). Demokratie impliziert
Minderheitenschutz übrigens nicht notwendigerweise, umgekehrt impliziert aber
institutionalisierter Minderheitenschutz eine Beschränkung der Macht der
Mehrheit und ist somit inhärent unfair (streng genommen). Damit kommt es zu den
von dir ausgeführten Anreizen sich als Minderheit zu deklarieren (bad
people…) durchaus problematisch. Punkt ist, bei einer kollektiven
Entscheidungsfindung müssen sich die Teilnehmer dem Prozedere und den
Konsequenzen unterwerfen, sonst ist alles sinnlos. Man muss sich also darauf
einigen etwas zu akzeptieren, was einem möglicherweise gegen den Strich gehen
kann. Und die Grundrechtsproblematikstellt sich für mich nicht – niemand wird
in irgendeiner Weise in seinen Grundrechten beschnitten werden. Die Konsequenz
aus der Sache ist nur, dass einige Leute Geld bekommen und andere nicht (bzw.
mehr oder weniger) Nachdem es aber denke ich kein Grundrecht eines Menschen ist
Geld aus dem Topf der Stadt Wien zur Kunstförderung zu bekommen kann ergo auch
kein Grundrecht verletzt werden.
Ideal wäre für die Community ein Mechanismus, der Strategie und Kollusionsproof
ist – das würde nämlich Minderheitenschutz implizieren (weil Koalitionsbildung
ausgeschaltet ist) und zudem “fair” sein, da nicht von böseren, clevereren
Teilnehmern individuell auf Kosten der “ehrlichen” manipulierbar. Ich denke,
dass prinzipiell zwischen uns ein Missverständnis besteht. Mechanismen wie ich
sie sinnvoll finde würden prinzipiell jedem zugestehen seine Präferenzordnung
in beliebiger Art und Weise offenzulegen (also seine Stimme/Punkte für dieses
oder jenes Projekt abzugeben) allerdings würde es ANREIZE setzen dies nicht
strategisch zum eigenen Vorteil zu tun. Das heißt prinzipiell kannst du tun was
du willst nur wenn du die anderen übern Tisch ziehen willst stehst am Ende
schelchter da, als wenn du das nicht tust. In der Reinform existiert so was
nicht, aber man kann sich annähern. Vorschläge folgen.

Wolfgang Hoechtl Wolfgang.Hoechtl at uibk.ac.at
Fre Mai 5 12:32:41 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:12 pm

Ich wuerde folgenden Zeitplan vorschlagen:

14. Mai: Finalisierung des Zeitplans

18. Juni: Letzte Einreichfrist fuer Wahlmodelle

18. Juni – 20. August: Evaluierung der Modelle

20.August – 15. September: Diskussion und Praesentation der Evaluierungsergebnisse

15. September: Abstimmung ueber das verwendete Wahlsystem im Rahmen der Annual Convention

16. Oktober: Durchfuehrung des Votings

Es schwirren schon einige Modelle durch die Gegend, die nur mehr zusammengeschrieben gehoeren (was bis Mitte Juni kein Problem sein sollte).

Wirklich wichtig ist eine ausgedehnte Evaluierungsphase (2 Monate) inkl. anschliessender Diskussion ueber die Ergebnisse (1 Monat). Wobei bei der Evaluierung auch die konkrete Umsetzbarkeit der einzelnen Modelle geprueft bzw. geklärt werden sollte.

Wenn die prinzipelle Umsetzung des Wahlsystems schon vorab geklaert ist, sollte sich das Voting relativ schnell durchfuehren lassen (noch im Oktober). Ansonsten würde das Geld erst ausgesprochen spaet vergeben werden.

Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Don Mai 4 14:43:13 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:14 pm

bugzilla.orgich meine auch, dass das wichtigste die evaluierung ist. vielleicht
sollten wir auch einen modus finden, wie man das systematisieren könnte
(so eine art bug-report- und feature-request-system, z.b. wie
http://www.bugzilla.org/). das könnte vielleicht helfen, kritik zu
versachlichen und sie damit in einen entwurf einfliessen zu lassen.
die entwerferInnen der modelle hätten dann auch die pflicht, auf solche
bug reports einzugehen. also die kritik entweder in das modell
integrieren oder sie ablehnen (mit begründung!!) oder sie auf später
(nächste release) verschieben (auch wieder begründung!).
christophs absolute ablehnung von kritik sollte in einer zukünftigen
iteration nicht wieder vorkommen.

joerg piringer joerg at piringer.net
Don Mai 4 17:53:36 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:15 pm

Sehr gut, aber bitte richten wir uns darauf ein, dass dann im Jahr
2007 realistische Planungsdistanzen gelten können – 1-2 Stunts sind
in der ‘Pionierphase’ machbar, aber langsam sollten wir das Projekt
nicht nur in ruhigere Wasser gebracht haben, sondern eine gewisse
‘Unaufgeregtheit’ im banalen Software-Oder-Nichtsoftware-Förderungs-
Beta-Tester-Szene(n)-Alltag ermöglichen.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.at
Don Mai 4 18:15:19 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:16 pm

Jede Community hat bildet ihren eigenen Code heraus. Auch diese Ansammlung
von Diskutierenden hat als gemeinsame Kommunikationsvereinbarung die
Ignoranz gefunden.

Gar lustig und ohne Rückschau auf das gerade durchlebte werden da wieder
die jeweils eigenen Systemmodelle GEGENEINANDER in Stellung gebracht. So
als würde man da ein erprobtes System im Nachtkästchen haben (Hi Armin
Medosch, Hi Andreas Trawöger). Wäre nicht jetzt die Zeit einmal die
STRUKTURIERTE Analyse anzugehen. Und da denke ich an
WählerInnenstromanalysen, Berichte des VG bzgl. abgewiesener Projekte (und
weniger wortgewaltige Generalstatements ohne entsprechende Detailiertheit)
und an Zusammenfassungen von Statements auf dieser Liste.

Das könnte das BASISmaterial sein, auf denen dann aus Expertisen von innen
und aussen was ordentliches modeliert wird.

Meine Bitte also: Weniger propagieren und proklamieren und statt dessen
mal einen Prozess in Gang bekommen dem mehr Detailgenauigkeit inneliegt.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Don Mai 4 18:39:53 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:17 pm

ja programmieren kamma vielleicht was in vier wochen, aber dann auch
noch testen, sehe ich nicht.
und gegen angriffe sicher machen schon gar nicht.
:::
> Interessant faende ich ein kanonisches Set an Ausgangsdaten. Am besten
> natuerlich Echtdaten, zB die Ergebnisse des CG.
>
> Sind die Wahlkarten noch vorhanden? Die sind ja (leider) anonym, oder?
>
> Ev starte ich mal einen Aufruf an die Liste, mit der Bitte um
> freiwillige Offenlegung des Wahlverhaltens zur Datengewinnung.

ich fände eine umfrage eher sinnvoll. was sollen denn auch die daten von
den bandbussen aussagen?
was brauchen wir denn für daten überhaupt?

> Ich finde ausserdem, dass nur “lauffaehige” (sprich ausprogrammierte)
> Modelle evaluiert werden sollen.

wer programmiert etwas, was dann nicht verwendet wird?

> Und ja, ich finde, Mana /muss/ als Software implementiert werden.

warum? was ist an software so toll?

joerg piringer joerg at piringer.net
Don Mai 4 22:16:39 CEST 2006 in Antwort an Thomas Klausner

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:18 pm

Mein Vorschlag: Wir arbeiten mit Informationstechnologie. Wir sollten in
der Lage sein, Modelle und Verfahren zu finden, die es erlauben, 200
Einreichungen rasch zu überblicken und sich eine Meinung zu bilden.
Gespielt wird nicht um Geld, sondern um die besten Projekte. Die Projekte
werden durch einen Communityprozess nach ihrer Bedeutung absteigend
sortiert,
unabhängig davon, was sie kosten. Danach wird der Budgetrahmen ausgeschöpft:

Wenn das erstgereihte Projekt ins Budget passt, kriegt es das Geld. Wenn
danach noch was übrigbleibt, kriegt das zweitgereihte Projekt, wenn es ins
verbleibende Budget passt… usw.

Das heisst, es muss sichergestellt sein, dass die besten Projekte gefördert
werden. Das Vorgehen funktioniert für variable Budgetrahmen. Es hat, wenn
wir es geschickt machen, Relevanz für beliebige Jurymodelle, denn
eventuell können wir ein “Standard-Einreichformat” erfinden, mit dem Jurys
generell leichter Überblick bekommen können. Und mit dem auch Communities
transparente Entscheidungen treffen können.

Franz Ablinger fra at monochrom.at
Fre Mai 5 08:07:31 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:22 pm

Sehr vernünftige Idee. Aber leider steht und fällt das alles mit dem
“Communityprozess zur Sortierung der Projekte”. Es geht bei dem ganzen Theater
schlicht und ergreifend darum aus einem Set von individuellen
Präferenzordnungen eine kollektive Präferenzordnung zu machen. Dabei ist die
Art und Weise, also der Wahlmodus/Mechanismus selbst von Bedeutung. Das ist das
KERNSTÜCK des Problems! Es gibt diesbezüglich leider kein
Unabhängigkeitsprinzip (Ergebnis ist bei allen möglichen Verfahren zur
Aggregation gleich).

Wolfgang Hoechtl Wolfgang.Hoechtl at uibk.ac.at
Fre Mai 5 12:01:17 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:22 pm

Interview mit Johannes Grenzfurthner über die digitale Szene in Wien und
Netznetz/MANA im ungarischen Magazin “Kultplay”:

http://kultplay.hu
http://kultplay.hu/index.php/2006/05/05/kapzapssacgi_szoftverrel_osztanak_ki

das ende der nahrungskette jg at monochrom.at
Sam Mai 6 11:47:43 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:28 pm

eine der meistgelesenen zeitungen ungarns hat das interview mit mit in
kultplay weiterveroeffentlicht:

http://hvg.hu/kultura/20060509digitalvienna.aspx

das ende der nahrungskette jg at monochrom.at
Die Mai 9 18:19:09 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:30 pm

wichtig war fuer uns zu unterscheiden zwischen innen
und aussen. fuer die aussenpolitik (repraesentation/
diplomatie/politik, presse) war es notwendig erfolg-erfolg
zu kommunizieren.

