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Ich finde es immer wieder spannend, was für vollkommen unterschiedliche
Ansätze bzgl. Problemlösungen Künstler und Techniker haben.
Die bisherige Entscheidungsfindung war und ist ein typischer viele
kreative Leute kommen zusammen und überlegen sich, was wir machen wollen
Prozess. Dementsprechend haben wir derzeit eine Unzahl von traumhaften
Visionen, Anforderungskriterien, kritischen Fragen, usw. Meinen vollkommen
unwissenschaftlichen, empirischen Studien zufolge, scheint dies die
klassische Arbeitsweise unter Künstlern zu sein.
Techniker haben aber normalerweise eine vollkommen andere Arbeitsweise die
kurz gesagt lautet: Wie soll das Ganze funktionieren bzw. was kann
überhaupt funktionieren? Deshalb bevorzugen Techniker meist kleine
Prototypen, an denen sich Ideen und deren Auswirkungen testen lassen.
Weshalb unter Technikern die wirklichen Entscheidungen meist erst nach
einer sehr ausgeprägten ‘probieren das Ganze einmal aus’ Phase treffen. Wo
nach einigen Tests Dinge wieder verworfen bzw. massiv umgeändert werden.
Dementsprechend schwer tun wir Techniker uns aber mit dem aktuellen Stand
der Entscheidungsfindung rund um das NetzNetz Förderungssystem. Mir
persönlich ist es als Nichtbetroffener relativ egal, wer genau die MA 7
Gelder bekommt. Deshalb hat mich die bisherige rein theoretische Debatte
auch nur bedingt interessiert. Ich helfe aber liebend gerne bei der
Umsetzung des gesamten Systems mit und versuche mein bestes, dass am Ende
ein System herauskommt mit dem alle Beteiligten halbwegs zufrieden sind.
Nur scheitern wir derzeit an der Frage, die jeder Techniker als Erster
stellt: ‘Wie soll das Ganze funktionieren’. Dementsprechend muss ich Reini
bedingt zustimmen. Der Fragenkatalog ist gut, hat seine Berechtigung und
ist der Maßstab an dem wir gemessen werden. Aber was hilft er uns bei der
KONKRETEN Umsetzung des Förderungssystem ????
Wenn ich es hart formulieren darf, würde ich sagen: Entweder schafft es
die Künstercommunity innerhalb von NetzNetz (um die es beim
Förderungssystem eigentlich geht) bis zum Sprint bzw. beim Sprint Ideen
und Modelle auszuarbeiten, welche Hand und Fuß haben und als Ganzes
konkret umsetzbar sind, oder wir Techniker sind notgedrungen gezwungen uns
selber etwas eigenes einfallen zu lassen.
Was konkret bedeutet, wenn jemand gute Ideen hat, WIE das Förderungssystem
funktionieren könnte, kann er sich sicher sein, dass die Techniker
innerhalb von NetzNetz diese umsetzen werden (und sei es aus reiner
Neugierde). Wenn aber alle Beiträge nur aus einer Unzahl an
Anforderungskriteriern und Kritik besteht, bitte ich darum sich nicht zu
wundern, wenn sie von Seiten der Techniker derzeit ziemlich ignoriert
werden (ich kann ein halbwegs fertiges Produkt kritisieren. Aber Kritik an
etwas, von dem wir eigentlich noch nicht genau wissen, wie es aussieht und
was es genau sein soll, ist nur bedingt hilfreich).
Wenn ich mir daher etwas wünschen würde, dann wäre es mehr Mitarbeit bei
der Klärung ganz fundamentaler Fragen wie: Brauchen bzw. wollen wir eine
anonyme oder eine offene, weil besser nachvollziehbare Abstimmung?, Wer
darf in welcher Form mitbestimmen?, Wie offen geschlossen wollen wir als
NetzNetz Kollektiv sein? und so weiter.
Ansonsten laufen wir entweder in ein technokratisches wir müssen System XY
von AB nehmen, weil es das Einzige ist was bis November funktioniert
Entscheidung hinein, oder der gesamte Entwicklungsprozess geht den Bach
hinunter (beides schon bei Softwareprojekten erleben, bei denen es um
wesentlich mehr als 250.000 Euro gegangen ist).
Andreas.Trawoeger Mon Aug 1 16:18:35 CEST 2005
45 Comments so far
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netzkunst: hofstetter kurt
: mamax
: machfeld
: ubermorgen
: 5super.net
: monochrom
: die meisten festivalsbeteiligungn
netzkultur : ccc
: funkfeuer
: freifunk
: enemy.org
: mond.at
: auf allen entwicklerseiten
so schierig war das gar nicht.
schwierig wirds nur dort wo sich die entwickler von den kuenstler
ausnutzen lassen.
Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Don Nov 24 18:22:03 CET 2005
du behauptest, daß das ganze zusammenwächst bzw. längst zusammengewachsen
ist, ich sehe aber eher eine nicht wieder zusammenführbare trennung,
die früher so
nicht bestand.
gibt’s zb als detail irgendeinen netzkünstler der überhaupt noch emailen kann?
ich lasse es zB auch schon einreissen und tofu hemmungslos hier. zum glück
nur hier und nicht anderswo, sonst würde ich schon längst zerissen werden.
schneidet hier irgendeiner die unseligen sigs in threads weg?
gibt’s hier auf dieser liste überhaupt irgendeine netzkultur - email kultur?
wird die diskussion hier nicht abseits vom netz geführt, in privaten
treffen irgendwo
in wien?
ok, das ist also eine netzkunst liste, ohne kultur und ohne kulturelle relevanz.
Reini Urban rurban at x-ray.at
Don Nov 24 22:09:55 CET 2005
wie ich es sehe, erweitern wir gerade einen topf der bisher schwerpunktmaessig der gemeinhin als “künstler” bezeichneten
spezies zugeführt wurde auch in richtung netzkultur. (und wollen den eigentlich NICHT vereinnahmen, sondern das feld
erweitern)
erneut wiederhole ich (seit oktober) meinen aufruf um produktiven input:
ihr netzkulturmenschen, und auch: netzkünstlerInnen, ihr zwischendrinstehenden oder Danebenstehende
bringt uns doch endlich spielregeln für die community bei! das brauchen wir.
da muss es doch bitte erfahrungen geben, besonders von seiten der coding culture, bittesehr?!
eSeL esel at esel.at
Fre Nov 25 16:24:33 CET 2005
natuerlich koennen programmierer kuenstler sein -
aber nicht alle programmierer machen netzkultur!
ein gutes beispiel fuer netzkultur ist das wikipedia, welche kuenstler
haben da schon mitgewirkt?
und mir tut es im herz weh wenn sich diese leute aus dieser liste
zurueckziehen - und sich wichtigere dinge widmen. (haben eh recht)
dann bleibt das geld fuer die netzkunst uebrig - auch ok.
nur wehre mich dagegen dass hier der anspruch erhoben wird netzkunst und
netzkultur zu foerdern.
oder bleiben wir bei der ars electronica, die ja unsere themen vorgeben
soll ![]()
ok dort wird netzkultur anerkannt aber passieren tut sie dort sicher
nicht mehr.
es gab 96/97 einen guten ansatz mit dem futurelab, aber leider hat unser
gerfried das nicht durchboxen koennen.
dann hat man ja gesehen wie es weiterging mit der ars und der
netzkultur (zb. linus torvalds preisverleihung)…….. hoffe da kann
sich ja jeder noch erinnern.
da muessen neue strukturen greifen.
es ist die aufgabe eines staates kultur zu foerdern und sie zu erhalten.
Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Sam Nov 26 14:40:38 CET 2005
ob sich kuenstler programmierInnen bedienen, oder ob dies in kooperation
geschieht ist nicht wesentlich. war auch nie das thema. auch nicht ob
programmierInnen kuenstlerInnen sein koennen oder umgekehrt. all diese
unternehmungen fallen aber in den begriff der netzkunst. Ich habe ja
selber jahrelang in diesem bereich als kuenstler gearbeitet. (mach das ja
immer noch)
das ist alles nicht neu: hat es schon immer gegeben und wird es immer
geben. der kuenstlerIn ein individium - soll sich nicht an regeln
halten. dies hab ich auch bei meinem ersten posting gemeint als ich
gesagt hab, die kunst ist sicher nicht totzukriegen.
nur was ich sagen will, dass die netzkultur (hier netz=internet) stark
von einer anderen szene gepraegt wird. deshalb ist der begriff netzkunst
und netzkultur in einem satz unzulaessig. den die netzkuenstler hatten
noch nie einen einfluss auf das internet und dessen kultur.
es gibt aber sehr wohl in wien eine unmenge leute die sich um das
internet kuemmern und schon viel geleistet haben. Sie haben freiraeume und
software geschaffen auf die auch netzkuenstler zurueckgreifen (no prob
darf auch jeder, ist auch dafuer lizenziert).
um diese personen geht es mir in der diskussion, und dies thematisiere ich
auch in graz. ich habe den serverspind installiert. dort gibt es gratis
bandbreite fuer netzkuenstler und netzaktivisten.
den begriff _netzaktivisten_ hab ich verwendet weil ich nicht gewusst
habe wie ich diese personen sonst benennen soll. es sind definitiv keine
kuenstler im konventionellen sinn (sie wollen auch nicht als kuenstler
bezeichnet werden).
also es gibt im dataspind die 2 themenkreise. kunst und netzaktivismus.
dieser aktivismus ist meist sehr ideologisch und fachlich fundiert und
dadurch macht es mir einfach spass mit diesen leuten zu arbeiten. denn sie
wissen einfach was sie tun. sie begeben sich nicht in die abhaengigkeit
von maschinen und gestalten ihre strukturen selber.
den plattformbegriff wie er immer wieder von den netzkunstpeoples (im
fachjargon werden sie _kunstis_ genannt) gefordert wird (und die umsetzung
auch schon x-mal versucht worden ist) hab ich dadurch vermieden, dass
ich den serverschrank nicht durch den inhalt oder den betreibern
der servern legitimiert habe.
ok, es ist ein kleiner kunstgriff, aber es ist nicht anders gegangen.
denn das geld fuer netzkunst und kultur kommt nun mal aus dem ueberbegriff
der medienkunst.
dies aufzuloesen, ordnung zu schaffen, waere eben das anliegen.
neue problematik fuer netznetz:
um neues zu schaffen muss man auf diese leute aber aktiv zugehen, sie
speziell einladen. ich glaub nicht dass sie sich bei so einer diskussion
beteiligen wuerden. denn es gibt nichts rechtzufertigen - die ergebnisse
liegen am tisch.
im moment ist es ja so dass nur die projekte im rennen sind die
als antraege reinkommen. - um netznetz spannend zu halten wird das zuwenig
sein. dies ist sicher nur eins der vielen schwierigkeiten die netznetz zu
loesen hat.
da die verantwortung jetzt von oeffentlicher stelle zu netznetz
verlagert worden ist, und sich netznetz darum angenommen hat, muesst
ihr euch nunmal damit auseinandersetzen.
Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Son Nov 27 14:32:45 CET 2005
Netzkunst ist meiner Meinung nach ein Begriff, der sich überlebt hat und den es nur mehr gibt, weil bis jetzt niemanden eine bessere Bezeichnung eingefallen bzw. weil sich alles rund um den Begriff Internet gut vermarkten lässt.
Stammen tut der Begriff Netzkunst aus den Zeiten anfang der 90er als es für alle (sowohl Techniker als auch Künstler) sehr war leicht mittels Notepad eine Webseite zu erstellen.
Heutzutage leben wir aber in der Welt von Content Management Systemen, CSS Stylesheets und RSS-Feeds.
Die wenigsten Netzkünstler und Medientheoretiker waren in der Lage bzw. wollten diese technische Entwicklung Know-How mässig mitmachen, weshalb alle Entwicklungen im sogenannten Netzkulturbereich (Wikipedia, Blogs, Podcasts,..) von Technikern und nicht von Künstlern stammen.
Man kann natürlich bei der Trennung Künstler = Netzkunst, Techniker = Netzkultur bleiben, es löst aber nicht die Frage, was Netzkunst heutzutage noch mit ‘Netz’ zu tun hat.
Das Ganze wird insofern akut, als es derzeit die Programmierer sind, welche sich der gesamten Thematik Geistiges Eigentum anzunehmen und anfangen den Bereich unter dem Motto: DNA ist Code, Kunst ist Saatgut vollkommen neu zu definieren.
Während die meisten Künstler noch immer keine Ahnung von Urheberrecht haben und entweder ängstlich auf all ihren Rechten beharren, ohne das es ihnen irgendetwas bringt, oder ihre Rechte ahnungsloas an diverse Verwertungsgesellschaften abtreten, gibt es im Bereich Freier Software klare Lizenzbedingungen und gut funtionierende Formen der Zusammenarbeit.
Zusätzlich hat sich die Freie Software Begegung im Laufe der letzten Jahre rund um den Kampf gegen die Softwarepatente zu einer veritablen politischen Organisation gemausert und es sind Gruppierungen wie die FSF oder FFII die sich in den politischen Kampf rund um die aktuelle IP Enforcement Directive (IPRED2) und Dataretention engagieren.
Wohingegen die Künstler maximal auf die Idee kommen, eine Ausweitung der Rechte zu forden, mit denen sie jetzt schon kein Geld verdienen (Stichwort: Schützbarkeit von Ideen).
Wobei die wirkliche Trennung zwischen den Gruppen nicht auf Know-How Ebene sondern auf sozialer Ebene stattfinden.
Mir als Freier Softwaremensch sind viele soziale Umgangsformen rund um NetzNetz schlicht weg fremd.
Vor allem die viele Persönliche Treffen auf denen Dinge von irgendwem beschlossen werden, anstatt sie offen auf der Mailingliste zu besprechen kann ich nur als depremierend ineffizent bezeichnen.
Es gibt im Kunstbereich so wie es aussieht einen unglaublichen Zwang zu 100% Konsenslösung. Was den merkwürdigen Effekt hat, dass man instinktiv zu kleinen Gruppen tendiert und es eine mittlere Katastrophe darstellt, wenn auf einer Mailinglist mit ein paar hundert Leuten, jemand eine andersartige Meinung äussert.
Gleichzeitig gibt aber kaum von allen akzeptierte soziale Regeln, wie dieser Konsens zustande kommen soll, wodurch Desaster wie die Depot Diskussion vorprogrammiert sind.
Wohingegen ein FFII mit 40.000 europaweiten Mitgliedern nach einem sozialen Prinzip arbeitet welches sich wie folgt anhört:
Our decision making rule is rough consensus by
a fluid core community, responsibility for the task or the principle known as “just do it”.
Wobei man nicht verschweigen sollte, dass es derzeit im FFII eine veritable Führungskrise gibt und es noch sehr wenige Gruppen aus dem Bereich Freie Software gibt, die sich abseits des Programmierens untereinander organisieren und wirklich gut funktionieren.
Nur was für eine Relevanz soll Netzkunst noch haben, wenn die Programmierer anfangen nicht nur reinen Code sondern komplette soziale Systeme zu programmieren (siehe Wikipedia) und das dadurch generierte symbolische Kapital selbst abschöpfen
Mal sehen wie gut Metalab in Wien funktionieren wird.
Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Son Nov 27 15:39:12 CET 2005
> Demokratischer Legitimationszwang bedeutet den Tod der Kunst.
Sehr schön. Du willst also die Netzkultur abschaffen. “Wien ist anders”
Wie werden, glaubst du, im Internet Entscheidungen getroffen?
Du hast das Diktatorenmodell und das Demokratiemodell.
Das Kuratorenmodell findet sich höchstens bei “Netzkünstlern”,
die vom Netz keine Ahnung haben.
Reini Urban rurban at x-ray.at
Mon Dez 5 13:17:01 CET 2005 in Antowrt an Johannes Gees
Entschuldigung, aber mit eurem Verhalten proviziert ihr bei vielen
Beteiligten ein klassisches Trolling Verhalten:
http://en.wikipedia.org/wiki/Slashdot_trolling_phenomena
Durch das ständige Ändern der Spielregeln und den ständigen Versuch
irgendwelche ungewollten Personen und Verhaltensweisen von NetzNetz fern zu
halten, beschwört ihr diese Verhaltensweisen richtig gehen herauf.
Wenn ihr von euch aus und ohne wirklichen Rückhalt des großteils der
Beteiligten z.B. 253 verschiedene Regeln aufstellt, wie man eine
Bandbus-Attacke verhindern kann. Provoziert ihr es geradezu, dass jeder die
253 Regeln nach einer Lücke untersucht und versucht diese auszunutzen.
Was habt ihr eigentlich vor, wenn Aufgrund eurer Kriterien ein Zertifikats
& Bestätigungshandel entsteht, wo sich die Leute gegenseitig bestätigen an
einem Kunst bzw. Netzkulturprojekt beteiligt gewesen zu sein?
Die einzig wirklich wirksame Methode gegen eine Bandbus-Attacke sind
transparente Beteiligungsstrukturen, damit man vor der eigentlichen
Abstimmung schon erkennen kann, wenn eine Gruppe versucht die Abstimmung zu
kapern und eine möglichst hohe Anzahl an Stimmberechtigten. Damit eine
einzelne Gruppe keine Chance hat, den Prozess als Ganzes zu kapern.
Je enger, kleiner und undurchschaubarer ihr den Kreis der Stimmberechtigten
macht desto anfälliger ist der Prozess, sobald jemand eine Lücke im
Regelwerk entdeckt.
> Insofern kann sich eine neue Initiative, die grosse Anstrengungen
> darin setzt, ‘ihre Leute’ - ohne Berücksichtigung der laufenden
> Diskussionen über grundlegende Kriterien - einzuschleusen (aber auch
> andere), die den obrigen Kriterien nicht entsprechen, weitere
> Anstrengungen sparen.
Das Hauptmerkmal einer wirklich offenen Community besteht darin, dass sie
selbst nicht weiß wie groß sie ist und aus wem sie eigentlich besteht.
Dementsprechend hat eine offene Community auch nicht einen bestimmten
Personenkreis, den sie einschmuggeln könnte, weil potentiell jeder zu der
Community dazugehört bzw. dazugehören könnte.
Es will euch vor allem rund um MetaLab niemand etwas böses, aber wenn ihr
gezielt 75% der bei Mana registrierten verbannen wollt, fordert ihr eine
entsprechende Gegenreaktionen geradezu heraus.
Ich persönlich und auch MetaLab sind auf das im Rahmen von Mana
ausgeschüttete Geld nicht angewiesen, aber es kann nicht Ziel von NetzNetz
und des NetzNetz Fördermodells sein, eine subventionsberechtigte
Netzkünstlerkaste zu schaffen. Wohingegen die Techniker welche die
Grundlagen für diese schaffen nicht nur kein Geld bekommen, sondern ihnen
auch noch das Stimmrecht verweigert wird.
Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Sam Mar 4 14:37:38 CET 2006
du beschreibst sehr treffend die Aufgaben des Personenkomitees, das
sich um die ‘Rahmenbedingungen der Entscheidungsfindung’ kümmert.
Die aktuelle Frage ist jene von Präsenz- und Konsensquorum:
“Es gibt keine noch keine deutlich fixierten Regeln des
Präsenzquorums (Art und Anzahl der teilnehmenden units) und des
Konsensquorums (Art der Stimmenmehrheit), welche für eine Gültigkeit
der Abstimmungen erforderlich sein soll.” Gruppe Or-Om, Option
Demokr at tor: 3/2003
1. Präsenzquorum
Die Vorgabe der Stadt Wien (einer der ‘Konstanten’ in unserem
Diskurs) lautet, dass ‘KünstlerInnen und Kulturschaffende, die im
Bereich Netzkultur(en) und/oder Netzkunst’ arbeiten, gefördert werden
sollen, also keine Rede davon, dass bloss KünstlerInnen einreichen
dürfen: KünstlerInnen und Kulturschaffende sind gleichermassen
bezugsberechtigt, und das ist weit gefasst.
Das ist der Fördergegenstand: aber die Kulturabteilung der Stadt Wien
ist auch kein Technologieförderungsfonds, dafür gibt’s eigene Stellen.
Der Grund, warum es zu diesem Fördermodell für Netzkultur(en)
gekommen ist, liegt ja in den erfolgreichen Verhandlungen gegründet,
die KünstlerInnen und Kulturschaffende (selbstverständlich auf der
Grundlage ihres ’symbolischen Kapitals’) mit der Stadt Wien erreicht
haben!
