Thursday December 07th 2006, 11:02 am
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Ich finde es immer wieder spannend, was für vollkommen unterschiedliche
Ansätze bzgl. Problemlösungen Künstler und Techniker haben.
Die bisherige Entscheidungsfindung war und ist ein typischer viele
kreative Leute kommen zusammen und überlegen sich, was wir machen wollen
Prozess. Dementsprechend haben wir derzeit eine Unzahl von traumhaften
Visionen, Anforderungskriterien, kritischen Fragen, usw. Meinen vollkommen
unwissenschaftlichen, empirischen Studien zufolge, scheint dies die
klassische Arbeitsweise unter Künstlern zu sein.
Techniker haben aber normalerweise eine vollkommen andere Arbeitsweise die
kurz gesagt lautet: Wie soll das Ganze funktionieren bzw. was kann
überhaupt funktionieren? Deshalb bevorzugen Techniker meist kleine
Prototypen, an denen sich Ideen und deren Auswirkungen testen lassen.
Weshalb unter Technikern die wirklichen Entscheidungen meist erst nach
einer sehr ausgeprägten ‘probieren das Ganze einmal aus’ Phase treffen. Wo
nach einigen Tests Dinge wieder verworfen bzw. massiv umgeändert werden.
Dementsprechend schwer tun wir Techniker uns aber mit dem aktuellen Stand
der Entscheidungsfindung rund um das NetzNetz Förderungssystem. Mir
persönlich ist es als Nichtbetroffener relativ egal, wer genau die MA 7
Gelder bekommt. Deshalb hat mich die bisherige rein theoretische Debatte
auch nur bedingt interessiert. Ich helfe aber liebend gerne bei der
Umsetzung des gesamten Systems mit und versuche mein bestes, dass am Ende
ein System herauskommt mit dem alle Beteiligten halbwegs zufrieden sind.
Nur scheitern wir derzeit an der Frage, die jeder Techniker als Erster
stellt: ‘Wie soll das Ganze funktionieren’. Dementsprechend muss ich Reini
bedingt zustimmen. Der Fragenkatalog ist gut, hat seine Berechtigung und
ist der Maßstab an dem wir gemessen werden. Aber was hilft er uns bei der
KONKRETEN Umsetzung des Förderungssystem ????
Wenn ich es hart formulieren darf, würde ich sagen: Entweder schafft es
die Künstercommunity innerhalb von NetzNetz (um die es beim
Förderungssystem eigentlich geht) bis zum Sprint bzw. beim Sprint Ideen
und Modelle auszuarbeiten, welche Hand und Fuß haben und als Ganzes
konkret umsetzbar sind, oder wir Techniker sind notgedrungen gezwungen uns
selber etwas eigenes einfallen zu lassen.
Was konkret bedeutet, wenn jemand gute Ideen hat, WIE das Förderungssystem
funktionieren könnte, kann er sich sicher sein, dass die Techniker
innerhalb von NetzNetz diese umsetzen werden (und sei es aus reiner
Neugierde). Wenn aber alle Beiträge nur aus einer Unzahl an
Anforderungskriteriern und Kritik besteht, bitte ich darum sich nicht zu
wundern, wenn sie von Seiten der Techniker derzeit ziemlich ignoriert
werden (ich kann ein halbwegs fertiges Produkt kritisieren. Aber Kritik an
etwas, von dem wir eigentlich noch nicht genau wissen, wie es aussieht und
was es genau sein soll, ist nur bedingt hilfreich).
Wenn ich mir daher etwas wünschen würde, dann wäre es mehr Mitarbeit bei
der Klärung ganz fundamentaler Fragen wie: Brauchen bzw. wollen wir eine
anonyme oder eine offene, weil besser nachvollziehbare Abstimmung?, Wer
darf in welcher Form mitbestimmen?, Wie offen geschlossen wollen wir als
NetzNetz Kollektiv sein? und so weiter.
