moral verschiedener arten
Monday December 11th 2006, 1:20 pm
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Hinter der Idee “Netznetz” - dass Fördergeldbewerber die Fördervergabe selbst
in die Hand nehmen - kristallisiert sich also eine schwülstig-ideologische
Gewissensfrage heraus: Will ich jemanden Geld geben, dass ich eigentlich
selbst bitter benötige, dass aber die “Sache” (Netzkunst) als solche weiter
bringen würde?
Armin B. Wagner
Son Apr 2 18:44:57 CEST 2006  

möchte aber 
(schon wieder und immer noch) grundsätzlich fragen, wie in aller welt 
so ein vergabesystem (die idee eines solchen) überhaupt über den 
status einer trink-, drogen- oder politikerspinnerei herauskam. mir 
ist einfach nicht zu erklären, was ich als künstler in der situation 
verloren habe, für die vergabe von fördermitteln (mit)verantwortlich 
zu sein, gerade in anbetracht der unter anderem von karina (und im 
folgenden) beschriebenen effekte.

die intention, die vergabe von fördermitteln von einem 
kuratorenmodell wegzubringen, ist auf definitiv unterstützenswert. 
die reflexartige idee, diese entscheidungsgewalt über reales und 
symbolisches kapital zu demokratisieren ist im impuls erstmal 
nachvollziehbar, nach einigen überlegungen aber resolut zu verwerfen. 
denn die funktion von kuratorInnen ist jene von (betitelten) 
expertInnen, denen unterstellt werden können sollte, dass sie 
überblick und kenntnis ihres gewählten bereiches haben. das kann ich 
von mir und den meisten mir bekannten personen die “der community” 
zugerechnet werden, nicht behaupten, was die unausweichliche (oder 
vielmehr die vorgeschobene intention einer) bewertung – demokratisch 
oder nicht – ziemlich ad absurdum führt. doch ist gerade auch diese 
idee von expertInnentum letztlich eine problematische, da sie sich an 
den institutionalisierten (d.h. am kunstmarkt ausgerichteten) 
wertvorstellungen orientieren, die ihren teil zur normierung und 
kritikarmut von zeitgenössischer kunstproduktion leistet. und in der 
materiellen ausrichtung von mana seh ich in dieser “community” auch 
keine bewegung zu etwas besserem sondern vielmehr eine verstärkung 
der negativen auswirkungen von genannten normierungen.
zusammengefasst geht es darum, sich von kuratorInnenmodellen wie auch 
von ideen “demokratischer” mittelverteilung zu verabschieden und eher 
alternative praktiken der gewichtung von interessanten 
beeinflussungen gesellschaftlicher entwicklungen (was kunst als in 
potentia immer ist) zu ermöglich und zu forcieren.

ein weiterer und tiefgreifenderer punkt betrifft die mit der 
künstlerischen ausübung verbundenen lebenspraxis. der part des 
kohleakquirierens könnte für die meisten von uns unter bisherigen 
bedingungen so ausgesehen haben, dass man ein projekt austüftelt, das 
konzept einreicht und dann gespannt auf den bescheid wartet. die 
intention dieses vorganges ist wohl eine mischung von begeisterung/
interesse an themen, formalismen, &c, dem wunsch etwas 
hervorzubringen, wie auch der notwendigkeit der finanzierung des 
lebens. in anbetracht des mana “community”-”games” geht es dagegen 
explizit ausschliesslich um das zuschanzen von geld, wobei nicht 
einmal erforderlich ist anzugeben, was für ein projekt damit 
realisiert werden soll. was allerdings unabdingbar wird – das sollte 
spätestens nach diesem montag allen klar sein –, ist die bildung 
eines “sozialen” netzwerkes mit dem primären interesse von 
kapitalbeschaffung (für die demonstration dieses punktes dürfen wir 
den leuten vom metalab dankbar sein). und das ist absolut keine 
grundlage auf der ich eine “community” (geschweige denn 
freundschaften, aber hier geht es eh um interessegeleitete 
bekanntschaften) gewachsen sehen möchte.

die verbindung beider genannten punkte ist an sich eh nix neues und 
unter begriffen wie “wiener kunst-inzest” (klingt eh ähnlich wie 
community) oder ähnlichen hinlänglich bekannt. doch (oder gerade) 
wenn es um die aushandlung einer neuen, anderen praxis geht – und in 
meinen augen muss diese ausrichtung eine zumindest abstrakte idee von 
verbesserung (und damit unvermeidlich der kritik von bestehendem) in 
sich tragen – muss man sich auch basale vergleiche anschauen und 
fragen, ob die implikationen von mana nicht einfach _noch mieser_ als 
die bisherigen verhältnisse sind?

das mal nur zwei/drei punkte von einigen mehr, die mir gerade am 
wichtigsten schienen.
ich hoffe, dass auf replies verzichtet wird, die diese art von kritik 
als unproduktiv oder gar destruktiv abzutun versuchen. ich halte es 
an jedem punkt einer (vor allem so abgeschlossenen und 
selbstreferenziellen) entwicklung für dringend notwendig, deren 
grundintentionen, sowie vor allem deren methoden und die daraus 
resultierenden praktiken (und den in formierung begriffenen habitus) 
zu be- und hinterfragen.
ich hoffe auch, dass niemand die erbärmliche argumentation des 
“sachzwanges” bemühen wird, denn wenn man zum schluss kommt, dass 
diese unternehmung unsere leben noch konkurrenzorientierter und 
bitterer macht (wem das taugt kann in die “creative industries” 
gehen), dann hat sie schnellstmöglich abgebrochen zu werden.

möge dieses trauerspiel deshalb ein baldiges ende finden.
Christian Toepfner
Don Apr 6 03:10:40 CEST 2006

es geht um überhaupt keine Inhalte, keine Projekte, sondern nur um
den Modus der Vergabe von Geld. Der ist in der Tat problematisch. Denn
die Konstruktion des Spiels impliziert doch die Zielrichtung der
Verteilung:

Wäre das Ziel “Gerechtigkeit” dann müsste es Gießkanne sein - die
berühmten 1.923 €
Wäre das Ziel “Qualität”, dann bräuchte es eine (szenenunabhängige) Jury

Wie das Spiel jetzt konstruiert ist, ist die Zielrichtung logischerweise
weder das eine noch das andere, sondern die Förderung von einigen
möglichst potenten (allerdings nicht zu übermächtigen) Communities. Also
Bandbus-Konstruktionen. Das passiert ja nicht zufällig oder weil die
beteiligten Leute so böse sind, sondern weil das Spiel so konstruiert
ist. Hier sind ja keine IdiotInnen am Werk, sondern Leute, die
schnallen, wie die Logik des Spiels ist.