Hans Bernhard hans at ubermorgen.com
Fre Mai 12 11:58:56 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:35 pm

deine definition von öffentlichkeitsarbeit ist – vorsichtig
formuliert – etwas
eigen. wieso verwechselst du das wesen einer klassischen
pressemeldung (viel information, sachlich, nüchtern etc., lies mal in
einem handbuch für pressearbeit nach) mit “marketing” oder besser mit
“public relations”?

Alf Altendorf alf at sil.at
Fre Mai 12 12:51:18 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:36 pm

UBERMORGEN.COM arbeitet mit techniken wie shock marketing
und drama marketing. ich stimme dir zu das meine oeffentlichkeits-
arbeit eigen ist. ich hab das amt als aussenpolitik deklariert.

Hans Bernhard hans at ubermorgen.com
Fre Mai 12 13:21:14 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:36 pm

die reaktionen waren sogar sehr gut.
gab sehr viele nachfragen, aus der ganzen welt. und da zaehle ich die
blogverweise (rhizome.org, etc.) noch gar nicht mit.

aus der press release ist ja dann auch etwa mein interview mit dem
ungarischen magazin kultplay (und der nachdruck) entstanden. und in
diesem interview hab ich dann auch die internen diskussionen und
probleme inhaltlich nicht ausgespart.
das ist, so wie ich das sehe, auch das gute an der von hans
beschriebenen strategie. aufmerksamkeit erzeugen, bei nachfragen und
detaillierteren anfragen/interviews die ganze palette der diskussion
praesentieren. da ist dann auch platz dafuer.

bin uebrigens noch immer der meinung, dass nichts in der pressemeldung
inhaltlich falsch oder (zitat) “gelogen” ist, selbst der (von mir auch
kritisierte) satz ueber “die staerkung der szene”. [so viel und
inhaltlich interessant wurde in der community schon lang nicht mehr
diskutiert. das diese diskussionen manchmal eine gewisse tiefe nur
schwer erreichen, liegt oft an mailinglist-soziologie und gewissen
spaltungen in der szene selbst.]

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Fre Mai 12 14:55:04 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:37 pm

nur soviel: du liegst
falsch).
ob es mir nun passt oder nicht, betroffen ist jeder von netznetz, da
ihr als praezedenz-finanzierungsmodel gehandelt werdet:
“mann” hat – wie andere leute auch – in zukunft projekte in wien zu
finanzieren.
und muss sich mit euch beschaeftigen. im gegenzug waere sensibilitaet
angesagt.

angemerkt (wenn ich schon mal was in die list schreib):

ad aussen-/innenpolitik:
wenn ihr euch entschlossen habt, eine gesonderte “aussenpolitik” zu
fahren – sprich projektdarstellung in – vonmiraus – offensivem
marketing-talk nach aussen, muesste doch vorher diese aussenpolitik
“innenpolitisch” (die community) abgesichert werden. wie gesagt, lese
nur diese list. und hoer mir das gejammere von bei netznetz
involvierten “alten hasen” an. da laeuft doch was schief?

ad weltweite positive reaktionen:
ihr (du, hans, stefan) habt eine – zitat hans: dramatisch
schockierend – positive meldung in die mediale oeffentlichkeit
gesetzt. ok, botschaft angekommen: das dauernde, sehr wienerische,
schlechtreden von aktiviteat welcher natur auch immer hilft niemandem
weiter. d´accord.
nur: die abholung von positivem ruecklauf einer noch wesentlich
schlechter informierten internationalen oeffentlichkeit auf
“hochglanzbroschueren” ist selbstlaeufer und beweist wenig. sinn der
aktion. macht “wien-marketing” seit jahren erfolgreich.
dann ausgerechnet mit links auf unuebersetzte ungarischen
pressereaktionen herumzuschmeissen, sorry johannes, verwegen! hoffe,
ohne dir etwas unterstellen zu wollen, dass auch “drinnen steht”, was
“drauf steht”. mein ungarisch ist schlecht. huebsches bild. einen
passenden babelfish nicht entdeckt.
das meinst du doch nicht ernst? was ist so schwierig, eine
uebersetzung zu posten? oder ist das “innenpolitisches” marketing?

ad “buzz”:
netznetz hat – keine neue einschaetzung – als wesentlichen verdienst
bewusstsein generiertt, wie vielfaeltig “netzkultur” (was auch immer
das ist) in wien sein kann. da hast du recht. gut so. und auch gut,
das zu betonen.
wie man mit diesem “vehikel” serioes projekte finanzieren soll, ist
mir aber nachwievor ein raetsel. mit dem gleichen aufwand laesst sich
auch sponsoring-kohle aufstellen. ohne in “verhangen politischem
fahrwasser” (zitat bernhard) segeln zu muessen.

Alf Altendorf alf at sil.at
Sam Mai 13 00:14:06 CEST 2006 in Antwort an Johannes Grenzfurthner

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:39 pm

Hans Bernhard schrieb:
> ich hab das amt als aussenpolitik deklariert.

na dann will ich angesichts dieses (miss)verstaendnisses mal hoffen,
dass du niemals in eine relevante politische position geraetst. du
scheinst dich da an den uebelsten der ueblen vorbilder zu orientieren.

Herbert Gnauer hg at no-na.net
Fre Mai 12 13:39:00 CEST 2006 in Antwort an Hans Bernhard

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:40 pm

in jedem fall solltest du
unterscheiden, auf welchem feld und in wessen namen du jeweils agierst.
bei der formulierung von presseaussendungen im namen anderer sehe ich
den einsatz kuenstlerischer mittel zumindest fehl am platz (zumindest
solange keine klare einigung darueber besteht).

nichts gegen einen schuss euphemismus in der aussendarstellung. ich
glaube auch nicht, dass oeffentliche selbstgeisselung angesagt gewesen
waere. aber wer im namen einer gruppe von menschen spricht, sollte nach
meinem verstaendis darauf achten, dass die existenz unterschiedlicher
meinungen und berechtigter kritik nicht voellig negiert wird. vor allem
wenn die deklarierte zielsetzung dieser gruppe entwicklung sinnvoller
alternativen zu etablierten strukturen lautet.

Herbert Gnauer hg at no-na.net
Fre Mai 12 14:33:51 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:43 pm

auf der liste bereits gut (auch sachlich) formulierte kritik, wie
‘vereinnahmung der szene’ und ’schönfärberei’ (’erfolg-erfolg
kommunizieren’ in deinen worten) … willst du mir das tatsächlich als
*shock marketing* verkaufen?
sowas macht mich ‘ganz narrrrrrrrrrrrrisch’.

dass du die pressearbeit als künstler/ künstlerisches projekt betreibst
überrascht mich nicht nur – aber so habe ich dich im mail an herbert
verstanden und deine signature am ende des textes deute ich auch in die
richtung – das macht es auch nicht gerade einfach deine künstlerische
strategie in diesem fall *nicht* zu kritisieren. tut mir leid.

boris kopeinig boris at kopeinig.net
Sam Mai 13 00:38:15 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:44 pm

Ich hab mal meine Gedanken zu MANA / Network Grants zusammengeschrieben
und hier als meinen Vorschlag fuer das System zur Abwicklung des
naechsten Votings veroeffentlicht:

http://domm.plix.at/var/mana/netzwerkanalyse.html

Thomas Klausner domm at zsi.at
Don Mai 18 10:38:41 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:56 pm

muss es glaub ich nochmal durcharbeiten, aber sehr geil.

das ende der nahrungskette (johannes grenzfurthner) jg at monochrom.at
Don Mai 18 10:43:10 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:56 pm

sieht sehr gut aus und ist für viele leute sicher auch sehr komplex. Ich
befürchte, dass auch das neue system die prinzipiellen schwächen des
systems nicht überdecken kann.

Auch dieses System wird wie die letzten beiden Systeme gehackt werden
und die besseren Hacker werden unter den Gewinnern sein und das
Förderungskriterium wird wieder nichts mit Kunst und Kultur zu tun haben.

Auch wenn ich mich johannes grenzfurtner anschliessen muss und zugeben
muss, dass es ein geiles system ist, dass du dir da ausgedacht hast,
muss ich leider dennoch auch daran erinnern, dass “geiles system” nur
schlecht als Berwertungskriterium für eine *Modell zur Kunst- und
Kulturförderung* taugt. (darum gehts doch eigentlich)

Ich hab leider neben Kindern, Job und ehrenamtlicher Tätigkeit an vielen
Stellen keine Zeit das System so genau anzusehen, dass ich
Angriffszenarien und evtl. Exploits entwicklen könnte. Aber vielleicht
macht sich wer anderer die Mühe. Am besten Du (domm) selbst, der du
fachlich dazu wohl am besten in der Lage bist, andererseits deine Zeit
vermutlich auch eher knapp bemessen ist :)
Vielleicht können sich auch die Spieletheoretiker hier das Modell mal
ansehen.

Wenn das Modell bis in Teststadien kommt, dann würde ich es sehr gut
finden, die Dynamiken und Abhängigkeit der Rahmenparameter (Mindesthöhe,
Gewichtung etc.) gut visualisiert zu veröffentlichen.

Eine allgemeine Frage an die Verantwortlichen:
Gibt es Konsens, dass der weitere Diskurs auf dieser Liste nur mehr über
die Art/Regeln/Details des neuen CG geführt wird?
Oder darf ich immer noch Hoffnung haben, dass überlegt wird, das CG zu
eliminieren und durch ein Jurysystem welcher Art auch immer zu ersetzen
und sich hier verschiedene Modelle und erfahrungen damit in Österreich
anzusehen.