Ansonsten laufen wir entweder in ein technokratisches wir müssen System XY
von AB nehmen, weil es das Einzige ist was bis November funktioniert
Entscheidung hinein, oder der gesamte Entwicklungsprozess geht den Bach
hinunter (beides schon bei Softwareprojekten erleben, bei denen es um
wesentlich mehr als 250.000 Euro gegangen ist). Andreas.Trawoeger Mon Aug 1 16:18:35 CEST 2005
Thursday December 07th 2006, 10:59 am
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sind jetzt also auch personen und nicht nur projekte von vereinen
förderungswürdig???
schon komisch, dass sowas wichtiges in einem kleine nebensatz versteckt
wird. sind das die 10% microgrants, für die man sich spart, einen verein
für ein netzprojekt zu gründen?
Wednesday December 06th 2006, 5:06 pm
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Matthias Tarasiewicz schrieb:
> im heutigen treffen (hans bernhard, magnus wurzer, matthias > tarasiewicz) wurde eine liste der datenfelder und strukturen für montag > vorformuliert: >http://netznetz.net/wiki/index.php/Datenfelder%26Struktur
ob dieser oder alle anderen Links zu Dokumenten - sie funktionieren alle nicht
Wednesday December 06th 2006, 3:16 pm
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es scheint sich >schon wieder/immer noch< alles um die Frage zu drehen, die
uns keine Ruhe lässt: was, in Drei-Teufels-Namen, sollen die Begriffe
“Netzkunst” und “Netzkultur” überhaupt bedeuten?
Timan Baumgärtel hat sich vor einigen Jahren die Mühe gemacht, diese
Diskurse zu beschreiben. In den “Materialen zur Netzkunst” [1] finden sich 6
Kriterien, die da wären:
- Konnektivität
- Globalität
- Multimedialität
- Interaktivität
- Immaterialität
- Egalität Stefan LutschingerFre Mai 27 12:03:58 CEST 2005
Wednesday December 06th 2006, 11:32 am
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Auf http://netznetz.net/wiki/index.php/Voting (PW and USR = netznetz)
findet Ihr den gestern vorgestellten Entwurf für eine “erweiterte Jury”
(=Voting) für die beiden Bereiche “AnnualConvention” und “backbone
projects” (vormals Infrastrukturen). Thomas Thurner Fre Apr 22 14:32:49 CEST 2005
Wednesday December 06th 2006, 10:55 am
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> > na endlich geht ihr aus euch heraus. die kuenftigen netznetz.net-sheriffs > gewinnen an kontur.
soll ich mich jetzt dafuer schaemen, dass sascha mich untergriffig zur sau
macht und mir dann der kragen platzt? bin ich deshalb “netz-netz-sheriff”?
fer, du kennst mich lange genug.
ich fordere nichts anderes als umgangssitten, auch in email-listen, noch dazu
wo wir uns hier eh alle kennen und staendig mit einander zu tun haben. dies
ist
kein platz um ressentiments rauszulassen. wenn jemand nicht inhaltlich
argumentieren kann ohne untergriffig werden zu koennen, dann nehme ich mir
persoenlich das recht heraus solches tun zu verurteilen.
das ende der nahrungskette Fre Apr 29 10:51:00 CEST 2005
Monday December 04th 2006, 12:06 pm
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als jemand, der die offenbare momentane bereitschaft im rathaus, das
fördersystem f. medien/netzkunst zu reorganisieren, ernstnimmt, denke
ich, dass eine öffentlichkeitswirksame 1%kampagne insofern im laufenden
prozess nützlich sein kann, als es sehr wohl auch gilt das bewusstsein
der bevölkerung auf die situation zu lenken - so kann man der willigen
politik helfen, einen ausbau der fördermittel zu verkaufen.
insofern sehe ich den gestern angeklungenen widerspruch/ das
entgegenlaufen der initativen “netznetz-partie-gespräche” und
“netbase-partie-kampagnisieren” nicht; eher ist es im interesse aller,
sowohl konstruktive gespräche geführt zu wissen, als auch selbst der
öffentlichen meinungsbildung nachzuhelfen, odrr?