Was ich nicht verstehe, ist, wieso das so spät erkannt wird und wieso
das Spiel so konstruiert wurde (in einem doch sehr langen und mühevollen
Prozess) wenn die Mehrzahl der Leute in der Community genau das nicht
wollte.

Was mich betrifft, so finde ich keine der drei Zielsetzungen a priori
schlecht. Jede hat ihre Qualitäten. Es hätte nur zu Beginn in der
Community darüber Konsens erzielt werden sollen, für welche Zielsetzung
man/frau sich entscheidet, und je nachdem hätte der Modus entwickelt
werden müssen.

Nachdem Mana entwickelt wurde, also ein System, das größere
Kooperationen von AkteurInnen belohnt, wäre es nicht nur sinnvoll,
sondern notwendig gewesen, zeitgerecht eine Liste einzurichten und dazu
aufzurufen, sich darauf mit den eigenen für PartnerInnen
anbindungsfähigen Projekten zu präsentieren und sich dafür PartnerInnen
zu Kooperationen zu suchen. Wenn das transparent geschehen wäre, wäre
das durchaus ein wichtiger Schritt in der mehrmals zitierten
Partizipation und Solidarität gewesen.

Das Schlimmste an der gegenwärtigen Situation ist, dass gegenwärtig eine
Einübung in genau das passiert, was wir an der Bürokratie und der
politischen Kaste so verabscheuen: Die Doppelbödigkeit, das
Sich-selbst-in-den-Sack-Lügen und sich einbilden, man würde ja eh nur an
die anderen denken. Genau darauf konditioniert jetzt Mana: auf die
Behauptung, wir seien alle so edel und selbstlos und gleichzeitig der
“Systemzwang”, hinter den Kulissen irgendwelche Verabredungen zu
treffen, weil von den Leuten, die das mathematisch doch nicht erst
letzte Woche sondern schon von Anfang an durchschaut haben mussten, das
Spiel so konstruiert worden ist. Schon die Tatsache, dass in der
Einreichung die Links zu Kooperationen offen gelegt werden sollten,
beweist, dass diese Spiellogik bekannt war. Nur: Wurde dieser Faktor
dann irgendwie berücksichtigt? Ist es möglich, die Links zu Outsidern
positiv zu bewerten und interne Links als Abzug? Keineswegs. Wozu also
dann?

Machen wir uns doch nichts vor! Hier sind eine Menge Leute, die
natürlich von etwas leben und von etwas ihre Projekte machen wollen.
Dazu haben sie sich in Mana eingeklinkt. Und jetzt gibt es einen
Gruppendruck, diese ganz normale Zielsetzung als unethisch zu
denunzieren. Und Mana dupliziert absurderweise die zeitgeistige Issue:
Fresst Euch gegenseitig auf, dann haben wir’s ruhiger und können mit den
paar Akteur(Inn)en leichter umgehen.

Helga Köcher
Fri Apr 21 15:10:33 CEST 2006 mond-discuss


26 Comments so far
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> Ich mag dass _jeder_ kapiert, wie man agieren muss um bei diesem bloeden
> bloeden spiel zu gewinnen.

ich finde es wie gesagt etwas kurzfristig gedacht, wenn das ziel ist, dass
spiel zu gewinnen.
das klingt jetzt vielleicht arrogant, aber ich seh es so.
ich mag nicht kurzfristig gewinnen, ich mag langsfristig an mehr geld
kommen und deshalb an einem langfristig funktionierendem system arbeiten.

> Das ist glaube ich der einzige faire weg.

die logik ist aber schon recht - deviant. d.h. ja dann, die leute die
nicht das spiel umspielen wollen sind schuld dran, dass die, die den
loophole nutzen, “unehrlich” sind. naja.

> Was das VG noch machen kann: die anzahl der teilnehmer reslos durch 8
> teilbar machen: zB: 136. Dann geht es sich zumindest so aus, dass jeder
> in einem bandbus a 8 leute sitzen kann.

fuer 900 euro lass ich mir meine stimme nicht kaufen. das ist halt einfach
zu wenig.

liz at ubermorgen.com liz at ubermorgen.com
Sat Apr 22 18:40:26 CEST 2006 in Antwort an Aaron Kaplan, mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:14 pm

> fuer 900 euro lass ich mir meine stimme nicht kaufen. das ist halt einfach
> zu wenig.
>
auch ein argument.

> lg
> liz
>
> ps: aber nix fuer ungut.
>

seh ich auch so. Wie gesagt, wenn [gametheory] gemein waere , haette man
nichts gesagt.

Am sinnvollsten waere ein grosses abendessen fuer alle, so dass man sich
wieder nachher vertraegt und weiterarbeiten kann.

Hat da wer vorher was von Soho in Ottakring und Fischessen im Ragnahof
gesagt? Hmm… lecker :)

Weil die existenz einzelner von einem CG _experiment_ abhaengig zu
machen ist zu hart. Da vertraue ich auf unsere hilfbereitschaft und
unseren common sense, der nach der wahl hoffentlich wieder da ist.
Gute taten sollte man so oder so tun unabhaengig vom CG.

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Sat Apr 22 19:34:30 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:14 pm

“The only way I can tell if everything is OK is to play the game with
somebody friendly.
Are you friendly, or are you not? ”

another quote from allegra

Judith email at jdth.net
Sun Apr 23 18:28:36 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:23 pm

was einen hacker im spirit des ccc auszeichnet, ist das er nicht jede
schwachstelle, die er findet für seine eigenen vorteile, pläne, vorhaben
usw. ausnützt.

die hackerethik, die leute wie wau holland entwickelt haben, hört nicht
damit auf, dass schwachstellen offen gelegt werden.

hacken wurde als form von gesellschaftskritik gesehen, und zielte nicht
zuletzt darauf ab, sich die möglichkeit zu bewahren, denen die im
industriellen und militärischen bereich neue technologien entwickelten auf
die finger zu schauen.

regeln wie “No hacks for money” haben vor allem den sinn, hacker nicht in
gefahr zu bringen, und nachhaltig arbeiten zu können.

ich denke es war super, dass das metalab mit der kohle aus dem backbone topf
starten konnte. aber jetzt den hals nicht voll zu kriegen, und bei mana
einen nachschlag zu holen, führt genau zu dieser situation.

es bringt das metalab in gefahr wichtige verbündete zu verlieren, und einen
pfeiler der nachhaltigen finanzierung zu verspielen.

sorry dass ich mich da nicht früher eingebracht habe. ich halte das wirklich
für einen strategischen fehler, aber es ist noch nicht zu spät in zu
korrigieren.

vielleicht bleibt bis montag noch zeit für einen kurzen crashkurs in sachen
netzkunst. ich denke unter den einreichungen lassen sich auch ein paar leute
finden, deren bisherige arbeit soviel respekt verdient, dass man für sie
auch stimmen kann, wenn man netzkünstler generell eher für apple-anwender
hält, die proprietäre software und formate benutzen um nichts sagende
webseiten mit langen ladezeiten zu generieren.