Stefan Lutschingers letzte Ausendung lässt ja wohl eher den Schluss zu,
dass es keinen Weg zurück gibt und das CG auf Biegen und Brechen weiter
fahren muss.
Andere Personen hingegen (darunter imho auch Johannes Grenzfurtner)
haben ja “Jury” auch als mögliches Modell genannt.

peter pilsl pilsl at goldfisch.at
Don Mai 18 14:17:43 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:57 pm

_
/_| _ __/_ _ _ _
( |//)(//(-/ (/_) (/
———————–|| Fördermodell für
Draft v0.1 || Netzkunst und Netzkultur

.————————————————————-
| Dieser Draft basiert auf den in
| http://listen.esel.at/pipermail/liste/2006-May/003614.html
| geäußerten Überlegungen (kurz GzF)
`————————————————————-
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`————————————————————-

Förderziele und Prämissen:

* Möglichst viele hochqualitative Netzkunst und Netzkulturprojekte
sollen umgesetzt werden können.
* Individualprojekte die konsensuell als hochqualitativ gesehen werden,
aber sich auf einem Markt mangels Umwegrentabilität nicht durchsetzen
können, müssen Förderungen bekommen können.
* Infrastrukturprojekte die viele weitere Projekte entstehen lassen
haben ihren Platz.
* Hochwertige Arbeit soll belohnt werden, und kontinuierlich und nicht
bloß zufällig gefördert werden.
* Infrastruktur braucht Wettbewerb um effizient zu sein.
* Das System soll nicht erstarren: Neue Projekte, auch von Neuzugängen,
müssen gefördert werden können.

Konklusio aus den GzF: Infrastrukturprojekte und Individualprojekte
haben unterschiedliche Eigenschaften. Eine Community-Jury benachteiligt
tendentiell neue Projekte und Infrastrukturprojekte. Ein Markt
benachteiligt Projekte in die wenige Personen involviert sind und die
keine Umwegrentabilität vorweisen können. Des weiteren stellen weder
Community-Jury noch Markt Kontinuität sicher.

Vorgeschlagen wird daher ein dreiteiliges Fördersystem:

1) Community Grants 43.75%
2) Backbone Grants 43.75%
3) Fallback Grants 12.5%

= Community Grants =

Vorgehensweise:
Einmal im Halbjahr wird eine dreiköpfige Community-Jury gewählt, welche
für dieses Halbjahr damit betraut wird die Fördergelder gewissenhaft zu
verteilen.

Die Jury hat während dieses Zeitraums bei der Fördervergabe selbst weder
aktives noch passives Wahlrecht, kann aber im nächsten Halbjahr selbst
wieder als Teilnehmer partizipieren.

Anreize: Sollte die Jury die Gelder zur Unzufriedenheit der Community
vergeben, wird sie vermutlich nicht wiedergewählt werden. Sollte sie
grob und absichtlich von einem virtuellen Konsens abweichen, wäre sie
sozial gebrandmarkt und würde auf zukünftige Förderungen voraussichtlich
verzichten müssen. Der sozial drohende Reputationsverlust und mittel-
bis langfristiger Entgang an Förderungen dient als starker Anreiz, im
Interesse der Community, quasi als Treuhänder, zu agieren.

Genauer Wahlmodus: Es wird in 3 Wahlgängen jeweils ein Jury-Mitglied
mittels Schulze Condorcet-Voting
(http://en.wikipedia.org/wiki/Condorcet_method) gewählt.

Angreifbarkeit:
Condorcet, welches auch bei den Debian Project Wahlen im Einsatz ist,
stellt sicher, das ähnliche Kandidaten sich nicht gegenseitig die
Wählerschaft kannibalisieren. Solange kein homogener Cluster über 50%
der Wählerschaft stellt, sollte das System gute Kompromisse finden.

Jury:
Die Jury vergibt dann über den Förderzeitraum sämtliche Förderungen aus
ihrem Fördertopf, und ist selbst dafür verantwortlich Rücklagen für
Sonderfälle und kurzfristige Ausgaben bereit zu halten.

Förderentscheidungen werden ähnlich wie in einem Vereinsvorstand, durch
einfache Mehrheit getroffen. Gefördert werden darf alles, was den
Förderrichtlinien der MA7 genüge tut.

Möglicher Zusatz: Ein Honorarium an die Jury, um die Arbeit zu
entlohnen, würde vermutlich helfen vernünftige Leute zu ermutigen, sich
die Arbeit in der Jury anzutun.

Ausblick: Kleine, etablierte, und Projekte die der Community am Herzen
liegen würden gefördert werden. Wenn die Community unzufrieden ist, kann
das nächste mal eine andere Jury gewählt werden. Prinzipiell steht es
den Jury-Kandidaten, oder gar Jury-Teams, frei, sogar mit einem vorher
angekündigten Programm zu kandidieren (”ich setze einen fokus auf
vernetzung von physischem und virtuellem raum”, “ich fördere nur
wirklich kleine projekte”, usw.).

== Backbone Grants ==

Infrastruktur ist Grundlage für viele Projekte die ansonsten kaum oder
keine Finanzierung benötigen, aber ohne die nötigen Werkzeuge und Räume
nicht existieren können. Da Infrastruktur kein Selbstzweck ist und als
zentrales Versprechen der Community Umwegrentabilität bieten soll,
funktioniert hier ein Marktsystem.

Vorgeschlagen wird folgender Wahlmodus:
Alle stimmberechtigten sind auch förderberechtigt, und umgekehrt. Jede
Teilnehmerin bekommt einen Account auf dem Fördersystem, einen
proportionalen Anteil am Gesamttopf ins virtuelle Portemonait, sowie die
Möglichkeit Projekte zu erstellen. Gefördert werden nur Projekte.

Von diesem Zeitpunkt an ist zwei Wochen Zeit um die
Projektbeschreibungen zu lesen, und Gelder umzuverteilen. Die Gründerin
eines Projektes ist dazu berechtigt Geld aus den eigenen Projekttöpfen
an andere (fremde und eigene) Projekte und Personen umzuverteilen.

Zum Stichtag muss jedes Projekt über einer Mindestgrenze von 10000 Euro
liegen, und alles Geld aus den Portemonaits an Projekte verteilt worden
sein. Geld das nicht verteilt wurde, oder in Projekten unter der
Mindestgrenze liegt, wird proportional an Projekte die über der Grenze
liegen verteilt.

Ausblick: Durch Wettbewerb zwischen den Projekten kann wirkliche
Infrastruktur entstehen. Mehrere grössere Projekte die miteinander
konkurrieren und der Community auf verschiedene Art Infrastruktur bauen,
wären wünschenswert.

Angreifbarkeit: Es können sich Koalitionen bilden, was ach gewünscht
ist. Sollten sich reine Abzockerpartien ohne echte Projekte
organisieren, so liegt es kurzfristig bei der MA7, und mittelfristig
beim Validierungsgremium, sicherzustellen, dass das Backbone Geld nicht
zweckentfremdet wird. Backbone Grants sind für konkrete Projekte, und
nicht für anteilsmässige Verteilung gedacht. Derartige Taktiken sind
genauso wie Stimmenverkauf regulativ einzudämmen.

Software Entwicklung:
Die vorhergehenden Spezifikationen sind ausreichend um das
Verteilungssystem zu implementieren. Es sollte aber noch ein genaueres
Pflichtenheft ausgearbeitet werden. Mit diesem Pflichtenheft sollte es
ohne Probleme möglich sein externe Spezialisten (evt. aus Übersee, z.B.
Ruby-on-Rails Entwicklerteams oder so), damit zu Beauftragen die
Software für geschätzte 5000 Euro vollständig inklusive Feinschliff zu
entwickeln. Die geschätzte Arbeitszeit beträgt für ein eingespieltes
Team maximal 1-4 Wochen.

Betrieb:
Einen dedizierten Server im Hosting Center, mit 24h Support innerhalb
von 4 Stunden, netzwerkbootbarem Notfallsystem, 1000GB Traffic, usw.
gibt es bereits ab 29Eur/Monat ohne Initialkosten.

Sicherheitsüberprüfung:
Eine sicherheitsüberprüfung der Software und eine Kernhärtung des
Betriebsservers sollte sich für ein Projekt dieser Größe für 5000 Euro
machen lassen.

Die einmaligen Entwicklungskosten von 10.000 Euro, sowie die jährlichen
Betriebskosten von 348 Euro könnten mit etwas Glück von der Stadt
getragen werden. Zur Not können sie auch aus dem Förderbudget entnommen
werden.

== Fallback Grants ==

Die Fallback Grants sorgen für Kontinuität, falls die dynamischeren
Wahlsysteme ausfallen.

Ein kleiner Anteil der Förderungen verbleibt bei der Stadt, um im Sinne
von Microgrants oder kurzfristig bei Projekten wie den Linuwochen,
Zuschüsse erteilen zu können, oder um sicherzustellen das langfristige
Projekte unabhängig von jedem einzelnen Vergabeturnus weiterlaufen können.

== Inklusionsmechanismus ==

Zur Bestimmung der Wahl/Förderberechtigung wird zweimal im Jahr, von den
Teilnehmern des vorhergehenden Wahljahres, ein dreiköpfiges
Validationsgremium gewählt. Der Wahlmodus ist der selbe, allerdings darf
sich jede natürliche Person zur Kandidatur aufstellen lassen.

Das Validationsgremium muss alle Einreichungen bearbeiten, und seine
Entscheidungen veröffentlichen. Es wird eine einfache Mehrheit benötigt,
um als Netzkünstler(in)/Netzkulturschaffende/r akzeptiert zu werden.
Alle allgemeinen Aussagen und Zusätze zur Wahl der Community-Jury gelten
sinngemäß.

Paul Böhm paul at boehm.org
Fre Mai 19 14:20:42 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 2:49 pm

bitte auf dieser liste nichts mehr posten.

ich dreh diese liste jetzt ab! war nur fuer die durchfuehrung des CG da.

Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Tue May 23 09:54:09 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 2:59 pm

Ganz wichtig ist mir, dass wir in nächster Zeit die Entscheidungsfindung
innerhalb von netznetz etwas formalisieren.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist dabei die Festlegung eines
Wahlmodus, und ich hoffe dass wir dabei nicht unnötig die Fehler weit
verbreiteter klassischer Wahlsysteme übernehmen.

Bei Plurality Voting
(http://en.wikipedia.org/wiki/Plurality_voting_system) kommt es, wie
hinreichend bekannt ist, zu groben Ergebnisverzerrungen wenn mehrere
ähnliche Kandidaten antreten.