Meine Empfehlung an die TechnikerInnen wäre nun, bei entsprechenden
Technologieförderstellen einen Betrag in gleicher Höhe (500.000 Euro)
zu lukrieren und den ebenfalls der NetzNetz-Community zur Verfügung
zu stellen, sprich dem Budget der Kulturabteilung der Stadt Wien
aufzuschlagen, also beide Budgets zu einer runden Million
zusammenzulegen.
Damit wäre der von dir erwartete Streit gelöst und beide Seiten
zufrieden.
Stefan Lutschinger s.lutschinger at digitaldrafts.net
Sam Mar 4 18:22:58 CET 2006
also wenn du wirklich eine trennung der technoloie von der
netznetz-community anstrebst, begibst du dich meiner meinung nach auf
einen scheulderkurs. (viel zu schnell in die kurve
)
ich gebe nur zu bedenken das in den letzten jahre der rest
der medienkunst (oder sagen wir netzkunst) sehr stark auf die dynamik
opensourcecommunity mit ihren akteuren blickte. das kannst du bei allen
festivals feststellen.
es war ab dem zeitpunkt als linus torwald einen preis bei der ars
electronica bekommen hat, ich glaub er wusste gar nicht warum
er den bekam.
ich sehe derzeit wenig innovatives in der kunstwelt - das hat auch seinen
grund (aber zu dem ein andermal). ich sehe in der kunst nur ueberall ein
liebaeugeln mit der opensourcecommunity.
ich sehe sogar einen steirische herbst, der hauptsaechlich aus tanz,
performance und theaterausfuehrungen besteht, und der heuer seinen inhalt
(thema) in der opensource-community sucht.
und in diesem umfeld forderst du von den opensourceleuten dass sie
die finger von der netznetzkohle lassen und sich lieber um eigenen
subventionen in der technik kuemmern sollen.
du nimmst dir da aber richtig was vor - willst du (wollt ihr) die welt neu
erfinden? dafuer reicht die kohle nicht.
Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Sam Mar 4 20:48:09 CET 2006
On So, 5.03.2006, 16:03, Franz XAVER wrote:
> Ich habe immer gesagt das netznetz ohne selbst gewaehlter jury nicht
> funktionioeren kann.
>
> aber das schlimmste was passieren kann das es keine frei gewaehlte jury
> ist, sondern dass eine selbstbestimmte personenkreis urteilt und bewertet.
sehr gut, du unterstützt also meine forderung nach einer jury, die das
personenkomitee in dieser frage entlastet?
Stefan Lutschinger a9306158 at unet.univie.ac.at
Mon Mar 6 04:43:14 CET 2006
boah, Stefan, meinst du deine letzte mail echt ernst?
Also wenn so dinge wie metalab - der kreative umgang mit neuen
technologien schlechthin - als “Technikerfoerderung” abgeschoben
werden soll, dann weiss ich echt nicht mehr.
Dann versteh ich aber nicht, warum nicht VJing und equaleyes bei der
filmfoerderung ansucht und NETZnetz komplett bleiben laesst hmm…
VJing ist doch eher film oder ;-)))) (*winkwink*)
Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Son Mar 5 00:46:55 CET 2006
Stimme dir voll zu.
Metalab wäre übrigens gut beraten, etwas mehr die Kunst- und Kulturkarte
zu spielen und nicht mit öden Manierismen über ‘TechnikerInnen’ vs …
zu langweilen.
…
Das Arbeitsfeld von Equaleyes ist umfasst vielfältige Arbeitsfelder,
Technologien, Medien und Diskurse.
Vor allem werken dort Leute, die das Spiel des Kunstmarkts, der Netzkultur
und der Wissenschaft professionell beherrschen.
Ich würde mich bspw. verwundern, wenn Hardware-Hacker wie NRSZ und
5VoltCore, die übrigens im Kunstsystem voll mitspielen (Transmediale
Award 05 für ‘Corejulio’; Peter Weibel Ausstellung ‘The Postmedial
Condition’, Neue Galerie Graz), sich den schäbigen VJ-Hut aufsetzen
lassen würden.
Unsere V-Blog/Podcast Online-Database sehen wir als innovatives
Netzkulturprojekt, hat aber bereits seit Frühjahr 2005 eine Creative
Industries-Förderung (keine Sorge um den Backbone-Kuchen.)
Und wissenschaftliche Studien zu visueller Semiotik, History of Pop etc
… werden ebenfalls wieder durch andere Stellen finanziert (Büro f.
internationale Beziehungen, Wissenschaftsabteilung), etc …
Es gab mal einen 5. Punkt im Fördermodell, der hiess X-Fading. Es war
angedacht, dass hier Leute beraten werden sollen, deren (Teil-)Projekte
nicht durch das Fördermodell Netzkultur(en) erfasst werden, quasi eine
Art strategischer Selbsthilfegruppe für Kunst- und Kulturfinanzierungen.
Bei diesem Gejeiere hier auf der Liste interessierte sich aber bald
niemand mehr dafür, anderen mit Tips sine pecunia zu helfen, wenn
permanent nur völlig unreflektiert gegen alles gemotzt und geschossen
wird. Wer nicht will, der hat schon, sage ich immer.
Seien wir doch mal ehrlich: die Qualität der Diskussionen wird zumeist
durch Leute bestimmt, die noch nie in ihrem Leben eine Förderung
beantragt und erhalten haben und sich, obwohl sie regelmässig zu später
Stunde bei der x-ten Dose Bier mit ihren Taten als
Netzkultur-AktivistInnen o. ä. prahlen, sich vor Angst in die Hose
pinkeln, wenn sie bei einer Kulturabteilung ein Einreich-Formular
ausfüllen oder einen Lebenslauf einschicken müssen.
Stefan Lutschinger a9306158 at unet.univie.ac.at
Mon Mar 6 05:31:08 CET 2006
danke stefan, wenn du weiterhin solchen stuss redest bringst du mich
zwar nicht dazu mich zu netznetz zu äussern, aber dazu meine contenance
zu verlieren, und jedwegen verbleibenden respekt für dich zu verlieren.
Paul Boehm paul at boehm.org
Mon Mar 6 13:52:31 CET 2006
also so eine untergriffige mail mag ich eigentlich nicht kommentieren.
Aber so stehen lassen kann man das einfach nicht. Sonst gilt die mail
als “personenkomitte entscheidung”.
Erstens stimmt es nicht, was du ueber metalab schreibst, zweitens
entziehst du dir selber mit solcherart persoenlichen gehaessigen
mails jedwede berechtigung, eine faire wahl zu organisieren und
drittens widersprichst du dir selber
(vgl. vorige mail, dass sich metalab selber fuer eine
Technikerfoerderung bewerben soll). Viertens hast du den
analogieschluss - metalab ausschliessen ergo equaleyes ausschliessen
- nicht ganz verstanden.
Ich wuerde gerne wissen, wer vom jetzigen personenkomittee, wirklich
die regelung mit 3 projekten beschlossen hat. Wer war bei dem
beschluss da? Nicht da? Wer hat dafuer/dagegen gestimmt? Oder war das
alle nur eine ad-hoc entscheidung von dir alleine?
Das mit dem vorweisen von 3 Projekten ist wohl die schlechteste
entscheidung ueberhaupt seit langem. Warum? Selbst bei einem Amt kann
ich als neuer angehender “Netzkuenstler” (aaahhhhhh, das wort stinkt
mittlerweile!) einreichen, ohne 3 Projekte vorweisen zu muessen. Wenn
es gut ist, dann ist das Projekt gut und ich habe bei einem Amt die
moeglichkeit zur foerderung. Der zugang muss ja offen und fair fuer
alle sein. So, mit diesem jetzigen vorschlag, wird das ganze ein
insiderklub fuer leute, die sich kennen und sich gegenseitig die
foerderung zusprechen.
Da ist tuer und tor fuer korruption geoeffnet.
,,,
> Metalab wäre übrigens gut beraten, etwas mehr die Kunst- und
> Kulturkarte
> zu spielen und nicht mit öden Manierismen über ‘TechnikerInnen’ vs …
>
hier ist der widerspruch zu deiner mail (”metalab soll doch eine
technikerfoerderung beantragen”)!
IMHO ist der kreative umgang mit neuen technologien sehr wohl sehr
schnell kunst BTW.
Denk an welche projekte regelmaessig an der ARS vorhanden waren. zB
brain controlled flying blimps.
Nur weil man (bewusst?) keinen Sloterdijk zitiert (mag) heisst es ja
noch nicht, dass es
nicht kunst ist. Im endeffekt entscheiden eh die spaeteren
rezipienten, was kunst war oder nicht.
…
Stefan: wenn du solcherart polarisierte mails schreibst, dann musst
du dir bitte ernsthaft ueberlegen, ob du eine faire wahl organisieren
kannst. Sorry. Ist so.
Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Mon Mar 6 14:28:12 CET 2006
Zeig mir da Amt, dass dir ohne Referenzen bis zu 28.000 Euro in die Hand
drückt - Aaron, wach auf! Für ‘neue, angehende …’ gibt’s Microgrants.
> Da ist tuer und tor fuer korruption geoeffnet.
Warum? Drum habe ich für die Bewertung der 3 Projekte ja - im gleichen
Mail - eine unabhängige Jury gefordert.
…
> nicht kunst ist. Im endeffekt entscheiden eh die spaeteren
> rezipienten, was kunst war oder nicht.
Bist du sicher, dass das System so läuft?
…
Tja, das waren rüde Worte: nochmals, eine Positionierung als Kunst- und
Kulturinitiative bringt euch viel, das wollte ich damit sagen.
Nimm meine Formulierung als Versuch, das nachhaltig verankern zu wollen.
Diese Streitereien ‘TechnikerInnen’ vs. ‘KünstlerInnen/Kulturschaffende’
waren über Jahre der Running Gag bei den Ars Symposien, das kann man doch
nicht mehr für bare Münze nehmen. 2003 haben sich die ZuhörerInnen beim
CODE-Symposium nur mehr gelangweilt.
Wie gesagt, der Diskurs wäre für mich seit über 60 Jahren (1. Ausgabe
‘The Art of …) erledigt, wenn ich als ‘reiner TechnikerIn’ einen Antrag
für eine Kulturförderung beantragen wollte - meine pragmatische Antwort
auf diese eher akademische Frage.