ist einfach eine frage von strategie v. taktik. gut darin, beim geld
aufstellen ganz vorne zu sein, ihr ding durchzuziehen, und den rest nicht so
wichtig zu nehmen waren auch andere. doch die gibts nicht mehr.

lg thomas

p.s. natürlich ist das dann “unfair” weil andere ihren bus trotzdem
durchbringen. aber die sind auch keine hacker und legen nichts offen. die
stehen dann auch nicht im zentrum der aufmerksamkeit, und bekommen keine
guten ratschläge. ob deren strategien langfristig aufgehen wird man sehen.
vielleicht haben sie auch einfach keine.

dpotg at gmx.net dpotg at gmx.net
Sat Apr 22 23:57:01 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 10:28 pm

jetzt ist es schon nicht mehr ok, KEINEM bandbus anzugehören?
während sich alle anderen hochtrabende rechtfertigungen aus den fingern
saugen, warum sie jetzt dann doch noch einen gegründet haben?

haaaaallllllooooooo!!!!! gehts noch?

Judith email at jdth.net
Mon Apr 24 10:17:59 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:24 pm

> basisdemokratische begründung: wenn ich an einem der nächsten tage der
> einzige wähler wäre, könnte durch diese partielle veröffentlichung
> ganz genau festgestellt werden, wie ich meine wahl getroffen habe.

oder noch schlimmer: du koenntest taktisch waehlen.
Du machst dir einen deal mit jemanden aus der, noch genau eine person im
bus braucht und verkaufst deine stimme ueber dem preis :) *boeseboese*

Aaron Kaplan aaron at lo-res.org
Tue Apr 25 10:13:33 CEST 2006 in Antwort an transmitter-x, mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:46 pm

> Ich glaub es gibt keinen triftigen grund, dass kuenstler nicht in
> gruppen zusammenarbeiten koennten.
>
da möcht ich widersprechen:

ist es kein triftiger grund, darauf einfach keinen bock zu haben, aus
was für gründen auch immer ?

> monochrom macht das ja schon seit laengerem und ist sicher auch deshalb
> sehr erfolgreich.
>
>
ja, die sind aber auch rhizomartig organisiert, das ist teil ihres
konzeptes.

wenn jemand aus der position eines eremiten agieren möchte, soll ihm/ihr
das aber auch möglich bleiben.

> Vielleicht - mal von der anderen seite betrachtet - haben wir jetzt
> Glueck im Unglueck gehabt. Gruppen haben sich finden muessen.
> Und wer in der Gruppe auf das Verhalten des anderen vertrauen kann, der
> wird ihm/ihr vielleicht auch fuer eine neue gemeinsame Austellung
> vertrauen und das Kuenstler-Konkurenzdenken beiseite schieben koennen.
>
gewagte annahme…
wenns der zufall will, kann ich schon in einer finanziellen
zweckgemeinschaft eine/n interessanten partnerIn finden -
dass nun viele arbeiten/ausstellungen auf diese weise entstehen werden,
wage ich zu bezweifeln ..
meist kennen sich die leute ja eh schon.
> In diesem Sinne war das theilersche Modell vielleicht unabsichtlich
> sogar sehr genial.
>
>
ich finde gut daran, dass es (beabsichtigt) viele verschiedene
strategien / standpunkte / handlungsweisen klar macht,
und dass es schwierigkeiten und herausforderungen bei einer derartigen
vergabe zu tage fördert. -
was sehr interessant für eine mögliche entwicklung des ganzen ist.

und wenn wir anschließend wissen, was wir nicht wollen, wissen wir
zumindest dies ;-)
ich find’ die gewinner dieser runde sollten eventuelle finanzielle
katastrophen etwas abfedern,
man wird sehen, wie die leute nach der geldvergabe miteinander umgehen…

Chris Veigl chris at shifz.org
Tue Apr 25 11:07:20 CEST 2006 in Antwort an Aaron Kaplan, mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.12.06 @ 11:54 pm

esel.atesel.at—————————
UNFAIR?! Eine Komplikation.
—————————

Der Begriff von “fair” im Zuge der Diskussion auf die aktuellen
Spielregeln des Community Games auf zwei Arten interpretierbar:

___fair I:
„fair“ in Hinblick auf einen Idealzustand einer „gerechten“ Welt;
inklusive der Berufung auf eine für alle Teilnehmenden in diesem Sinne
„fairen“ Fördervergabe.

___fair II.
„fair“ in Hinblick auf die akkordierten Regeln des Community Games.

eSeL hat in der Wahlzelle (und den Tagen davor) dieses Dilemma als
Konflikt zwischen Idealismus und Pragmatismus eines Einzelkünstler
erlebt und sich zu einer “Komplikation” im Rahmen seiner Teilnahme
beim Community Game entschlossen.

Ein minimaler Betrag der im Rahmen einer Bandbus-Akkordierung zum
Ringtausch vereinbarten Gesamtbetrages wurde von eSeL als als
symbolische Anerkennung in der Höhe von je € 3.14 an KünstlerInnen
vergeben, die er als EinzelkünstlerInnen für förderungswürdig
eingestuft hätte.

Diese Zuweisung wird NUR bei jenen KünstlerInnen als SYMBOLISCHE
ANERKENNUNG sichtbar und wirksam, die GAR KEINE Punkte erhalten haben.

- Die Gesamtsumme der im Rahmen von UNFAIR?! vergebenen Mittel beträgt
€ 84,78.

- Die Überschreitung der Mindestsumme war durch UNFAIR?! für den
betroffenen Bandbus in keiner Weise gefährdet.

Die KünstlerInnen des betroffenen Bandbusses haben gegen Einsendung
einer Begründung an mailto:unfair at esel.at die Option den entgangenen
Anteil in der Höhe von € 14,13 (= 84,78:6) von eSeL als Barüberweisung
einzufordern, und sich damit gegen seiner “Komplikation” als
Einzelkünstler auszusprechen. Alle Begründung werden unter
http://www.esel.at/unfair veröffentlicht.

UNFAIR?! löst den individuellen Konflikt eines Künstlers und
verschiebt die Zwang der Spielregeln („fair II“) für ein
Einzelkünstler symbolisch auf die individuelle Entscheidungsebene
zurück („fair I“)

UNFAIR?! illustriert das sensible Geflecht von Abhängigkeiten
innerhalb von netznetz. Das Verhalten eines Indidividuums in einer
Zweckgemeinschaft zu Gunsten realen Kapital “fair II” wird
künstlerischen Idealen inkl. dem des “Vertrauensbruchs” zu Gunsten
symbolischen Kapitals kritisch gegenüber gestellt (”fair I”).