Dh. exemplarisch: Die Kandidatur eines links-aussen Kandidaten, kann den
Wahlsieg eines mitte-links Kandidaten verhindern, obwohl eine Mehrheit
diesen den Alternativen vorziehen würde.

Das Debian Projekt (annähernd tausend stimmberechtigte Entwickler)
stimmt daher z.B. mittels der Schulze Condorcet Voting Methode
(http://en.wikipedia.org/wiki/Condorcets_Method) ab, wo die Kandidaten
nach der persönlichen Präferenz gereiht werden.

Dieses System würde sich auch für netznetz Entscheidungen anbieten.

Paul Böhm paul at boehm.org
Die Mai 23 01:34:02 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 3:04 pm

Für Abstimmungen mit 2 Optionen find ich Plurality Voting in Ordnung,
für Entscheidungen mit mehr als 2 Optionen nicht, da hier wie gesagt
ähnliche Kandidaten sich gegenseitig die Stimmen wegnehmen.

Borda Count ist gut für Kompromisse, stimm ich dir zu, garantiert aber
nicht, dass der Kandidat für den die Mehrheit ist gewinnt. Ich
persönlich wäre sowohl mit Borda Count, als auch mit Condorcet zufrieden.

Das wäre aber eine Frage die man klären muß: Wollen wir tendentiell eher
auf einen breitflächig akzeptierteste Option hinoptimieren, oder auf die
Option mit den meisten Stimmen?

Das sind konkrete Fragestellungen, und wir sind in der schwierigen
Bootstrapping Situation, ohne formalisierten Entscheidungsfindungsmodus,
Entscheidungen treffen zu müssen, welchen Entscheidungsfindungsmodus wir
wollen.

Dh. die Entscheidung über Vergabesysteme (ob Jury, Wahl, oder
Mischformen wie Amaterasu) würde ich daher erstmal aufschieben, und
vorher die Entscheidungsfindung (zum Prozess, nicht zur Vergabe)
formalisieren.

Für eine Fragestellung wie Borda vs. Condorcet, würde aber schon ein
einfaches Plurality Voting reichen.

Können wir uns also auf eine Serie konkreter Fragestellung wie Borda vs.
Condorcet einigen, die Unterschiede erläutern, und dann die Teilnehmer
darüber abstimmen lassen?

Die Präferenzen der Community dazu zu kennen, wäre wohl auch hilfreich
um konkrete Fördermodelle zu entwickeln. Amaterasu funktioniert sowohl
mit Borda, als auch mit Condorcet.

Wenn wir das nicht allgemein tun, bleibt z.B. noch folgende Option für
eine formalisierte Entscheidungsfindung:
Für bis zu 2 Optionen: Plurality Voting
Für 3 oder mehr Optionen: Zunächst Abstimmen ob Borda oder Condorcet
(plurality), und dann die eigentliche Fragestellung mittels des
ausgewählten Wahlmodus.

Was perfektes werden wir nicht finden, und man kann das auch unendlich
kompliziert machen, aber ich denke, wir sind alle pragmatisch genug um
in ein paar Wochen auf einem Blatt Papier einen Modus zusammenzufassen,
mit dem es sich leben lässt, und von dem wir mehrheitlich der Meinung
sind, dass er sich nicht mehr Pareto-verbessern lässt.

Paul Böhm paul at boehm.org
Die Mai 23 03:01:49 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 3:08 pm

für realraum abstimmungen mit mehr als 2 optionen wäre übrigens
folgendes vorgehen (im jargon: weakest link sequential plurality voting)
denkbar:

es wird hintereinander für jede option durch aufzeigen abgestimmt,
welche als nächstes entfernt wird.

die option die am ende übrig bleibt gewinnt.

dabei wird verhindert das sich ähnliche optionen die stimmen stehlen,
und es ist dennoch ohne schriftliche oder technische mittel umsetzbar.

die anzahl der wahlgaenge steigt jedoch arithmetisch mit der anzahl der
optionen, was das ganze etwas mühsam machen kann. bei 7 optionen hätten
wir bereits 7+6+5+4+3+2+1 abstimmungen durchzuführen.

damit kommen wir zur nächsten offenen frage: wollen wir wirklich im
realraum abstimmen, wo zufällige mehrheiten zustande kommen können, oder
betrifft die frage alle die sich hier beteiligen?

Falls im Realraum stellt sich die Frage: Was sind Kriterien für
beschlussfähigkeit?

Also die nächsten Punkt für die Fragenliste:
2. Realraum vs. Online Votings?
2.1. Falls Realraum: Kriterien für die Beschlussfähigkeit
3. Wer ist bei der Entscheidungsfindung stimmberechtigt?

Paul Böhm paul at boehm.org
Die Mai 23 03:24:02 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 3:09 pm

die +1 ist natürlich überflüssig

Paul Böhm paul at boehm.org
Die Mai 23 03:26:51 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 3:10 pm

Ebenfalls ne Option wäre Preferential Voting, das skaliert besser, ist
einfacher, und ob die potentiellen Angriffe (siehe
http://en.wikipedia.org/wiki/Approval_voting) wirklich ausreichend
schwer zum tragen kommen, ist zweifelhaft.

Funktioniert folgendermassen:

Bei jeder Option wird aufgezeigt, mehrfaches Aufzeigen ist möglich. Dh.
man stimmt für alle Optionen mit denen man kann, und gewinnen tut die
Option mit den meisten Stimmen.

Paul Böhm paul at boehm.org
Die Mai 23 04:13:00 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 3:10 pm

hast du in den letzten mails nur ueber entscheidungsfindungsprozesse
fuer die eigentlichen geredet?
Um zu bestimmen, welches wahlsystem genommen wird, selbst wiederum
Concordet voting oder plurailty voting verwenden?
Wenn ja, dann war das ein missverstaendniss, ich dachte du redest schon
ueber die neuen CG votings etc.

Fuer solche vorgeschalteten “meta” / “bootstrapping” entscheidungen ist
es mir persoenlich recht egal, was man verwendet. Ein plenum tuts auch .

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Die Mai 23 13:42:16 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 3:19 pm

debian.orgich finde es muss klar sein wie entscheidungen getroffen werden, sonst
kann nichts vernünftiges rauskommen, und es wird durch zufällige
mehrheiten bei zufälligem wahlmodus, bei zufälligen treffen abgestimmt.

condorcet und borda funktionieren für mich, plurality aber nicht, da ich
vor habe, mehrere komplette Fördersysteme zur Wahl zu stellen, welche
sich durch ihre Förderzielsetzungen unterscheiden.

Ziel ist es möglichst nicht über komplizierte gefinkelte technische
Mechanismen abzustimmen, sondern über die Zielsetzungen.

Dies würde aber bei Plurality Voting nicht funktionieren, wenn ich 5
verschiedene Konzepte einreiche, welche sich ähnlich sind und nur in
Details unterscheiden, würden sich Stimmen auf diese aufteilen, und kein
Vorschlag hätte eine realistische Chance zu gewinnen.

Deswegen brauchen wir einen Cloning-resistenten Wahlvorgang.
Derzeit haben wir 2 Kanidaten für den Realraum (Approval und Weakest
Link Sequential), sowie 2 Kandidaten die Computergestützt passieren
würden (Schulze Condorcet und Borda), die dieses Kriterium erfüllen würden.

Weiters glaube ich, dass wir diese Entscheidungsfindung nicht nur für
die Frage nach einem Fördermodell brauchen, sondern auch für zig andere
Entscheidungen.

Weiters wäre es vmtl. auch nicht blöd, zu formalisieren wie es überhaupt
zu den Fragestellungen für Entscheidungsfindungen kommt, weil hier sonst
wieder Chaos und Manipulation passiert weil Unklarheit herrscht.

Die Debian Konstiution ist vielleicht etwas formal und hierarchisch,
aber gibt im Grunde zumindest eine Idee wie derartige
Entscheidungsfindung in Gruppen überhaupt funktionieren kann:
http://www.debian.org/devel/constitution

Paul Böhm paul at boehm.org
Die Mai 23 15:14:09 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 3:25 pm

Ob’s sich nun Supertrustee, Jury oder Validierungsgremium nennt – immer
arbeitet es über die Mechanismen der Repräsentation. Wer also zur
Entscheidungsfindung über qualitative Kriterein auf solche Gremien aus
MandatarInnen setzt, braucht sich nicht zu wundern, wenn da demnächst die
diversen Friendships jeweils ihr Chefs und Chefinnen reinsetzen. Wer bis
dato noch informell als BuslenkerIn und ClanchefIn daherkommt, hat halt in
diesen Systemen die – durch die jeweilige Hausmacht abgesicherten – Posten
in Supertrustee, Jury oder Validierungsgremium.

Wenn der lange Prozess der Gestehung von Mana darin endet, dass wir eine
Jury wählen, dann ist der Prozess endgültig auf beschämend niedrigen
Niveau gestrandet. Das hätte bald mal wer zusammengebracht.

Es würde sich natürlich auszahlen, die vielen Konzepte und Überlegungen
des Sommers 2005 einmal an den nun zu analysierenden Wahlergebnissen zu
messen. Aber anstatt dessen gehts in dieser Liste wiederum nur um die
Durchsetzung des eigenen (schnell mal zusammengegoogelten / unsimulierten)
Modells.

Enttäuschend.

Wo bleibt der Bericht des VG, wo sind die Wahlstromanalysen und wo ist das
geordnete Bugreporting (ev. sogar webgestützt). Anstatt dessen Spielen wir
hier “Mana vs. Jury”, “Jury vs. Amaterasu”, “Amaterasu vs. Mana”, etc. Und
das leider nicht auf WM-Niveau. Da treten halbbesetzte Mannschaften in
zerissenen T-Shirts das erstemal auf’s Spielfeld und Ergebnis: Unterliga.

Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Die Mai 23 15:19:31 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 3:26 pm

es gab mehrmals (auch im dietheater damals) den vorschlag, ueber die AC
nochmals abzustimmen. Kam das irgendwie zur sprache?