Stefan Lutschinger a9306158 at unet.univie.ac.at
Mon Mar 6 15:06:57 CET 2006
Eine der Schwierigkeiten bei Technik ist, dass Technik eine fixe
Infrastruktur braucht. MetaLab bedeutet Internet, Server, Oszilloskope,
Nebeldiffusionskammern,usw. Um das alles Aufzubauen braucht es eine fixen
Raum und fixe Mietverträge und wenn dies gelingt, wird im MetaLab Software
programmiert und Leitplatinen geätzt. Das alles ist klassische Hardcore
Technik und ich weiß nicht, was es bringen soll, dem Ganzen einen
kulturinitiativen Mantel überzustülpen.
Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Mon Mar 6 17:28:10 CET 2006
Gemach, gemach! Ob wohl mir nach gar vielen Freundlichkeiten und
Gehässigkeiten der Kopf steht, so verkneife ich mir jegliche Äußerung in
dieser Liste. Weil Sinn und Zweck, ist die Organisation eines geregelten
Mittelflusses in den GESAMTEN Bereich Netzkulturen hinzubekommen.
Und wer sich fragt, was nun Netzkulturen seien, sei in seiner/ihrer
Erinnerungsfähigkeit soweit gefordert, sich an das sogn. “Festival der
Netzkulturen 2004″ (im Künstlerhaus) zu erinnern. Die Teppiche lagen dort
durchaus representativ für eine Definition der Netzkulturen.
Das im Hinterkopf habend, präzisiere ich den 3-Projekte-Vorschlag von
Stefan um eigene Punkte.
A) Noch vor Beginn des Games (der Punktevergabe) sollten alle angemeldeten
MOMs ergänzende Angaben zu ihrer Teilname machen. Bestehend aus: 1) einer
SELBSTkategorisierung ihrer primären Tätigkeit anhand eines vorgegeben
Rasters (wurde bereits im November via Umfrage erhoben und ist sehr breit
- siehe Attachment).
B) Angabe von drei Projekten aus diesen selbstdefinierten Bereichen.
C) Check (ohne Bewertung) dieser Angaben durch ein “international board”
(gern zusammengesetzt auch durch ein Vorschlagsverfahren der “community”).
Zulassung zum Spiel durch das “intl. board” entsprechend dem Grundsatz:
“Im Zweifelsfall drinnen.”
D) Spiel wie von Theiler vorgestellt.
Ich hoffe das damit ein sehr konreter Vorschlag für eines der Probleme
vorliegt. Bitte dies zu diskutieren. Für weitere offene Phänomene gibt es
weitere Vorschläge, die gerne diskutiert werden können. But, first things
first.
Thomas Thurner thomas at teichenberg.at
Mon Mar 6 15:23:07 CET 2006
also alles halb so schlimm. stefan versteht einfach nicht was wir tun,
und zu sagen hat er eigentlich auch nichts mehr.
macht nichts, diskurs liegt uns eh nicht, daher machen wir das kurz
wir sind bastler. wir entwickeln neue technologien, und das seit bevor es in
österreich internet gab.
das metalab ist lange überfällige infrastruktur für eine bestehende
community, und wir
werden nicht zum shape-shifter, um irgendwelche förderungen zu bekommen.
wir bauen das metalab unabhängig von netznetz, und wir bewerben uns um eine
förderung der
stadt wien, auf jene art und weise die die stadt sich dieses jahr wünscht.
wir spielen fair.
wenn ihr nicht fair spielt, wird unsere passivität dem ärger weichen.
Paul Böhm paul at boehm.org
Mon Mar 6 17:18:59 CET 2006
1. auch wenn ich manchmal schnell schiesse (bin ja nicht die einzige) -
ich versuche gerade hier “ein paar Dinge besser zu machen” - wenn’s so
etwas wirklich gibt und die Entwicklung nicht sowieso ihren Lauf nimmt,
und das versuche ich rechtzeitig zu tun, bevor für eine ganze Menge an
Kulturschaffenden, und zwar sicher nicht nur im Mediensektor, z.B.
aufgrund der Ergebnisse aus einem netznetz-Prozess, ohne bzw. unter
ruinösen Bedingungen in die kapitalistische Marktwirtschaft entlassen
werden;
2. Nix gegen Stefans Bemühungen und auch nicht gegen die von vielen
einigen anderen Personen, nicht zuletzt habe ich mich ja auch für eine
Unterstützung des Experiments CG entschlossen, dh. aber nicht unter
allen Bedingungen.
3. Allein mir fehlt der Glaube, dass es hier alle einfach gut meinen,
ich glaube nämlich nicht an Gutmenschentum, genauso wenig wie an
perfekte Strukturen, höchstens an halbwegs faire und solche die
zeitgenössischen Entwicklungen möglichst entsprechen.
4. Im selben Sinne: was soll nun wieder heissen, dass der Deal ist, dass
Stefan den Technikern die sich vor allem rund um Metalab gruppieren 2x
10.000 Euro bei den Backbone Projekts überlässt ???? Stefan hat
keinerlei Funktion dazu, es wird gevotet. Da sieht man, wie flott das
mit dem Gutmenschentum und dem Schnellschiessen gehen kann.
5. Und nicht zuletzt verweigere ich, auf dieser Liste persönliche
Bewertungen zu Einreichungen abzugeben.
6. Das persönliche Streiten interessiert mich recht wenig,
aber blindes Mitmachen interessiert mich schon gar nicht,
wenn dann eben konstruktiver Streit.
Mlg, sascha
—
kanonmedia
—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: Andreas.Trawoeger at wgkk.at [mailto:Andreas.Trawoeger at wgkk.at]
Gesendet: Sonntag, 2. April 2006 20:23
An: kanonmedia
Betreff: NetzNetz aktueller Stand
Hallo!
Hier doch noch ein graue Eminenz Mail von mir (kann mich nicht
zurückhalten).
Es gibt grob gesagt 3 Möglichkeiten:
1. Wir aktzeptieren die Art wie Stefan Lutschinger es macht.
2. Wir machen Punkt 1 drücken ihm aber fest die Daumen, dass er an der
Aufgabe scheitern wird
3. Wir putschen und versuchen es selber besser zu machen
Für eine der 3 Varianten müssen wir uns entscheiden.
Mails wie du sie heute geschrieben hast sind gut und eigentlich
unbedingt
notwendig damit das NetzNetz Fördermodell auch nur ansatzweise
funktionieren kann.
So wie der Entscheidungsfindungsprozess in NetzNetz aber derzeit läuft
sind
sie vollkommen wirkungslos und mehr oder weniger sinnlos (abgesehen von
der
Tatsache, dass es für einen selbst wichtig ist die Dinge einmal klar
auszusprechen).
cu andreas
P.S.: Poste den Inhalt dieser Mail bitte frühestens ab Dienstag auf die
NetzNetz Liste, ich möchte Morgen die Backbone Vergabe halbwegs in Ruhe
über die Bühne bringen und habe erst ab Dienstag wieder Zeit zum
streiten
:-))
P.P.S.: Bei den Backbone Projekts Morgen finde ich es ausnahmsweise gut,
wenn die Projekte mit den meisten Anhängern gewinnt. Sinn eines Backbone
Projekts ist es Infrastruktur für alle zur Verfügung zu stellen.
Wenn aber ein Projekt nur aus zwei Personen besteht und niemand der
Anwesenden es wirklich haben möchte stellt sich die berechtigte Frage
wer
ausser den zwei Personen die Infrastruktur eigentlich haben und nutzen
möchte?
P.P.P.S.: Der aktuelle nicht ausgesprochene und nicht wirklich
vereinbarte
Deal derzeit scheint zu lauten. Stefan überlässt den Technikern die sich
vor allem rund um Metalab gruppieren 2x 10.000 Euro bei den Backbone
Projekts, dafür jammern diese nicht, wenn die Kriterien bei den
Netzworkgrands auf den klassischen Netzkünstler hingetrimmt ist (= wir
sind
möglicherweise nicht einmal stimmberechtig).
P.P.P.P.S.: Die Wahl Morgen wird wirklich fair und gerecht ablaufen
(dafür
garantiere ich und tue mein bestes dazu), ich kann aber an den
Randbedingungen nichts ändern (z.B. nur 50.000 Euro, katastrophale
Informationspolitik,….)
P.P.P.P.P.S: Mein Mircrogrand Antrag ist letzte Woche abgelehnt worden,
mit
der Bergründung die 50.000 Euro für die Microgrands seien für dieses
Jahr
schon verplant.
kanonmedia
Son Apr 2 21:21:34 CEST 2006 in Antwort an Andreas Trawöger
Ich finde es unerträglich, wenn derartig abwegige Gerüchte vom Co-
Leiter der morgigen Abstimmung, Andreas Trawöger, hier öffentlich
gemacht werden. Sascha, ich danke dir, dass du trotz Andreas’
Hinweis, du mögest dieses Mail erst nach der Abstimmung am Dienstag
über die Liste posten, es vernünftiger Weise sofort weitergeleitet
und damit das Schlimmste verhindert hast.
Andreas, du hast damit deine eigene Veranstaltung morgen Abend schwer
belastet, denn du unterstellst hier mir und Personen aus dem Umfeld
von Metalab, dass es eine Abmachung zwischen mir und Metalab gibt:
ich weise diese Vorwürfe auf das Entschiedenste zurück und Metalab
wird das Gleiche tun.
Ich kann mir im Augenblick nicht vorstellen, wie du die Integrität
der morgigen Veranstaltung - Metalab sind Einreicher! - noch retten
kannst: hast du dazu eine Idee?
Stefan Lutschinger
Son Apr 2 23:28:44 CEST 2006
ich weiss jedenfalls weder von unausgesprochenen absprachen noch
unabgemachten abmachungen
das system morgen ist, bis auf das budget, der einzige teil vom ganzen
förderpaket der in der form für sich einfach mal sinn macht.
die community beurteilt welche infrastruktur sie am dringendsten
braucht, und eine absprache würde uns genau nichts bringen.
Paul Boehm
Mon Apr 3 00:38:27 CEST 2006
Das eine Netzkunst/-Kultur Liste und keine Unterhaltungsveranstaltung für
Sekretärinnen oder Macintosh Webdesignerwischiwaschis.
Wenn du ein Projekt nicht als ASCII in 500 chars präsentieren kannst, wie
soll das dann im Netz funktionieren? Unterhältst du dich nur über Flashmovies?
Wie glaubst du machen das Zeitungsredaktionen?
Reini Urban
Die Apr 11 14:07:20 CEST 2006
Allerliebste Jana,
Du hast in der Tat wenig Erfahrung im Netz, wenn du unsere bösen Belehrungen
als sinnlose Aggression beurteilst. Im Netz gibt’s wenig Zeit und Platz für
Höflichkeit in 20fach längeren Absätzen als nötig, wenn man nicht
gleich beleidigt ist.