UNFAIR?! stellt die Fragen die im Zuge des Community Games aufgetaucht
sind neu und erweitert sie um den Aspekt einer Individualentscheidung
(zB eines Jurymitgliedes).

UNFAIR?! konfrontiert die TeilnehmerInnen von Bandbussen erneut mit
ihrer Entscheidung und ihrer Rolle im netznetz Prozess.

UNFAIR?! stellt neben Anspruch auf symbolisches und reales Kapital
erneut die Frage nach Kriterien der Verteilung in Hinblick auf
Kollektive und EinzelkünstlerInnen.

UNFAIR?! entschuldigt sich nicht bei allen Beteiligten.
eSeL.at entschuldigt sich bei allen Betroffenen.

http://www.esel.at/unfair

eSeL maulwurf at esel.at
Tue Apr 25 17:34:02 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.13.06 @ 12:06 am

esel.atWie eSeL soeben bekannt wurde, war es ungueltig die Stimmen auf mehr
als 20 Leute zu verteilen. Das war auf dem Stimmzettel vermerkt - eSeL
war dies bei der Planung und Durchfuehrung von “UNFAIR?! Eine
Komplikation” nicht bewusst.

Somit wurden eSeLs Stimmzettel nicht gezählt und eSeLs Stimmen werden
via Kannibalisierung allen 11 Personen zugeführt, die voraussichtlich
über das Mindestgrenze gekommen sind: somit besagtem Bus nur indirekt.

Sobald nach Aufteilung der kannibalisierten Stimmen und Umwandlung des
symbolischen Kapitals in Realkapital bekannt ist, wieviel Geld jedeR
der sechs EinzelkünstlerInnen besagten Bandbusses auf diese Weise
NICHT erhalten hat, besteht für diese sechs EinzelkünstlerInnen wie
gehabt die Option, sich gegen eSeLs “Komplikation” als Einzelkünstler
auszusprechen und die jeweilige Summe (voraussichtlich: € 163,27) als
Barüberweisung einzufordern. Die exakte Summe und Begründung werden
unter: http://www.esel.at/unfair veröffentlicht.

Das verschärft eSeLs “Komplikation” für alle Betroffenen und den Urheber.

eSeL.at entschuldigt sich erneut bei allen Betroffenen.
UNFAIR?! entschuldigt sich erneut nicht bei allen Beteiligten.

eSeL maulwurf at esel.at
Tue Apr 25 19:34:25 CEST 2006 mond-discuss

Comment by kanonmedia 12.13.06 @ 12:07 am

Thomas Klausner wrote:
>
>> Das “demokratische Debakel” ist eher das Gejammere danach, selbst seine
>> demokratischen Rechte nicht rechtzeitig in Anspruch genommen zu haben.
>
> so isses!

Ich kann das hier leider so nicht stehen lassen. Hier wird der Begriff
“Demokratie” in einem völlig absurden Context verwendet.

1) Wenn ich in einen Löwenkäfig mit 500 jahrelang ausgehungerten Löwen
ein paar Patzen Fleisch werfe, die höchstens für 10 Tiere reichen und
dann sage “machts euch das demokratisch untereinander aus”, dann ist das
trotzdem noch lange nicht Demokratie, sondern Zynismus der übelsten
Art. Egal welche Spielregeln die Löwen dann miteinander ausmachen und
welche Sprechweise die Löwen von den Fleischwerfern übernehmen. Drum
ist das auch kein demokratisches Debakel, sondern ein Förderungsdebakel.

2) Ja, scheinbar gibt es seit 1 1/2 Jahren die Möglichkeit sich in den
Prozess einzubringen.
2 a) Ich selbst, der ich in der community scheinbar schlecht
vernetzt bin, weiss davon erst seit Februar (über ein jobangebot auf der
pm-liste und eine FM4-Berichterstattung. So gings scheinbar auch vielen
anderen. Die “demokratische Basis” hat sich also seit letztem Jahr
massiv vergrössert und viele neue Kritikpunkte und Sichtweisen in den
Diskurs eingebracht, die aber nicht mehr berücksichtigt wurden, auch als
klar war, dass das CG als einziges Kriterium die vernetzungsfähigkeit
der geldwerber belohnt und das ganze nix mehr mit kunstförderung zu tun
hat und das in den Wochen *vor* dem CG hier von zahlreichen personen
kommuniziert wurde.

2 b) das alte Totschlagargument “wer nicht mitgemacht hat, darf nicht
kritisieren” richtet sich wohl von selbst.

peter pilsl pilsl at goldfisch.at
Don Apr 27 09:48:48 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.14.06 @ 1:14 pm

eine moralische ökonomie ist erst möglich wenn sich die Leute kennen und
wenn sie wissen was sie aneinander haben.

sie abstrakt einzufordern OHNE den damit verbundenen nutzen zu
organisieren ist - nun, wie soll ich sagen, eben moralisch im schlechten
sinn.

da wird jedes moralische ideal am naturwüchsigen egoismus zuschanden und
moral ist eben nichts anderes als notwendige zusatzstrategie in
existenzkampf aller gegen alle.

und wie ausgeführt ist der zweck des community games von staatlicher seite
durchaus, zwecks abwicklung der allzuvbielen diesen existenzkampf
anzuheizen - der rassismus des marktes staatlicherseits mit-inszeniert.

was ich aber im obigen sinn als chance wahrnehme ist daß die metalab Leute
ihren nicht unbeträchtlichen energiegewinn jetzt auch als Verpflichtung
sehen was für die community at large zu tun.

und eine zweite sache wäre es sich bei der nächsten runde herauszuhalten.

moralische ökonomie war, wo sie funktioniert hat, immer eine kaskade von
überschüssigen kräften, die clever eingesetzt wurden, um leuten zu helfen
die einem wieder helfen.

so genommen ist der bandbus eine kleine moralische ökonomie. nicht ihn zu
verurteilen sondern in seiner dummen kleinen beschränktheit zu
relativieren wäre der richtige umgang damit. den beherrschen
glücklicherweise einige hier ohnehin schon sehr gut.

Franz Nahrada f.nahrada at reflex.at
Tue May 2 11:16:30 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 11:56 am

> Netz-Community hackt Kulturfördersystem !!!!!!!!!!

>>> Kulturförderung - SP-Wutzlhofer: “ÖVP in Sachen Freie Medien und
>>> Netzkultur vollkommen unglaubwürdig” !!!!!!!!!!

>>> Netzkultur - SP-Straubinger: “Neues Wiener Fördermodell hat erste
>>> Bewährungsproben bestanden!” !!!!!!!!!!