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Sam Mai 27 13:03:35 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:01 pm

>> es wird eine ausstellung geben, kuratiert von Angela Dorrrer, GF und XX
>> (wird noch bekanntgegeben)

der AC-organisator macht sich und leute aus seinem dunstkreis doch
nicht ernsthaft zum “kurator”. vielleicht war “organisiert” gemeint…

trotzdem fast schon koestlich…

hier wird monatelang über jury bzw. die auswahl von auswaehlenden
nachgedacht – und dann flutscht sowas en passant ins summary.

denn gerade GF schrieb damals:

AUSSTELLUNG
Zur Kuratierung der AUSSTELLUNG schlage ich hier ohne weitere
Namensnennung vor, eine INTERNATIONAL IN DEN UNS BETREFFENDEN FELDERN
RENOMMIERTE PERSON einzuladen, die mit lokalen und internationalen
Beiträgen gleichermaßen arbeiten kann, bzw. damit vertraut ist.
(http://listen.esel.at/pipermail/liste/2006-March/002848.html)

die HERVORGEHOBENE passage trifft NICHT auf angela dorrer zu.
auf XX schon eher. >;e)

bitte um etwas mehr umsicht von seiten der
sich-verantworltich-fühlenden, weil derlei unachtsamkeiten leicht
übersehen lassen, dass von ebendiesen gute vor/arbeit geleistet wurde
und wird.

> es gab mehrmals (auch im dietheater damals) den vorschlag, ueber die AC
> nochmals abzustimmen.

zu GFS datumvorschlag siehe:
http://listen.esel.at/pipermail/liste/2006-March/002908.html

wie wurde denn organisatorisch GFs fristverlängerungsvorschlag
aufgegriffen?

sorry for the pain-of-the-arse-attitude,
ansonsten: herzliche gruesse an die freimaurer.

eSeL

ps. summary ist online:
http://netznetz.net/wiki/index.php/26.Treffen

eSeL esel at esel.at
Sam Mai 27 16:31:03 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:02 pm

danke esel, das hat mir wiedermal ein argument gegeben. anhand
praktischer beispiele sieht man wiedermal, warum ich vorher harte worte
gefunden habe und warum sich so viele leute immer wieder ueber netznetz
aufregen.

Also insoferne moechte ich Stefans wortverdrehungsantwort nicht mehr
viel kommentieren, obiges beispiel erklaert warum ich das ganze PK als
EXTREM korruptionsgefaehrdet betrachte.

zum stichwort “fuer geld hacken” ???? hae??? stefan hast du noch
alle???? Wenn ich wirklich fuer geld “gehackt” haette, dann haette ich
ja nie an alle auf der liste gesagt “organisiert euch” (fuer die CG
wahl). Wenn ich grosse finanzielle interessen an CG haette, dann haette
ich sowas nicht sagen duerfen.

Stefan mir reichts mit dir!
kein wort mehr. Das publikum moege selber entscheiden, wer hier falsch
spielt.

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Sam Mai 27 22:01:57 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:03 pm

Um hier mal was klarzustellen (da Günther und Johannes grad nicht in
Wien sind und der Esel offenbar das Zündeln nicht lassen kann):
Angela Dorrer ist für das Ausstellungsdesign zuständig.

Das sind Vorwürfe, die schwer wiegen. Ich bin ja schon einiges
gewöhnt, drum setze ich auf geduldige Diskussion; aber du musst schon
davon ausgehen, dass du hier öffentliche Anschuldigungen erhebst, die
ich erwidern und ggf. harsch zurückweisen muss. Wundere mich selbst
immer wieder, WIE VIELE Leute diese Liste lesen.

Und: mir – oder dem PK (!) – mit Korruptionsvorwürfen zu kommen, DAS
ist eine echte Frechheit. Menschen, die freiwillig aus purem
Idealismus und grossteils ohne Bezahlung für die gesamte ‘Community’
arbeiten der Korruption zu bezichtigen:

Aaron, geh in dich! – Du bist ein wirklich guter Kopf, dieses
Stammtisch-Politisieren ist deiner nicht würdig.

Noch dazu immer diese pauschalen Verallgemeinerungen: zählst du die
beiden neuen PK-Mitglieder Judith Fegerl und Wolfgang Höchtl auch dazu?

Nenne Namen und Fakten, das klären wir sofort – HIER auf dieser Liste!


Ich sagte bloss, ‘blackhats’ sind Cracker, die z. B. für Geld hacken.

Es gab auf der Liste vor einiger Zeit eine Diskussion drüber, wollte
aber niemand etwas unterstellen (dir schon gar nicht, Aaron).


Mir ist dein Respekt sehr wichtig, Aaron!

Aber ich würde dich – und andere – ersuchen, verbal ein wenig
abzurüsten. Mir ist schon klar, dass der Unterhaltungswert dieser
Liste einen Grossteil seiner Kraft aus den Flamewars bezieht, aber
bitte prügle nicht unreflektiert auf das PK.

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.at
Sam Mai 27 23:31:52 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:04 pm

andorrer.de> Um hier mal was klarzustellen (da Günther und Johannes grad nicht in
> Wien sind und der Esel offenbar das Zündeln nicht lassen kann):
zuendeln? hinweisen!
> Angela Dorrer ist für das Ausstellungsdesign zuständig.
>

Vorher hiess es noch GF himself. (zur erinnerung: der der in letzter
minute einen vorschlag gebracht hat ueber den wir nicht mal abstimmen
durften, will 100k AC budget jetzt auch kuratieren?). Gut schauen wir
an: http://www.andorrer.de/ an:

–> Mi 03.05.06, 20:00, Ovalhalle, MQ quartier21, Wien:
STERN, STEIN, WINKELMAß – ÜBER DAS FREIMAURERTUM. Vortrag, neue
Fotoarbeiten und Diskussion mit Angela Dorrer sowie
verschiedenen Gästen aus Freimaurerlogen. Moderation: Günther
Friesinger / monochrom

Der vortragklingt interessant, wuerde ich mir gerne anhoeren. Aber
machen die nicht wieder sachen gemeinsam? Wie waers, jemanden
einzuladen, den NIEMAND von uns persoenlich kennt.

DAS hab ich mit korruptionsGEFAEHRTET gemeint.
Achtung ich hab nicht gesagt korrupt, das ist ein unterschied. Ich hab
gesagt, gefaehrdet. Nicht schon wieder woerter verdrehen.

Warum gefaehrdet? Weil wer das programm von GF liest sieht, dass es nur
so von schwammigen, vielseitig interpretierbaren auslegbaren
formulierungen handelt, sodas man potentiell ohne gross jemandem oder
gar der community rechenschaft schuldig zu sein, 100k von der AC
verteilen KOENNTE. Vor allem wenn man selber oder die bekannten dabei
Kurator ist!

DAS hab ich mit korruptionsGEFAEHRDET gemeint. Ich habe nicht gesagt
korrupt. Weil dazu muesste ein schon eingetretener tatbestand da sein.
Davon geh ich nicht aus. Und es ist auch klar, dass damit ganz bestimmte
personen und nicht die neuen – judith, die ich sehr schaetze, oder
wolfgang gemeint ist.

Ihr (GF, TT, monos (AFAIK da eigentlich eh nur jg(?)), stefan) koennt da
ganz einfach was sehr gutes als gegenstrategie machen:

1) _regelmaessig_ die community fragen, was sie und wie sie was will
und zwar _ehrlich_ fragen. Vorschlaege anbieten und fragen. Und das dann
auch umsetzen.

2) die wuensche und diskussionen der community ehrlich nach aussen
vertreten und (evtl. diplomatisch) aber doch zumindest ehrlich auf den
aktuellen status eingehen (vgl. pressrelease, wah!). Ist ja nix dabei!
Man _darf_ kritik ehrlich erwaehnen. Das ist alles ein experiment. Und
auch wenn das experiment schiefgeht. Ist ok. Sonst waers kein
experiment.

3) SUPER transparente strukturen fuer alles schaffen. Gerade wenn es um
geld geht.

Das wuerde ich empfehlen und dann meinen, dass ein riesenschritt -
vielleicht sogar die loesung des netznetz dilemmas – erzielt ist.
Vielleicht heisst die loesung ganz einfach: veantwortungsgefuehl der
community gegenueber zeigen.

Wenn ich ein guter kopf bin, dann bitte beachte auch den inhalt des
vorwurfes und reagiert da entsprechend. Dann bekommt ihr sicher
vertrauen. Ohne solche strukturen wird es immer wieder kritik hageln.


Ihr habt aber genuegend sprengstoff geliefert. Und nicht nur ich hab
mich aufgeregt, es gab immer wieder kritik. Und ein gewisser teil dieser
kritik ist _nur_ emotional (das thema regt hier alle auf) aber ein
gewisser teil der kritik ist IMHO sehr sehr berechtigt.

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Son Mai 28 01:15:30 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:07 pm

Angela Dorrer war bis vor kurzem Artist in Residence im MQ, und von
Monochrom eingeladen. Sie ist eine erfahrene Ausstellungsmacherin und
hat in München (ihrem Wohn- und Arbeitsort) in den letzten Jahren
viele wichtige und beachtete Produktionen realisiert.

Dein Argument, jemanden einzuladen, den niemand kennt bzw. zu dem
niemand persönliche Kontakte hat, hat eine auch Kehrseite, die wir
hier schon kennen gelernt haben. Da könnte jemand umgekehrt sagen:
die haben in der ‘Community’ selbst keine Ressourcen, kaufen
’symbolisches Kapital’ zu, veranstalten bloss ein
‘Repräsentionsspektakel’ für den Stadtrat, usf.

Ich habe mich aus der Organisation der AC bisher (bis auf’s Rennen um
mehr Geld und für eine coole Location) weitgehend herausgehalten,
weil ich eh schon 2x im Herbst 2004 mit Andrea Hubin (Basis Wien) das
NetzNetz-Symposium im Künstlerhaus und mit Leo Findeisen
(transformingfreedom.org) 2005 das Sprintosium ‘Parliaments of Art’
produziert habe. (Ersteres ohne Honorar, für zweiteres habe ich 50%
des Budgets extern aufgetrieben und defacto am Ende noch 400 Euro aus
meiner eigenen Tasche draufbezahlt. Übrigens, hast du bemerkt, dass
bei POA die Labels ‘Equaleyes’ und ‘POOOOL’ nicht mal im
Kleingedruckten genannt wurden, obwohl wir die Veranstalter – für die
‘Community’ – waren, ‘vereinnahmungstechnisch’ betrachtet?)

Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.at
Son Mai 28 03:29:51 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:07 pm

danke für die infos.

entsprechend wirst Du wohl esel-mails an netznetz auch als äusserung
von “wünschen, sorgen, problemen” verstehen, und nicht als suche nach
einem feuerzeug im feuerzeuggeschäft.

konkret bin ich beim begriff “kurator” im zusammenhang mit “man wird
einreichen können” weiterhin „empfindlich“. weil ich – als eSeL seit
jeher sowieso und besonders im netznetz-kontext (wo weiterhin die
möglichkeit besteht dass das anders läuft!) genau wissen will:

1. wer warum für mich und andere etwas – insbes. strukturen -
“designt” (für AC hiermit geklärt).

um definitorischen missverständnissen vorzubeugen: dieser
organisatorische part macht zwar mitunter einen grossen teil der
arbeit eines “kurators” aus (trust me, i know), aber der andere
entscheidende (sic!) teil des begriffes “kurator” betrifft:

2. mit welcher legitimation er/sie entscheidungen/auswahl trifft

hier: sich bei der annual convention zu zeigen
(böse leseart = ausgrenzen vs. gute lesart = qualität zeigen)

und diese job description eignet man sich gegenüber einer community,
von der man gffls. beauftragt wird, nicht en passant an.

Daher habe ich präventiv nachgefragt, weil es jetzt einfacher ist, als
wenn es dann schon in einem paper drin steht – und man nicht saboteur
hingestellt werden will, wenn man das nicht so sieht.

Auch wenn ich Deine Zuschreibung wer Gruppen „in und rund um’s q21“
zuzurechnen wäre im Mail v. 27.5. – 16.21h wirklich ablehne, weiß ich
aus anderen Mails von Dir, dass Du ein Bewußtsein für die “Cluster” im
Netzkulturfeld hast – und bitte Dich – und Euch – diese Umsicht
gerade bei ENTSCHEIDENDEN Eckpunkten der AC zu bedenken. …gerade
wenn es als benefit angesehen werden soll, vor Ort „jemand zu kennen“.

eSeL esel at esel.at
Son Mai 28 13:04:31 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:09 pm

es gab auch die idee diese umfrage für entwicklerInnen von modellen zu
öffnen, damit diese statistische daten erhalten, um beispielsweise ihre
modelle überprüfen zu können.
beim CG waren ja erst nach der validierung daten bekannt, mit denen dann
die analyse des CGs erst richtig durchgeführt werden konnten.

joerg piringer joerg at piringer.net
Sam Mai 27 13:10:11 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:09 pm

es gibt Spiele, die, zumindest individuell gesehen,
nicht “hackbar” sind, weil das individuelle Optimierungskalkül mit dem vom
Spieldesigner vorgesehenen zusammenfällt (Stichworte Anreizkompatibilität
und strategy proofness).

Wolfgang Höchtl wolfgang.hoechtl at uibk.ac.at
Mit Mai 31 13:15:59 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:54 pm

in meinem gedächnis rumoren allerdings einige
lemmas über abbildung beliebiger ganzzahliger systeme als n-dimensionale
polynome und optimierung derselben, aber du bist der spieletheoretiker
und nicht ich und du kannst sicher viel mehr über Optimierungsverhalten
sagen)

Wobei ich bleibe und worums zT auch geht ist, dass alle Systeme/Modelle,
die als Input die Stimmzettel der Wählerinnen bekommen und dann daraus
die Fördersumme berechnen, optimierbar sind. Wenn sich eine bestimmte
Anzahl der Wählerinnen vorher absprechen, können Sie das Resultat für
sich selbst optimieren.

Wenn diese Optimierung natürlich von den Spieledesignern vorgesehen war,
dann kann man sicher nicht von hack sprechen – sondern eher von
bewusster Ausgrenzung der nichtoptimalen.
Dann soll man das aber auch das Optimierungskalkül offenlegen und nicht
von “demokratisch” und “partizipativ” sprechen.

Das Optimierungskalkül eines CG kann nicht “qualität” oder “demokratie”
sein, weil ein CG davon keine ahnung hat und die wählerinnen existeniell
davon abhängig sind, dass das ergebnis für sie selbst optimal ist. Das
sind aus meiner meinung auch keine werte, die sich für ein spiel sehr
gut eignen.

aber lieber wolfgang, lass mal hören, wie dein CG-modell aussehen würde,
das nicht im individuellen sinne optimierbar ist und die werte
“partizipation”, “demokratie”, “verantwortung” und “qualität” abbildet.

peter pilsl pilsl at goldfisch.at
Mit Mai 31 22:32:57 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:56 pm

Wie zynisch die Spieletheorie war, haben wir gesehen.
Es gibt gute Gründe über Alternativen nachzudenken, denn
wie man es dreht und wendet, die Resultate werden auch bei
modifizierten Konstrukten ähnlich sein.

Jana Wisniewski e-motion at utanet.at
Don Jun 1 12:57:57 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 6:24 pm

Vorschlagsentwurf für ein Modell zur künftigen Selbstorganisation von NetzNetz –
Differenzierte Mitglieder-Rollen / Membership-Roles

1. Einleitung: Warum sollten die Rollen ausdifferenziert werden?

1.1. Das eine Grundbedürfnis: Lediglich Beantragung zur Förderung
Fazit
1.2. Ein andere Grundbedürnis: Partizipation, auch ohne Antrag
Fazit
1.3. Ein weiteres Grundbedürfnis: Gaststatus (+ nicht nur auf Deutsch)
Fazit

2. Vorschlag zur Ausdifferenzierung der Rollen

2.1. Applying Members / Ansuchende Mitglieder – Die BewerberInnen (Mana-Durchführung)
2.2. Deciding Members / Entscheidende Mitglieder – Die Community
(NetzNetz-Selbstorganisation)
2.3. Visiting Members / Besuchende Mitglieder – Die Interessierten / BeobachterInnen / ForscherInnen
2.4. Ein Fazit: Erst Differenzierung ermöglicht Parallelisierung
2.5. Ein anderes Fazit: Die parallele Wahrnehmung der beiden ersten
Rollen kann ein Ziel sein, darf aber keinen Zwang darstellen

——————-

1. Einleitung: Warum sollten die Rollen ausdifferenziert werden?

In den Diskussionen seit Februar 2006 habe ich den Eindruck bekommen, dass INNERHALB von Mana die tatsächlichen Interessen und Rollen, warum man dort sich eintragen lassen will, noch sehr unbefriedigend dargestellt werden.

Das möchte ich kurz an mir beispielhaft scheinenden Fällen veranschaulichen:

1.1. Das eine Grundbedürfnis: Lediglich Beantragung zur Förderung
1. Ich habe z.B. von den machfelds, die schon lange eine weithin bekannte Streamingplattform betreiben und mit der Validierung für
das Log-In durch das Validierungsgremium von Mana (ab jetzt VG -Mana) kein Problem haben können, in der Matrix-Radiosendung erfahren, dass sie sich um Förderung bewerben wollen und müssen, aber dadurch sich unangenehm genötigt fühlen, ein “Teil von NetzNetz” zu werden. Das hat mich zwar überrascht, kann es jedoch mittlerweile voll nachemfpinden.
Sie und andere haben auch ihre eigenen Projekte und Verpflichtungen und wollen vielleicht garnicht über ihre Sicht der Netzkultur diskutieren oder in netznetz sich zur Mitentwicklung verantwortlich fühlen müssen, bloß weil sie, grob gesehen, ein Teil dieser Szene sind.

Statt dessen wollen sie lediglich GELD FÜR IHRE ARBEIT BEANTRAGEN UND ZUGEWIESEN BEKOMMEN KÖNNEN – nichts! weiter. Und sie sagen: Wenn die Stadt Wien meint, dafür jetzt eine Community-Game einsetzen zu sollen, spielen sie halt mit, aber ganz ohne Lust. Verstehe ich gut, dass das nervt.

Fazit: Die NetzNetz-Community hat in langer Arbeit ein Rahmenmodell für die Fördervergabe öffentlicher Gelder entwickelt. Wer dort beantragen will, darf sich nicht auch zur Weiterentwicklung dieses Modells oder seiner Rahmencommunity – NetzNetz – mit genötigt fühlen. Ein Interesse als reine/r UserIn dieses Modells und erfolgreiche Valdierung wie gehabt, das hat für Mana auszureichen.

1.2. Ein andere Grundbedürnis: Partizipation, auch ohne Antrag
Dann erfahre ich im Gespräch mit anderen, dass diese z.B., warum auch immer!, um ihren Ruf fürchteten, deshalb bei der ersten Mana-Runde nicht kandidiert haben und eher dazu tendieren, die zweite abzuwarten und vielleicht auch die auszulassen.
NUR: Sie sind gleichzeitig voll daran interessiert, dass die momentanen Probleme diskutiert und weggearbeitet werden, damit der bald zweijährige, aufwändige und freiwillig investierte Entwicklungsprozess, in dem sie immer wieder viel Zeit und Grips investiert haben, weiter geht, und nach ihren Vorstellungen und Bedürfnissen gestaltet wird.

Sie wollten also, mindestens diesmal, KEIN GELD BEANTRAGEN ODER VERTEILEN, ABER DURCHAUS JETZT UND DAUERND MITDENKEN UND MITENTSCHEIDEN, wie sich NetzNetz entwickelt, etwa die Wahl künftiger Koordinatoren, die Beauftragung und inhaltlich-organisatorische Ausrichtung der Annual Convention mitbeeinflussen, personelle Vorschläge machen, usf..

Fazit: Die NetzNetz-Community hat in langer Arbeit ein Rahmenmodell für die Fördervergabe entwickelt, ohne dass das tatsächliche Ansuchen um Förderung und damit Geld bei allen als das Hauptmotiv angesehen werden dürfte. Es sollte in Zukunft also abgebildet werden können, dass jemand in Mana nur wählen möchte, einen Durchgang aussetzen möchte, jenseits von Förderungen mitentwickeln möchte, usf. und dabei seine Informationen, Rechte zur Partizipation usf. aufrecht erhalten kann.
Wer also nachweislich Arbeit in die Entwicklung gesteckt hat, soll sein oder ihr Recht auf Information, Mitentscheidungsrecht und das Recht, Vorschläge einzubringen, nicht weiter verzichten müssen und behalten können – Ein nachweisliches Interesse als reine/r EntwicklerIn von NetzNetz und folglich Mana hat und Nachweis bisheriger Mitarbeit hat auszureichen.