Außerdem bin ich als Admin von Natur aus aggressiver und fresse kleine
Kinder, sorry.
Reini Urban
Die Apr 11 15:56:11 CEST 2006 in Antwort an Jana Wisniewski
Wenn die 200 Moms dank Eurer Professionalität abgestürzt sind, hättet ihr freundlich! darauf hinweisen können, in einem Mail an jeden einzelnen, dass nun was geändert werden muss. Dazu die Angabe wie, Text, Format und wie es weiter gehen soll, wer was wie machen soll, dann hättet Ihr uns und Euch viel Ärger und Arbeit erspart. Dass man jedes einzelne Detail Euch mühsam abpressen muss, verweist schon darauf, dass eben nicht gleiches Recht für alle da ist und Eure Zeit wohl kostbarer ist als unsere? Alle Meldungen bezüglich meines PDF gehen an der Tatsache vorbei, dass ich das nicht so gemacht habe weil ich besonders sein will, sondern weil es in vielen Fällen dezidiert so gewünscht wird, weil die Leute dann gleich ihre Konferenzbände damit machen - die Grazer Validierer wurden uns ja als “mit internationalen Erfahrungen” signalisiert! Es regt sich eigentlich niemand über das ein- oder andere Problem auf, über die Art der eigenen Unzulänglichkeit die ihr anderen auf den Kopf drescht aber schon. Soll das Netzkultur sein?
Jana Wisniewski
Die Apr 11 16:59:43 CEST 2006 in Antwort an Reini Urban
Wir diskutieren auf der Gametheory Liste schon seit 2 Monaten zu diesem
Thema. Was uns bis jetzt aber gefehlt haben waren halbwegs valide Daten
mithilfe wir die einzelnen Wahlmodelle durchrechnen können. Dank der
Anmeldungen inkl. Projektvorstellungen ist es zum ersten mal möglich
ansatzweise stichhaltige Daten über die demographische Verteilung der
Wiener Netzkulturszene zu erstellen.
Dabei zeigt sich folgender Effekt:
- Es gibt eine Reihe von Vollzeit Netzkerkkünstler die meistens alleine
arbeiten und nur temporär mit anderen zusammenarbeiten
- Es gibt viele Teilzeit Netzwerkkünstler, die Aufgrund von Geld &
Ressourcenmangels meist permanent mit anderen zusammenarbeiten
Jurymodelle bevorzugen tendenziell etablierte Vollzeitkünstler, was leicht
dazu führt das die jenigen die schon einmal Förderung bekommen haben, eine
wesentlich höhere Chance haben wieder Förderungen zu bekommen (Was ein
Grund ist weshalb Jurymodelle bzw. die Vergabe durch die MA7 innerhalb von
NetzNetz immer mit großer Mehrheit abgelehnt worden sind).
Ein Votingmodell hingegen bevorzugt tendenziell vernetzt arbeitende
Teilzeitkünstler. Weil diese es gewohnt sind Koalitionen zu bilden und das
bischen Geld welches sie bekommen untereinander aufzuteilen (Was wiederum
für die Vollzeitkünstler schwierig ist, weil sie das normalerweise kaum
tun).
Die Reduzierung der Mindest und Maximumsummen ist eine gute Idee und sollte
so passieren. Ansonsten würde ich aber darum ersuchen die Regeln entweder
so zu lassen, oder das Voting als ganzes abzublasen.
Wenn die Regeln bis zum Voting permanent geändert werden artet das Voting
endgültig in ein Lotteriespiel aus und ich glaube nicht das durch dutzende
Ad-Hoc Regeln das System ansich besser wird.
Der immer wieder erwähnte Bandbus entsteht nicht dadurch, weil einige
Teilnehmer das System hacken wollen. Sondern entsteht weil einzelne
Personen aus dem Wiener Netzkulturbereich sehr gut miteinander vernetzt
sind und andere nicht. Diese Vernetzungen werden bei einem Votingmodell im
Gegensatz zu einem Jurymodell tendenziell bevorzugt, wodurch ein Voting zu
anderen Ergebnissen führt als ein reines Jurymodell.
P.S.: Darf ich bei der Gelegenheit erwähnen, dass ich der Autor eines
Votingsmodell bin, welches ein Jurymodell mit einem Punktesystem verbindet:
http://tema.lo-res.org/mediawiki/index.php/Folien
mond-discuss Andreas.Trawoeger at wgkk.at Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Thu Apr 20 13:41:04 CEST 2006
> guten morgen.
> war eine schöne und spannende veranstaltung am montag.
> dank an alle, die mitgeholfen haben ein faires und nachvollziebares
> voting zu organisieren.
>
> liebe grüße
> christoph
>
>
FAIR?
Mir sceint wir haben 1984!
Martin Mair
Mit Apr 5 08:24:31 CEST 2006
ich war beim backbone voting dabei, ich war beim gametheory treffen
dabei. ich verstehe (und verabscheue) die mängel des systems, und ich
verstehe auch SEHR gut Eure motivation, die schwächen des mana-games
maximal zu nutzen, bzw. im sinne der geltenden managame-spielregeln
“fair” zu spielen.
DIESE definintion von “fair” gilt jedoch NICHT für jene spielregeln,
die im real life und in der gesamtheit der netzkulturen gelten sollten…
esel und viele andere haben uns mit unsere skills und kontakten SEHR
dafür eingesetzt, dass der topf für “neue Medien” erweitert wird,
finanziell und auch inhaltlich. sprich: das das geld NICHT MEHR nur
uns zu gute kommt. (ich glaube das validierungsgremium denkt ähnlich)
d.h. diejenigen, die aufgrund kontinuierlicher qualitätsvoller arbeit
(aber auch weil es zum ökonomischen aspekt des überlebens für den
24h-”job” dazugehört, ausreichend schnittstellen zu fördergeber stadt
geschaffen haben), haben diese schnittstellen unbezahlt für andere
geöffnet.
grund: weil dahinter die wichtige frage steht, ob die strategien,
techniken, kollektive arbeitsweisen, haltung zu verwertungsoekonomien
bzw. der ethos der netzkulturarbeit genauer betrachtet nicht weitaus
mehr “symbolische relevanz” hat, alsjene dinge die als konventionelle
“kunst” symbolische relevanz erhalten.
diese frage hat zumindest mich motiviert, mehr leuten - künstlerInnen
aber auch solchen die sich weigern würden, als solche bezeichnet zu
werden - die option auf kohle zu verschaffen.
Es ist mit netznetz schon MASSIV gelungen, den fokus der
aufmerksamkeit zu erweitern, ja: dessen zentrum auch massiv in Eure
Richtung zu verschieben, weil viele viele künstlerInnen im
konventionellen sinn sich dafür eingesetzt haben.
diesen blick über den eigenen tellerrand fordere ich nun auch von Euch!
denn die frage nach “einzig richtiger kunst” kann und darf nicht
eindeutig beantwortet werden. jedeR für sich wird seine/ihre
Überzeugungen, arbeitsweisen und qualitätsparameter haben.
Daher hat thomas thurner auch ursprünglich die 5 module entworfen.
nun stehen wir vor der situation, dass Ihr - ich sags jetzt mal direkt
- auch den community-grants pot abzocken wollt und werdet, und
wenigstens so ehrlich seid, und es vorher offen kommuniziert - aber
das reicht nicht.
“einzelkünstler/innen”, also jene: die das fulltime machen und leider
(insbsonders: mit steigender relevanz, qualität oder nutzen für
andere) aufgrund ihrer eigenen netzkunst-orchideenrolle im kunstfeld
kaum und zeitbedingt auch via nebenjob wenig zusätzlichen
einkommensmöglichkeiten haben, werden mit grösster wahrscheinlichkeit,
- die durch bandbusse noch maximiert wird! - NULL bekommen.
diejenigen EinzelkämpferInnen, die sich in der Not vielleicht zu
bandbussen zusammenkarren müssen (das wie ich aber gar nicht wollen!),
müssen das geld unter einander teilen und haben die chance auf maximal
je 1000 - 2000 euro. ja, sie werden projekte miteinander durchführen,
aber für dieses spezies netzkünstlerInnen ist das wichtiste leider:
honorar. und das ist nicht mal microgrant und dafür einfach zu wenig.
und auch die aktuelle formulierung von paul boehm geld zu holen, “um
projekte im metalab realisieren zu können” kann diesen grundlegenden
unterschied nicht wegmachen.
die notwendigkeit von HONORAREN ist einer der grossen unterschiede zu
zB metalab-magierInnen, die ihr mana-geld wohl eher in gemeinsames
projekt/infrastruktur stecken würden. (und das daher auch sicher
sinnvoller finden, als in “honorare” verschwinden zu lassen)
ich weiss auch, dass nicht nur die eingangstür teuer ist und unendlich
viel kohle in das metalab (oder darin zu verwirklichende projekte)
fliessen könnte und wohl auch sollte. und das wird sie auch in
zukunft. warum?
weil mit der MASSIVEN erweiterung des geldtopfes ist erst ein
minimaler anfang gemacht wurde. und weil - wurscht, was man gegen
netznetz alles an berechtiger kritik äussern kann - jetzt eine
SICHTBARKEIT für die grösse und potentiale dieser heterogenen szene
gemeinsam hergestellt wurde.
und es wird in zukunft viel viel mehr geld brauchen, und auch
fliessen, weil ich gelernt habe, dass politik derlei potentiale eben
nicht mehr übersehen kann (fürchtet?) - und entsprechend darauf
reagiert. das betrifft vor allem deutlich sichtbare orte der
konstituierung wie das metalab einer ist.
wenn nach dieser wahl jedoch die gesamte netzkulturszene Streit und
Hass ausbricht und das schuldzuweisungsspiel beginnt, dann wird diese
Sichtbarkeit überlagert werden. und diejenigen, die selbstorganisation
hierachisch verstehen, fühlen sich nur bestätigt und reiben sich
freudig die hände.
bei derlei streit und dissonanz sich die generelle fördersituation
auch für Euch wohl kaum verbessern wird (zB backlash zu gunsten
“weniger technik” geben - ja, ich sag das so unfair überspitzt, weil
zB jurys andere kriterien insbes. der vorselektion anwenden!) und c)
weil einzelkünstler wie ich mit 1-2k förderung einfach nicht mehr ihre
arbeit machen können. punkt.
und ich weiss wohl, dass meine arbeit und die arbeit vieler vieler,
die leer ausgehen werden auch Euch zugte gekommen ist, weil ich es als
meine soziale technik verstehe schnittstellen herstellen und
communities zu pflegen und öffentlich auf jene zu wirken, die NICHT
nur in die netzkulturen-szenen werken, sondern in andere disziplinen
und externe öffentlichkeiten.
ja, ihr könnt jetzt ganz viele vorwürfe über mängel von netznetz , mir
whoever, loswerden. sich aber trotzdem nur die “rosinen” (sprich: die
kohle) aus netznetz rauspicken finde ich ist einfach zu wenig.
die “network grants” sollen sehr wohl auch einzelkünstlerinnen zu gute
kommen. und auch wenn Ihr Euch alle berechtigt als solche seht, ist es
zeit - ich wiederhole mich - über den eigenen tellerrand hinaus zu
schauen. schon allein deswegn weil es für Euch vielleicht NICHT ums
Überleben geht.
aber vergesst nicht: so heterogen Ihr selbst Euch auch zusammensetzt,
Ihr seid - insbesonders durch die Absprache - EINE community von
VIELEN communities, die mitunter durch das wirken von besagten
EINZELmenschen zu Stande kommen, die sich nächste woche vielleicht
eine letzte geldquelle selbstverschuldet abgedreht haben.