Dass das Debakel jetzt von Seiten des PK im noch hirnverbrannteren
Phrasing als bei der SPÖ als voller Erfolg verkauft wird kann nur
eines bedeuten: vollkommene Verabschiedung von der Realität. In
dieser hat sich einerseits das Spiel als kompletter Reinfall
erwiesen, andererseits wurde auch schon in Aussicht gestellt, in
welcher Weise (nach welchen Regeln und Normen, “demokratischen”
“Community”-”Regeln”) NetzkünstlerInnen ihre Leben führen sollen:
Zieh mir noch nen Macht-line durch meinen Körper, Baby! (Genau: “Kann
ich gar nicht genug von kriegen!”, monochrom, irgendwann Ende 90er…)

Warum sollen wir “NetzkünstlerInnen” uns die (d.h. noch mehr)
Bürokratie und die damit verbundenen Mechanismen und Strategien von
selbstdisziplinierender Gouvernementalität in uns selbst einbauen?
Mein Körper ist schon jetzt von zu vielen Machtvektoren,
Disziplinierungen und Unterwerfungen durchzogen bzw. von ihnen
zugerichtet. Wenn das so weitergeht haben wir in wenigen Jahrzehnten
die gesammelten Widersprüchlichkeiten von nationalstaatlich
geregelten Scheissneoliberalismen inkorporiert. Halleluja Schizo! Ist
das ein Albtraum von Deleuze und Guattari?

Deshalb kann ich meinen früheren Aufruf nur wiederholen: das Projekt
schleunigst abzubrechen und für gescheitert zu erklären. Und zwar
schon vom primären Ansatzt her, der KünstlerInnen die Last aufbürdet,
sich selbst um Kohle streiten (”spielen”) zu lassen.

Christian Toepfner toepfner at gmail.com
Die Mai 2 16:13:44 CEST 2006 in Reaktion auf die Presseaussendung der netznetz-Betreiber vom 02.05.06

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 12:08 pm

netzkunst? was ist das, ahja kunst, was ist das, harrrr.videokunst,
konzeptkunst, modellkunst u.s.w. ich bekomme gleich einen steifen.

oh, asche auf mein haupt, ich hab vergessen es geht um GELDKUNST.

“Rebellion ist wie dieser Schmetterling, der auf das Meer ohne Insel oder
Felsen zaehlt. Er weiss, dass er keinen Platz zum landen hat. Doch zoegert
er nicht zu fliegen. Und nein, weder der Schmetterling noch die Rebellion
sind dumm oder selbstmoerderisch. Es ist nur so, dass sie wissen, dass sie
doch etwas haben werden, wo sie landen koennen, weil es in dieser Richtung
eine kleine Insel gibt, die noch kein Satellit entdeckt hat.”

oder/und

I could be sad, I could be lonely
I could still have some friends if I only
Didn’t play the games I had to play
I was important when I was cool
Now it gets lonely playing the fool
It’s a game that anyone can play

saludos feminista y machista
max moswitzer

ps: buen provecho post-bobos!

automat automat at konsum.net
Mit Mai 10 02:07:56 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 1:31 pm

Thomas Klausner wrote:
>
> Ich persoenlich bin ja immer davon ausgegangen, das die MitspielerInnen
> halbwegs ‘ehrlich’ spielen (wobei ein Bandbus fuer mich nicht mehr
> unter ‘ehrlich’ faellt). Leider hab ich wohl die korrumpierende Macht
> von Geld massiv unterschaetzt. Bzw die Kombination aus Geldgier und
> falsch verstandender Hackerethik, die (nach meinem Eindruck) manche
> Bandbusse motiviert hat.
>
> IMO laeufts darauf hinaus: Die Mitspielenden sind erwachsen und
> Geld-resistent genug, sich an gewisse Regeln zu halten. Oder wir machen
> eine Jury, womit fuer mich Mana/Netznetz gescheitert waere.
>

Ich glaube, hier liegt ein Grundproblem. Die Leute sind erwachsen und
nicht unbedingt Geldgierig. Aber sie sind existentiell von dieser
Förderung abhängig. Das ist kein Spiel, sondern da gehts darum, ob man
sein Leben als Kunst- und Kulturschaffender weiterleben kann oder nicht.

Die Leute hier in eine Situation bringen, wo sie durch moralisch gutes
verhalten das eigene Ende in Kauf nehmen sollten, damit andere gute oder
einfach nur unmoralische Leute überleben, das ist schlicht und einfach
zynisch.
Man kann diesen Leuten nicht vorwerfen, sich als Antwort auf bereits
formierte Bandbusse auch in einen Bandbus gesetzt zu haben.
Und alle haben sich an die formalen Regeln gehalten (ausser scheinbar
mein Projekt, dass vom VG nicht akzeptiert wurde).

Du sprichts vermutlich von “moralischen” Regeln, die noch schwieriger
definierbar sind, als die formalen regeln.

Aber hier wird eine Verantwortung an jene Leute übertragen, deren
Aufgabe es nicht ist, diese Verantwortung über das Überleben von sich
selbst und der anderen zu tragen. Das ist kein Spiel. Das hat nix mit
fehlender Fähigkeit zur Partizipation zu tun oder fehlendem Willen. Ein
zu kleiner Topf kann nicht gerecht unter allen aufgeteilt werden. Und
wenn sich die Leute es untereinander ausmachen müssen, die alle
unterernährt davorsitzen, dann führt das zu Konflikten und dann kann man
die Leute nicht als “zu dumm” oder “nicht erwachsen” bezeichnen, wenn
sie sich auf die Suppe stürzen. Das war auch mein erster Reflex. “wow -
endlich gibts mal was zu essen”
Ein Heiliger und/oder Dummer, wer da nicht egoistisch denkt. Und die
satten haben natürlich wieder die meiste suppe bekommen. Das ist nicht
demokratisch, das ist mega-übel !!

Darum ist das Mana-CG für mich bereits gescheitert. Und nicht weil die
Leute nicht reif genug sind.

>
> Mit verantwortlichen statt egoistischen Akteuren koennte auch Mana
> funktionieren. Wohingegen verantwortungslose Leute auch ein Jury-System
> “hacken” koennten. (siehe Bundesregierung…)
>

Das ist viel viel einfacher als das Mana-CG, dass allen über den Kopf
wächst und ein wahnsinniger selbstläufer mit nachhechelnder
Selbstbestätigung geworden ist.

Mit netznetz hat sich ja eine kleine gruppe schon gut positioniert und
hat ja die nötigen rollen defacto auch schon inne. Eine zusatzkriterium
das aber erlernbar ist, wäre ein grossgeschriebenes TRANSPARENZ

peter pilsl pilsl at goldfisch.at
Don Mai 18 19:04:56 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 2:05 pm

“…vielleicht behauptest du auch noch, dass dein bandbus das
resultat des systems sei - nein, es ist das resultat von DIR”

Sie an, der Vordenker, rügt einen Spielteilnehmer, weil der doch glatt nicht
so funktioniert wie vorausgesetzt…mehr als kindisch Cristoph.