Monday December 04th 2006, 11:57 am
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hier noch einige info von wikipedia, die wie ich finde das ganze noch
genauer beleuchten:
* was ist Reputation?
“Reputation ist der an eine Einzelperson oder Institution gebundene Ruf
höherer Kompetenz und Qualifikation, hinsichtlich der Erbringung von
gesellschaftlich relevanten Leistungen. Sie kann in der Terminologie
Pierre Bourdieus als kulturelles Kapital verstanden werden, d.h. als
eine soziale Ressource, welche sich für den Inhaber in andere
Kapitalformen transformieren lässt; beispielsweise im Zusammenhang mit
der Verteilung von Forschungsgeldern an verdiente und vielversprechende
Wissenschaftler (ökonomisches Kapital). ” http://de.wikipedia.org/wiki/Reputation
(hier auch interessant die von Bourdieu geschaffenen Begriffe)
Monday December 04th 2006, 11:44 am
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moechte hier auch online festhalten, dass ich´s gut finde.
anmerkungen im mail.
I. MICROGRANTS
> ———– > * die Gießkanne für Neue(s) und Kleine(s) > * 20-30 mal € 1000,- > * Vergabe durch Verwaltung fixe einschraenkung auf bestimmte summe find ich fast schad.
duerfens auch 2-3k sein? waere ich dafuer.
der unterschied zu den bisherigen kleinstprojekten bei sylvia
fassl-vogler scheint mir hier, dass konkret mikroprojekte aufgefordert
werden, die sich sonst gar nicht “trauen”
(waehrend derzeit ja eher gruppen/projekte die im reloaded-vorschlag
unter II, IV abgedeckt wuerden, …äh… kleinere summe erhalten wuerden)
- vielleicht gekoppelt mit einreichungs-katalysator
(vereinfachte einreichung per formular - siehe stefans anmerkung das auf
der MA7 seite derzeit gar nix zu finden ist)
II. REPUTATIONS SYSTEM
> —————— > * Punktevergabe in der community untereinander > * für konkrete Projekte > * Anhand eines Rasters (nicht nur Symphatie) > * Evaluierung nach 2 Jahren
find ich gut.
lt. thomas hat sich enki boehm beim open space als experte punkto
reputation erwiesen…
III. ANNUAL CONVENTION
> —————– > * Repräsentation der Szene einmal im Jahr (ähnlich Netznetz at kh) > * kleine Kostenersätze für die TeilnehmerInnen > * Organsiation wird eigens dotiert (Ausschreibung alle zwei Jahre)
yeah!
IV STRUCTURE GRANTS
> —————- > Förderung von Infrastrukturen, die zwar durch einzelne Initativen gehalten > werden, aber mehr als dieser nachweißlich zugänglich gemacht werden müssen
sind damit jene initiativen gemeint (the entities formerly known as
institutes), die sich durch strukturfuktion fuer andere und quasi als
“partizipations-provider” hervortun.
äh, und bitte auch diese regelmaessig neu. (mind. alle zwei jahre)
PS.
punkto “waehrungsreserve”-bestrebungen scheint mir der status quo zu
sein, dass “creative currency” nicht fuer vergabe von foerdermittel
eingesetzt werden soll, sondern jetzt mal experiment/spielerisch im
rahmen von vor-events zu “public intelligence”-projekt
Monday December 04th 2006, 11:37 am
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gibt es durchaus interesse fuer Ausprobieren von alternativen
waehrungsansaetzen. stichwort: “alternative Währungsreserve netznetz” http://netznetz.net/wiki/index.php/17.Treffen eSeL Fre Feb 25 13:03:37 CET 2005