“monochrom” (das wurde zumindest am freitag wiederholt geäussert)
hätten auch einen bandbus und daher sei man ja quasi gezwungen usw….
- ja, ich höre Eure viele (gegen)argumente im ohr, ich würde mich
durch mein mail auch missverstanden, beleidigt und vielleicht sogar
bevormundet fühlen. besonders weil ich ohnehin weiss wie sehr auch
Euch diese moralische aspekt auch Euch beim gametheory meeting
beschäftigt hat.
ich auch in Kauf, dass ich jetzt auf diverse arten geflamt,
missverstanden, verlacht werde - besonders fatal vor dem voting…
aber es reicht nicht, dass netzkünstlerInnen mehr oder minder offziell
die option haben und hatten hinzukommen und auch Eure Wissen
anzueignen und anzuwenden, weil - siehe oben - es da um eine andere
überlebensgrundlage und zu wenig geld geht.
ich verstehe völlig, dass es für einen mathematisch denkenden geist
absurd wäre, nicht vorzukalkulieren ab wieviel stimmen, die stimmen
(zB wegen obergrenze) verschenkt wären - und ich fordere Euch daher
umso mehr auf, bei Eurem morgigen akkordierungs-treffen freiwillig auf
eine KLARE und MASSIVE SELBST-BESCHRÄNKUNG zu einigen, wie viel Ihr
bei dem Spiel maximal abzocken wollt und werdet.
so wenig Ihr vielleicht von deren qualität anderer künstlerInnen
überzeugt seid, lasst ihnen wenigstens die möglichkeit nach ihre
eigenen qualitätskriterien werten zu können - nicht nur nach Euren.
lasst den künstlerInnen das spiel durachaus ein spiel sein (der wunsch
und bedürfnis danach schreit aus fast jedem verzweifelten posting auf
mana-netznetz-listE) und vielleicht auch aus meinem mail, deswegen
schicke ich es jetzt ab.
Maulwurf maulwurf at esel.at
Sat Apr 22 16:16:51 CEST 2006 mond-discuss
Ich las:
.
.
> PROFESSIONELL arbeitenden Kunst/ Netwerkschaffenden und
> sollchen die das als nebenjob ober hobby betreiben zu sein.
.
.
/massig unsinn snipped/
das foerdergeld der stadt wien hat _nicht_ die aufgabe
‘professionellein’ subventionsempfaengerInnen ein annehm-
bares monatsgehalt auszuzahlen - professionelle kultur-
schaffende stehen vor praezise dem gleichen problem wie
professionelle supermarkt-wursttheken-verteilungs-mechanismen,
du musst eben den job mal kriegen (wenn du die wurst scheisse
runterschneidest und ein unfreundliches gfrast bist fliegst
halt raus, wenn du nach dem 2. halbjahres stipendium und
3x projektfoerderung es nicht geschafft hasst ein paar
gastvortraege und ausreichend festivaleinladungen gegen
honorar fuer deine privaten beduerfnisse an land zu ziehen
koennte es sein dass es an der zeit ist anderen auch diese
chance zu lassen)
sorry ist eine boese boese welt,
CK chris at lo-res.org
Sun Apr 23 12:11:21 CEST 2006 mond-discuss in Antwort an machfeld
radatz.atanscheinend bist du meister der verwurschtung
die suchen immer junge, freundliche mitarbeiter:
mastro mastro at machfeld.net
Sun Apr 23 12:26:55 CEST 2006 mond-discuss
und ich dachte immer die förderung wäre dazu da, damit tolle dinge
entstehen können, nicht damit eine privilegierte handvoll (ganz klar
nicht alle hier die dies gerne hätten) leute auf kosten der
allgemeinheit gut leben kann.
…
ich finds unpackbar, dass du glaubst kunst könne nur von profis kommen.
was ist das was wir machen? entartete kunst, weil kein geld in unsere
eigenen taschen fliesst?
ist kunst ohne kuenstlerstempel vom mastro immer noch kunst?
wenn du unsere projekten als kulturlos bezeichnen willst, dann spar dir
den untergriff, dass wir eigentlich sozialfaelle sind, und kritisier mal
unsere projekte.
…
wenn du ernsthaft was an deiner foerdersituation verbessern willst, dann
spar dir in zukunft so laecherliche forderungen nach einem
protektionistischen kuenstlerstempel, und hilf lieber mit meine mehrfach
geaeusserte forderung nach getrennten, größeren, foerdertoepfen fuer
netzkunst und netzkultur umzusetzen.
ich habe seit 2005 mehrfach klar auf der liste gesagt, dass der markt
fuer netzkunst, egal wie, nie besonders gut funktionieren wird.
euer problem ist aber nicht das metalab, denn das gesamtbudget der ma7
wurde gerade verdoppelt, und so wie es aussieht, wird die netzkultur
nichtmal 1/4 der foerderungen bekommen, obwohl sowohl “netzkunst und
netzkultur”, zu gleichen teilen, gefoerdert werden soll.
das problem ist: obwohl mehr geld da ist, kann dieses durch ein
marktsystem nicht optimal vergeben werden. der markt funktioniert (mit
dem richtigen praeferenzenthuellungsverfahren) nur fuer die netzkultur,
nicht fuer die netzkunst.
auch ohne metalab wuerden viele kuenstler die foerderungen verdienen,
nicht das geld bekommen das ihnen zusteht, weil kuenstler die in kleinen
gruppen gute arbeit leisten, vom markt immer uebersehen werden.
deswegen: nach diesem wahldurchgang eine neuaufteilung eines
vergrößerten(!) foerdertopfes, mit separaten wahlsystemen für dinge die
zwar verwandt, aber nicht ident sind. und mehr geld fuer beide toepfe!
ich bin nachwievor der meinung, dass ein trustee modell für die
netzkunst das optimum darstellt, während die netzkultur mit einem markt
für projekte besser funktioniert.
Paul Boehm enki at kybernet.org
Sun Apr 23 14:42:34 CEST 2006 mond-discuss
wir sind derzeit dank der vielfalt, des spetrums und der menge eine
politisch ernstzunehmender faktor.
diese paar euros sind fuer uns viel, es ist wahrscheinlich das budget
einer kleinen theatherproduktion, nicht mehr.
es waere schade wenn diese gruppe nach der geldvergabe wieder
auseinanderfaellt. jeder weis was das bedeutet.
metalab glaubt vielleicht so gut zu sein um dann als neuer innovativer
bereich (finanziert wie immer) ueberzubleiben. das wird auch so sein -
ist auch gut so. ich sag nur wien ist und war immer anders. da wurde immer
nur gemauschelt und quergetrieben.
diese konstellation von personen ist gut. ich hoffe daher auf eure
vernunft.
Franz XAVER fx at kunstlabor.at
Sun Apr 23 10:58:08 CEST 2006 mond-discuss
Ich kann bei bestem Willen leider kein einziges Argument für das
“umfassendes desaster” herauslesen. Eines wenigstens?
…
Überhaupt frage ich mich wie die Leute hier ihren Unmut gegen die “Bandbusse”
begründen.
Sollen mehr “geniale Einzelkämpfer” netznetz Projekte gefördert werden, die es
nicht schaffen zwei oder drei Befürworter für sich einzunehmen?
Soll also ein demokratisches Wahlsystem erfunden werden, daß gute
Einzelprojekte
ohne eine Menge von Befürwortern (”der geniale Erfinder in der Heimwerkstube”)
auf Kosten von Großprojekten - vulgo Communityprojekten - vulgo
Bandbus - diffamierend “Freunderlwirtschaft” bevorzugt? Bei Geld hört
sich bekanntlich die Freundschaft auf.
Warum diese ganze Buspolemik?
Geht’s um netzKUNST oder NETZkunst und NETZkultur?
Reini Urban rurban at x-ray.at
Mit Mai 3 15:16:47 CEST 2006
stell dir vor, auch der staat österreich tut sich alle paar jahre so
ein chaotisches procedere an. das muß wirklich nicht sein. warum
öffentliche wahlen, warum demokratie?
die, die das am besten können und die die wirklich unabhängig sind,
sollen das bestimmen. das war schon immer so, und soll auch so
bleiben.
am besten wäre es noch, die einzelnen vertretungen getrennt nach
ständen selbstverantwortlich entscheiden zu lassen, dann sind wir
wieder soweit.
netzkultur und netzkunst gehört getrennt ein für alle mal.
techniker kennen sich einfach besser aus!
Reini Urban rurban at x-ray.at
Die Mai 23 21:33:50 CEST 2006
damit die AC leben bekommt, sollten wir mal diskutieren welche themen dort
überhaupt platz haben.
wenn da nur kunst-koryphäen kommen schlaf ich dort nämlich weg (bzw. geh
nicht hin).
was für tracks sind geplant?
Paul Böhm paul at boehm.org
Mon Mai 29 01:20:17 CEST 2006
Hier geht es um eine Community von Netzkulturschaffenden. Das sind nicht nur Künstler, denn die Metalab-Leute sind sicher keine Künstler. Dennoch finden sie hier die Möglichkeit Geld für ihr Projekt zu bekommen. Dies wäre vorher nicht gegangen.