Die “Community” hat mit dem CG, genau das bekommen, was ich (und die Leute
rund um/in joe noname, der game theory liste und auch andere) immer gesagt
habe: ein extrem kollusionsförderndes “Spiel”, das nur einen Anreiz setzt -
nämlich zu Bandbussen. Ihr seid sehenden Auges in diese Sache reingerannt.
Die Einschätzungen in dieser Richtung waren klar auf dem Tisch.
Du wolltest dieses Spiel, also solltest du auch das Ergebnis akzeptieren.

Bad people, good rules - der alte Hut. Darf’s jetzt vielleicht doch ein
“Lenkungstool” sein?

Wolfgang Höchtl wolfgang.hoechtl at uibk.ac.at
Fre Mai 19 09:01:13 CEST 2006 in Antwort an Christoph Theiler

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 2:09 pm

Soweit ich informiert bin, war es nicht gefordert, dass sich die “Gewinner” des “Spiels” genau deklarieren (ausser bei der AC) und bei der “Community” bedanken.

Wenn soetwas erwuenscht ist, dann solltet Ihr das vielleicht in Eurem naechsten Regelwerk beruecksichtigen.

Und apropos bedenklich: Ich hoffe stark, dass der Malmoe Artikel - der mir persoenlich in den meisten Punkten aus der Seele spricht - genauso gut distribuiert wird, wie die Pressemeldung - die mir so peinlich war, dass ich mich - so ich eine Gewinnerin waere - ohnedies nicht zu dem “Spiel” deklarieren wollen wuerde.

Nicht vergessen: Der Gewinn von Jo Noname ist ein Ergebnis des “Spiels”, an dem ist nicht zu ruetteln. Und anstelle den Gewinnern nun Tipps zu geben, was sie denn nun mit ihrem Gewinn anstellen sollten, sollten die Konzeptorinnen des “Spiels” nun eher Tipps geben, wie es denn weitergehen kann.

Und wenn das Spiel so weitergeht, dann hoffe ich auf weitere Gewinne von vielen verschiedenen Jo Nonames – damit die Absurditaet des Verfahrens vielleicht doch mal einleuchtet.

Und im Uebrigen bin ich der Meinung von Xav, dass es einen radikalen Stopp geben muss, ein neuerliches Nachdenken, und dass man das Waehlerpotential der “community” besser einsetzen sollte, als damit direkt Geld (metaphorisch verschleiert als Zauberkraft und aehnlich konnotiert wie die von Gott gegebenen Speisen in der Wueste) zu verteilen, und vorallem, dass die MA7 auch wieder zu ihrer Verantwortung der Verteilung von Steuergeldern und Kulturauftrag stehen, und selbst mitmischen muss.

Und weiters ist auch SCHEITERN ein Ergebnis. Fortschritt passiert in viele Richtungen!!!

katjes at abwesend.de
Don Mai 18 12:30:52 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 2:11 pm

mit wechselndem staunen wie unmut verfolge ich nun die post-electionaeren streiteren.
ac fordert da von special gnauer, gelder aus dem bandbus clou winner team auch an
in der wahl nicht erfolgreiche projekte (was aber ueber deren qualitaet aber nichts aussagt)
weiterzu geben

nun wenn die namenslosen unter anleitung von special gnauer da von anbeginn an
ein ding gedreht haben, bin ich gar nicht bereit einen cent anzunehmen und
das im nachhinein auch noch zu legitimieren.

mir gehts auch nicht besonders, aber so leicht liesse ich mich nicht ueber den
tisch ziehen. obendrein gabs da ein mail von leuten, das mich besonders
beruehrt hat. zwei erwachsene spielen essen, um ihr kind satt zu machen.
denen sollte der gnauer oeffentlich marie abgeben, aber so, dass das nicht
als retrospektive bestechung angesehen werden kann.

gut, wir haben da an keinem licht ins dunkel wettbewerb teilgenommen, aber jeder
sollte ein faire chance haben, in der auch die qualitaet des projektes eine rolle
zu spielen hat, sonst waere das immer ein wettbewerb mit falschen gewichten.


Franz Krahberger franz.krahberger at ejournal.at
Sam Mai 20 08:25:29 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 2:14 pm

In diesem Text werden die Begriffe Person, Entität, Projekt, und
Förderungsempfänger austauschbar benutzt. Falls Überlegungen speziell
nur für eine Art von Entität gelten, wird darauf hingewiesen.

== Förderung ==

Förderung ist allgemein formuliert die Verteilung von Ressourcen eines
Fördergebers an Förderungsempfänger.

Die Erfassung potentieller Förderungsempfänger erfolgt im Normalfall
durch Selbstmeldung. Ob ein Förderungsanwärter förderungsberechtigt ist,
wird durch einen Inklusionsmechanismus bestimmt.

Ein Fördermechanismus hat die Aufgabe Fördermittel, einem Förderzweck
entsprechend, möglichst optimal an potentielle Förderungsempfänger zu
verteilen. (Optimalitätskriterium)

Die Wahl des Förderzwecks ist eine Wertediskussion, und formal nicht lösbar.

Der Inklusionsmechanismus dient der Wahrung des Förderzwecks bei der
Fördervergabe, und ist meistens in Form von formalen Inklusionskriterien
die erfüllt werden müssen kodifiziert.

== Entscheidungsfindung ==

Wenn die Fördervergabe nicht direkt durch eine physische Person erfolgt
welche für die Förderressourcen vollverantwortlich ist, wird die
Entscheidungsfindung meist an eine Gruppe delegiert.

Die Entscheidungsfindung in Gruppen unterstützt Arbitration zwischen
individuellen Eigeninteressen und dem Wohl der Gruppe.

Entscheidungsfindungen durch Gruppen werden formal durch Wahlmechanismen
realisiert.

Bei einem Wahlmechanismus stimmberechtigte Personen werden Wähler
genannt, und dürfen an den Wahlmechanismus Inputs (Stimmen) liefern,
welche das Wahlergebnis beeinflussen.

Ein Wahlmechanismus kann als Präferenzenthüllungsverfahren gesehen
werden, insofern als die persönlichen (Eigen-)Interessen der Wähler den
Wahlausgang beeinflussen.

Da Wahlverfahren vor allem bei formal unentscheidbaren Fragestellungen
verwendet werden, ist die Optimalität eines Wahlergebnisses schwer zu
messen.

Allgemein kann aber gesagt werden, dass die Qualität eines
Wahlergebnisses bei gleichen Umgebungsbdingungen, von der Wahlgruppe
sowie dem Wahlmodus abhängt.