1.3. Ein weiteres Grundbedürfnis: Gaststatus (+ nicht nur auf Deutsch)

Eine dritte Form von Interesse nehme ich für die Zukunft bei vielen Neugierigen im In – und Ausland an:
Sie wollen das Mana-Modell (Community-Game / Super-Trustee etc.) und die Prozesse der internen Selbstorganisation (NetzNetz) life als BesucherInnen miterleben, sich dabei auch selbst vorstellen; sei es als volle Mitglieder in spe, oder auch als ForscherInnen im Bereich Medientheorie, Kunstgeschichte, Kulturanthropologie, Netzaktivismus, Forschung in Social Software-Realitäten, usf.;
durchaus vorstellbar ist, dass sie gleichzeitig auch auf der Suche nach PartnerInnen oder für sie passenden Projektplatformen sind, mit denen in Zukunft gemeinsame Sache gemacht werden kann;
genauso vorstellbar ist, dass sie selbst einer lokalen “Digital Community” angehören und evaluieren möchten, was an der Entwicklung des Wiener Modells und seinen Diskussionen
auf ihren Kontext übertragbar wäre.
Solchen Leuten, egal ob aus Wien, Linz, Maribor, dem Amazonas oder London, sollten mit einem eigenen Log-In nach anderen Kriterien, und niederschwellig, validiert werden.
Sie sollten die Essentials der Netzplattform auf englischer Sprache verstehen können, damit sie zuschauen, sich vorstellen, Erfahrung von innen sammeln und der Community Fragen stellen und feedbacken können.
Sie wollen also NUR BESUCHEN UND KOMMUNIZIEREN, NICHTS BEANTRAGEN, NICHT MITSPIELEN, NICHTS MITENTSCHEIDEN. Allein das durften sie bisher nicht, ohne z.B. den Kriterien der Mana-Valdierung genügen zu müssen.

Fazit: Die NetzNetz-Community hat in langer Arbeit ein Rahmenmodell für die Fördervergabe entwickelt, ohne das bisher
eine Möglichkeit besteht, als digitale/r BesucherIn daran teilzunehmen,
mit niederschwelliger, aber ernstgemeinter Validierung, und mit
niederschwelliger Gestaltung für nicht-deutschsprachige Interessenten.
Dieser nachzuordnende, aber gerade im Bereich Netzkunst /Netzkultur gewichtige Aspekt sollte deshalb jetzt schon in einem Modell von NetzNetz mit eingeplant und in der Software implementiert werden.

2. Vorschlag zur Ausdifferenzierung der Rollen

1. Applying Members / Ansuchende Mitglieder – Die BewerberInnen
* Recht auf Kandidatur zur Förderung durch öffentliche Gelder, betrifft Mana-Durchgänge
* können gleichzeitig auch eine *Deciding Members*-Rolle inne haben,
müssen aber nicht

2. Deciding Members / Entscheidende Mitglieder – Die Community
*betrifft personelle, organisatorische und inhaltliche Entscheidungen in NetzNetz, auch außerhalb von Mana
* Möglichkeit zur Eingabe von personellen, organisatorischen und inhaltlichen Vorschlägen (Proposition)
*Möglichkeit der Eingabe zur Einholung von Mehrheitsmeinungen durch Umfragen (Polling)
*Recht auf Eingabe zur Einleitung von Auskunfts- und Vetoverfahren in Bezug auf aktuelle Leitungsentscheidungen und Leitungsfunktionen (Revision)
*Recht auf Mitbestimmung in NetzNetz-Entscheidungen durch Wahl (Voting)
* können gleichzeitig eine *Applying Members*-Rolle inne haben, müssen aber nicht

3. Visiting Members / Besuchende Mitglieder – Die Interessierten / BeobachterInnen / ForscherInnen
* (möglicherweise teilbeschränktes) Recht zum digitalen Aufenthalt in Mana und NetzNetz (Restricted Access / Member Rights)
* können sich zu Vorschlägen, Umfragen und Wahlen der Deciding Members informieren, haben aber keine Pflichten
* können Fragen und Feedbacks an die Gruppe der aktuellen *Deciding Members* kommunizieren
* können für einen aktuellen Zyklus nicht gleichzeitig eine der anderen Rollen inne haben

2.4. Ein Fazit: Erst Differenzierung ermöglicht Parallelisierung

Diese drei Rollenverständnisse, bzw. Zugänge zum aktuellen Stand von Mana (Fördervergabe durch die Community und Weiterentwicklung der Modelle) und NetzNetz (Selbstorganisation von NetzNetz und Weiterentwicklung der Modelle) gibt es demnach in der Realität schon.
Dieser Vorschlag besteht also darin, sie beim nächsten LOG-IN im September 2006 differenziert abzubilden und differnziert zu validieren.

2.5. Ein anderes Fazit: Die parallele Wahrnehmung der beiden ersten Rollen kann ein Ziel sein, darf aber keinen Zwang darstellen

Im Umkehrschluss bedeutet das keineswegs, dass die Rollen der ERSTEN und ZWEITEN Gruppe von den entsprechenden Personen nicht parallel wahrzunehmen sind, denn aktive Mitglieder einer Community verteilen sicher Mittel (Mana) UND entscheiden mit über die personellen und inhaltlichen Fragen der künftigen Selbstorganisation (NetzNetz).
Doch sollte es ein Akt persönlicher Präferenz und Wahlfreiheit darstellen, sich dem einen oder anderen, oder eben beiden Zugängen
zurechnen zu wollen. Und diese Präferenz sollte in beiden Fällen widerufen werden können, ohne einen Wiedereinstieg zu verbauen.

Besteht diese Möglichkeit zur persönlichen Auswahl der Rollen allerdings nicht, gibt es nach meinem Dafürhalten
bei DER ERSTEN GRUPPE zuviel verständlichen Unmut,
bei DER ZWEITEN GRUPPE werden unverweigerlich Leute ausgeschlossen, die im Entwicklungsprozess wichtige MitarbeiterInnen bzw. konstruktive KritikerInnen waren und denen ein Anrecht auf die Beteiligung an Meinungsbildungen und Entscheidungen zukommt, und
bei DER DRITTEN GRUPPE, also Leuten, die für ihren lokalen Kontext oder ihre wissenschaftliche Forschung oder einfach aus Neugier den Prozess von innen erleben wollen, werden ohne Not hohe Barrieren aufgebaut, ihre möglicherweise wertvollen Kommentare,
Ratschläge und Kontakte gehen der Community verloren.

2.6. Grundregeln zur künftigen Einnahme von Rollen, bzw. Parallel-Rollen

- Ein bisheriges Member of Mana (MOM) kann beim nächsten Log-In ab September 2006 nur entweder eine der drei Rollen oder die erste und zweite Rolle gemeinsam inne haben
- Alle Rollen werden durch Valdierung nach jeweils verschiedenen Kriterien vergeben
- Diese Rollen werden nur an reale Personen und für jeweils eine Vergabezyklus vergeben
- Sie können beim Log-In für den jeweils nächsten Durchgang wieder beantragt werden
- Sie können ständig zurückgelegt werden

Findeisen, Andreas Leo A.Findeisen at akbild.ac.at
Fre Jun 2 02:31:31 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 6:32 pm


Vorschlagsentwurf für ein Modell zur künftigen Selbstorganisation von NetzNetz –
Differenzierte Mitglieder-Rollen / Membership-Roles

1. Einleitung: Warum sollten die Rollen ausdifferenziert werden?

1.1. Das eine Grundbedürfnis: Lediglich Beantragung zur Förderung
Fazit
1.2. Ein andere Grundbedürnis: Partizipation, auch ohne Antrag
Fazit
1.3. Ein weiteres Grundbedürfnis: Gaststatus (+ nicht nur auf Deutsch)
Fazit

2. Vorschlag zur Ausdifferenzierung der Rollen

2.1. Applying Members / Ansuchende Mitglieder – Die BewerberInnen (Mana-Durchführung)
2.2. Deciding Members / Entscheidende Mitglieder – Die Community
(NetzNetz-Selbstorganisation)
2.3. Visiting Members / Besuchende Mitglieder – Die Interessierten / BeobachterInnen /
ForscherInnen
2.4. Ein Fazit: Erst Differenzierung ermöglicht Parallelisierung
2.5. Ein anderes Fazit: Die parallele Wahrnehmung der beiden ersten
Rollen kann ein Ziel sein, darf aber keinen Zwang darstellen
2.6. Grundregeln zur künftigen Einnahme von Rollen, bzw. Parallel
-Rollen

(NOTIZ: ab hier gebe ich wie geagt einfach meine Liste der zu diskutierenden Punkte raus, zu denen mir noch keine ersten Formulierungen verfasst worden; diese könnten, wenn Leute etwas beitragen wollen, im Sinne einer Wiki-Entwicklung kollaborativ erarbeitet werden; Möglichkeit zur Kritik an den Punkten 1 und 2 nona eingeschlossen)

3. Mögliche Vorteile der *Deciding Members*-Struktur

3.1. Vorteile zur bisherigen Organisation: Das Personenkomitee (PK)
3.2. Vorteile zur bisherigen Organisation: Der Informationsfluss + mögliche Informationskomfort
(Zeitersparniss)
3.3. Vorteile zur bisherigen Organisation: Umfragen und Revision
3.4. Vorteile zur bisherigen Organisation: Transparenz und Inkubation

4. Aufgaben und Rechte der *Deciding Members*

4.1. Vorschläge / Propositions
4.2. Umfragen / Pollings
4.3. Korrekturanträge / Revisions
4.4. Wahlen / Votings
4.5. Andere Aufgaben und Rechte

5. Zu diskutierende und zu lösende Fragestellungen für die *Deciding Members*-Struktur

5.1. Wer validiert die KandidatInnen für *Deciding Members*
5.2. Nach welchen Kriterien werden *Deciding Members* validiert?
5.3. Wie verlängert und erhält sich der Status eines *Deciding Members*?
5.4. Wie kann der Übergang zwischen NetzNetz-GründerInnen und
NetzNetz-NeueinsteigerInnen gestaltet werden?
5.5. Offene Fragen zum Vorschlag

6. Mögliche Vorteile der *Visiting Members*-Struktur

6.1. Vorteile zur bisherigen Organisation: Ein Vorfeld für Kollaborationen mit ausländischen
PartnerInnen
6.2. Vorteile zur bisherigen Organisation: Ein Status für
interessierte BeobachterInnen aus Netzkunst, Netzkultur, Wissenschaft und anderen Bereichen
6.3. Weitere Vorteile im Interesse der NetzNetz-Community

7. Zu diskutierende und zu lösende Fragestellungen für die *Visiting Members*-Struktur

7.1. Wer validiert die KandidatInnen für *Visiting Members*
7.2. Nach welchen Kriterien werden *Visiting Members* validiert?
7.3. Zu welchen Informationen und Prozessen der NetzNetz- und Mana-Plattform hat ein
*Visiting Member* Zugang oder nicht?
7.3. Wie verlängert sich, erhält sich oder erlischt der Status eines *Visiting Members*?