Diskussionskultur ist sehr sehr wichtig. Außerdem ist diese Liste keine Zwangsgemeinschaft. Wenn jemand anderswo eine Community findet, dann soll er halt anderswo suchen. Wenn jemand anderswo Förderung findet, dann soll er halt anderso ansuchen.
rego21 at gmx.at
Mit Jul 5 15:02:42 CEST 2006
vorsicht bei der argumentation innerhalb deiner “so wichtigen
diskussionskultur”.
dieses förderbudget gehört der “netzkultur” [def. bitte] und allen
“netz-künstlern” und nicht nur einigen systemgetreuen.
1. unbequeme personen - egal ob aus dem bereich der netzkunst oder der
allg. netzkultur - sind somit nicht verpflichtet sich zu “schleichen”.
2. noch müssen sie sich stillschweigend in ein für sie unpassendes
system “ein- bzw. unterordnen”.
3. noch brauchen sie prinzipiell die gründung einer “community” für ihr
schaffen. sie haben für ihre kunst oder ihre netzarbeit das w3. manche
brauchen aber gelegentlich projektförderungen oder finanzielle
unterstützung für technologien, ateliers etc. und dazu ist die förderung
gedacht - für alle und für “unterschiedliche” zwecke.
> Außerdem ist diese Liste keine Zwangsgemeinschaft.
die liste ist natürlich nicht die zwangsgemeinschaft, die “aufgezwungene
community” ist der zwang. die liste ist nur ein forum zur kommunikation,
diese schliesst auch jede form der kritik ein.
> Wenn jemand anderswo Förderung findet, dann soll er halt anderso
ansuchen.
so sicher nicht und wo bitte? und da es diese alternative in wien nicht
gibt, zwingt man diesen jemand in diese community - oder etwa nicht?
oder meinst du wir sollen das auch uns zustehende geld herschenken?
TRANSMITTER-X.ORG office at transmitter-x.org
Mit Jul 5 16:13:26 CEST 2006 in Antwort an rego21
Aber es war doch so, daß sich eine Community namens “Netznetz” sich darum bemüht hat ein neues Fördermodell zu verwirklichen. Der Stadtrat hat das angenommen und läßt die Community (oder Communities) jetzt arbeiten. Daß das ganze natürlich immer etwas feudal wirkt, weil eben Förderung an sich feudal sind, ist sonnenklar. Aber es ist wohl eine bessere Lösung als vorher.
…
Es gibt doch kein Recht auf Förderung. Du “schenkst” also kein “Geld” her. Ich finde das schon ein wenig arrogant. Auch lähmend.
rego21 at gmx.at
Mit Jul 5 16:30:28 CEST 2006
dein netznetz/mana “feudal” system ist im moment noch schlechter als das
alte fördermodell.
es kostet jeden einzelnen von uns viel energie und zeit und damit auch
geld.
auch persönliche anwesenheit wird zur bedingung einer adelung in den
zustand eines förderungswürdigen mitglieds gemacht. denn ohne
fraternisierung gibt es kein geld. zusätzlich wird noch eine teure
selbstverwaltung und deren repräsentation vom topf bezahlt. wir haben
noch nichts gegenteiliges dazu gehört, lassen uns aber gerne
informieren.
und zur krönung des ganzen: die aussicht auf fachliche beurteilung
künstlerischer projekte ist noch weniger gewährleistet als im alten
system.
…
wir finden es auch arrogant und lähmend, denn auch die sogenannten
“communitytreuen mitglieder” haben kein geburtsrecht auf förderung. also
stehts 50:50 und jede weitere diskussion dieser art erübrigt sich.
TRANSMITTER-X.ORG office at transmitter-x.org
Mit Jul 5 17:20:28 CEST 2006
Kurze generelle Antwort darauf: Wenn die lieben hochverehrten Netzkünstler bei Gelegenheit einmal den Unterschied zwischen Anforderungen definieren (= Wunschlisten erstellen) und dem Erstellen von Umsätzungsplänen (= was ist umsetzbar & wie genau machen wir es) verstehen würden, hätten wir schon längst ein funktionierendes Wahlmodell.
Ein Konzept oder ein Computerprogramm entsteht nicht aus dem Nichts, sondern Idee für Idee und Zeile für Zeile.
Wenn aber jedes Konzept sofort unter Einsatz von schweren verbalen Ideenvernichtunsmitteln umgebracht wird, bleiben am Ende nur ein Haufen halbfertiger nicht zusammenpassender Ideen und jede Menge weggeworfener Code übrig.
Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Son Aug 13 12:59:40 CEST 2006
noch kürzere antwort auf dich, obwohl wir dich sicher nicht gemeint
haben.
personen wie du wollen ebenfalls fördergelder + system und halten sich
zudem in jeder hinsicht für ausserordentlich kompetent.
also mach die konkret durchführbaren generalstabspläne selbst und wir
sagen dir dann, ob sie auch für unsere zwecke brauchbar wären. bis jetzt
hat es aber solche ideenhervorbringungen noch nicht gegeben.
unausgegorene, geile halbfertigprodukte verdienen es allerdings mit
schimpf und schande über den jordan zu gehen.
TRANSMITTER-X.ORG office at transmitter-x.org
Son Aug 13 14:14:36 CEST 2006
die einzige sinnvolle loesung zu dem problem kam AFAIK von der ETH
zuerich und die lautet: jeder teilnehmer in einem e-voting verfahren ist
selber tabulation facility (womit die komplexity ziemlich stark
ansteigt)
Wie haeufig muss man den leuten das hier noch sagen?
Finger weg von e-voting ausser man weiss ganz ganz genau was man tut und
ausser man hat einen beweis fuer jeden schritt und fuer die korrektheit
in der tasche.
Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Son Aug 13 15:44:02 CEST 2006
man merkt unter den Schreibenden wer HTL oder TU hinter sich gebracht hat
u. wer seine Kompetenz abseits technoid-geistigen Wissensgebieten hat, eben im
künstlerischen Bereich.
das sollte normal niemand stören u. auch egal sein
Liest man zwischen zwei Parteien wenns zb. um die Wahlmodelle geht oder andere
Themen wo auch immer Technik eine tragende Rolle spielt zuletzt zb. Sicherheit.
Dann ist der Zugang spürbar u. auch die Interpretation der Argumente ablesbar u.
das Finden eines Konsens klafft weit auseinander, weil der Zugang so
unterschiedlich ist.
Man könnte jetzt sagen, dass sich eine Liste glücklich schätzen könnte auf so
vielen Bereichen Experten zu wissen. Es geht aber um Kohle u. wie erfülle ich
die Kriterien und wie vermeide ich, dass ich als Förderungswerber schlechtere
Chancen habe als andere. Manche sehen in diesem Wettbewerb für sich nur ein
Null-Summenspiel u. Zeit verbrennen. Deren Strategie ist diese Initiative zu
beenden um wieder in den Genuss der “Alt-Eingesessenen” zu kommen.
Insofern geht das auf die Qualität der Kommunikation dieser Liste.
Manfred Krejcik - ORANGE 94.0 das Freie Radio in Wien manfred.krejcik at o94.at
Mon Aug 14 17:09:43 CEST 2006
Also das halt ich echt für ein konstruiertes problem. Es geht ja nicht um
fürderungen für kunst allgemein, sondern um netzkunst (& -kulturen natürlich
;).
Und so wie ich davon ausgeh einem maler nicht erklären zu müssen wie man
einen pinsel benutzt, so kann man hier wohl voraussetzen, dass die
betroffenen künstler imstande sind, mit den standardtools umzugehen. Oder
sie zumindest schnell kapieren wenns ihnen wer erklärt.
Jedenfalls kann mans auf jeden fall voraussetzen!
Wo wenn nicht hier.
Was nicht ausschliessen sollte, dass den weniger techniknahen auch geholfen
werden kann.#
heidi hu heidihu at gmx.at
Sam Aug 26 10:46:26 CEST 2006
Warum nicht zusammenarbeiten? Fair! Wozu diese Selbstüberschätzung von mehr oder weniger
begabten Technikern?
Zunehmend gibt es ja diese Künstlertechniker und Technikerkünstler, wie sie Jörg nennt, die es ja
auf nicht elektronischen Gebieten früher auch gab, jetz auch, sie produzieren allein oder auch
im Team für Kunst im öffentlichen Raum, im Architekturbereich sowieso, neuerdings sehe ich
sowas auch schon auf Kunstmessen!
DASS DAS ABER NICHT SO GEHEN KANN, DASS TECHNIKER KEINE KLAREN ANGEBOTE
MACHEN; WAS, WIE VIEL ZEIT, WIE VIEL GELD UND KÜNSTLER IHRE KONZEPTE FREI
ZUR ENTNAHME INS NETZ STELLEN, während die Entwickler nicht mal eine Bio ins Netz stellen,…
Jana Wisniewski e-motion at utanet.at
Mon Aug 14 11:15:00 CEST 2006
Bin jederzeit gerne zur Zusammenarbeit bereit, nur muss diese in beide Richtungen geht. Programmierung & Softwaredesign ist eine unglaublich präzise Angelegenheit (Das selbe gilt für die Wahlmodi).
Dementsprechend müssen Personen die sich eine Softwarelösung für ein bestimmtes Problem wünschen auch in der Lage bzw. dazu bereit sein Dinge wie Pflichtenhefte & User Cases klar und eindeutig zu definieren.
Wenn die “Zusammenarbeit” aber nur darin besteht irgendwelche Wünsche in den Raum zu stellen und von uns Technikern zu erwarten, wir würden diese auf der Stelle umsetzen, dem muss ich die traurige Mitteilung machen: Wir sind gestresste Techniker mit ziemlich wenig Zeit und keine Glücksfee die jedem 3 Wünsche erfüllen kann.
Wenn Aaron, ich, oder ein sonstiger Techniker hier auf der Liste sagt: Das funktioniert so nicht, dann machen wir das nicht aus Jux & Tollerei, sondern weil wir unter den Rahmenbedingungen wirklich keine realistische Lösungsmöglichkeit sehen.
Ich ersuche darum das zu verstehen und zu respektieren und uns nicht ständig als Nichtbereitschaft zur Zusammenarbeit auszulegen.
Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Mon Aug 14 14:46:41 CEST 2006
Ich arbeite ja sehr oft in rundfunkanstsalten, als komponist im bereich
hörspiel/kunstradio
Vor mir sitzt in der regel cuterIn und tonmeisterIn.
In meiner jahrelangen tätigkeit haben sich folgende praktiken herausgeschält:
Die meissten technikerInnen fragen jetzt nicht z.b. „soll ich einen delay-
oder einen distortion-effekt nehmen, um deine klangvorstellunen zu
erfüllen“ sondern sie verlangen eher eine bildhafte sprache, da wird dann
oft von einem rauen, sandigen oder glanzvollen oder verhaltenen klang
gesprochen, und der/die technikerIn nimmt das geeignete werkzeug aus der
schublade und lässt mich verschiedene versionen hören.
Das ist eine sehr fruchtbare und kreative zusammenarbeit zwischen
technikerInnen und künstlerInnen.
(Es ist natürlich schon so, dass man auch als künstlerIn wissen muss, was
die technik möglich machen kann und was nicht.)
Der andere fall (eher selten) ist der, wo ich zu hören bekomme: „wie soll
ich das machen? – warum machst du es nicht gleich selbst?“
Und hinten herum spricht man in der art: „der hat keine ahnung, der weiss
nicht einmal, was eine vordämpfung ist! Hehe, hihi …“
Also weniger gut für eine zusammenarbeit, insgesamt mühselig und
schwierig, das endergebnis ist dann so-la-la.
Wenn wir jetzt von netzkultur(en) sprechen ist das auch ein
ineinanderwirken von kunst und technik, und künstler ticken einfach anders
(das hat hier schon mal jemand gepostet).
Wenn ich also als künstler die mitarbeit eines/r technikerIn brauche, ob
ich dann bei netznetz fündig werde?
christoph at wechsel-strom.net
Don Aug 31 09:00:47 CEST 2006
> zunächst: ich bin kein coder! (was ich schon mehrmals sagte, und etwas
Kein Problem, das kann man lernen (glaub mir, das haben schon etliche
gelernt).
Und nachdem sich hier die Künstler regelmäßig mit dem Begriff “Open
Source” schmücken, erwarte ich auch danach zu handeln.
…
Das kann man mbMn verallgemeinern auf Verhältnis zwischen “einem, der
etwas haben will”, und “einem, der das u.U. leisten kann”. So z.B. auch
die typische/klischee-mäßige Kunden/Lieferantenbeziehung.
…
Nur wenn die “Künstler” (oder auch “Techniker”) nicht bereit sind, das
“anders sein” des anderen zu akzeptieren und damit (konstruktiv) zu
leben, wird es mühsam werden. Und ich kann hier kein Verständnis für die
Andersartigkeit der Techniker/Hacker/… finden (ganz im Gegenteil, wie
das Mißverständnis über die wahre Bedeutung des Wortes “Hacker” gezeigt
hat).
Oder erwartest Du, daß die “Techniker” alle Marotten der “Künstler”
kommentarlos hinnehmen und gratis ohne Ende (noch) mehr arbeiten, nur
weil irgendjemand irgendwo vielleicht gerade “eine gute Idee” gehabt
hat?
Ich jedenfalls nicht. Und ich weiß nicht, ob ich mit Techies (im
nicht-kommerziellen Dunstkreis des Begriffes “Open Source”) arbeiten
will, die das machen würden.
Bernd Petrovitsch bernd at firmix.at
Don Aug 31 10:29:37 CEST 2006
Verwechsle bitte nicht kooperative Zusammenarbeit mit den Chef spielen zu wollen (= Irgendwelche Ziele vorgeben und den Rest anderen zu überlassen).
Weil ansonsten möchte ich gerne ein großer Netzkünstler werden, der für die Umsetzung seiner Projekte nur ein paar Künstler braucht die kostenlos für ihn arbeiten (weil ich mich als Techniker mit Kunst leider nicht auskenne).
Andreas.Trawoeger at wgkk.at
Don Aug 31 09:22:18 CEST 2006 in Antwort an Christoph Theiler
was ich vergass zu erzählen (das folgende nicht auf anwesende
netznetz-leute beziehen) ist:
alle technikerInnen sind potentielle diven.
ich erinnere mich eines dialogs, wo ich im studio einen techniker
(maskulin) fragte, warum er so wortkarg, ja angefressen sei, wobei sich
die cutterin umdrehte und mir beschied: “der hat heute wieder seine tage.”
christoph at wechsel-strom.net
Don Aug 31 10:23:59 CEST 2006
Such Dir halt einen Job, der gut bezahlt wird, wenn das bei Dir
Priorität hat.
Ich will auch eine unselbständige Arbeit ohne Verantwortung und “cooler
Hackerarbeit” mit konstruktiv-kreativen Kollegen mit 5000€/Monat für 20h
die Woche haben, die in 10min zu Fuß erreichbar ist.
Potentiell realistisch ist leider nur ganz anderes.
Bernd Petrovitsch bernd at firmix.at
Don Aug 31 11:04:24 CEST 2006 in Antwort an Christoph Theiler
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Wenn es etwas gibt, was ich bei der so genannten ‘alten Garde’ der
Netzkunst nicht verstehe, ist weshalb sie strategisch bzw. politisch so
dumm agiert.
NetzNetz war und ist ein offener Prozess an dem sich jeder, jederzeit
beteiligen und wenn er wirklich möchte, jede Position innerhalb des
Prozess übernehmen kann. Anstatt das jedoch als Chance zu begreifen und
Positionen innerhalb von NetzNetz zu beziehen bzw. Gegen oder
Alternativmodelle auszuarbeiten, hat die alte Garde nichts besseres zu
tun, als drei Oberverschwörer zu bestimmen, diese persönlich zu beleidigen
und ihnen die Schuld für alles Unheil auf der Welt in die Schuhe zu
schieben.
Leute persönlich zu beleidigen mag sehr lustig und für die persönliche
Psychohygene nicht schlecht sein. Strategisch gesehen ist es aber eine
einzige Dummheit. Wenn von euch exakt Null konkrete umsetzbare Vorschläge
kommen, wird von euren Vorstellungen auch exakt Null umgesetzt werden und
ihr werdet mit einem System leben müssen, welches sich irgendein
dahergelaufener Mensch wie ich sich ausgedacht hat, weil sein Chef auf
Urlaub ist und ihm fad im Büro war.
Wenn ihr so weiter macht ist eure einzige Chance nach Möglichkeit den
gesamten NetzNetz Prozess in die Luft zu sprengen, oder den Akteuren die
Lust an der Beteiligung auszutreiben. Wenn euch dies gelingen sollte,
gratuliert euch der Stratege in mir. Wenn ihr es aber nicht schafft und es
wirklich zu einem Reputationssystem kommt, habt ihr es erfolgreich
geschafft eine Vielzahl von Leuten davon zu überzeugen, warum sie euch
NICHT wählen sollen.
Ich kann 95% eurer Kritik aus vollen Herzen zustimmen. Aber was hat der
ganze Quatsch mit uns zu tun? Der Sinn und Idee des NetzNetz
Förderungssystem ist es für die Zukunft ein besseres Förderungssystem als
bisher auszuarbeiten. Es ist nicht das Ziel von NetzNetz alte
Schmutzwäsche zu waschen und herauszufinden wer weshalb woran Schuld hat.
Wenn ihr das machen wollt, macht es bitte, und ihr habt meine volle
Unterstützung dabei, macht es aber bitte selbst und halst nicht NetzNetz
die Verantwortung auf, für euch alle Konflikte der Vergangenheit zu lösen,
bzw. die Verantwortlichen für alles was bisher schief gegangen ist
dingfest zu machen.
Für mich als Freier Softwaremensch ist es depremierend zu sehen, wie die
Wiener Netzkulturinstitutionen noch immer der typisch österreichischen
Vereinsmeierei http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinsmeierei nachhängen in
der jeder seine fixe Position oder Positiönchen und seinen klar
abgegrenzten Wirkungsbereich hat , ihnen aber wirklich offene Community
Prozesse vollkommen fremd sind (wobei wir das selbe Problem teilweise auch
bei NetzNetz haben). Wirkliche Zusammenarbeit sind ein absolutes
Fremdwort, statt dessen vergnügt man sich lieber mit permanenten
Grabenkämpfen um zu verhindern, dass ein anderer das eigene Teritorium
betritt (und sei es auch nur verbal).
Wenn ich so weitermache, gelingt es mir einen Großteil meiner
Vorstellungen und Ideen in das Förderungsmodell einzubringen und ich kann
mir sicher sei, dass selbst wenn mir dies gelingt, sofort die übliche
Verdächtigen als die wahren Schuldigen für alle Fehler des Modells
verantwortlich gemacht werden. Vor allem ist es absurd, “esel und
kohorten” zu unterstelllen “alleunabhängigen oder nicht freunde” hätten im
Bewertungssystem keinen Platz, während wir erst diskutieren, wie dieses
Bewertungs und/oder Reputationssystem eigentlich konkret aussehen soll.
Sobald wir ein ansatzweise konkretes Modell haben ist jeder herzlich
eingeladen uns nach Lust und Laune zu kritisieren und die Juja Fragen, sie
die Fragen an denen das Modell gemessen werden wird. Aber uns im vorhinein
mit Unterstellungen und Vorwürfen zu überhäufen, ist vollkommen
kontraproduktiv (was vielleicht die Absicht dahinter ist), denn eure
Vorwürfe beziehen sich auf etwas, was es noch nicht einmal ansatzweise
gibt (Es gibt dzt. noch keine einzige Zeile Code oder einen einzigen Satz
im Pflichtenheft).
Wenn jemand unbedingt an die große EGT-Verschwörung (Esel, Grenzi,
Teichi) glauben will, welche im Hintergrund alle Fäden zieht, dann soll er
es bitte tun. Nachdem ich aber so wie es aussieht beim Sprint ein wenig
das Bindeglied zwischen Künstlern & Programmieren sein werde. Möchte ich
gerne unter nochmaliger Androhung der möglichen Umsetzung von SuperTrust
darum ersuchen, ENDLICH konkrete, umsetzbare Vorschläge zu machen und
nicht die Zeit damit zu verplempern Rosenkriege auszutragen (Ich bin
Techniker und kein Scheidungsanwalt).
Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at Andreas.Trawoeger at wgkk.sozvers.at
Comment by kanonmedia 12.07.06 @ 11:48 amFre Aug 5 13:32:50 CEST 2005