Sowohl die Eigeninteressen der Wähler, deren Wissensstand (und die
Fähigkeit aus diesem Wissen strategische Entscheidungen zu formulieren),
als auch das Wahlsystem, beeinflussen das Ergebnis zusammen maßgeblich.

== Förderung durch Wahl ==

Damit ein Wahlmechanismus als Teil eines Fördermechanismus verwendet
werden kann, muß der Mechanismus bei realistischen Eigeninteressen, und
realistischem Informationsstand der Wähler, Ergebnisse liefern, welche
dem Förderzweck entsprechen.

Ein guter Wahlmechanisms setzt keine unrealistischen Erwartungen an den
Informationsstand der Wähler, funktioniert aber sowohl bei besser
informierten, als auch bei strategisch klügeren Wählern, besser. Ein
Wahlmechanismus welcher strategisches Ungeschick der Wähler voraussetzt,
kann als defekt angesehen werden.

Da dieser Artikel für sehr simple Wahlsysteme plädiert welche kein
komplexes Wissen erfordern, wird ausreichende Befähigung der Wähler
angenommen, so dass der Informationsstand der Wähler in Zukunft als
externer, vom spezifischen Wahlsystem weitestgehend unabhängiger, Faktor
vernachlässigt werden kann.

== Anreizkompatibilität ==

Ein Wahlmechanismus der als Teil eines Fördermodells funktionieren soll,
muß insbesondere auch unter Annahme von Wahlverhalten welches sich
strategisch an individuellem Eigeninteresse orientiert, Ergebnisse
produzieren, welche dem Förderzweck möglichst stark entsprechen.

Ist diese Bedingung nicht erfüllt, so kann dieser Wahlmechanismus nicht
unverändert eingesetzt werden.

== Stimmberechtigung ==

Ist der Förderzweck grob als Förderung der Aktivitäten einer bestimmten
Gruppe zu verstehen, ist zumindest sicherzustellen dass keine Personen
abstimmen, deren Interessen von denen der zu fördernden Gruppe stark
abweichen.

Um sicherzustellen, dass nur Personen stimmberechtigt sind, deren
Interessen sich mit der zu fördernden Gruppe decken, ist entweder ein
Ausschluss von Personen deren Interessen sich klar nicht mit der zu
fördernden Gruppe decken notwendig, oder aber eine klare Festlegung der
stimmberechtigten Personen.

Aus praktischen Gründen erscheint letzterer Mechanismus als umsetzbarer.
Dies entspricht dem Inklusionsmechanismus bei Förderanwärtern.

Die Inklusionsmechanismen, und damit die Gruppen der Stimmberechtigten
und der potentiellen Förderempfänger, können, aber müssen nicht, ident sein.

== Gruppe fördert ==

Es wird also davon ausgegangen, das vor Beginn der eigentlichen
Abstimmung bereits bekannt ist, welche Personen wahlberechtigt, und
welche Entitäten wählbar sind.

Ob eine Trennung von Abstimmenden und Förderberechtigten Sinn macht,
sowie ob eine Zuteilung von Resourcen auf Projekte oder Personen
sinnvoller ist, hängt stark von den Förderzielen ab, und ist formal
unentscheidbar.

== Wahlverfahren ==

Es wird angenommen, dass für viele Förderziele Wahlverfahren existieren,
welche ohne dauerhaft an die spezifische Kompetenz einzelner Personen
gekoppelt zu sein, aus Eigeninteressen und Wissensstand der Teilnehmer,
sinnvolle, dem Förderzweck entsprechende Ergebnisse produzieren.

Weiters wird angenommen, dass sich die strategischen Eigeninteressen
über die Gruppe gemittelt ausreichend statisch verhalten, damit ein
derartiges System über einen längeren Zeitraum bestehen kann.

Weiters wird für das Funktionieren vorausgesetzt, dass eine Verbesserung
des Wissensstands der Teilnehmer sich positiv, oder zumindest nicht
konstant negativ auf das Wahlergebnis, gemessen am Optimalitätskriterium
des Förderzwecks, auswirkt.

== Konkrete Wahlsysteme ==

Entsprechend obiger Struktur gliedert sich ein Fördermodell für diskrete
Gruppen, welche den Förderprozess selbst direkt mitbeeinflussen, in zwei
Teilprobleme:
1) Erfassen von Gruppenzugehörigkeit (Inklusionskriterium)
2) Verteilung der Ressourcen auf Gruppenmitglieder (Optimalitätskriterium)

Grundsätzlich kann grundsätzlich zwischen zumindest vier verschiedenen
Klassen von Fördermodellen unterschieden werden:

*) Zufallsbasiert
- Das Geld wird ohne Verwertung externer Daten zufällig an die
potentiellen Förderempfänger verteilt.

*) Marktbasiert
- Das Wahlergebnis wird aus Benutzereingaben errechnet.

*) Jurybasiert
- Das Geld wird von einer direkt verantwortlichen Kleingruppe vergeben.

*) Realitätsbasiert
- Das System benutzt echte Messdaten über Projekte und Umwelt. In der
Praxis sind diese Messdaten weder verfügbar, noch die gewünschten
Realdaten mess- oder quantifizierbar. Systeme die auf objektive
Messdaten aufbauen wollen, sind daher zum scheitern verurteilt.

Mischformen sind möglich.

== Transaktionale Anreizkompatibilität ==

Als Kriterium dafür ob ein System anreizkompatibel ist, wird angenommen,
das der Förderzweck durch das System erfüllbar ist, wenn zumindest
folgende Annahmen über das strategische Verhalten auf eine Mehrheit der
Akteure zutrifft:

1) Sollte ein direktes lukrieren von Ressourcen möglich sein, so wird
diesem tendentiell von strategischen Akteuren gegenüber anderen Lösungen
der Vorzug gegeben.
2) Sollte ein indirektes lukrieren von Ressourcen möglich sein
(Umwegrentabilität), so wird diesem tendentiell von strategischen
Akteuren gegenüber anderen Lösungen, mit ausnahme von 1) der Vorzug gegeben.
3) Wenn ein Großteil der Akteure um Ressourcen konkurrieren, werden
niemals ausreichend Akteure freiwillig auf Ressourcen verzichten, um
grundlegend etwas an der Verteilungsstruktur zu ändern.

Diese Faktoren reichen laut Meinung des Autors aus, um bei Marktsystemen
bereits die gesamte Stimmkraft strategischer Akteure zu binden. Für eine
Diversifizierung im Interesse des Gesamtwahlergebnisses bleiben den
einzelnen Wählern keine Ressourcen - es wird auf eigene punktuelle
Wahlziele hinoptimiert, und nicht auf ein global abgestimmtes Ergebnis.

Marktsysteme bevorzugen daher klar Projekte die Umwegrentabilität bieten
können.