8. Vorschläge zur organisatorischen und technischen Umsetzung

8.1. Zeitplan für die Diskussion, Einrichtung eines Wikis und Finalisierung eines
Pflichtenheftes (CMS/Software-Anforderungen)
8.2. Vorschläge für geeignete Personen für Diskussion,
Produktionsleitung, Programmierung, Koordination mit
bestehenden Systemen von Mana und NetzNetz
8.3. Zeitplan für Produktion des CMS

9. Vorbilder zur Lösung von Detailfragen der Community-Rollen

9.1. Vorbilder zur Lösung von Detailfragen aus der Netzkunst
9.2. Vorbilder zur Lösung von Detailfragen aus der Netzkultur
9.3. Vorbilder zur Lösung von Detailfragen aus den Wissenschaften
9.4. Sonstige Vorbilder und Vorschläge zu verschiedenen Detailsfragen

10. Weitere andiskutierte Fragen der künftigen Organisation von NetzNetz

10.1. Arbeitsbereiche des Personenkomitees
10.2. Struktur und Vergabe der Annual Convention
10.3. Diskussion und Entwicklung der Modelle von Mana
10.4. Weitere offene strukturelle Fragen der künftigen Organisation von
NetzNetz

11. Offene Fragen aus der Community / Mailingliste von
NetzNetz

11.1. xxx
11..2.yyy
11..3.aaa

Findeisen, Andreas Leo A.Findeisen at akbild.ac.at
Fre Jun 2 02:36:59 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 6:33 pm

Meine Vorstellung eines Verfahrens zur Vergabe der Fördermittel (gegeben, dass
man sie NICHT an eine Jury delegieren oder verlosen will – mein erster Gedanke
als ich mit dem Thama an sich in Berührung kam war übrigens “warum zum Teufel
arbeiten sie nicht daran dieses System zu verbessern, und führen unabhängige,
zufällig gewählte Juroren, Doppelblindverfahren etc ein) sind definitiv keine
Variante des jetzt existierenden Verfahrens.

Und überhaupt gestehe ich es euch nicht zu über meine Vorstellungen
diesbezüglich einen Kommentar abzugeben, dann was man nicht kennt hat man nicht
zu kommentieren. Aber nachdem ihr es mir nicht zugesteht mich mit der Sache
“massiv” zu beschäftigen (sorry, dass ich euren hochwohldurchlauchten Sanktus
nicht vorher eingeholt habe) dürfte das zumindest mein gutes Recht sein.

Meine konkreten Vorstellungen für einen Verteilungs-Mechanismus (bitte Begriff
VERSTEHEN vor dem Losprügeln) kennt ihr definitv nicht, die habe ich nämlich
noch niemandem erzählt. Die Tatsache alleine, dass ich ins PK gegangen bin (der
Vorschlag kam ursprünglich von Paul Böhm und Stefan Lutschinger. Nachdem ich
mir selbst darüber klar war, dass ich es tun wollte und von Stefan Lutschingers
Seite eine Zeit lang funkstille war habe ich unten angeführtes mail
geschrieben…so viel zum Thema “reindrängen”) reicht ja anscheined aus um mich
als Feindbild von Graf und Zyx zu qualifizieren – so leicht geht’s also. Ist
das so ein Fall von Sippenhatftung? Wer mit Theiler, Lutschinger, Grenzfurthner
und den anderen Übeltätern einmal in einem Raum gesichtet wird, ohne mit dem
Hintergedanken dort zu sein die Bande zu meucheln, hat den Status des Feindes
der wahren Künstler schon erreicht? Läuft das in eueren Köpfen in etwa so ab?
Wenn’s so ist sind die nächsten Zeilen zwar für die Fische, aber ich probiere es
noch einmal zu erklären was ich will bzw. tue

1. WENN ein dezentrales (nicht auf Delegation der Entscheidungsgewalt an ein
Kommittee/Jury basierendes) System der Fördermittelvergabe eingeführt werden
soll, dann möchte ich mein Wissen als Ökonom (und das meiner Kollegen, die auch
an der Sache interessiert sind) produktiv einbringen und einen Mechanismus
vorschlagen, der zumindest nach Kriterien der Ökonomie gesehen (und die sind
sehr allgemein gehalten und würden von kaum jemandem, der sie versteht
abgelehnt werden) sinnvoll ist. Was mir dabei vorschwebt hat mit dem community
game von Christoph Theiler nur die Dezentralität gemeinsam – sonst nichts. Mein
Interesse für genau diese Situation hat einen wissenschaftlichen Hintergrund,
den ich nie verheimlicht habe. Zwischen diesem Interesse und dem derzeitigen
Status ein dezentrales Verfahren abzuhalten (mir egal wie es dazu gekommen ist
- ich war nicht dabei) gibt es keinen Widerspruch, sondern im Gegenteil
beiderseits gewinnbringende Synergien.

2. ich mache weder für noch gegen die Entscheidung ein dezentrales System
einzuführen (bzw. dieses beizubehalten) Politik. Ich werde einen Vorschlag
machen und andere Vorschläge analysieren – aus.

3. im PK werde ich mich ausschließlich inhaltlich mit den verschiedenen
Vergabesystemen beschäftigen und mich ansonsten, mit der Ausnahme, dass ich zu
diversen Themen meine Meinung sage (zb Strukturierung des
Entscheidungsprozesses, checks und balances, Transparenz und procedural
fairness etc…) aus der Abwicklung der ganzen Sache raushalten.

4. netznetz Liste: wenn ich in dieser Liste Aussagen und Beiträge lese, die ich
für inhaltlich fehlerhaft halte werde ich das sagen, denn zumeist entwickelt
sich daraus eine spannende und fruchtvolle Diskussion (wie ich sie zB in den
letzten Tagen auch mit Peter Pilsl führte). Ausnahmen bestätigen die Regel.

5. ich halte meine Unkenntnis/Ignoranz der Szene, ihrer Proponenten und Werke
gegenüber(und damit auch ihrer Konflikte und Rivalitäten) und die Tatsache,
dass ich mit dem zuu vergebenden Fördergeld nichts zu tun habe nicht nur für
nicht hinderlich mich als Berater einzubringen, sondern sogar für einen
ausgewiesenen Vorteil.

Wolfgang Hoechtl Wolfgang.Hoechtl at uibk.ac.at
Fre Jun 2 19:14:22 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 7:02 pm

es ist zu früh, über vergabemodalitäten von fördermittel innerhalb der
konstruktion mana nachzudenken. egal auf welcher
theorethisch-ökonomischen basis diese modelle auch ihre
existenzberechtigung begründen und wie gerecht sie auch sein mögen.
diese zwangs-community[wer?] hat sich bis jetzt weder rechtlich noch
ideologisch verbindlich konstituieren können oder wollen. das liegt zum
teil an der trägheit des nicht repräsentativen PKs [anzahlsmäßig viel zu
klein und das ergebnis einer minderheitenwahl].
das PK hat auch keine legitimation mehr, dieselben strategien wie vor
einem halben jahr zu verfolgen – seien sie auch noch so modifiziert –
noch kooptionen durchzuführen.
neuformulierung des problems, entwicklung von handlungsstrategien und
neuwahlen sind jetzt das mittel der wahl!

grafzyx x at grafzyx.at
Sam Jun 3 12:15:39 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 7:03 pm

noch ein misserverstaendis scheint mir weit verbreitet – die entwicklung
von software kann nie eine inhaltliche oder systematische loesung
bringen oder gar ersetzen.

es verhaelt sich genau umgekehrt, zuerst muss bekannt sein, was
programmiert werden soll, dann erst kann ueberlegt werden, wie das am
besten umgesetzt werden kann (selbstlernende und -entwicklende systeme
mal ausgenommen, aber die befinden sich nach wie vor in derartig fruehem
fruehstadium, dass ich nicht empfehlen wuerde, sie zur loesung der
vorliegenden aufgabenstellungen heranzuziehen).

erst wenn es ein system gibt, das auch ausreichend erprobt und getestet
wurde (und damit meine ich im vorliegenden fall zumindest mehrmaligen
realen einsatz, wohlgemerkt ‘real’, nicht ‘unter realen bedingungen’),
kann es sinnvoll werden, es als software umzusetzen. sofern es sich
ueberhaupt als zweckdienlich erweisen sollte.

Herbert Gnauer hg at no-na.net
Sam Jun 3 17:31:33 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.17.06 @ 8:36 pm

Die Ausstellung der AC stellte sich als total unausgegorene, ja fast aussichtslose
Sache dar, bei der wieder kein Geld für die Künstler die mitmachen wollen da zu
sein scheint.

Das Validierungsgremium war ja o.k. kompetent und Franz Xaver´s Idee das runter
zu stufen hat die Sache etwas entschärft,

Nur, die Backbone Grants waren für Strukturen vorgesehen,
laut Ausschreibung und die Network Grants für Personen (oder Labels) zwischen
Plattform ei