Allgemeiner formuliert müssen entweder die Anreize des Wahlsystems
direkt so formuliert sein, dass das gewünschte Art von Ergebnis entweder
direkt aus dem Wahlverhalten entstehen kann, oder eine andere Art von
Zwischensystem muss eingeführt werden, welche das global optimierte
Ergebnis produzieren kann, und welches selbst durch das Wahlsystem und
ausreichende Transparenz kontrolliert wird. Ein Beispiel für einen
derartigen Mechanismus, stellt die repräsentative Demokratie dar.

Im spezifischen Fall gilt: Sollte ein global optimiertes Gesamtergebnis
gewünscht sein, so muss dieses durch Konsens von Personen mit
ausreichend Wissen um die Optimierung vorzunehmen geschaffen werden.
Diese Personen brauchen wiederum starke Anreize die Optimierung so
vorzunehmen, dass es zu ihrem Eigeninteresse wird, ein für die Gruppe
möglichst optimales Ergebnis zu finden.

Diese Anreize können z.B. durch die direkte Verantwortlichkeit einer
kleineren Gruppe, gegenüber einer Grösseren Gruppe, geschaffen werden.
Solange der Gewinn den die kleine Gruppe durch kurzfristige Ausnutzung
des Systems bekommen kann, geringer ist als der mittelfristige
Gewinnentgang durch den einhergehenden Reputationsverlust, sollte die
Integrität eines derartigen Wahlsystems mit künstlichen Transaktionen
innerhalb eines gewissen Rahmens gewährleistet sein.

Allgemein gilt: Jury-Systeme bevorzugen etablierte Akteure mit
bestehenden Referenzen und sind träge was neue Player angeht.
Marktsysteme lassen Raum auch für neue Projekte, sofern ausreichendes
Interesse an diesen besteht.

== Zusammenfassung ==

Dieser Artikel versucht einen formalen Rahmen für ein Fördermodell für
die Wiener Netzkunst und Netzkultur zu schaffen.

Um ein konkretes Fördermodell zu entwickeln, ist es notwendig konkrete
Annahmen über Förderzweck und andere formal unentscheidbare Parameter zu
treffen. Diese Definitionen sollten aus praktischen Überlegungen
möglichst einfach und kurz gehalten werden.

Basierend auf den getroffenen Annahmen und Kriterien, sollten sich
Spezifika eines funktionierenden Fördermodells aus konkreten,
schriftlich dokumentierbaren, Interpretationen des Förderzwecks
begründen lassen.

Komplexe Mechanismen die sich nicht aus konkreten Annahmen/Definitionen
des Förderzwecks begründen lassen, haben in einem ernstzunehmenden
Fördermodell nichts verloren.

Alle in diesem Artiekl getroffene Annahmen und Überlegungen sind durch
Beschäftigung mit den Anforderungen an das Mana-Fördermodell entstanden,
und großteils nicht auf beliebige Fördersysteme anwendbar.

Paul Böhm paul at boehm.org
Fre Mai 19 10:01:21 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 2:43 pm

es ist aber im politischen raum sehr angebracht (und da erscheint mir
die community etwas konfliktscheu) die partei der ideenlosen und
talentlosen auch als solche zu titulieren.

wechselstrom christoph at wechsel-strom.net
Die Mai 23 09:25:47 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 3:12 pm

ich lach mich schief ueber jene personen, die schon
wieder an einem kriterienkatalog tuefteln, der helfen soll, den
netzkultur/netzkunst-menschen zu ermitteln - kranke buerokraten!

FER f.e.r at sil.at
Mit Mai 24 10:54:38 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 3:16 pm

ich schlage kein jury oder wahlmodell vor, sondern ein möglichst
ausgewogenes mehrgeteiltes system, da ich der festen überzeugung bin,
dass verschiedene entscheidungsmechanismen, verschiedene arten von
projekten bevor- und benachteiligen.

desweiteren halte ich diese diskussionen darüber wie das system
ideologisch wirklich aussehen sollte fuer verfrueht.

Paul Böhm paul at boehm.org
Die Mai 23 12:41:18 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 3:18 pm

>>lutschinger:
>>… neurotischen Selbstdarstellern und opportunen Reaktionären …
>>… aus der Mitte unserer Community …

nur so zwischendurch, bevor wieder was längeres von uns kommt:

geh, sei so herzlich und erklär uns, WER und vor allem WAS das so sind,
‘neurotische selbstdarsteller’, ‘opportune reaktionäre’ und die ‘mitte
unserer community’?

vielleicht erzähl uns auch gleich, wer am rand der community steht und
warum.

TRANSMITTER-X.ORG office at transmitter-x.org
Die Mai 30 10:55:55 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:42 pm

Oh, wie gerne haette ich ein paar brave Termindarstellerinnen und Darstellungsplanerinnen in dem PK, die mir weniger kurzfristig, als bisher Termine des NetzNetzNet uebersichtlich bekanntgeben, das waer mir so opportun und trotzdem produktiv, ganz ohne chaos.

ich wuenschte mir so sehr einen buerokratischen Terminkalender und eine unsexy to-do liste, sowie eine sehr unanarchistische evaluationsphase.

und dann haette ich da bitte noch eine Frage: von wem sollten wir uns, die wir eine zwangscommunity bilden, denn unabhaengig erklaeren?

“Kranke Gehirne”………. interessante Referenzierung fuer Kritikerinnen,
das macht Kopfweh.

katjes at abwesend.de
Die Mai 30 11:56:41 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.16.06 @ 4:42 pm

die MA7 hat weniger arbeit, muß weniger papierkram erledigen und hat
größere (gemeinschafts-)projekte zu bejubeln.

ohne koalitionen haben wir wieder 250 einzelkämpfer, ohne synergien, die
sich nicht kennen, und sich gegenseitig das geld neiden.

Reini Urban rurban at x-ray.at
Die Jun 6 21:28:20 CEST 2006

Comment by kanonmedia 12.17.06 @ 9:03 pm

liebe angela,

> … bliebe von derart entsetzlichen anfällen …

wie man klar aus deinen worten erkennt - kunst ist nicht wirklich deine
welt.

grafzyx x at grafzyx.at
Mit Jul 5 13:53:36 CEST 2006 in Antwort an Angela Dorrer

Comment by kanonmedia 01.06.07 @ 1:08 pm

seit wann ist ein künstler, seit wann ist netznetz von positiven
pressemeldungen abhängig? - seit wann müssen wir uns von einem
krankenkassenverwalter sagen lassen, dass auf grund fehlender
pressemeldungen er kein druckpotential in händen hat?

christoph at wechsel-strom.net
Son Dez 17 08:50:06 CET 2006

Comment by kanonmedia 01.12.07 @ 2:50 pm



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